65 Jahre Pariser Vertrag Entschuldigung bei Ladinern steht noch aus!
Montag, 5. September 2011

roland_lang_buch_faschismus.jpgMan mag zum Pariser Vertrag stehen wie man will, so Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Tatsache ist, dass die älteste Volksgruppe Tirols, die Ladiner, in diesem Vertrag in keiner Wese genannt bzw. geschützt wurden. Auch wenn die Ladiner immer wieder erklärt haben, dass Sie Tiroler sind, sind sie außerdem auch eine eigene, autochtone Volksgruppe und sind noch heute (!) auf 3 Provinzen aufgeteilt. Wenn heute der Pariser Vertrag gefeiert wird, so wäre von offizieller Seite endlich auch  eine Entschuldigung gegenüber unseren ladinischen Landsleuten fällig! 

„Tiroler sind wir und Tiroler wollen wir auch bleiben!“  so hieß es in einem Aufruf, den die Gemeinden von Gröden, Enneberg, Fassa und Buchenstein an die Deutschsüdtiroler im Oktober 1918 richteten. Immer teilten die Ladiner ihr Schicksal mit den Deutsch- und Welschtirolern, erwähnt sei auch der hohe Blutzoll bei der Verteidigung Tirols im ersten Weltkrieg.

Der 65. Jahresvertrag des Pariser Vertrages bietet den richtigen Anlass, sich für das „Vergessen“ der ältesten Volksgruppe Tirols in diesem wichtigen Vertrag zu entschuldigen. Gleichzeitig sollten sofort alle Schritte unternommen werden, um die Ungerechtigkeiten gegenüber den Ladinern im Paket, das als Folge des Pariser Vertrages entstanden ist, zu beseitigen.

Es ist das Recht der Ladiner, ihre Sprache und Kultur zu pflegen und ihre gewachsenen Ortsnamen zu gebrauchen.


Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

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Kommentare (1)
1. 05-09-2011 20:01
 
Über den ladinischen Volksstamm
weiß man etwas zuwenig. Vermutlich hat es früher einmal eine Verbindung mit den Rätheromanen im Engadin gegeben. So wie auch dort, sollen sie ihre Kultur und Eigenheit weiter erhalten können.  
Ungelöst ist auch noch die Zugehörigkeit von Cortina d`Ampezzo. Die Leute dort fühlen sich heute noch mehr als Südtiroler als Italiener. 
Sicher wäre die Selbstbestimmung durch eine freie Wahl für alle die gerechteste Lösung.  
Der Pariser Vertrag war ja auch nur eine Notlösung, weil die Vertrags-Betroffenen nicht gefragt wurden, wohin sie sich am liebsten anschließen wollen. 
Eine Vollautonomie könnte wieder die gleiche Mißgeburt werden, weil man noch nicht wissen kann, was nach Berlusconi nachkommt.
 
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