Zum Nachhören: Die Radio-Diskussion über die Zukunft Süd-Tirols
Sonntag, 29. Januar 2012

 


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Kommentare (11)
1. 31-01-2012 17:46
 
Selbstbestimmung als Zukunftsvision
Sven Knoll argumentierte wiedermal sehr gut, das Ziel der Sudtiroler Freiheit ist die Selbstbestimmung. In Form eines Freistaates oder einer Ruckkehr zu Österreich. Die Grünen konnten nicht sagen was sie eigentlich möchten . Es hört sich an als ob die Grünen für einen Verbleib bei Italien am besten einwenig Autonomie aber beim hochverschuldeten Staat verbleiben. Martha Stocker hat selbst zugegeben das nicht sicher ist ob die 90 Prozent Steuern vielleicht nicht mal in Sud Tirol bleiben. Page Title
 
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2. 31-01-2012 08:26
 
Demokratie
Demokratie ist der einzig richtige Weg für ein freies Süd-Tirol. Über die Selbstbestimmung (jeder stimmt in Eigenverantwortung ab) kann man feststellen, wo die Mehrheit hin will. (50+1%) Zum Beispiel, die Mehrheit endscheidet sich für die Wiedervereinigung mit dem Vaterland Österreich, (TIROL) so müsste man sich eben nach dieser Abstimmung GESCHLOSSEN für dieses Modell stark machen,das wäre demokratisch und gerecht. Die Freiheitlichen sagen, wir wollen einen Freistaat, die Bürger-Union gibt ein Europa Region Tirol als einziges Ziel vor, die SVP die Vollautonomie,ich aber möchte selber bestimmen und würde jede Mehrheitsabstimmung akzeptieren! Auch ein Verbleib bei Italien, wenn das eine Mehrheit von Süd-Tirol möchte.In diesen Sinne auf zur Selbstbestimmung, für ein freies Südliches Tirol!
 
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3. 30-01-2012 21:54
 
Los von Italien
Zu Knoll:  
Ausgezeichnete inhaltliche und argumentative Stellungnahmen von Sven Knoll. Da konnte keiner der Diskussionsteilnehmer mithalten. 
Es gibt nicht vier, sondern nur zwei Lösungen für Süd-Tirol. Bei Italien bleiben oder los von Italien. 
Bisher hat die Politik über die Köpfe der Menschen entschieden. Die Zukunft Süd-Tirols hört nicht mit der Autonomie nicht auf. Gefahren für Süd-Tirol sind in Zukunft die ital. Regierung und die Zuwanderung. Südtirol kann deshalb bei Italien gar nicht überleben. 
Die Kreditwürdigkeit Italiens ist auf dem Niveau von Südamerika angelangt. 
 
Zu Stocker: 
Frau Stocker, der europäische Gedanke ist nicht die Teilung Tirols, sondern liegt in der Einigung der Völker. Es ist das Europa der Bürger ohne geteilte Volksgruppen. 
Vollautonomie? Mit einer Region unter Italien ändert nichts. Es wäre nur ein Bekenntnis zu Italien. 
Entweder wir entscheiden alles selber und fordern die Selbstbestimmung oder wir gestehen uns die Abhängigkeit und das Sagen Italiens ein. 
Wer alles als unrealistisch hinstellt, der will gar keine Möglichkeiten sehen. 
Auf die Frage wie viele Südtiroler bei Italien bleiben wollen, hat sich Fr. Stocker strikt verweigert. 
Sie wollte nicht öffentlich zugeben müssen, dass es mehr Südtiroler sind, als es der SVP lieb ist. 
Es ist unseriös in Südtirol bei einer Volksabstimmung mit Bürgerkrieg wie im Kosovo zu drohen.  
Schotten: „Können souverän entscheiden“.  
Frau Stocker, sind die Südtiroler keine souveräne, freie Minderheit?  
 
Zu Lobis: 
Seine rethorischen Ausschweifungen sind inhaltlich leeres und nicht zum Thema gehörendes Lavieren, die mit Südtirol nichts zu tun haben. (Wetterbericht, Persönlichkeitsrechte, Ökologisierung der Gesellschaft). 
 
Zu Dietmar Zwerger: Bürgerunion 
Los von Rom: Europaregion Tirol sollte nicht nur in Geschichtsbücher stehen. Wir sollten Geschichte schreiben. Das ist begrüßenswert. Allerdings sollte man Österreich als unser Vaterland in der Lösungsmöglichkeit niemals ausschließen. 
Zwerger: Vollautonomie ist Bekenntnis zu Italien und nicht zur Freiheit. 
 
Zu Artioli: 
Vollautonomie? Da redet sie nach dem Mund der SVP. 
Allerdings hat sie recht, dass Südtirol bei jeder ital. Regierung zittern muss, dass uns was weggenommen wird und wir womöglich Geld nach Sizilien zahlen müssen. 
 
Solange Italien irgendetwas in Südtirol zu sagen hat, sind wir nicht frei. Deshalb gibt es nur ein Lösung: los von Italien. 
 
Freistaat oder Tiroler Landeseinheit.
 
Gesamttiroler
4. 30-01-2012 19:14
 
Gemeinsam diesen Weg weiter gehen
Wie Sven ja richtig gesagt hat gibt es nicht vier verschiedene Modelle, sondern eigentlich nur zwei: entweder los von Rom, oder der ewige Verbleib bei Rom. 
 
Ob man das dann als Selbstbestimmung, Wiedervereinigung, Freistaat, Europaregion,... umsetzen kann und wird, wird sich ohnehin noch zeigen. Aber wichtig wäre, dass alle Oppositionsparteien einen gemeinsamen Weg gehen.  
Ich habe immer wieder den Eindruck, dass die STF genau diesen gemeinsamen Weg gehen wird. Aber von Seiten der Freiheitlichen oder auch den Grünen muss man natürlich ein Differenzierungsmerkmal erzwingen... Der einzige Gewinner bei einer Differenzierung ist die SVP.
 
hp
5. 30-01-2012 12:17
 
Gemeinsam diesen Weg weiter gehen
Es braucht ein klares Ziel, nicht nur die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes. Weiters ist es dringend notwendig dieses Ziel endlich gemeinsam anzugehen! Denn Einigkeit in der Opposition und in der Bevölkerung ist viel mächtiger als die billigen Vollvorstellungen der SVP.
 
h
6. 30-01-2012 11:57
 
Wo eine Wille ist, ist auch ein Weg.
Wenn es nur so einfach wäre, wie das Sprichwort es besagt, nur ohne Wille geht nichts, nichts im individuellen Leben, nichts in der Gemeinschaft, auch nicht in der Politik- nirgends. 
 
Es sind in dieser Diskussion gescheite Leute zu Wort gekommen, nur, was nützen alle "Geistesblitze" wenn eines fehlt, das Herzblut, das in eine Sache und eine Vision, auch einen zu gehenden Weg (Selbstbestimmung) zu legen ist? 
 
Die Tragik ist, die Zeit läuft Südtirol davon, unbarmherzig, genau so wie die Uhr tickt. 
 
Sven, mach weiter, denn Dein Credo ist: Freiheit für Süd- Tirol- Los von Rom.
 
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7. 29-01-2012 22:02
 
Schritt für Schritt
Es ist doch erfreulich, wie mittlerweile in Süd-Tirol auf politischer Ebene über die Zukunft des Landes diskutiert wird! 
 
Zukunftsfähig ist sicherlich NUR die demokratische und mutige Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes! 
 
UNVORSTELLBAR, dass es bis zum heutigen Tag unseren Landsleuten südlich des Brenners verwehrt blieb! 
 
Es bewegt sich was. 
Schritt für Schritt!
 
Bernhard Wieser, Salzburg
8. 29-01-2012 18:05
 
Gesprächsrunde im Rundfunk über die Zuku
Ich wende mich an Frau Dr. Martha Stocker. 
Sehr geehrter Frau Stocker: Gesetzt den Fall, Italien würde heute sagen, ihr Südtiroler könnt nun die Selbsbestimmung (mit den entsprechenden Wünschen) durchführen. 
Frau Stocker, wären Sie dann für oder gegen die Selbstbestimmung? Wäre für Sie dann jetzt der richtige Zeitpunkt oder wäre für Sie jetzt nicht der richtige Zeitpunkt diese Entscheidung zu treffen?
 
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9. 29-01-2012 17:15
 
Sehr erhellend
Zunächst einmal wird deutlich, wie leicht es die SVP in der Vergangenheit hatte, durch das Ausspielen der gegenseitigen Positionen ihre Vorherrschaft zu sichern. Diesem Umstand ist geschuldet, dass es seitens der maßgeblichen politischen Kraft in Süd Tirol keine Vorstellung entwickelt wurde, wie es weitergehen soll. Kamen kraftvolle Vorschläge wie die von Cossiga, dann wurde panisch geglättet.  
 
Ebenfalls fiel auf, dass die Frage der Ehre, die für viele Menschen eine Rolle spielt, unter den Tisch zu fallen scheint. Ich weiß natürlich, dass es sich dabei um eine Dimension menschlichen Verhaltens handelt, die nicht allen zugänglich ist. Dennoch ist sie vorhanden, und sie lässt sich nicht rational abhandeln.  
 
Süd Tirol, das ist nicht nur eine Frage einer wirtschaftlich löhnenden Anbindung. 
 
Das Thema jedoch erreicht zunehmend die Öffentlichkeit, das ist ein großer Gewinn. 
 
Die Einbindung der italienischen Süd Tiroler, die völlig gleichberechtigt erfolgen Mus bei zukünftigen Entscheidungen, die fehlt bisher vollständig.  
 
Das wurde allenfalls gestreift.  
 
Ohne diese Süd Tiroler wird es keine Entscheidung geben. Mit ihnen wird es keine österreichische Entscheidung geben. 
 
Wer sich dies nicht klarmacht, verharrt in dem Eingangs geschilderten Zustand der Bewegungslosigkeit und trägt die Mitverantwortung an der geschilderten Bedrohung, dass in wenigen Jahren durch Zuwanderung keinerlei Manövrierungsraum mehr übrig sein wird, Süd Tirol eine Eigenständigkeit erhalten zu können. 
 
Also auch die Träumereien von Autonomie, Vollautonomie und wie sie alle heißen mögen, verlieren die Grundlage ihrer Berechtigung. Faktisch setzt man sich ja bereits heute über Verträge hinweg. 
 
Mir fiel bei einigen Beiträgen der Spruch ein: glüchliche Sklaven sind die grössten Feinde der Freiheit. Das sind dann auch diejenigen, die gerne das Lied der Freiheit singen. Ohne freilich zu wissen, was Freiheit meint.
 
EEkat
10. 29-01-2012 14:12
 
Anmerkung
Während dieser Diskussion ist aus auktuellem Anlass auch das Thema der Selbstbestimmung in Schottland zur Sprache gekommen. Frau Martha Stocker von der SVP behauptete nämlich sinngemäß, man kann hier ST mit dieser Autonomie in GB nicht vergleichen, denn es handelt sich hier um eine Art Scheidung von zwei Subjekten eines Staates vor dem Völkerrecht auf freiwilliger Basis, so ähnlich wie das vor fast 20 Jahren in der ehemaligen Tschechoslowakei der Fall war, als sich dieser Staat in Tschechein und die Slowakei geteilt hat. 
 
 
Bei Schottland ist das sicher anders, denn auch nach dieser geplanten Scheidung bleibt UK weiterhin als Staat bestehen. Der Argumentation der SVP-Spitzenpolitikerin sollte man daher, glaube ich, hier entschieden widersprechen, denn mann kann vor allem vor dem Hintergrund des Völkerrechts die heutige Situation und den heutigen politishen Status von Süd-Tirol sehr wohl mit der Autonomie in Schottland vergleichen.  
 
Das Vereinigte Königreich von Großbrittanien als ein Staat in Europa, also das was man salopp manchmal auch als "England" nennt, besteht heute aus folgenenden Subjekten; England, Schottland, Wales, Nord-Irland, Kanalinseln Jersey und guernsey, Gibraltar, Isle of Man. Es handelt sich hier nicht um Teilrepubliken einer Konföderation wie vielleicht Belgien, sondern strikt genommen um Autonomien oder Kronländer eines föderalistisch aufgebauten und regierten gemeinsamen Staates. Es handelt sich hier also nicht um zirka zwei ungefähr gleich starke Landesteile, wie damals 1993 in der CSR, von denen ein Teil vor allem die Sezession wollte.  
 
Es gibt in diesem Fall auch grundlegende Unterschiede, denn die Scheidung der CSR erfolgte in erster Linie aufgrund der Entscheidungen der politischen Eliten und der Parlamente, des gemeinsamen und der lokalen, und das geschah ohne die Menschen auf der Staats- oder Lokalebene in einem Referendum jemals gefragt zu haben.  
 
 
Das ist heute in GB ganz anders, erstens die Zentralmacht in London ist entschieden gegen die Sezession von Schottland aber sie stellt sich dieser Entwicklung mit allen ihr zur Verfügung stehenden demokratisch legitimierten Mitteln, und zweites die Schottische Landesregierung wird zur Frage der Ausübung der Selbstbestimmung voraussichtlich 2014 das eigene Volk befragen und allein vom Ausgang dieses Referendums wird die weitere Zukunft dieses Vorhabens in diesem Land abhängen. 
 
Darüber hinaus gibt es heute in London durchaus große Sorgen, dass dem Beispiel Schottlands später andere Autonomien folgen könnten, vor allem Wales und Nord-Irland, was aus heutiger Sicht aus verschiedenen Gründen eher unwahrscheinlich ist.  
 
Die erfolgreiche Selbstbestimmung der Süd-Tiroler würde sicherlich auch auf lokaler Ebene der regionalen von beiden Seiten so sehr erwünschten Zusammenarbeit in diesem größeren geografischen Raum einen neuen Rahmen dafür geben. Bis jetzt wachte Rom sehr efersüchtig darüber, dass vor allem Trentino aber auch Friaul in Richtung Norden politisch nicht fremdgehen. Sehr viele gemeinsam geplante Vorhaben sind allein aus dem Grund oft gescheitert. Die Kenner der Politik werden wissen was damit gemeint ist. Süd-Tirol war da nur ein Sonderfall und auch hier aus gleichen Gründen konnte die regionale Zusammenarbeit nicht so funktionieren, wie man sich das in Innsbruck oder Bozen vorgestellt hat. 
 
Aus Tiroler Sicht ist aber hautsächlich nur eine demokratisch legitimierte, dauerhafte und damit befriedigende Beantwortung der Frage der ethnischen Selbstbestimmung der deutschsprachigen und ladinischen Süd-Tiroler in der Provinz Bozen von Bedeutung, denn nur dieses Anliegen hat südlich und nördlich des Brenners eine historisch-politische Berechtigung bis heute, und ausschliesslich dieses Ziel der Landeseinheit der deutschsprachigen Teile von Tirol wird einigermaßen auf Engegenkommen oder Verständnis der Machteliten vor allem im Bundesland Tirol in Österreich vorfinden, vorausgesetzt natürlich, es würde sich in der Politik in Süd-Tirol in dieser Frage etwas substantielles einmal überhaupt ereignen, aber momentan schaut es eher nicht danach aus, denn die regierende SVP ist weiterhin in erster Linie nur mit sich selbst beschäftigt und nicht dem Ziel der Landeseinheit in Tirol voll verpflichtet, im Unterschied zu den Parteien der Opposition.
 
Markus Anton
11. 29-01-2012 12:39
 
4 Ansichten - keine Einigkeit
Die Diskussion brachte wieder mal die Position aller Parteien hervor, ohne jedoch mitzuteilen, wie es jetzt weitergehen soll. 
 
Wenn sich jeder der Oppositionspartien seine Suppe selber kocht, wird sich die SVP ins Fäustchen lachen. Würde man die Kräfte der Opposition endlich Bündeln und gemeinsam ein Modell anstreben das die Bevölkerung begeistert, müsste die Vollautonomie einpacken. Die Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung war ja schon mal ein guter Anfang, allerdings sollten sich die Parteien zusammensitzen und nicht nur einzelne Vertreter. Nur gemeinsam sind wir stark.
 
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