Flughafenausbau: SVP bricht erneut Versprechen!
Sonntag, 11. Dezember 2011
stefan_zelger_2011_lb.jpgNun ist es amtlich und schon bald in Beton zementiert: Das Millionenloch Flugplatz wird weiter ausgebaut. 30.000 gesammelte Unterschriften und eine Volksbefragung, in der sich 113.674 Bürger/innen gegen die Anlage aussprachen; nie war der Protest in Süd-Tirol gegen ein Projekt so groß wie gegen den Flughafen. Doch die Partei mit dem Volk im Namen interessiert das nicht. Das teure Mediationsabkommen, das keine Erweiterung der Start –und Landebahn vorsah, wird von der SVP gebrochen. Und an vorderster Front Regionalratspräsidentin Rosa Thaler. Ein Skandal.

Die SVP-Abgeordnete Rosa Thaler hatte sich bei den Landtagswahlen 1998 als große Flugplatzgegnerin in den Landtag wählen lassen und sich in einer Presseaussendung vom 26.11.2007 noch dezidiert gegen eine Verlängerung der Landebahn ausgesprochen. Das war aber vor ihrer Wahl zur Regionalratspräsidentin. Nun spricht auch sie von der Notwendigkeit des Ausbaus des Flugplatzes. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dabei wurden schon vor Jahren die Grundstücke zur Verlängerung der Start- und Landebahn vom Land gekauft. Vor Mediation und vor Rundem Tisch. Der Ausbau stand anscheinend schon lange fest. Die Bevölkerung sollte nur bei Laune gehalten werden, wohl auch, um einigermaßen über die letzten Wahlen zu kommen.
 
Wirtschaftliches Nonsens-Projekt
 
Obwohl die Tourismusbranche eine Rekordsaison nach der nächsten vermelden kann, wird der Bevölkerung die Mär vom unerreichbaren Süd-Tirol vorgegaukelt. Der Flughafen Bozen wurde vom Forschungsinstitut Nomisma, der Flughafen Planungsfirma One Works und der Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG als unrentabel und überflüssig eingestuft. Die italienische Flughafenbehörde ENAC empfahl sogar eine zeitnahe Schließung der Anlage. Bereits nach dem ersten Ausbau des Flughafens versprach die Süd-Tiroler Landesregierung, dass sich dieser mit 3,3 Flügen am Tag rentieren werde. Heute wissen wir, dass selbst 7 Linienflüge am Tag nicht ausreichen um die Kosten für die unnütze Struktur auch nur annähernd zu decken. Schon 1998 wurde die Bevölkerung von der SVP systematisch angelogen. In den letzten zehn Jahren wurden so ca. 55 Millionen Euro aus dem (Flugzeug-) Fenster geworfen. Die Verschwendung geht nun munter weiter, und das in Zeiten der größten ökonomischen Krise in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.
 
Müllhalde Unterland
 
Der Widerstand der Unterlandler Bevölkerung gegen den Flughafen war zwar sehr entschlossen, dieser wird nun trotzdem ausgebaut. Neben dem Schießstand in Gmund, der Klärschlammanlage in Tramin, wie auch immer diese aussehen wird, das größte und teuerste Fahrsicherheitszentrum Europas usw., nun auch noch der Flughafenausbau. Das haben wir weder den oftmals (zu Unrecht) verschrienen Bürokraten in Brüssel, noch den spinnenden Römern zu verdanken. Nein, alles das verdanken wir der Südtiroler Volkspartei. Es kann deshalb nur eine Konsequenz geben: Austritt! Erst wenn die SVP ihre politische Monopolstellung verliert, kann es zu einem richtigen politischen Wettbewerb kommen, in dem nicht einige wenige Lobbyinteressen über das Wohl und Weh des Landes entscheiden, sondern die besten Ideen im demokratischen Entscheidungsfindungsprozess.

Stefan Zelger,
Hauptausschussmitglied
und Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT Tramin

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Kommentare (4)
1. 14-12-2011 05:34
 
Ver-Sprech(er)en
Die SVP verspricht nicht, sie ver-sprechen sich, ob Rosa beim Flugplatz, oder Durni beim Duce,usw.Das heisst nicht Volkspartei, sondern Ver-Sprecherpartei.Ich kann versprechen,SVP wird sich immer öfter Ver-Sprechen,versprochen!
 
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2. 12-12-2011 19:16
 
Man muß differenzieren
das eine ist, Versprechen abzugeben, die man dann nicht einlöst. 
 
Das andere ist, über die Sinnhaftigkeit des auch zukünftigen Vorhandenseins eines Flughafens für Süd Tirol nachzudenken.
 
EEkat
3. 12-12-2011 16:02
 
Südtiroler Volks P-etrüger
Was die Volks(-Partei)-Fürsten da trieben, da kann man nur den Kopf schütteln. 
 
Solange die SVP ihre politische Monopolstellung behält, wird es keine Demokratie in Südtirol geben. 
 
Diese Partei bedient sich am Volk. Durch die Annexion Süd-Tirols durch Italien, durch die Brennergrenze, nutzt die SVP ihre Monopolstellung und damit das Volk skrupellos aus.
 
So
4. 11-12-2011 21:57
 
Sehr gut geschrieben.
Es ist Zeit die SVP aus ihren Ämtern zu jagen und die Selbstbestimmung Süd-Tirols auszurufen! Nieder mit der SVP-Diktatur! Freiheit für Süd-Tirol!
 
FreiesSüdtirol

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