Alpiniaufmarsch in Bozen- Division Monterosa: Kriegsverbrecher marschieren zum Siegesdenkmal
Sonntag, 16. Oktober 2011
roland_lang_gemeindewahl_bozen.jpgDie SÜD-TIROLER FREIHEIT fordert vom Bürgermeister von Bozen Luigi Spagnolli und ANA-Sektionschef Ferdinando Scafariello Aufklärung darüber, ob am Alpinitreffen im Mai 2012 in Bozen auch Vertreter der faschistischen Alpini Division Monterosa teilnehmen werden. Die Alpinitruppe Monterosa wurde 1944 unter der Repubblica von Salo’ gründet und erhielt in Müsingen in Nazideutschland von Mussolini höchstpersönlich die Fahne. Vorgeworfen werden dieser Einheit zahlreiche Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung Oberitaliens. So liquidierten in Gogna (Garfagnana, Toscana) Angehörige der Monterosa am 1. Februar 1945 sechs Zivilisten nach dem Tod eines Alpinisoldaten.

Südtirol wurde durch die nazifaschistischen Diktaturen in Deutschland und Italien beinahe von der Landkarte gelöscht. Dass im Mai 2012 wahrscheinlich Angehörige und Verehrer einer unter Mussolinis Repubblica die Salo’ gegründeten Alpinidivision, welche in Nazi- Deutschland ausgebildet wurde und Kriegsverbrechen begangen hat, zum Siegesdenkmal marschieren dürfen, ist eine skandalöse Beleidigung aller Südtiroler und Antifaschisten.

Es bleibt abzuwarten, so Leitungsmitglied Roland Lang von der Südtiroler Freiheit, wie der Bürgermeister von Bozen und ANA- Chef Scafariello eine wahrscheinliche Teilname von Vertretern  einer von vier vom italienischen Diktator Mussolini aufgestellten Divisionen, die außerdem Kriegsverbrechen gegen die eigenen italienischen Landsleute begangen hat, rechtfertigen wird!

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT wiederholt ihr striktes Nein zu einem Alpiniaufmarsch am Muttertag 2012 in Bozen.


Roland Lang

Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT


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Kommentare (1)
1. 17-10-2011 11:08
 
Ein unwürdiges Schauspiel
Das sagt schon alles über die Qualität der Autonomie für Süd-Tirol aus, die bekanntlich immer wieder und immer noch von der SVP in den Himmel gelobt wird. Bei dieser Gelegenheit kann man es deutlich sehen, wie viel sie in diesem heutigen Staat der noch so Autonomen Provinz Bozen wert ist oder jemals sein kann.  
 
Derartiges an unverschämten Machtdemonstrationen gegenüber einer fremdbestimmten Ethnie ist in ganz Europa bereits seit Generationen undenkbar geworden, und vor Denkmalen für eine verbrecherische Geschichte und damit der Schande schon gar nicht. Außer in Italien sage und schreibe in Jahren 2011 und 2012 in der noch so Autonomen Provinz Bozen, vielleicht auch deswegen, weil die SVP am Süd-Tiroler Boden politisch keinen Widerstand dagegen leistet und sich gegenwärtig wie Wachs in den Händen von Rom verhält. 
 
Im Freilichtmuseum des permanenten und leider immer noch lebendigen italienischen Duce-Faschismus der Marke Alto Adige dürfen also nach Plan 2012 in Bozen wieder einmal die alten und die neuen Faschisten unter dem Mäntelchen der Demokratie hier die demokratisch gesinnten Menschen brüskieren und die angeblich noch so autonome Landesregierung wird wohl bei dieser Gelegenheit eine gute Miene zu dieser Schmierenaufführung machen müssen. In Wirklichkeit nicht viel anders, als sich das eben für eine echte Kolonie im Umgang der Kolanialmacht mit den "eroberten" Ureingeborenen in ihrem eigenen Land gehört. Dass dieses Faktum geschichtlich nicht stimmt, bzw. eine permanente Lüge darstellt, das interessiert heute niemand in Italien, die Alpini von heute werden sicher so tun, als ob auch 1919 Süd-Tirol von diesem Land "erobert" worden wäre. Für diesen "Sieg" mit Lug und Betrug am diplomatischen Tisch ist ja der Duce-Tempel in Bozen 1928 errichtet worden, wo sie ja ihre Kränze niederlegen wollen.  
 
Man konnte aber in der Vergangenheit schon immer mit Glasperlen, Geld, Privilegien udm. das Wohlwollen der Häuptlinge bei den Ureingeborenen kaufen, die wohl noch eine unwürdige Staffage für diesen Hexensabbat bieten werden müssen, falls das bei passender Gelegenheit für die Legitimation des Herrschaftsanspruchs benötigt wird. Die eigenen Häuptlinge werden das sicher wieder einmal tun, teils weil sie keine Wahl haben und teils weil sie glauben, sie tun damit dem Land etwas gutes, wenn sie sich wieder einmal bei den Mächtigen dieses Staates einschleimen werden.  
 
Von wegen, die AP Bozen darf man nicht mit der verflossenen allerbesten Autonomie der DDR vergleichen. Dort wurde bekanntlich in einer Diktatur auf Befehl von oben der Roten Armee immer wieder gehuldigt, die dieses Land im Kampf gegen einen anderen Faschismus "für ewige Zeiten für Russland" einmal erobert hat, wie es dort bis 1989 auch offiziell geheißen hat. Die beiden verbrecherischen Systeme sind dort Geschichte, seit 20 Jahren auch die Geschichte der ethnisch-politischen Fremdbestimmung. Das Kriegsbeuteland des Zweiten Weltkrieges ist heute Gott sei Dank wieder frei von dieser Art der Fremdbestimmung und Zwangsbeglückung. 
 
In Süd-Tirol hingegen ist das lebendige Duce-Freilichtmuseum leider weiterhin eine sehr traurige und jede Zeit greifbare Realität. Der Mussolini zum Beispiel grüßt weiterhin am Tag wie bei der Nacht in Glanz und Gloria grell beleuchtet hoch zu Ross mit erhobener Hand von einem Relief von einem öffentlichen Gebäude, dazu versehen uns deutlich lesbar obszönen faschistischen Parolen. Wer das nicht glaubt, der sollte einmal eine Bildungsreise nach Tirol südlich des Brenners machen, in das Land wo die Zitronen und vieles mehr noch blühen und sich von sachkundigen Personen das zeigen lassen. Obszöne Denkmale dieser Art gibt es auch heute in ganz ST mehr als genug, auch z.B. Alpini-Denkmal in Bruneck, vom Duce selbst im Jahre 1938 errichtet, und zwar für die in Kriegsverbrechen sonderzahl in Afrika verwickelte "Divisione Pusteria" der Alpini in Bruneck! Vor solchen Mahnmalen der Schande werde seit damals auch von der offiziellen italienischen Seite Kränze niedergelegt und Paraden abgehalten und das sind auch Traditionen dieses Staates, die gepflegt werden und auf die sehr viele Italiener stolz sind oder stolz bleiben sollen. Man stelle sich bloß so etwas nördlich des Brenners gestern wie heute vor! 
 
Man sollte bei dieser Gelegenheit noch eine besonders "schöne" Stilblüte aus Nord-Tirol anbringen, wo die Tiroler Tageszeitung in einem Artikel zu Themen aus ST das Bild des Faschisten-Tempels in Bozen als Visitenkarte des Landes gewählt hat. Also, ärger geht es wohl nicht mehr, wenn die scheinbar gebildeten Tiroler sogar in Innsbruck in der Redaktion einer Zeitung der Tiroler mit einem Bildungsauftraq versehen die Aussage- und Symbolkraft solcher Bilder nicht mehr verstehen. Duce-Tempel dazu am sog. "Siegesplatz" in Bozen für einen "Sieg", den es in behaupteter Form für Italien so nie gegeben hat, ist eine permanente Demütigung und Beleidigung aller Tiroler egal in welchem Landesteil! Ein jedes anständige Volk egal wo auf der Welt würde dieses Faktum genau so sehen, umso mehr müssten das die von der unbarmherzigen Fremdbestimmung betroffenen Tiroler auch im Norden des Landes stellvertretend für den Süden wissen. Nach 1945 wurden überall auch in Österreich die Zeugnisse des Faschismus und der NS-Herrschaft geschleift, in Süd-Tirol hingegen stehen sie in der Öffentlichkeit weiterhin und dürfen ohne Unterlass die demokratisch gesinnten Menschen mit Absicht grob beleidigen, weil sie an "Siege des Faschismus" erinnern. Vor allem aber dann, wenn vor ihnen, wie vor dem Duce-Tempel in Bozen, die alten und neuen Faschisten der verbrecherischen Geschichte des heutigen Staates in ST in der Zeit vor 1945 gedenken. Die TT aus Innsbruck erkennt dazu nicht einmal den ideologischen Zusammenhang bei der Wahl der Bilder in der eigenen Berichterstattung aus Süd-Tirol. Es handelt sich dabei wohlgemerkt nicht um eine Zeitung aus Finnland, Ober-Volta oder Panama, sondern um ein Blatt der Tiroler aus der historischen Landeshauptstadt Innsbruck. Was soll man noch dazu sagen, wenn man damit nicht in ST sondern im Bundesland Tirol konfrontiert wird!  
 
 
http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Nachrichten/3558394-6/sonderfall-s%C3%BCdtirol-trotz-geringer-verschuldung-top-rating-verloren.csp
 
Markus Anton

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