Offener Brief: An die Kommission zur Planung der Dokumentationsausstellung beim „Siegesdenkmal“
Sonntag, 22. Januar 2012
siegesdenkmal_renovierung_2009.jpgSehr geehrte Damen und Herren! Der Südtiroler Heimatbund gratuliert Ihnen zur Ernennung in die Kommission zur Planung einer Dokumentationsaus-stellung unter dem „Siegesdenkmal“. Dieses Museum sollte nach Meinung der Politiker dem faschistischen Prunkbau, der zur Verherrlichung Mussolinis und seiner nationalistischen Politik erbaut wurde, seine beleidigende Gestalt nehmen. Da aber nicht geplant ist, am Monument oberhalb der Erde Veränderungen vorzunehmen, ist das Unternehmen nach unserer Meinung zum Scheitern verurteilt. Denn die Entstehung des Monuments, die zahlreichen Renovierungen und die immer wiederkehrenden Kranzniederlegungen werden weitergehen, solange dieser Protzbau steht.

Wie einfach wäre dabei doch die Lösung. Erinnern wir uns doch an den Aluminiumduce in Waidbruck. Wer weiß heute noch, dass dort ein Mussolinistandbild war? Oder die bei der Drususbrücke in Bozen ehemals thronenden faschistischen Adler auf den Brückenmauern. Aus den Augen- aus dem Sinn. Sie stehen irgendwo im Museumsgarten und beleidigen keinen Menschen mehr.

Da das Monument durch die lange Untätigkeit der Landesregierung nach dem Bondi- Brief  noch immer im schönsten Glanz den Barbaren Sprache und Kultur bringt, die Fundamente auch mit Landessteuern und Gemeindegeld renoviert und trockengelegt werden, sollte zumindest auf den Stufen des Denkmals größerer historischer Werke von der Straße aus sichtbar zeigen, dass sich dieses Land nicht mit dieser Verherrlichung des Faschismus identifiziert.


Ideal dazu bieten sich Kopien der vor den Faschisten geretteten 4 Kapitellreliefs an, die für das von den Faschisten gesprengten Kaiserjägerdenkmals bestimmt waren. Die Reliefs, als Zierde für das Denkmal für die Gefallenen des 2. Tiroler Kaiserjägerregiment geplant, wurden 1940 vor den Faschisten nach Nordtirol gerettet und stehen heute beim Tirol Panorama in Innsbruck. Es gibt keine anderen Gegenstände, die größere Berechtigung hätten, bis zur Schleifung dieses hässlichen Reliktes die tagtägliche Beleidigung der Südtiroler zu lindern.


Da die Kommission bekanntlich unter Zeitdruck arbeiten muss, hat der Südtiroler Heimatbund bereits bei der Firma Felix Mackowitz Steinrestaurierungen einen Kostenvoranschlag für die Anfertigung von Kopien der vier Reliefs eingeholt. Laut in Anlage beigelegten Aufstellung würden sich die Kosten auf 52.000 Euro belaufen. Die Firma Mackowitz  hat bereits in Innsbruck die Triumphpforte, die Annasäule, die Stiftskirche Wilten, die Jesuitenkirche  und auch das Hoferwappen am Grabmal von Hofers Sohn u. a. m.  fachgerecht restauriert. Angesichts der vielen Millionen Euro, die beim Siegesdenkmal in die Renovierung flossen, ein minimaler Betrag!


Auch die Eigentümer der vier Figuren, die Tiroler Kaiserjägergesellschaft unter Oberst Von Schullern hat bereits mündlich seine Zustimmung gegeben.


Zumindest vor dem Denkmal von der Straße aus sichtbar sollte an die wahre Geschichte dieses Platzes und an das Kaiserjägerdenkmal mit Kopien der Reliefs erinnert werden. Die für das Gedenken an die Tiroler Soldaten vom Bildhauer Franz Ehrenhöfer angefertigten Reliefs stellen Soldatengebet, Soldatenleid, Soldatentreue und Soldatenlied dar. Sie verkörpern damit das Leitbild jedes Soldaten in der Welt. Selbstverständlich müssen sie mit einer Erklärungstafel vor Ort mehrsprachig erklärt werden.


Niemals löscht ein unterirdisches Museum die faschistischen Symbole, die beleidigende Inschrift und die nach unserem Vaterland gerichteten Kriegspfeile aus. Eine Gestaltung um das Denkmal kann sie zumindest einigermaßen verdrängen.


Der Südtiroler Heimatbund hofft, durch Abnahme der nötigen Vorarbeiten, von der Kommission die Zusage zu erhalten, dass Kopien der vier Figuren baldigst auf den Stufen des Denkmals aufgestellt werden.


Mit Tiroler Grüßen


Roland Lang

Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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Kommentare (10)
1. 26-01-2012 12:31
 
Durnwalder ist ein Verräter
Durnwalder ist ein Verräter und Denunziant unserer Volksgruppe. 
 
Zitat:"Der LH Durnwalder meinte heute, das Kaiserjägerdenkmalfundament solle nicht bloßgelegt und zur Schau gestellt werden, es könnte provozieren!!!" 
 
Die Kaiserjäger waren Tiroler.  
AUCH SÜDTIROLER! 
 
Durnwalder sieht unsere Tiroler Kultur nur als Provokation für die italienischen Besatzer. 
Wenn Lh. Durnwalder sich schämt Tiroler zu sein und unsere Geschichte verachtet, soll er auf der Stelle als Landeshauptmann zurücktreten.
 
Gesamttiroler
2. 26-01-2012 00:07
 
Kommentar der anderen
...auf der Seite der "Brennerbaisdemokratie", in ST allgemein gut bekannt, in einem aktuellen Themenbeitrag gefunden, der sehr gut zum ewigen Thema der schleichenden und dem Land von Rom verodneten Italianisierung sehr gut passt, denn für "Siege" dieser Art steht auch dieser Duce-Tempel in Bozen, wo man deutlich einen beleidigenen Spruch lesen kann, nämlich, man hätte laut Aufschrift auf diesem Mostrum "den Unkultivierten in diesem eroberten Land die Sprache, die Kultur und die Zivilisation gebracht". Zitat aus dem Artikel auf BBD: 
 
 
Eisacktal: Sprache vor Integration. 
 
 
pérvasion, 25. Januar 2012  
 
 
Darüber, dass das aktuelle Südtiroler Schulsystem — etwa im Vergleich zum katalanischen — ungeeignet erscheint, neue Mitbürger in eine mehrsprachige Gesellschaft zu integrieren, wurde hier bereits geschrieben. Jetzt sorgt auch noch eine Broschüre für Aufmerksamkeit, die laut Tageszeitung Alto Adige im Eisacktal verteilt werden soll: Das Faltblatt, welches Zuwanderern die Orientierung in ihrer neuen Heimat erleichtern soll, empfiehlt angeblich nicht, die Kinder in der Sprache ihrer neuen gesellschaftlichen Umgebung einzuschulen, sondern in jener Landessprache, die die Eltern am besten beherrschen. 
 
Damit wird der abflauenden Praxis, Migranten in italienische Schulen »abzuschieben«, neuer Auftrieb verliehen: Italienisch verfügt als Staatssprache — besonders bei Zuwanderern, die die besondere Situation unseres Landes (noch) nicht kennen — ohnehin über größere Attraktivität. Viele von ihnen wandern zudem aus Italien ein, manche bereiten sich bereits in ihrem Herkunftsland aus dem Bewusstsein, »nach Italien« zu kommen, sprachlich einseitig auf ihr neues Umfeld in Südtirol vor. Hinzu kommt erschwerend, dass der Staat durch seine Weigerung, bei der Verleihung von Aufenthaltsgenehmigungen auch Deutsch und Ladinischkenntnisse angemessen zu berücksichtigen, bereits die Gleichstellung der Sprachen unterminiert — und somit eine klare Hierarchie zum Nachteil der minoritären Sprachen schafft. (...)
 
Markus Anton
3. 25-01-2012 09:52
 
Geschichtsklitterung
Die raffinierteste Form des Widerstands ist offenbar jene, mitzumachen.  
 
Wobei allerdings die Erhaltung dieses Siegesbogens bereits eine Form des Widerstandes zu sein scheint. Fragt sich nur: gegen wen?  
 
Gegen die Demokratie?  
 
Gegen die Annektion? 
 
Man muß ja wirklich froh sein, daß wenigstens inoffiziell der Faschismus auch in Süd Tirol der Vergangenheit angehören soll.  
 
Aufarbeitung der Geschichte sieht anders aus. Zur Geschichte gehört, auf welche Weise Süd Tirol an Italien geriet.
 
EEkat
4. 24-01-2012 17:09
 
Lüge und Raub absegnen?
@Da Steira 
Bozen ist zu 3/4 von Italienern bewohnt, und sie haben kein Interesse an einer Umbenennung des Platzes, der Abtragung des Denkmals oder zumindest Abnahme der beleidigenden Inschrift, da sie immer noch von der "glorreichen" Zeit des Faschismus zehren.  
Da bekamen die 4. oder 5. Söhne armer Leute von drunten in Südtirol schöne Wohnungen, genug Arbeitsplätze, hohe Positionen ohne Voraussetzungen, und da wird verständlich, dass die Nachkommen diese Segnungen würdigen, nicht wahr? 
 
Den Italienern verüble ich es nicht mal, aber dass unsere Leute sich vor den faschistischen Karren spannen lassen, ist unerhört! 
 
Der LH Durnwalder meinte heute, das Kaiserjägerdenkmalfundament solle nicht bloßgelegt und zur Schau gestellt werden, es könnte provozieren!!! 
Ja, Herrgottsaggra, wie weit geht der Mann denn noch in seiner Romtreue? 
 
Lüge und Beleidigung sind also in Ordnung, nur wir sollen die Räuber und Lügner nicht mit der Wahrheit "provozieren". 
 
„Geduld ist eine gute Eigenschaft. Aber nicht, wenn es um die Beseitigung von Missständen geht.“  
 
Margaret Thatcher
 
Libertad
5. 24-01-2012 15:10
 
@ DaSteira
Sehr geehrter Steira, 
 
das ist so eine Sache. Die Bozner Bevölkerung hat sich schon einmal mehrheitlich dagegen ausgesprochen, den Siegesplatz in Friedensplatz umzubenennen.
 
Wolfgang K.
6. 24-01-2012 10:34
 
Minimalforderung
Es ist bezeichnend, dass Landeshauptmann Luis Durnwaldern den gefallenen Kaiserjägern keinen Respekt entgegenbringt, das faschistische Siegesdenkmal hingegen verteidigt. Die Aufstellung der Reliefs vom Gefallenendenkmal der Kaiserjäger ist wirklich nur eine Minimalforderung. Richtig wäre es, das Denkmal, das ja schon fertiggestellt war und von den Italienern gesprengt wurde, wieder zu errichten.
 
Hartmuth Staffler
7. 24-01-2012 08:23
 
Vorschlag
Wie immer die Reaktionen auf den Vorschlag von Roland Lang aussehen, ich bin gespannt, wie es ausgehen wird. 
 
Ich möchte aber gerne etwas anderes einbringen, was mit dem Faschistentempel in Bozen nichts zu tun hat, nämlich die angesprochenen Reliefs am Bergisel. 
 
Sie stehen hier wie verloren buchstäblich real im Wiesenboden. Auch die Erklärungstafel ist für meine Begriffe eher mickrig. 
 
Mein Vorschlag: Die vier Reliefs würdig auf Natursteinsockel stellen, denn mit diesen Resten aus dem geplanten Denkmal für das 2. Tiroler Kaiserjägerregiment, sollen auch alle anderen Truppenkörper der Alten Armee Österreich- Ungarns, nämlich die Stand- und Landesschütezn, auch die Soldaten des Deutschen Alpenkorps geehrt werden, die ihren aufopfewrungsvollen Beitrag an der Grenze Alttirols geleistet haben. 
 
Ich habe diess Idee schon einmal an den Alt- Kasierjägerclub herangetragen. Reaktion Null. Vielleicht lesen diese meine Zeilen die Verantwortlichen nochmals. Ich hoffe es!
 
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8. 23-01-2012 20:02
 
ohne Worte
Die Fundamente des Kaiserjägerdenkmals freilegen nein, weil unnötige Provokation, und deshalb lieber in den Büchern darüber schreiben, aber das Faschistendenkmal stehen lassen und in den Büchern lieber nichts darüber schreiben. Wieder einmal ein typisches Beispiel dafür, wie in Südtirol mit zweierlei Maß vorgegangen wird. Nicht der Inhalt des Antrages entscheidet, sondern wer den Antrag stellt. Dies war im ventennio auch schon oft so. Bravo, Luigi.
 
oje
9. 23-01-2012 19:34
 
Abstimmung
Machts doch a offizielle Bürgerbefragung ob man die faschistischen Relikte abreißen oder stehen lassen soll.
 
DaSteira
10. 23-01-2012 08:45
 
Besatzung Südtirols rechtfertigen
Wahrheit und Gerechtigkeit dürfen in Süd-Tirol nur im Keller existieren oder hinter vorgehaltener Hand. 
 
Wenn die Italiener Tiroler Geschichte aufarbeiten, kann sich jeder denken, wie diese Aufarbeitung ausfällt. 
 
Für die Italiener ist der Faschistentempel nicht Geschichte, sondern Politik. Damit wollen sie die Besatzung Südtirols rechtfertigen und den Süd-Tiroler Freiheitswillen brechen.
 
Gesamttiroler

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