Neue Angriffe auf Süd-Tirol-Autonomie: Wenn nicht jetzt Selbstbestimmung, wann dann?
Montag, 9. Januar 2012

sven_knoll1.jpgAngesichts der neuerlichen Angriffe auf die Süd-Tirol-Autonomie erweist sich die Zukunftsvision der SVP, - welche sich auf eine Vollautonomie beschränkt- als eine Seifenblase, die nun zerplatzt ist, so Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der SÜD-TIROLER FREIHEIT. Die italienische Regierung ist nicht einmal mehr bereit, die bestehende Autonomie zu respektieren, geschweige denn neue Kompetenzen zu vergeben. In Italien werden zudem immer mehr Stimmen laut, die sogar eine völlige Abschaffung der Sonderautonomien fordern. Anstatt endlich Maßnahmen zu ergreifen, um Süd-Tirol von Italien abzukoppeln, vergeudet die SVP jedoch wertvolle Zeit mit ihren Träumereien von einer Vollautonomie.

Die Regierung Monti hat in den letzten Wochen die Bestimmungen der Süd-Tirol-Autonomie immer wieder in Frage gestellt, und in Bezug auf das Mailänder Finanzabkommen bereits mehrfach gebrochen. Das Sparpaket und die damit zusammenhängenden Wirtschaftsmaßnahmen sind eine Bedrohung für die wirtschaftliche Existenz Süd-Tirols.
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die horrenden Benzinpreise und die Folgen der Liberalisierungsbestimmungen führen auch in Süd-Tirol zu einem wirtschaftlichen Niedergang.

Wenn SVP-Parlamentarier Karl Zeller bereits offen davor warnt, dass das Thema Abschaffung der Autonomie in Italien höchst virulent sei, da die Regierung nicht auf die Stimmen der Sonderautonomien angewiesen ist, kann man sich vorstellen, wie prekär die Lage wirklich ist.

Sollten sich in der SVP nicht langsam jene Kreise durchsetzen, die auch bereit sind, Verantwortung für die Zukunft des Landes zu übernehmen, wird es schon bald ein böses Erwachen für Süd-Tirol geben.

Angesichts dieser existenzbedrohenden Entwicklungen sollte auch die SVP langsam zur Erkenntnis gelangen, dass es noch nie einen besseren Zeitpunkt für die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes in Süd-Tirol gegeben hat.


L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT


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Kommentare (16)
1. 12-01-2012 15:46
 
An Liberty
Liberty, Du findest in Deinem Kommentar das richtige Wort bzw. die richtige Frage: Unbehagen. Wo gehört man hin? Wie soll man als junger Mensch so zu einer eigenen Identität finden können? Nun, garantiert nicht, indem man weiter nur halbe Sachen macht bzw. unterstützt. Die Autonomie, egal ob Voll-, Teil- oder sonst wie genannt, ist und bleibt eben eine halbe Sache und damit Garant des Status quo im Land, bei dem die angestammte, deutschsprachige Bevölkerung am Ende weiter den kürzeren ziehen und niemals zur eigenen Identität finden wird.  
Wenn man die Nachrichten aus Europa und aus Südtirol verfolgt, wird Eines doch täglich klarer: es liegt nicht an Italien, Italien kann doch letztendlich die Selbstbestimmung niemals mehr verhindern. Nein, es liegt doch nur noch, einzig und allein an den eigenen Landsleuten. Die $$$ (sorry, SVP) ist doch heute das einzige Hindernis, das es aus dem Weg zu räumen gilt, auf dem Weg zur Selbstbestimmung und damit zu einer unstrittigen eigenen Identität.  
Ihr Jungen, füllt also bald alle Eure Stimmzettel richtig aus. Aber noch wichtiger: redet mit Euren Eltern und Grosseltern, und überzeugt sie, dass sie das Kreuzerl diesmal nicht bei der SVP setzen, nur weils man ja immer schon dorthin gesetzt hat. Solch Gewohnheit bzw. Bequemlichkeit wäre diesmal verheerend. 
Welche Art der Selbstbestimmung? Dazu finde Homunculus‘ Erklärungen in seinem Kommentar hier zur Freistaatsidee äusserst klar, wichtig und zutreffend. Was die Freiheitlichen wohl dazu meinen?
 
Michael
2. 12-01-2012 12:48
 
@Liberty
So nachvollziehbar Ihre Sorgen und Bedenken sind: 
 
Die "Freistaatidee" ist im heutigen Europa der EU realpolitisch nicht durchsetzbar, schlicht und ergreifend dessen nicht, weil keines der davon tangierten Völkerrechtssubjekte einen solchen Freistaat will. 
 
Lassen Sie mich Ihnen dazu Nachfolgendes erläutern: 
 
1.) Nicht einmal in Süd-Tirol ist eine Mehrheit für den "Freistaat" vorhanden - in Zweifelsfall würde die SVP den Weg nach Österreich anstrengen, um eine Mehrheit, dann hoffentlich mit Hilfe der Opposition, zu erreichen. 
 
2.) Süd-Tirol ist kein Völkerrechtssubjekt und kann daher als solches international nicht auftreten - für Süd-Tirol sprechen auf der völkerrechtlichen Ebene - international - Österreich und Italien (völkerrechtlicher und realpolitischer status-quo). 
 
3.) Italien wird einen Weg Süd-Tirols zum unabhängigen Freistaat niemals zulassen - zu groß wäre die Sorge dieses ohnedies überaus inhomogenen und zersplitterten Landes davor, dass diesem Beispiel andere Regionen folgen und sich damit die Einheit des Staates gleichsam in Luft auflösen würde - da würde Italien eher noch der Rückkehr Süd-Tirols nach Österreich zustimmen - mit der Begründung der historischen Besonderheit und damit Ausnahme - gegenüber allen anderen nach Unabhängigkeit in Italien strebenden Regionen, welche ebenfalls "Freistaatsziele" und "Unabhängigkeiten" forden, jedoch über die historische Besonderheit Süd-Tirols als Teil Österreichs über viele Jahrhunderte nicht verfügen. 
 
4.) Auch Österreich wird einem Freistaat Süd-Tirol nie zustimmen - zu groß wäre die Sorge, was danach - in 20 - 30 Jahren mit dem angrenzenden Ost- und Nord-Tirol passieren würde - würden sich jene dann ebenfalls aus dem österreichischen Staatsverband verabschienden, um endlich (!) die Landeseinheit mit Süd-Tirol wieder herzustellen? Würde das Trentio, das vormalige Welschtirol, allenfalls folgen, was für Ialien dann wieder inakzeptabel wäre? 
 
5.) Auch die EU will keinen weiteren Staat "Süd-Tirol", bei welchem geklärt werden müsste, ob jener überhaupt Mitglied der EU wird - alles andere wäre dann realpolitisch ohnedies nicht denkbar. Noch mehr Staaten in der EU würden die europäisschen Entscheidungsprozesse noch mehr verkomplizieren und strapazieren - das ist etwas, was die EU fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser. 
 
6.) Vor der UNO würde niemand - vorallem aus historischen Gründen - den Freistaat verstehen - dafür würden auch die beteiligten Völkerrechtssubjekte, allen voran Iatlien sorgen. Auch die UNO steht immer neuen Staaten und damit neuen, nicht notwendigen Völkerrechtssubjekten mehr skeptisch als befürwortend gegenüber. 
 
Sie sehen also, so einfach ist das mit der "Freistaatsidee" nicht. Man kann damit eine gewisse, überschaubare Wählerschicht aktivieren und politisches Kleingeld schlagen - eine auch nur einigermaßen denkbare Chance und Aussicht auf realpolitische Umsetzung dieses Projektes ist - mit Verlaub - eher als gering bis näher gleich null einzuschätzen. 
 
Zu Ihren Sorgen, als was man sich fühlen soll oder sollte: Was man ist und wohin man sich zugehörig fühlt hat letztlich jeder für sich selbst zu entscheiden.  
 
Ihr Vergleich mit der Unterscheidung gegenüber Österreich hinkt auch ein wenig. Was ist denn genau Österreich? Welche Menschen leben dort? Ich kann Ihnen als Nord-Tiroler versichern, dass es gewiss Vieles gibt, was mich zB. von einem Wiener oder Burgenländer unterscheidet - und das ist gewiss nicht nur der Dialekt. Also von wem genau unterscheiden sich die Süd-Tiroler denn - von welchen Österreichern denn genau? Ist das ohnedies etwas Unüberbrückbares - ich denke nicht - unterschieden sich die damaligen Ostdeutschen sozialistischer Prägung nicht auch vom marktwirtschaftlichen Westen? Wurden allfällige Unterschiede nicht wieder überbrückt? Die Zeit hat es gerichtet, ebenso wie die Zeit Ihr offensichtlich bestehendes - nicht böse gemeint - Identitätsproblem richten wird. Ihre Kinder werden darüber vermutlich ganz anders oder gar nicht mehr nachdenken. 
 
Nun was wäre zu tun: Vernünftig wäre es, dass die dt. Opposition die SVP in der so wichtigen heimatpolitischen Frage der SELBSTBESTIMMUNG als EINZIGEM INTERNATIONALEN UND VÖLKERRECHTLICHEM UND DUCHSETZBAREM RECHT DER SÜD-TIROLER (!!!) MIT WELCHEM SÜD-TIROL INTERNATIONAL PUNKTEN KANN immer weiter in Bedrängnis bringt - die gegenwärtige wirtschaftspolitische Lage hilft der Opposition dabei sehr. 
 
Die SVP würde dann (viele in der SVP wollen gewiss weg von Italien - doch besteht hiezu ein von oben und einigen Wenigen verordnetes "Maulkorbgebot") den einzig realpolitisch denkbaren und international möglichen wie auch völkerrechtlichen gangbaren Weg "zurück nach Österreich" einschlagen, vorausgesetzt die Süd-Tiroler würden dies einmal geschlossen und mehrheitlich wollen. 
 
Jegliche andere Zielsetzung in die "Freiheit" ist realpolitische Utopie, über welches sich nur das rechtsnationale Lager in Italien freut, zumal bei Aufteilung der Lager (und damit keine Einigkeit) der gegenwärtige status quo Süd-Tirols als Teil Italiens erhalten bleibt und gleichsam einzementiert wird. 
 
Anderen gangbaren Weg sehe ich keinen. 
 
Nehmen wir an, in 10 Jahren wäre Süd-Tirol wieder Teil Österreichs - sie würden - wie im Zuge der deutschen Geschichte - nach weiteren 5 Jahren bestimmt keinen Gedanken mehr an ein "Identitätsproblem" verschwenden - ihre Kinder schon gar nicht mehr. 
 
Grüße aus Nord-Tirol, einem Österreicher, der auch anders ist als Burgenländer oder Wiener und dennoch vollends Österreicher ist (es gibt insbesondere in keinem Staat nur alles "gleiche Identitäten", nur regionale Besonderheiten. Das gemeinsame Merklmal aller ist aber Sprache und Kultur - alleine die Sprache verbindet beispielsweise Menschen von der Nordsee bis nach Süd-Tirol - man sollte das nie übersehen. 
 
Grüße aus Innsbruck, Tirol, Österreich und damit der EU von einem Tiroler, Österreicher und Europäer.
 
homunculus
3. 11-01-2012 15:00
 
@Liberty
Die Autonomie kann niemals Ersatz sein für die Wiedervereinigung Tirols oder der Freistaat Süd Tirol. Den Autonomie bedeutet auch wenn sie angeblich noch so ausgebaut werden soll Verbleib bei Italien. In einem Wiedervereinigten Tirol Oder einem eigenen Staat wäre das Volk in Süd Tirol versichert seine Identität behalten zu können. Es. gäbe dann auch keine Toponomastik Probleme mehr kein Verhandeln und bangen zwischen Bozen und Rom.
 
4. 11-01-2012 00:32
 
Was ich mir wünsche
Das kann es doch nicht sein.  
Als Kriegsbeute für Italien, dass sich auf gut Deutsch "verarscht" fühlte, weil es andere versprochene Gebiete, versprochen für den Eintritt auf der Seite Frankreichs, Englands und Russlands in den 1WK, nicht bekommen hatte, musste Südtirol herhalten. 
 
Mit Gebieten/Ländern (in diesem Fall Südtirol) wird gehandelt wie eine Ware, die man als Belohnung bekommt. Das grenzt nicht mal an Menschenrechten. Und klar, das ist nicht nur in Südtirol passiert! Aber auch. 
Eine deutschsprachige Region zu einem anderssprachigen Staat zuzuordnen sollte wohl generell verboten werden. Aber das ist wohl ein zu sehr ausgeholter Wunsch, denn solche Sachen passieren ja schon seit der Existenz der Menschheit. 
 
Der gute italienische Staat, erst wohlbesonnt auf der Seite Österreich-Ungarns und Deutschlands aus Schutz gegen französische Angriffe. 
Aber nein, hinter dem Rücken (was ich persönlich in politischer Hinsicht überhaupt als Zeichen von Schwäche und Respektlosigkeit empfinde) wendet man sich im Londoner Geheimvertrag plötzlich auf die Seite Frankreichs, Englands, Russlands. So ist der Krieg für Österreich-Ungarn und Deutschland schon verloren. Fronten auf allen Seiten. 
Man bekommt doch auf der Seite Österreichs nicht so viel versprochen, also Los, schnell und einfach Mal die Seiten wechseln. 
Hauptsache immer nur auf sich bedacht und seine eigenen Vorteile schauen, ein Motto des italienischen Staates. 
 
Aber für Südtirol kommt es noch schlimmer. Assimilierung, Majorisierung und eine dann die Entscheidung für oder gegen die Option. 86% stimmen für die Option.  
Man darf nicht mehr in seiner eigenen Muttersprache reden. Wo sind die Menschenrechte? 
Wie kann man so sein und einer ganzen Region die Muttersprache verbieten? 
 
 
Im Rom sagte mir ein Italiener diesen Sommer: "Das ist doch alles Geschichte! Sie sollen sich damit abfinden!" 
 
 
Ja, es ist Geschichte. Aber ich, mein ganzes 18-jähriges Leben in Südtirol aufgewachsen und zu der Zeit dieser Geschehnisse noch nirgendwo, kann es fühlen. Und viele andere Fühlen es auch. Unbehagen. Wo gehört man hin? 
(Ich muss dazu sagen dass ich weder rassistisch noch total patriotisch bin, ich bin weltoffen tolerant und habe nichts gegen Ausländer wenn diese die Sprache beherrschen und sich anpassen, sich hier wohlfühlen, sich integrieren und nicht nur wegen möglichen besseren oder höheren Zuschüssen des Landes kommen. Dass müssen sie und müssten wir und in anderen Städten oder Orten Europas und der Welt auch! Anders funktioniert Integration nicht!) 
Zurück zur Frage wer man ist, woher man kommt. Wie soll man antworten? Italiener, Deutscher, Südtiroler, Europäer? Ich weiß aus persönlicher Erfahrung das es schwierig ist, diese Situation für andere zu verstehen und sie zu erklären. Was soll man antworten, wenn man die Antwort selbst nicht weiß? Offiziell ein Teil Italiens, ein hässlicher (Entschuldigung, es ist aber so!) italienischer Ausweis (der oft komisch beäugt wird - im Ausland wie im Rest Italiens), Deutsch als Muttersprache. 
Ich persönlich Fühle mich nicht als Italienerin. In Südtirol schon gar nicht und im Rest Italiens ebenso nicht. Die Kultur hier ist so verschieden, die Mentalität anders (nicht so wie die italienische Mentalität aber auch nicht mehr wie die in Österreich). Die ital. Sprache, die oft eine Barriere darstellt, in der einem oft die Worte fehlen obwohl man sie in mühsamen Schulstunden mehr oder weniger gut gelernt bekommt, in der man sich nie so ausdrücken kann wie in der eigenen Muttersprache. In Österreich oder Deutschland, in Ländern in denen man sich in der eigenen Muttersprache verständigen kann, hat man einen dialektalen Akzent und man ist Ausländer! So schrecklich das auch klingt. 
Leider sprechen nur wenige italienische Südtiroler Deutsch (und alle die es gut beherrschen bekommen meinen höchsten Respekt). "Si parla italiano?" bekommt man als Antwort. Ja, man spricht italienisch, aber warum ist man gezwungen es zu tun? 
Warum müssen die deutschen Südtiroler auf Italienisch antworten und nicht die italienischen Südtiroler auf Deutsch? 
 
Viele Italiener u. ital. Südtiroler behaupten, sie fühlen in Südtirol ein "Unbehagen". Aber ich denke dass fühlen viele deutsche Südtiroler genauso. Es hat nie eine offizielle Entschuldigung Italiens an die Südtiroler gegeben. NIE! Nach 90 Jahren nicht!  
 
Ich wünsche mir einen Freistaat, in dem man die Fragen eines Italieners versteht und indem der Italiener genauso die deutsche Antwort versteht. Ich wünsche mir einen Staat, damit ich endlich weiß, wohin ich gehöre.  
Ich wünsche mit einen Staat, indem man Speckknödel und Tortellini isst. Gewürztraminer und Chianti trinkt. Sich mit "Hoi" "Grüß Gott" oder "Ciao" grüßt. 
Ein Land, in dem keine der beiden Sprachgruppen (und auch die ladinische) irgend ein Unbehagen fühlt. 
Ich wünsche mir einen Staat, in dem die ital. Südtiroler die schreckliche Vergangenheit Südtirols verstehen und die Geschehnisse bedauern. In dem sich ital. Südtiroler nicht fremd fühlen und keine "Identifikation in einem Denkmal aus der Mussolini Zeit suchen müssen". 
Denn nur so kann man meiner Meinung nach beide Gruppen einander näher bringen ohne die eigene Tradition zu verlieren.  
*ich kann leider zum Thema Freistaat in politischer Sicht wenig sagen. Wie würde eine Gründung beginnen, ausschauen, was sind Gefahren, wie kann man dazu kommen, welchen Weg muss man einschlagen? Ich würde mich freuen wenn dazu vielleicht jemand anders mehr sagen könnte! Jedoch könnte es jetzt natürlich so dargestellt werden, dass das gute Land Südtirol genau jetzt von Italien weg will und "abhauen" will 
 
 
Alles Liebe.
 
Liberty
5. 10-01-2012 15:07
 
Ungebildet
Die SVP wird wohl auch dann noch auf der Zugehörigkeit Süd-Tirols zu Italien auf Gedeih und Verderb beharren und freudig für Italien Opfer bringen, wenn sich Süditalien, Sardinien, Venetien und Padanien usw. längst von diesem Staat losgesagt haben. Immerhin dürfen wir schon, wie Zeller gesagt hat, über das Teeren der Straßen selbst entscheiden. Wenn Italien nur noch aus Rom und der Exklave Südtirol besteht, kann man vielleicht darüber verhandeln, ob wir auch für die marode italienische Post zahlen dürfen. Das Verhalten des Herrn Zeller ist typisch für die absolute Realitätsverweigerung der SVP. Um sich überzeugende Argumente nicht anhören zu müssen, versucht Zeller sie einfach niederzuschreien. Andere nicht ausreden zu lassen, ist aber kein Argument, sondern einfach nur ungebildet.
 
Hartmuth Staffler
6. 10-01-2012 10:42
 
Beschimpft als Zündler und Nazis
@jörg 
Wenn die Schützen auf die Straße gingen, dann beschimpft die Dolomiten sie wie damals als ethnische Zündler und Nazis.  
Der Ebner-Clan (Athesia) und die Kirche sind gegen die Selbstbestimmung und Freiheit der Südtiroler, weil sie um ihr absolutes Medienmonopol fürchten müssen. Dann läßt sich in Süd-Tirol nicht mehr melken.  
 
So ist das. Die Diktatoren sitzen schon im eigenen Land, nicht nur in Rom.
 
ff
7. 09-01-2012 21:37
 
Geht jemand auf die Strasse ?
Der Druck müsste genau von dort kommen. Von der Strasse. Wie in der DDR. Die haben auch mal klein angefangen - mit Kerzenlichtern und Denkgottesdiensten. Wo sind die "Montagsdemonstrationen von Bozen" ????  
Wenn so etwas gestartet würde, dann werden es immer mehr ... Presserummel und Mund-zu-Mund-Propaganda kostenlos. Garantiert. 
 
Ist die Bevölkerung eigentlich schon so weit? 
 
Ansonsten hilft nur eines: Aufklärung.
 
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8. 09-01-2012 21:33
 
news
heute kündigt Cameron ein Vorziehen des Selbstbestimmungsreferendums in Schottland vor 2014 an-.... worauf wartet die SVP denn noch? dass Südtirol nach Wien betteln gehn muss und die Einforderung der UNO Verträge erbeten muss?  
Also mehr Angriffe auf unser Land hat es noch nie gegeben und wenn die SVP langsam nicht aufwacht, wird es ein böses Erwachen geben... für unser ganzes Volk!
 
stefan
9. 09-01-2012 20:59
 
SVP beharrt...
SVP beharrt auf Respektierung der Autonomie 
http://www.suedtirolnews.it 
 
Die SVP beharrt wohl eher auf die Zugehörigkeit zu Italien, als auf die Einhaltung der Autonomie.  
Die SVP braucht diese Schein-Autonomie, um die Südtiroler weiter an der Nase herum führen zu können. 
 
Egal was für eine Autonomie Südtirol hat oder jemals bekommen wird, eine Autonomie auf italienischem Fundament wird Südtirol nie ausreichend schützen können.  
 
Jede Autonomie wird in einer Italienisierung Süd-Tirols enden.
 
ff
10. 09-01-2012 18:19
 
Anderswo werden Träume wahr
... aber nicht in Süd-Tirol. Hier bevorzugt die regierende Partei den Untergang mit der M/S Titanic Italia, statt sich nach Alternativen zum heutigen Status quo umzusehen.  
 
Während sich eine andere vergleichbare Autonomie in einem Staat der alten EU, nämlich Schottland, bereits jetzt in diesen Monaten und Jahren und nach über zehn Jahren politischer Arbeit und Vorbereitung der eigenen Bevölkerung auf der Zielgerade der eigenen Selbstbestimmung sich befindet, verharrt Süd-Tirol weiterhin in einem von der SVP dem Land verordneten Dornröschenschlaf in dieser so sehr existenziellen Frage.  
 
Das Ziel der Befürworter der ethnisch-politischen Selbstbestimmung in diesem Land ist die Wiedergutmachung des historischen Unrechts der Annexion des Landes vor Jahrhunderten durch ein Nachbarland, dazu in einer Zeit, als es noch kein Völkerrecht im modernen Sinn gegeben hat. Umso mehr besitzt im Vergleich dazu die Selbstbestimmung der Süd-Tiroler ihre historische und völkerrechtliche Berechtigung, aber wo kein Kläger, sprich Landesregierung in Bozen, dort wird auch sich niemand weder im Inland noch im Ausland den Kopf darüber zerbrechen wollen, ob auch dieses Land das volle Recht der Ausübung der eigenen Selbstbestimmung einmal erhalten sollte. Süd-Tirol unter der Führung der SVP scheint hier selbst verschuldet eine historische Stunde zu verschlafen.  
 
 
Vergleichen Sie selbst, Zitat Stol-Dolomiten vom 09.01.2012; 
 
Schottische Unabhängigkeit nahe? 
 
Im Streit um ein Unabhängigkeitsreferendum in Schottland ist der britische Premierminister David Cameron in die Offensive gegangen. 
 
Die Schotten sollen nach Medienberichte innerhalb der nächsten 18 Monate abstimmen, ob sie weiterhin zum Vereinigten Königreich gehören oder selbstständig werden wollen. 
 
„Wir haben sehr deutlich gemacht, dass die schottische Bevölkerung selbst über ihre eigene Zukunft beschließen soll“, sagte Cameron am Montag in London. 
 
In Schottland hatte im vergangenen Mai die linksliberale Schottische Nationalpartei (SNP) die absolute Mehrheit im Regionalparlament errungen. 
 
 
Sie will in der zweiten Hälfte der 2016 endenden Legislaturperiode ein Unabhängigkeitsreferendum abhalten. 
 
Dabei sollen nach SNP-Vorstellungen mindestens zwei Fragen gestellt werden: Neben der völligen Unabhängigkeit als eigener Staat sollen die Schotten auch die Möglichkeit haben, für eine Bündelung von Wirtschafts- und Finanzkompetenzen in Schottland zu plädieren. 
 
In London wird dagegen ein schnelles Referendum mit nur einer „Ja“ oder „Nein“-Option favorisiert. Die Regierung von David Cameron ist gegen die Unabhängigkeit Schottlands. 
 
dpa 
 
 
"The flower of Scotland", Congratulations!: 
 
 
http://www.youtube.com/watch?v=wR6QIYEXCp0
 
Markus Anton
11. 09-01-2012 17:07
 
Die roten Berlusar
Im ORF war gestern wie so oft, eine wunderbare hirngewaschene Nachrichtenmeldung zu hören: "Rom! Der designierte Ministerrat Mario Monti vertrat klar die Sparziele seines Kabinetts, diverse wirschaftlichen Bereiche, von nun an verstärkt zu LIBERALISIEREN!" Hä???? Quou vadis? Gerade der zügellse Liberalsimus in der Italienerwirtschaft mit Mafiagangs, Korruption bis in höchste Staatsbankets etc. brachten Italien in Misskredit! Aber in Wahrheit ging es da dem Roten ORF nur darum, seine ´LIBERA´ dem Dummvolk positiv zu verkaufen. Wer in der ORF Führung die Machtallyren der Sozialisten ohne Wahl, sondern durch Staatsdruck beobachtet, merkt die Berluskonimafia im eigenen Hause.
 
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12. 09-01-2012 15:49
 
Raus aus dem Stillstand!
Nach der typisch italienischen "Salami-Taktik" wird die Autonomie der Süd-Tiroler Deutschen und Ladiener immer mehr abgebaut, ignoriert oder bewusst gebrochen! Scheinbar glaubt Italien, sich dies nun im Windschatten der internationalen Ereignisse am Finanzmarkt und der politischen Verwerfungen leisten zu können.  
 
Hier muss endlich in der Süd-Tiroler Politik reagiert werden indem man sich nicht mit dem Stillstand in dieser Sache zufrieden gibt. 
 
Raus aus dem Stillstand! 
 
Die aktuellen Ereignisse sind die klaren Symptome einer sich am Ende befindenden Autonomie. Die SVP scheint wie das Kaninchen vor der Schlange in einer Starre zu verharren. 
 
Der einzige richtige Weg für die Zukunft Süd-Tirols wird immer klarer: 
 
Los von Rom durch die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts auf friedliche und demokratische Weise! 
 
Liebe Grüße, 
Bernhard Wieser
 
Bernhard Wieser, Salzburg
13. 09-01-2012 15:40
 
Das wird nix mehr.
Man muß in Betracht ziehen, daß die Autonomie Süd Tirols nie ein Anliegen von Rom, sondern immer nur von Bozen darstellte.  
 
Das ist ein sehr entscheidender Unterschied.  
 
In einer entsprechend schwachen Situation befindet sich Süd Tirol. 
 
Die SVP ist die falsche Partei, um tatsächliche Autonomie, oder gar Selbstständigkeit für Süd Tirol erringen zu können. 
 
In Rom weiß man, daß die Süd Tiroler unter der SVP sich darauf festgelegt haben, nur Theaterdonner produzieren zu wollen.  
 
Das muß man so langsam auch bei der STF mal akzeptieren und sich dementsprechend andere Strategien überlegen, anstatt immer wieder die SVP aufzufordern, endlich ihren Kurs zu ändern. 
 
Die SVP wird ihren Kurs nicht ändern. 
 
Die STF darf nicht für die SVP das werden, was die SVP für Rom ist.  
 
Die SVP wird vielleicht ihre Mehrheit einbüßen, aber sie wird sich nicht ändern. Dazu sind die Führungsfiguren viel zu festgefahren. 
 
Freiheit für Süd Tirol.  
 
Für ein Europa der Regionen.
 
EEkat
14. 09-01-2012 12:58
 
LH von ST
Zitat aus Stol-Dolomiten: 
 
 
Die Regierung interessiere die Autonomie und das Mailänder Abkommen offensichtlich nicht sonderlich. “Beim Treffen mit Ministerpräsident Mario Monti, für das es noch keinen Termin gibt, werde ich auf die Autonomie hinweisen und darauf, dass es ein internationaler Vertrag ist”, so Durnwalder. 
 
“Wenn der Vertrag in wesentlichen Punkten verletzt wird, würden wir uns nicht mehr an Abmachungen gebunden fühlen und uns an Österreich wenden. Das wäre eine neu Ausgangsposition”, so der Landeshauptmann.
 
Markus Anton
15. 09-01-2012 12:41
 
Wenn das Statut verletzt wird
http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2012/01/09/durnwalder-autonomien-werden-aus-neid-angegriffen.html 
 
Der SVP-Kammerabgeordnete Siegfried Brugger zeigt sich allerdings bereits im Vorfeld pessimistisch. „Auch Lorenzo Dellai, der Landeshauptmann von Trient, der über gute Kontakte zur Regierung verfügt, ist skeptisch. Das Mailänder Abkommen genießt in Regierungskreisen kein hohes Ansehen“, erklärt Brugger. 
 
Das bedeutet Italien wird das Autononmiestatut verletzen und einen Präzendenzfall schaffen. 
 
 
Brugger: „Über den Vergleich zwischen Südtirol und Sizilien kann er hingegen nur lachen. In der südlichen Region zahle man nur einen Bruchteil der Steuern, und am Jahresende würden deren Vertreter trotzdem jedes Mal in Rom anklopfen, um Unterstützung zu fordern, so Malossini. „Viele nehmen die eigene Verantwortung nicht wahr. Wir hingegen tun es“, erklärt er abschließend.“ 
 
 
Herr Brugger, 
die Volkspartei ist allein gegenüber ihren Wählern verantwortlich.  
Die Bürger wollen keiner selbstgefälligen Politikerkaste (SVP) des Geld in den Rachen stopfen. Sie wollen Freiheit und eine selbstbestimmte Zukunft und nicht von einem fremden bankrotten Staat eingesperrt sein.  
 
 
Zeller: „…Wenn das Statut verletzt wird…“ 
 
Wenn das Autonomiestatut verletzt wird, darf die SVP nicht auf ihren warmen Stühlen der Macht sitzen bleiben. Die Volkspartei muss endgültig einsehen, dass Italien ein fremder Staat und eine ständige Gefahr für Südtirol darstellen. Zum Schutze der Tiroler Volksgruppe in Südtirol ist eine Loslösung von Italien zwingend erforderlich und unausweichlich.
 
ff
16. 09-01-2012 10:43
 
Meldung von heute
SVP-Spitzenpolitiker Karl Zeller, der auch ein Experte des Völkerrechts ist, also er müsste genau wissen, wie der Weg in die Selbstbestimmung aussehen kann, im Originalton: 
 
„Wir werden unsere Autonomie verteidigen mit allen Konsequenzen. Nur für ein paar Millionen Euro weniger werden wir nichts sagen, aber wenn das Statut verletzt wird, dann wenden wir uns an Österreich." 
 
 
Während Sizilien vom Staat das Doppelte des eigenen Steueraufkommens noch einmal als Transferzahlung überwiesen bekäme, so Zeller, erhalte Südtirol keine zusätzlichen Mittel aus Rom, sondern behalte lediglich 90 Prozent des Steueraufkommens im Land. 
 
 
Quelle: Stol-Dolomiten 
 
 
Bis jetzt handelt es sich aber nicht um einige Millionen, wie behauptet, die dem Land klipp und klar zustehen aber fehlen werden, sondern sage und schreibe um eine Milliarde Euro, die Rom der Autonomie auf Niemehrwiedersehen seit mehreren Jahren schuldet. Dafür bekam die Landesregierung in Bozen auch keine einzige zusätzliche Zuständigkeit im Bereich der Autonomie als Wiedergutmachung.  
 
Nach dieser sonderbaren Logik kann eigentlich einem Land, das in Italien liegt, nichts schlimmeres passieren, als über lange Strecken der Geschichte im wirtschaftlichen Bereich erfolgreich zu sein, denn das weckt sofort Neidreflexe im Rest der italienischen Gesellschaft und die besonders Tüchtigen müssen für ihren Fleiß unbedingt permanent bestraft werden und ewig für andere Provinzen oder Autonome Regionen wie Sizilien zahlen. Wo käme man sonst im Stiefelstaat hin, wenn eine Provinz fortwährend im Gegensatz zum Rest des Staates exzellente Daten vorweist und diesen so vor aller Welt so augenscheinlich bloßstellt. Auch hier bestätigt sich die politische Parole der Bewegung der Süd-Tiroler Freiheit, nämlich, Süd-Tirol war nie und ist nicht Italien, sowie ist in diesem Staat nicht integrierbar. Es sei denn um den Preis des Verlustes der eigenen Identität, und gerade der verdankt man hier den bis jetzt erreichten Erfolg, auf den alle Politiker in Italien so verbissen neidisch sind und der nun von Rom rabiat aus verschiedenen Sachzwängen heraus relativiert und damit mit der Zeit auch abgebaut wird, bis auch die Provinz Bozen eine normale verarmte Provinz wie jede andere dieses de facto Pleitestaates sein wird. 
 
Die Opposition hat vor solchen Entwicklungen die SVP seit Jahren immer und immer wieder eindringlich gewarnt. Diese durchaus realistischen Szenarien hat man aber dort immer in den Wind geschlagen, jetzt kommt aber die Stunde der Wahrheit und die Partei an der Macht der Autonomie muss sich endlich aus Not entscheiden, was ihr lieber ist, das Süd-Tiroler Hemd oder der Rock des Staates, zu dem die Süd-Tiroler in keiner Zeit seit 1919 bis heute gehören wollten und für den man jetzt den erreichten bescheidenen Wohlstand ohne Grund Zug um Zug opfern sollte, und die "italienische Krankheit" haben sicherlich nicht die Süd-Tiroler verursacht. Daran hat sich bis heute nichts geändert und das bestätigen auch alle zuverlässigen Meinungsumfragen.
 
Markus Anton

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