Internationaler Tag der Muttersprache
Mittwoch, 20. Februar 2008
Sven_Knoll_200_Wien_06.jpgAnlässlich des von der UNESCO ausgerufenen „Tages der Muttersprache“, am 21. Februar, mit welchem alljährlich auf die Bedeutung der Sprachen hingewiesen wird, erinnert der Landesjugendsprecher der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll daran, dass die Pflege und der Erhalt der Muttersprache auch in Süd-Tirol von größter Bedeutung sind.

 

Von den weltweit etwa 7.000 gesprochenen Sprachen, ist inzwischen schon fast die Hälfte vom Aussterben bedroht.

Auch Süd-Tirol gehört zu jenen Gebieten, in denen die sprachliche Eigenart langfristig gefährdet ist.

Das Recht auf Gebrauch der Muttersprache erfährt im täglichen Gebrauch immer wieder eklatante Verletzungen und Benachteiligungen, die dazu führen, dass die Muttersprache immer mehr zurückgedrängt wird.

Diese Diskriminierungen gehen sogar soweit, dass sich Bürger, besonders im Umgang mit öffentlichen Ämtern und Polizeiorganen, beschimpfen und beleidigen lassen müssen, wenn sie in ihrer Muttersprache sprechen wollen.

Auch die Missachtung der Zweisprachigkeit in öffentlichen Dokumenten und nicht zuletzt bei den Medikamentenbeipackzetteln, ist Ausdruck dieser gelebten Diskriminierung.

Dies alles hat zur Folge, dass viele Bürger lieber gleich italienisch sprechen, um nur keine Probleme zu bekommen, oder „unangenehm“ aufzufallen.

Wer seine eigene Sprache jedoch nicht mehr schätzt, oder sie gar als Hindernis, bzw. für andere nicht zumutbar empfindet, verliert langfristig nicht nur das identitätsstiftende Gespür für die Muttersprache, sondern letztlich auch die Sprache selbst.

Es ist daher von größter Bedeutung, dass die offizielle Politik in Süd-Tirol, wieder neue Maßstäbe für den Gebarauch der Muttersprache setzt und die Diskriminierung derselben entschieden bekämpft, so Sven Knoll.

Besondere Verantwortung kommt dabei der Schule in Süd-Tirol zu, die nicht nur auf Fremdsprachen setzen sollte, sondern vermehrt wieder die Pflege der eigenen Sprache fördern muss.

Dabei gilt es auch die ladinische Sprache zu berücksichtigen und den Schülern näher zu bringen, da es nicht Ziel einer minderheitenorientierten Schulpolitik sein kann, dass den Kindern schon von Beginn an Fremdsprachen wie Italienisch, Englisch, oder Französisch beigebracht werden, sie aber nicht einmal die Sprache ihrer ladinischen Mitbürger verstehen.

Sven Knoll
Landesjugendsprecher der
SÜD-TIROLER FREIHEIT
und Gemeinderat in Schenna


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