Brixen - Falsche Traditionen
Freitag, 2. Dezember 2011
brixen_weihnachten.jpgMit 12.000 Euro fördert die Gemeinde den Brixner Weihnachtsmarkt, der von sich behauptet, Brauchtum und Tradition hochzuhalten. Leider sind es nicht unsere Tiroler Traditionen und unser Brauchtum. So treten am Weihnachtsmarkt u. a. „Schuhplattlergitschen“ und eine Volkstanzgruppe auf. Vom alten Tiroler Spruch „Kathrein stellt’s Tanzen ein“ scheinen weder Tänzer noch Organisatoren jemals etwas gehört zu haben. Noch schlimmer ist allerdings der im Rahmenprogramm des Weihnachtsmarktes angeführte Umzug am 6. Jänner zum Fest der „Befana“. Die „Befana“ ist eine alte italienische Legendenfigur, die den Kindern Geschenke bringt. Unter dem Faschismus wurde dieser Brauch im Jahr 1926 als „Befana Fascista“ zum offiziellen Fest erhoben.

Wenn die Organisatoren des Brixner Weihnachtsmarktes, wohl um gewissen italienischen Kunden eine Freude zu bereiten, diese Tradition pflegen wollen, so können sie dies natürlich tun. Dass diese falsche „Traditionspflege“ aber auch noch mit Geldern der Gemeinde unterstützt wird, ist ein starkes Stück. Dass im Adventkalender am Pincherle-Haus der 24. Dezember ausgerechnet über einer überdimensionierten italienischen Trikolore positioniert wurde, ist das sprichwörtliche I-Tüpfelchen auf dieser missglückten Veranstaltung.

Hartmuth Staffler

Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Brixen

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Kommentare (22)
1. 09-12-2011 21:13
 
befane fasciste....
...una panzana senza misura...se uno sotto Solorno dice che la befana è fascista....milioni di persone cominciano a ridere.....una continenza del ridicolo no, vero? 
 
...sempre, insistentamente, ottusi....
 
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2. 10-12-2011 00:01
 
la befana fascista.....
http://sentierinterrotti.files.wordpress.com/2011/12/befana-fur-alte2.jpg?w=600 
 
divertitevi, siete ridicoli....
 
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3. 06-12-2011 16:54
 
la befana fascista.....
"Wir wollen kein Italien, nicht euer Geld und nicht eure (faschistische) Kultur!" 
 
Bei solchen Aussagen dürft ich euch aber nicht wundern, wenn die italienischsprachigen Südtiroler gegen einen Anschluss an Österreich bzw. einen Freistaat sind. 
Weil wenn dann Typen wie ff etwas zu sagen haben werden, dann wird eine italienische Minderheit recht schnell assimiliert werden.
 
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4. 05-12-2011 13:29
 
@ff
Ja, leider scheint es so, als ob Herr Pasini, bewusst oder unbewusst, eine faschistoide Denkweise übernommen hätte, die ihn auf solche Weise argumentieren lässt: Dazu gehört die fixe Idee, dass an der Zugehörigkeit zu Italien nicht gerüttelt werden dürfe (da muss es für ihn wohl ein ungeschriebenes, "heiliges" Gesetz geben) und der ewige Hinweis auf den Nationalsozialismus, mit dem er glaubt, auch noch nachfolgende Generationen in Geiselhaft nehmen zu können. Und wenn er dann auch noch schreibt "Italien wird hoffentlich alles beseitigen, was seine rechtmäßige Souveränität über Alto Adige/Südtirol bestreitet", ... ja dann besteht eigentlich kaum noch Zweifel darüber, dass er bestimmt kein lupenreiner Demokrat ist.
 
Wolfgang K.
5. 05-12-2011 10:18
 
Italienisches Unrecht
Der Beitrag von  
@Gianluca Pasini  
 
ist dieselbe faschistisch-nationalistische Soße, die so gut wie jeder Italiener in Südtirol von sich gibt. 
 
Laut letzter Volkszählung gibt es NUR 26% Italiener in Südtirol. 
Da wird schnell klar, mit welcher Verblendung, nationalistischer und historischer Ignoranz die Italiener behaupten Süd-Tirol wäre Italien. 
Italien hat Carabinieri und Militär in Südtirol, aber keine ethnische Berechtigung das Land besetzt zu halten. 
Bevor ein Italiener auf den Nationalsozialismus in Südtirol zeigt, soll er sich zuerst über Mussolinis Krieg mit Hitler beschweren und den Faschistentempel abreissen.
 
ff
6. 05-12-2011 09:47
 
Faschisten geben nicht auf
Der in verschiedenen Gegenden Italiens verbreitete sympathische Brauch, wonach die Hexe Befana (sie verkörpert das abgelaufene alte Jahr) den Kindern die Geschenke bringt, ist unter dem Faschismus zum offiziellen Fest (Befana fascista) erklärt worden. Damit wollte man andere "nichtitalienische" Weihnachtsbräuche bekämpfen, die entweder bei den Minderheiten im Staate verankert waren (wie unser Christkind) oder die sich aufgrund ausländischer Einflüsse breitmachten (wie der Weihnachtsmann in seiner amerikanischen Variante). Es ist den Faschisten nicht gelungen, unser Christkind zu verdrängen, aber die italienische Rechte bemüht sich weiterhin, den Befana-Brauch in Südtirol zu verbreiten. Dabei ist er selbst für die in Südtirol lebenden Italiener großteils fremd. In Welschtirol z. B. war immer die hl. Luzia die Hauptfigut der Weihnachtsbräuche.
 
Hartmuth Staffler
7. 05-12-2011 09:30
 
falsche Traditionen nicht allein ein Süd
Was hat derursprünglich auf der Schwäbischen Alb beheimatete Hammeltanz im badischen Odenwald verloren, was tur dort die alemannische Fasnet ? 
 
Shanty-Chöre am Bodensee und bayerischer Volkstanz in Norddeutschland ? Die Liste ließe sich beliebig erweitern.
 
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8. 04-12-2011 22:47
 
falsche Traditionen nicht allein ein Süd
In diesem spezifischen Fall sollte man beachten, dass es sich um eine Initiative des Organisationskomitees, sprich des Tourismusvereins, des Brixner Weihnachtsmarktes handelt, in dem die Mehrheit der Mitglieder vermutlich deutschsprachig ist. Hätten sie zufällig gewusst, dass die "Befana" auch bei der Mehrheit der italienischsprachigen Bevölkerung eine "fremde" bzw. kaum empfundene Sitte ist, hätten sie auch diese Polemik vermeiden können. Fast kein italianischsprachiges Kind in Südtirol bekommt Gaben von der Befana, vom Nikolaus hingegen schon.  
 
Hier geht es nicht um die Ungerechtigkeit der Grenze am Brenner und die anschließende Italianisierungspolitik während des Faschismus und in den ersten Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg, sondern vielmehr um Unkenntnis von Kultur, Sitten und Bräuchen von seiten des Brixner Tourismusvereins.
 
A Bozner
9. 04-12-2011 20:40
 
Befana
Vielleicht sollte ich von "Zivilisation" (natuerlich mit keinem Ueberlegenheitsgefuehl) anstatt "Kultur" schreiben. Die Sachen aendern sich jedoch nicht. Meine Stellungnahme war sowieso vernünftig und fest, rücksichtsvoll und mild. Persönlich bin ich übrigens kein Deutschenfeind. Allerdings steht die Zugehörigkeit Südtirols zu Italien durchaus außer Frage. Es darf (ja, darf) nicht bestritten werden. Das müssen sich die deutschsprachigen Südtiroler eben einprägen. Italien wird hoffentlich alles beseitigen, was seine rechtmäßige Souveränität über Alto Adige/Südtirol bestreitet (die auf keinen Fall eine Beherrschung ist, müsst ihr euch davon überzeugen). Die deutschsprachigen, die meistens während des 2. Weltkriegs dem dritten Reich freundlich gesinnt waren, haben kein Recht, anderen faschistische Methoden vorzuhalten. Das wäre lächerlich. Souveränität Italiens abzuerkennen, das ist ja ein unannehmbarer Revisionismus, der keinen Platz finden wird. Beste Gruesse.
 
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10. 04-12-2011 17:04
 
Angst und Gier
@Hartmuth Staffler 
Die Gier der Südtiroler nach Geld ist größer als die Angst die Freiheit und sein Gesicht zu verlieren. 
 
@ Gianluca Pasini 
"Anwesenheit der italienischen Kultur" ....in Süd-Tirol ist Kolonialisierung und Besatzung und ist unerwünscht. Wir wollen kein Italien, nicht euer Geld und nicht eure (faschistische) Kultur!
 
ff
11. 04-12-2011 17:02
 
Italienische Kultur?
Befana und auch Schuhplattler sind in diesem Zusammenhang Ausgeburten eines pseudoadventlichen Kommerztreibens (Befana hat mit Kultur ungefähr so viel zu tun wie Halloween). 
Wenn italienische Bürger sich hier nun beleidigt zeigen, haben sie meiner Meinung nach eine seltsame Vorstellung von Respekt für kulturelle Errungenschaften. 
Schon der Weihnachtsmarkt hat meiner Meinung nach mit Brauchtum und Tradition sehr wenig bis gar nichts zu tun. 
 
@ Pasini 
Zusammenleben ist schön und gut, aber von Kultur reden wir doch lieber bei einer anderen Gelegenheit.
 
Wolfgang
12. 04-12-2011 14:56
 
Befana fascista
Viel Spass beim Leser der nachstehenden Seite: 
http://www.nuovo-ordine-nazionale.org/NON/index.php?option=com_content&view=article&id=170:befana-fascista-a-san-nicandro-garganico&catid=31:generale
 
Welsch-Tirolerin
13. 03-12-2011 20:05
 
Befana
Ich finde ja diesen Streit ganz dumm. Er verraet die gewoehnliche und langweilige Polemik gegen die Italianisierung. Zwar fand diese in einem gewissen Zeitraum statt, aber ihre Wirkungen sind amplifiziert worden (denn scheint mir die Klage von Unterdrueckung uebertrieben) und der obengenannte Vorgang ist ein Sachverhalt, der heutzutage ruhig angenommen werden kann, weil er ueberhaupt nicht gewaltsam ist. Es muss euch deutschsprahigen Suedtiroler klar sein, dass Alto Adige/Suedtitol zu Italien einfach gehoert. Wir Italiener und ihr deutsche Suedtiroler koennen und sollen zusammenleben, indem wir aufeinander Rucksicht nehmen. Revisionismus (ja, Revisionismus, denn so nenne ich die Suche, die Anwesenheit der italienischen Kultur anzufechten) scheiben wir beiseite.
 
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14. 03-12-2011 18:36
 
La Befana fa cosi' paura?
Avete paura della vecchietta con la scopa? Ah,ah,ah...Siete divertentissimi...Proporrei l'obbligo per tutti, turisti compresi, di circolare in paese solo con pantaloncini alla zuava..Continuate così', siete fantastici...
 
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15. 04-12-2011 13:56
 
ridicoli
http://www.repubblica.it/cronaca/2011/12/03/news/befana_di_destra-26030034/?ref=HREC1-6
 
repubblica
16. 02-12-2011 21:45
 
ridicoli
@ hp 
Zum Thema "Befana" muss man wissen, dass der Faschismus ganz gezielt diese alten Brauch (gegen den dort, wo er hingehört, nichts einzuwenden wäre) gefördert hat, um andere Weihnachtsbräuche, vor allem jene der Minderheiten, zurückzudrängen. In Süd-Tirol sollte die "Befana Fascista" vor allem dem als "germanisch" empfundenen Christkindl-Brauch Einhalt gebieten. Viele Süd-Tiroler waren damals noch selbstbewusst genug, um trotz großer Not auf die Geschenke der "Befana Fascista" zu verzichten. Heute verkaufen sich unsere Krämerseelen ohne jede Notwendigkeit.
 
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17. 02-12-2011 20:20
 
Mischmasch
Nicht nur dies sind die ersten Anzeichen einer Tirolerisch-italienischen mischmasch Folklorekultur.
 
Salzburger
18. 02-12-2011 19:03
 
Mischmasch
In Brixen wundert mich bald gar nichts mehr, italienischer als Italien. Was Italien nicht geschafft hat versucht die SVP jetzt zu erreichen, ein italienisches Südtirol.
 
h
19. 02-12-2011 17:15
 
Schleichende Anpassung
Das ist ein weiterer Beweis, dass sich die Italienisieurung nicht nur auf die Politik, sondern auch auf unsere Kultur und Traditionen auswirkt. 
 
Es ist ein Beweis dafür, dass die Autonomie längst nicht mehr ausreicht.  
Die Autonomie schützt nicht mehr Süd-Tirol. Sie hat eine schleichende Anpassung an den Nationalstaat zur Folge. Die Autonomie ist nur mehr ein Vorteil für Italien, weil wir uns damit gegen die Freiheit entscheiden und weiterhin bewußt oder unbewußt italienisieren lassen.
 
ff
20. 02-12-2011 16:44
 
interessante Traditionen
Schon interessant, wenn man mit Volkstanzgruppen im Dezember Brauchtum und Tradition hochhalten will. Denn laut Tradition wird vom 25. November bis 6. Jänner eben genau NICHT getanzt. 
Warum man einen Adventskalender überhaupt mit einer Staatsfahne bzw. politischen Meinung "zieren" muss ist mir auch schleierhaft. Das zeigt aber auf, dass Brixen eine doch sehr von Italien angehaucht ist. 
 
Gegen die Befana hätte ich dann wieder nichts einzuwenden. Denn schliesslich ist das eine italienische Tradition, und viele Brixner sind nun mal kulturell Italiener. Deshalb sollte man es schon respektieren wenn die tiroler und auch die italienische Kultur parallel gefeiert werden. Tragisch wäre es dann aber, wieder wenn man die Befana als "Tiroler Kultur" bezeichnen würde.
 
hp
21. 02-12-2011 14:07
 
Andreas Hofer - Bund Tirol
Assimilation (auch Assimilierung) bezeichnet in der Soziologie die Verschmelzug verschiedener gesellschaftlicher Gruppen miteinander. Empirisch steht die Verschmelzung einer Minderheit mit einer Mehrheit im Vordergrund.  
 
In Brixen steht scheinbar die Verschmelzung einer Minderheit (Italiener in Südtirol) mit einer deutsch -ladinischen Mehrheit im Vordergrund. Die Assimilierung erfolgt hier aufgezwungen auf kultureller (Übernahme von Sprache, Bräuchen und Sitten) struktureller und sozialer Ebene.  
 
Wieder einen Schritt näher der Aufgabe der eigenen tiroler Kultur. 
 
Wehe wehe(schmerzhaft)wenn ich das Ende sehe.
 
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22. 02-12-2011 14:03
 
Verkaufte Heimat
Die Fortsetzung der "Piefke Saga" wird schon sehr lange auch in Süd-Tirol nach Süden hin sehr tüchtig fortgeschrieben, damit nur hier keinem Fremden fad wird und alle nur möglichen Tirol Chlichees bedient werden, und natürlich damit der Rubel weiter rollt. Was das betrifft, da gibt´s ka Sünd, die nicht in Kauf genommen wird. 
 
http://www.youtube.com/watch?v=VfeMD-Vujeo
 
Markus Anton

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