Siegesdenkmal: SVP macht sich zum Handlanger rechtsradikaler Gruppierungen
Mittwoch, 4. Januar 2012

siegesdenkmal_bozen_1980.jpgDer Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, wirft der SVP im Zusammenhang mit dem Siegesdenkmal in Bozen ein völliges Scheitern ihrer Autonomiepolitik vor. Trotz der angeblich weltbesten Autonomie, ist es der SVP in Jahrzehnten nicht einmal gelungen, ein faschistisches Relikt wie das Siegesdenkmal zu entfernen. Um davon abzulenken, soll die Bevölkerung nun mit einem billigen Dokumentationszentrum abgespeist und ruhig gestellt werden. Durch diese Politik macht sich die SVP letztlich zum Handlanger rechtsradikaler Gruppierungen, die sich nun darüber freuen dürfen, dass das Siegesdenkmal von der SVP höchstpersönlich salonfähig gemacht wird.

Die freudige Unterstützung der italienischen Rechtsparteien zum geplanten Dokumentationszentrum sollte der SVP eigentlich zu denken geben. Wenn diejenigen, die regelmäßig vor dem Siegesdenkmal aufmarschieren, dort Kränze niederlegen und den vermeintlichen Sieg des Faschismus feiern, nun jubilieren, dass durch das Dokumentationszentrum das Siegesdenkmal endlich wieder aufgewertet wird, müsste wohl auch dem letzten SVP-Funktionär langsam ein Licht aufgehen, dass das Siegesdenkmal in dieser Form nie zu einem Mahnmal werden wird.

Angesichts dieser feigen Politik des Verzichts auf eine Entfernung des Siegesdenkmals darf man schon jetzt darauf gespannt sein, welche Ausrede sich die SVP einfallen lassen wird, um die Beibehaltung des Mussolini-Reliefs am Finanzgebäude zu rechtfertigen.


L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT

 


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Kommentare (21)
1. 08-01-2012 13:07
 
Die Ehrlichkeit des Siegesbogens
Es macht keinen Sinn zu diskutieren mit jemandem, der davon überzeugt ist, über absolute Wahrheiten zu verfügen.  
 
Wenn eine Mehrheit der Süd Tiroler einem eigenständigen Staat den Vorzug gibt und man selber diese Tatsache akzeptiert, dann stellt es keine rational nachvollziehbare Begründung dar dagegen setzen zu wollen: „diese Forderung sei absurd“ Um dann zur Unterstreichung noch Belangloses hinzuzusetzen, hier in der Art: das würde dann ja jeder so machen, und überhaupt… usw. usf. 
 
Grundproblem – nicht nur in Süd Tirol - sind Menschen, die auf ihrer intellektuellen Ebene glauben wissen und bestimmen zu können, was vernünftig sei gegenüber Menschen, denen auch noch der Zugang zu ihrer emotionalen Ebene zur Verfügung steht. 
 
Da kommen dann solche Argumentationsfragmente heraus, die vermeintlich logisch sind aber notorisch völlig außer Acht lassen müssen, daß der Mensch kein alleine intellektuelles, durch Wissen bestimmtes Wesen ist.  
 
Die Wahrheit: das Gegenteil ist der Fall. Der Mensch wird durch die Welt der Werte bestimmt, diese prägen sein Wollen. Problem dabei ist, daß diejenigen, denen diese Welt der Werte verstellt ist davon nichts wissen wollen. Und natürlich werden diese Menschen bestreiten, daß ihnen diese Welt nicht zugänglich sei.  
 
Die Mehrheit will weg von Italien. 
 
Mehrheiten sind zu respektieren. Das ist das Grund-Prinzip des demokratischen Gemeinwesens.  
 
Daran kommt niemand vorbei.  
Niemand. Wer dies unterläuft –weil er bei sich eine vermeintlich höhere Einsicht vermutet: der ist zuallererst schlicht und einfach kein Demokrat.  
 
Solche Leute setzen dann Minderheitenmeinungen durch. Durch Intrigen, Überrumplung, durch Machtarithmetik, Machtmißbrauch. Lüge. Betrug. Gewalt. 
 
Was sie nie erreichen werden ist, daß sich eine Mehrheit hinter ihnen einfinden wird, die dazu ihre eigene Wollens-Ebene aufgeben würde. Grund: das geht garnicht.  
 
Daher wird die Süd Tirol-Frage offenbleiben, trotz und wegen trickreicher und gewaltsamer Intervention in Kultur und Gebräuche, in Prägung und Bindung. gefingert durch Schulung und Sprachraub. Und der Hoffung auf das Wirken der Zeit.  
 
Was bis heute fortgesetzt wird.  
 
Dergleichen wird erst enden können, wenn es zu einer Ermittlung des Mehrheitswillens durch Wahl gekommen sein wird.  
 
Wird dieser Weg nicht gegangen, so bleibt nur Gewalt.  
 
Oder Trick, begleitet durch Bestechung qua wirtschaftlichem Wohlergehen.  
 
Erst eine eigene Teilnahme an einer freien Wahl entfaltet persönliche Bindung des Wahlteilnehmers an das Ergebnis eines Wahlausganges.  
 
Das gilt freilich nur für denjenigen, die sich der Abhaltung einer Wahl nicht von vornherein entzieht.  
 
Und es erfordert die Einhaltung bestimmter Merkmale, die ein Wahlvorgang gewährleisten muß. Beispiele: frei muß die Wahl sein. Gleich. Geheim muß sie sein, und sie muß tatsächlich Alternativen zur Wahl stellen.  
 
Ein Hinweis darauf, wie untadelig unangreifbar ein Wahlvorgang durchgeführt werden muß. 
 
 
In Süd Tirol wird eine Wahl zur Selbstbestimmung unterbunden. Der Gedanke daran wird durch eine Taktik der Verunsicherung verunglimpft. 
 
Das hat gute Gründe, einer davon ist wohl der gefürchtete Wahlausgang. Man will sich einem Wahlvorgang nicht unterwerfen, weil man seinen Ausgang nicht hinnehmen will. 
 
 
Mißverständlich, vielleicht sogar Verlogen daran ist, daß man an der Möglichkeit einer Wahl dennoch festhalten möchte und sogar seine fremde Zugehörigkeit betont, raushängt.  
 
Man kann seine Ehre verlieren auch dann, wenn man sich einem rein intellektuell vorgehenden Teil der Menschheit zugehörig wähnt und jene Ebenen mißachtet, auf der Werte wirken, mithin Ehre ihre Wirkung entfaltet.  
 
 
Ehrlicher ist es dann, den Siegesbogen der Faschisten zu restaurieren und diese Ungeheuerlichkeit hinter einem zu erwartenden Gedenktourismus, gar hinter Pädagogik zu verniedlichen sucht.
 
EEkat
2. 07-01-2012 18:41
 
@Tanja II
Liebe Tanja!  
Gerade die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre in Europa und damit verbunden auch die Aufarbeitung vergangener Zeiten, wie es in Österreich und Deutschland ja massiv vollbracht wird (Restitution etc) zeigt wie unreif italien in der Geschichtsbewältigung ist. Der kleine italiener will eben nicht wahr haben welch Schuld auf seinen Schultern lastet. Daher ist Deine Hoffnung auf ein gutes miteinander Leben ein frommer Wunsch. Es funktioniert in Zeiten blühender Wirtschaft weil die Leute froh sind das es ihnen gut geht (eine durchaus verständliche Haltung) aber es wird in Zeiten schlechter Jahre wieder zu einer Radikalisierung kommen. Und dann werden die von italien begangenen Provokationen die negative Stimmung nur noch mehr anheizen. Es kann doch nicht sein das in einem demokratischen Europa die Südtiroler nicht einmal das Recht haben über ihre Zukunft ab zu stimmen. So wird es auf Dauer nicht funktionieren denn Unrecht wird durch das Verwehren demokratischer Mittel nicht Recht. Und ob es Dir gefällt oder nicht: Südtirol ist, wie uns der Name schon verrät, Teil Gesamttirols und daher Teil Österreichs. Und viele in Österreich sehen das ebenso. Es kann daher nur ein verbindlicher Volksentscheid eine endgültige Lösung bringen.  
Und jetzt nocht ein wenig zum aufregen: Was bitte kann man von einer Kultur wie der italienischen lernen das man nicht selber besser kann?
 
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3. 07-01-2012 12:47
 
@Tanja
Deine Friedliebigkeit ist zu schätzen. Doch deine Beiträge gehören in die Märchenstunde. 
 
Wenn man Unrecht, Gewalt, Verbrechen, totalitäre Ideologien, Monumente und Regime verurteilt, dann bitte konsequent und nicht opportunistisch.  
Man muss den Neo-Faschisten nicht noch ein Denkmal pflegen. Die Gefahr der Wiederbelebung solcher Ideologien ist viel größer, als der Effekt der Abschreckung oder Mahnung. Nicht zuletzt ist auch eine Beleidigung und ein Symbol der Unterdrückung für alle Süd-Tiroler. 
Faschistische/Nazi Ideologien mit faschistischen/Nazi Symbolen verhindern zu wollen, ist doch das Absurdeste was einem einfallen kann.  
 
 
Zitiere: "...jedoch heutzutage werden wir von keiner Seite mehr unterdrückt..." 
 
Bitte 2 Beiträge weiter klicken. 7. Jänner die Trikolore-Pflicht in Süd-Tirol 
"Schöne" gesellschaftliche Entwicklung.
 
ff
4. 07-01-2012 09:54
 
@ Tanja
Nein, natürlich nicht. Aber es geht wie gesagt um eine solide Basis, in Süd-Tirol muss meiner Meinung nach ein Neuanfang gemacht werden und ein solcher ist nur möglich, wenn die Italiener (zumindest mehrheitlich bereit sind) eine ganz klare Zäsur vorzunehmen bzw. mitzutragen, die eine eindeutige Distanzierung von der faschistischen Vergangenheit signalisiert.
 
Wolfgang K.
5. 06-01-2012 18:58
 
Wegschaffen
Man sehe sich das Bild an. Angetretene Formationen des Heeres vor dem Tempel das Faschismus. Ehrerbietung für den Errichter dieses Schandmales B. Mussolini, und das im 21. Jahrhundert. 
 
Was das Deko- Zentrum in den Katakomben dieses "Denkmales" anlangt, sagt der Ort mehr aus als alles andere. In der Tiefe, unterhalb, wo niemand sich verirren wird. Ausweichen, nachgeben, verdrängen der Realität, die da heißen müsste: Wegschaffen dieser zu Stein gewordenen Provokation, und wenn Italien will in Rom, Mailand, Palermo oder sonst wo aufstellen, aber weg aus Süd- Tirol.
 
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6. 06-01-2012 18:32
 
@wolfgang @dr.kelt
@ Wolfgang 
Glaubst du wirklich das faschistisch Denkende sich ihre Gedanken nur durch dieses Denkmal holen und dass dieses Denken dann verschwindet wenn man es entfernt? Genau dieses Denkmal könnte dazu behilflich sein sich von solchen faschistischen Gedanken (bzw. allen nationalistischen Gedanken) fern zu halten. 
 
@dr.kelt 
ich glaube ich kenne die Geschichte Südtirols, Italiens und die Europas sehr gut, denn ich interessiere mich sehr für die gesellschaftliche Entwicklung. Ich glaube, dass ein großer Teil der Südtiroler Bevölkerung nicht damit einverstanden wäre wenn wir zurück zu Österreich gingen, viel mehr Südtiroler (oder Süd-Tiroler wie du es zu pflegen scheinst) streben einen eigenen Staat an was meiner Meinung absurd ist (keine Provinz kann sich einfach so von einem Staat absetzen, da würden das jene Staaten auch machen denen es wirklich schlecht geht, bei denen Hunger an der Tagesordnung steht). Für unsere Vorfahren war die Zeit des Faschismus sicherlich eine schwere Zeit, jedoch heutzutage werden wir von keiner Seite mehr unterdrückt. Im Gegenteil, wir können sehr viel selbst verwalten und selbst entscheiden. In einer Zeit der Krise ist es für alle schwer, nicht nur für Südtirol, aber da muss man eben mal zusammenhalten. Ich finde wir haben sehr viel von der italienischen Kultur gelernt und die Italiener von uns. Natürlich gibt es einige, die aus den Reihen schießen, aber die jenigen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Eine perfeke Gesellschaft wird man nie erzielen können. Meiner Meinung ist es besser miteinander zu Leben und nicht gegeneinander.
 
Tanja
7. 06-01-2012 13:27
 
Mal ein paar schlechte Beispiele
Existiert eigentlich in Wien einen Siegesbogen, den die Russen errichtet hatten, und der nun von den Österreichern, den Wienern restauriert und gepflegt wird? 
 
Ein schlechtes Beispiel:  
 
Die Russen waren nicht in Wien aufgrund eines Vertrags-Betruges.  
 
Die Russen haben auch keine Faschisten-Denkmäler errichtet.  
 
Und schließlich sind die Russen auch wieder abgezogen. 
 
Was also könnte der Grund sein, daß Einheimische, also Süd Tiroler entsprechende Siegesbögen von Okkupanten in Bozen pflegen und erhalten? 
 
Ich kann es mir nur so erklären, daß es einen Identitätskonflikt geben muß, der dazu führt, nicht mehr genau bestimmen zu können, wer man ist, zu wem man gehört, gehören möchte. Der Mensch hat die Neigung, sich immer auf die Seite des Siegers begeben zu wollen.  
 
Nicht ungewöhnlich für Entwurzelte. Wenn das Blatt sich wendet, hat man die allerdings dann hinter sich. 
 
Die behaupten dann mitunter, durch ihre Beharrlichkeit die eigentlichen Initiatoren von Veränderung gewesen zu sein.  
 
Wohin man auch schaut: schlechte Beispiele.
 
EEkat
8. 06-01-2012 13:20
 
@ Tanja
Sehr geehrte Tanja, 
du sagst es gebe "viel größere Probleme die wir zu lösen haben". 
 
Dann bitte ich dich folgendes zu bedenken. Es geht hier um ein für Süd-Tirol in seiner heuigen Form existenzielles Problem: Wenn dieses schöne Land noch lange ein Teil Italiens bleibt, wird Süd-Tirols (meiner Ansicht nach bescheidene) Autonomie scheibchenweise verlorengehen. Und selbst wenn dich das nicht überzeugt, dann frage ich mich, wie deiner Meinung nach ein dauerhaft funktionierendes Gemeinwesen Bestand haben soll, wenn Italien bzw. eine Mehrheit der italienischsprachigen Bewohner Süd-Tirols an einem Monument wie dem Siegesdenkmal festhalten wollen, das eindeutig eine Erniedrigung der "Anderen" darstellt? 
Das Siegesdenkmal ist kein "normales Siegesdenkmal", das einfach nur an einen Sieg im Krieg erinnert, sondern es ist die Ausgeburt eines faschistischen Geistes, der die Besiegten (die [Süd-]Tiroler/Deutschsprachigen) als minderwertig einstuft. Es geht hier um Grundsätzliches, um friedvolles gedeihliches Zusammenleben, und dieses kann nicht auf dem Fundament eines faschistischen Tempels errichtet werden. Darin besteht der große Denkfehler der SVP-Politiker: Die Relikte der Diktatur und des Chauvinismus oder sogar Rassismus müssen verschwinden, es genügt nicht sie zu unterkellern und mit ein wenig "Blabla", das niemandem weh tun soll (vor allem nicht den Italienern) verharmlosend zu erklären.
 
Wolfgang K.
9. 06-01-2012 10:23
 
Geistiger Tiefst- Stand: SVP
"Egal wie tief man die Messlatte des geistigen Verstandes eines Menschen legt, es gibt jeden Tag jemanden, der bequem darunter durchlaufen kann!“  
SVP und besonders LR Kasslatter bestätigen diesen klugen Satz tagtäglich! Ob die Menschen im Lande nicht doch mehr Verstand haben, werden wir im Wahljahr sehen.
 
Demosthenes
10. 06-01-2012 09:28
 
@tanja
Liebe Tanja!  
Ich selbst bin auch dagegen das man derartige Bauten entfernt, obgleich speziell dieser Bau durch das ursprüngliche Denkmal zu ersetzen wäre (Ausnahmen bestätigen eben die Regel). Sie zeigen nähmlich wie tief eine Kultur (soferne man dem italien der letzen 200 Jahre eine solche überhaupt nachweisen kann) sinken kann. Wenn jedoch jemand denkt das ein Relikt aus einer längst vergangen geglaubten Epoche, welches in schamloser Manier immer noch zur Huldigung einer verbrecherischen Ideologie verwendet wird nichts mit den aktuellen Problemen der heutigen Politik zu tun hat dann irrt er/sie sich. Oder glaubst Du das ein vereintes Europa auf Unrecht aufgebaut werden kann? In Österreich verfolgt man den Niedergang italiens ganz genau. Und es täte keinem leid wenn italien finanziell zusammenbrechen würde. Ob es Euch in Südtirol dann immer noch gut geht wage ich einmal zu bezweifeln. Der grosse Dr.Kreisky würde sagen:'Lernen's Geschichte gnä Frau'.  
Aber Deine angestrebten Gespräche mit Eva und Sven bringen Dir sicher mehr Verständnis fùr die Anliegen der STFHl. Und ich glaube danach wird auch Dir klar sein das die Zeit gekommen ist HEIM nach ÖSTERREICH zu gehen wo ihr alle willkommen seit.
 
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11. 06-01-2012 07:51
 
ganz
ganz europa muss sparen und was macht man mit dem faschistentempel?? zuerst um millionen renovieren und jetzt ein sogenanntes dokuzentrum um sage und schreibe 1 Million euro..... udn sonst wird uns südtirolern überall in die taschen gegriffen und lamentiert es sei kein geld mehr übrig....alles blabla...solange geld für dieses unnütze faschistenglump (auf puschtrarisch) da ist geht es uns net schlecht..... oder ist der svp dieser faschistendreck mehr wert als die Bürger???
 
stefan
12. 05-01-2012 20:17
 
Irgendwann bekommt alles einen Sinn.
Es war der Faschismus, unter dem dieses Siegestor errichtet wurde. Es ist jedoch die Süd Tiroler Mehrheitspartei, die an diesem Siegestor festhält. Sie macht dies in einer selbstgewählten Funktion der Stellvertreterschaft. Man versteht sich als Italiener, und vertritt italienisches Interesse. Man sollte jedoch aufpassen, ob es am Ende überhaupt noch den Staat Italien gibt, für den man sich kaum verhohlen einsetzt.  
Ich erinnere daran, daß wir uns in einer Europa-Krise befinden, die sich weiter entfaltet. Man muß lediglich den Verlauf des Euro-Wechselkurses gegenüber dem kranken Dollar im Auge halten um zu sehen: aus Europa wird nach wie vor Geld abgezogen, ein klares Zeichen dafür, daß diese Krise sich weiter durch die Gedärme frißt. Am Ende wird keine Lösung stehen können, die das derzeitige Europa zusammenhalten kann. Die Politik hat sich bereits bei der Formierung des Euro überschätzt, und sie überschätzt sich erst recht bei der Beseitigung der Folgen ihrer damaligen Überschätzung. Ich verstehe nicht, wie man einer Frau Merkel, oder einem Herrn Sarkozy einen Durchblick, gar Fachwissen in den Fragen zutrauen kann, mit denen die derzeit herumjonglieren.  
Griechenland ist nicht zu retten. Geht Griechenland, dann bricht Europa auseinander. Süd Tirol müßte bis dahin – 3 bis 6 Monate - entschieden haben, auf welcher Seite der Bruchstelle man sich anschließend wiederfinden möchte. 
Stattdessen verplempert man seine Zeit mit der Erhaltung eines faschistischen Denkmals, sowie der Tarnung der eigenen Beweggründe.  
Ich frage mich auch, wie dieses Süd Tiroler Festklammern an den Insignien einer gescheiterten italienischen Vergangenheit von Menschen nördlich des Brenners, von Tirolern aus Österreich verfolgt und bewertet wird. Müssten die sich nicht fragen, ob eine Solidarität mit Süd Tirol nicht irgendwann fehl am Platze werden könnte? 
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich erhebe mich nicht über jene Zeit oder die Menschen jener Zeit, die dem Faschismus auf den Leim gegangen sind.  
Aber es muß darstellbar sein, sich davon glaubhaft distanzieren zu können.  
Die Restaurierung, Erhaltung der faschistischer Triumpfbauten ist 65 Jahre nach dem Ende des Faschismus nicht mehr dadurch zu relativieren, daß man nun eine Ausstellung hinzufügt. Der Grund ist einfach: ein Triumpfbogen hat eine andere Aussage, einen anderen Charakter als eine KZ- Baracke. 
Ein Siegestor ist ein Fanal, von der Wirkung ausgehen soll. Die Aufrechterhaltung dieser Wirkung wird erreicht dadurch, daß man restauriert. Man bekennt sich damit zu den Zielen, die zur Errichtung dieses Fanals geführt haben. Da beißt keine Maus einen Faden ab.  
Eine viele Jahrzehnte später hinzugefügte Ausstellung stellt keinerlei Relativierung dieser Wirkung dar. Das wirkt eher wie ein halbherziger Versuch der Vortäuschung von Distanzierung.  
Wahrscheinlich dürften Faschisten von solcher Heuchelei angewidert sein, und wahrscheinlich wird es genau das sein, was die Mehrheitspolitiker in Süd Tirol mit ihrer Politik bezwecken wollten.  
Also warten wir das Ende der Europa-Krise ab. Vielleicht kann man sich dann die Ausstellung sparen.
 
EEkat
13. 05-01-2012 18:24
 
rätselhaft
Mir ist es ein Rätsel wie man kostbare Zeit in ein solches Thema stecken kann. Es gibt viel größere Probleme die wir zu lösen haben. Jedoch intressiert sich Südtirol ja fast ausschließlich nur um sein geschichtilchen Probleme und nicht un die der heutigen Zeit. Das Siegesdenkmal ist ein geschichtiches Denkmal, es soll die Bevölkerung an die schwere Zeit, die Südtirol zur Zeit des Faschismus hatte erinnern und davor warnen wieder in eine solche Zeit einzutreten. Jede Form von Extremismus ist schlecht und da plädiere ich auch an die Süd-Tiroler Freiheit, die auch dazu tendiert in extreme Bereiche einzuschlagen. Uns geht es gut in Südtirol, der Faschismus ist vom Thron verschwunden, wir haben eine gut funktionierende Autonomie. Wir sollten nicht immer alles so dramatisieren. Ich würde mich sehr auf ein Gespräch mit Frau Klotz und Herrn Knoll freuen.
 
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14. 05-01-2012 17:32
 
SVP: politische Fahne im Wind?
Die Glaubwürdigkeit der SVP hat die Partei wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 
 
1. Siegesdenkmal 
Noch 2009 hat sich Richard Theiner vehement gegen die Renovierung des Siegesdenkmals ausgesprochen. 
"SVP gegen Renovierung des Siegesdenkmals": Beleidigung für Demokraten 
http://www.svpartei.org/de/presse/mitteilungen/20091126|4879.html 
Genau 2 Jahre später finanziert die Volkspartei die Einrichtung desselben Denkmals mit.  
 
2. Flugplatz Bozen 
STF: „Insbesondere die SVP-Abgeordnete Rosa Thaler hatte sich bei den Landtagswahlen 1998 als große Flugplatzgegnerin in den Landtag wählen lassen und sich in einer Presseaussendung vom 26. 11. 2007 noch dezidiert gegen eine Verlängerung der Landebahn ausgesprochen.“ 
 
Der Bau wurde durch die italienische Regierung glücklicherweise ausgesetzt. 
 
3. Verletzung der Autonomie 
„Landeshauptmann Luis Durnwalder bekräftigte, dass Südtirol bereit sei, seinen Beitrag zum Abbau der Staatschulden zu leisten, sprach sich aber dezidiert gegen eine Beschneidung verankerter Rechte aus.“  
 
a. Wer ist bereit für Italien zu zahlen? 
b. Wenn Süd-Tirol für Italien „spart“ bzw. zahlen muss, dann ist das Land bereits nicht mehr autonom und damit politisch abhängig. 
 
4. Mussolini Relief 
hochtirol.wordpress.com: Landeshauptmann Durnwalder verkündet: „Das Relief kommt weg!“ 
 
Ein paar Tage später, Durnwalder: 
„Also wir können uns durchaus vorstellen, dass das Relief bleibt, wo es ist und dass man einen Künstlerwettbewerb ausschreibt, um eine neue, zeitgemäße didaktische Interpretation zu ermitteln.“
 
GT
15. 05-01-2012 16:04
 
SVP: politische Fahne im Wind?
Welchen Sinn sollen solche populistischen Aussagen eigentlich haben, außer die SVP zu diskreditieren und das Zusammenleben zu erschweren?
 
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16. 05-01-2012 12:20
 
...
Ein Denkanstoß gerade in diesem Zusammenhang für manche Italiener nicht nur in Süd-Tirol: 
 
http://www.youtube.com/watch?v=QpP7JpsVFvs&feature=related
 
Markus Anton
17. 05-01-2012 12:19
 
...
Na super - da sollte man den Buchstben V doch mit "Verräter" interpretieren, anstatt mit "Volks". Die deutschsprachigen Südtiroler werden die Prozentsätze der Südtiroler Verräter-Partei bei den nächsten Wahlen wohl ordentlich in den (Sieges?denkaml-)Keller fallen lassen . . .
 
ERGO
18. 05-01-2012 09:21
 
So so, jetzt also Vollautonomie..
Ich möchte nur wiederholen, was kürzlich in der FAZ treffend festgestellt wurde:  
 
Dass die SVP jetzt plötzlich vom Anstreben der Vollautonomie spricht, heisst doch im Klartext, dass die bisher so hochgelobte "weltbeste" Autonomie in Südtirol bestenfalls eine Halbautonomie, aber in Wirklichkeit eher eine Scheinautonomie war.  
 
Dem ist nichts hinzuzufügen, denn damit gesteht die SVP ein, jahrzehntelang gegen Südtirol und für Italien gepostet zu haben! 
 
Der Durnwalder-Clan muss endlich Farbe bekennen und aufhören, in dieser typischen Italo-manier die Fahne nach dem Wind zu hängen! Das SVP-Verhalten suggeriert, dass dieser Clan leider schon italianisierter sind als sie es selbst wahrhaben wollen. 
 
Aufwachen bitte!
 
Michael
19. 04-01-2012 18:39
 
SVP unterstützt Faschismus in Südtirol
Es ist eine Schande und Demütigung für jeden aufrechten Südtiroler, wenn die SVP ein Dokumentationszentrum unter dem Siegesdenkmal mitfinanziert. 
Damit unterstützt sie die Erhaltung des Siegesdenkmals und wertet den Neo-Faschismus auf. 
 
Südtiroler, die nun an ihrer Geschichte interessiert sind, können dann zum Faschistentempel pilgern und sich unter Mussolinis Liktorenbündel, Faschistenbeile und beleidigender Inschrift informieren, was Recht und Unrecht
 
GT
20. 04-01-2012 14:35
 
Vollautonomie oder Selbstbestimmung
Die Partei an der Macht in Bozen denkt wieder darüber nach, wie man aus diesem "Saftladen Italien" (berühmte Wortlaut T. Widman von der SVP) rauskommt, und allein das kann schon einiges für das Land bedeuten, denn Süd-Tirol ist wahrscheinlich auch nach der Auffassung der regierenden Partei an einem Scheideweg der Geschichte gerade in diesen Monaten und Jahren angekommen.  
 
Vorausgesetzt man würde das von der SVP so sehr geliebte Wort "Vollautonomie" durch "Selbstbestimmung" austauschen, dann würde sich dabei um eine Strategie in der Politik handeln, die auch die Opposition in Süd-Tirol mittragen wollte, denn Vollautonomie war und ist aus objektiv feststellbaren Gründen in Italien nicht möglich. Dieser heutige Staat hat sogar bis jetzt die bescheidene und mit der Zeit zwischen 1946 und 1992 so hart erkämpfte Autonomie der Provinz Bozen mit Föderalismus anderswo in Europa verwechselt, wie z.B. im Vaterland der Tiroler in Österreich, und das sind bekanntlich zwei verschiedene Begriffe. Das Bundesland Tirol, bzw. jedes andere Bundesland von Österreich, war schon immer und ist weiterhin zum Beispiel nicht weniger autonom gegenüber der zentralen Staatsmacht in Wien, als das bis jetzt bei Süd-Tirol in einem anderen Staat Widerwillen der Fall gewesen ist. Die gestern wie heute gelebte Vollautonomie in Europa der EU, z.B. in Aland, Färöer oder Schottland, beinhaltet in den meisten Fällen auch das verbriefte Recht auf Sezession, also etwas was in Italien bis jetzt undenkbar geblieben ist. 
 
Die Vollautonomie als solche wird für Süd-Tirol in Italien erst dann vielleicht einmal möglich sein, wenn sich dieser Staat einmal im endgültigen Zerfall befinden wird, d.h. er wird nicht mehr imstande sein, diese erfolgreich zu verhindern, und diese so sehr ersehnte Vollautonomie würde dann sowieso aus anderen Gründen der Freiheit der eigenen Selbstbestimmung und dazu für alle Regionen gleichen, und zwar nicht viel anders, als wir das aus zwei vergangenen Jahrzehnten in Europa kennen.  
 
 
Eines ist aber schon heute sicher, das Projekt Vollautonomie wird der SVP sicherlich nicht gelingen, es sei denn, man verwendet aus praktischen Überlegungen heraus gerade dieses Wort und meint damit die Freiheit der eigenen Selbstbestimmung in einem fremden Staat. Zitat aus Stol-Dolomiten: 
 
 
„Vollautonomie ist Südtirol-Frage“ 
 
Gemeinsam, statt einsam: Alle drei Sprachgruppen müssen an einem Strang ziehen, dann ist die Vollautonomie keine Utopie. Das gibt die SVP-Spitze für das politische Jahr 2012 vor. Lange zögern will sie nicht. 
 
Denn: Gelingt das Projekt Vollautonomie nicht, dann hinkt Südtirol in Kürze mehreren EU-Staaten deutlich nach. 
 
„Wir sind zwar italienweit in vielen Bereichen die Nummer eins. Im Vergleich mit Österreich oder Deutschland, liegt Südtirol aber bereits in der Entwicklung zurück. Ohne Vollautonomie sind wir nicht mehr konkurrenzfähig“, gab Thomas Widmann, SVP-Parteiobmannstellvertreter zu bedenken. 
 
Keine Vollautonomie heiße: weiter bluten, weitere Einschränkungen hinnehmen - denn dann gebe es auch keine Finanzautonomie, so Widman." 
 
 
Quelle: 
 
http://www.stol.it/Artikel/Politik-im-Ueberblick/Lokal/Vollautonomie-ist-Suedtirol-Frage
 
Markus Anton
21. 04-01-2012 11:31
 
Der Sieg ...
... der faschistischen "Kultur" 
 
Für die SVP scheint es keinen faulen Kompromiss zu geben, dem sie nicht zustimmen könnte. Wobei in diesem Fall handelt es sich nicht mal um einen faulen Kompromiss, sondern eher um bedingungslose Selbstaufgabe.
 
Wolfgang K.

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