Süd-Tirol verdient sich eine bessere Zukunft als Italien: Autonomie-Scheuklappen ablegen
Montag, 8. August 2011

sven_knoll4.jpgIn Anbetracht des wirtschaftlichen Niedergans Italiens, der auch Süd-Tirols Existenz gefährdet, zeigt sich, dass das von der SÜD-TIROLER FREIHEIT organisierte Selbstbestimmungs-Referedum im Ahrntal der richtige Weg ist, um die Bevölkerung auf eine Zukunft ohne Italien vorzubereiten. Wenn Süd-Tirol nicht mit Italien untergehen will, ist es unabdingbar, die Autonomie-Scheuklappen abzulegen, um zu erkennen, dass es auch andere Zukunftsmodelle wie die Selbstbestimmung gibt, die Süd-Tirol politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten, so Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der SÜD-TIROLER FREIHEIT.

Aus gegebenen Anlass wird die SÜD-TIROLER FREIHEIT daher die kommenden Informationsabende im Ahrntal gezielt unter den Aspekt der wirtschaftlichen Entwicklung stellen und anhand fachlicher Expertisen aufzeigen, dass es für Süd-Tirol auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist, eine Zukunft ohne Italien anzustreben.
Die Tatsache, dass nun sogar schon die europäische Zentralbank (EZB) Notankäufe von italienischen Staatsanleihen erwägt, um Italien am Leben zu halten, beweist, wie ernst die Lage wirklich ist.

Die Äußerungen des SVP-Kammerabgeordneten Siegfried Brugger, welcher davon spricht, dass aufgrund der italienischen Finanzmisere weitere Belastungen auf Süd-Tirol zukommen werden, die auch über das Mailänder Abkommen hinausgehen, zeigen deutlich, dass Süd-Tirol schlimme Zeiten bevorstehen.
Wenn sogar schon Siegfried Brugger zugibt, dass auch er lieber in einem stabilen Land wie Österreich leben würde, führt er der Bevölkerung damit selbst vor Augen, welche Belastung Italien für Süd-Tirol ist. Er muss sich daher die Frage stellen lassen, warum er nichts dagegen unternimmt, wenn er sich des Problems bewusst ist?

Anstatt auf eine Zukunft ohne Italien hinzuarbeiten, hat die SVP Süd-Tirol im blinden Autonomieglauben immer weiter an Italien gekettet. Diese Autonomie-Scheuklappen-Politik rächt sich nun, da man sich nie auf einen Ernstfall vorbereitet hat. Sobald Italien pleite geht, ist nämlich auch die Autonomie keinen Pfifferling mehr wert, da sie nicht mehr finanziert werden kann.



L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT

 


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Kommentare (14)
1. 17-08-2011 13:43
 
dringende Kurskorrektur empfohlen
„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“  
Aristoteles
 
Demosthenes
2. 14-08-2011 19:29
 
Jetzt wird`s dann ernst mit dem 2. Sparp
Kaum anzunehmen, dass alle Italiener diese Maßnahmen mitttragen werden. Zu spät kommt es ohnehin schon. Ein davonschleichen wird für die Südtiroler noch schwieriger werden. Zum nachdenken und diskutieren wird es für die SVP jetzt eher kommen. Solange es die Landesräte nicht am eigenem Futterdrog trifft, wird sich nicht allzuviel tun!
 
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3. 13-08-2011 10:10
 
SVP, nur opportunistisch?
„Das ist einer Partei wie der SVP unwürdig.“ 
Die SVP darf nicht davon ausgehen, dass sie auf ewige Zeiten die absolute Mehrheit haben wird und, dass das Edelweiß-ankreuzen ein immer wiederkehrendes Naturschauspiel ist. 
 
 
„Wir müssen einen neuen Status für Südtirol finden…“ 
Den Status zu den man seit 1918 kommen muss, ist Völkerrecht für Süd-Tiroler. Süd-Tirol ist Tirol und gehört zu Österreich. Da braucht es keine neuen Staaten, Regionen oder Extrawürste für Süd-Tirol. 
 
„der Gerichtsbarkeit der Einfachheit halber an Italien an.“ 
Dieser Zustand wäre absolut inakzeptabel!!!! Süd-Tirol wäre damit DDR mit russischem Einfluss und es wäre ein Fortsetzung der Annexion. 
 
Ich habe den Eindruck die SVP schützt immer mehr die Italiener in diesem Land, als die Süd-Tiroler. Ist das aus Angst oder wieder aus Opportunismus?
 
ff
4. 11-08-2011 19:55
 
Öffnung
Da hat der Karl Zeller von der SVP Recht. Vor allem auch, daß es faszinierend viele Möglichkeiten gibt. Ebenso ist richtig, daß dies unter Einbeziehung aller drei Sprachgruppen erfolgen muß.  
 
Bisher haben die "faszinierend" vielen Möglichkeiten der SVP dazu verholfen, garnichts machen zu müssen.  
 
Neu ist das Eingeständnis, daß dabei Zeit und Chancen, die sich Süd Tirol boten, vertan und verplempert wurden. 
 
Wenn sich dazu in der SVP eine neue Sichtweise bildet, das wäre sicherlich ein begrüßenswerter Schritt für Süd Tirol.
 
EEkat
5. 11-08-2011 14:25
 
Ausreden rächen sich!
O- Ton Zeller: "Derzeit taumeln wir dahin. Wir sind ein Spielball der Ereignisse und nicht Akteure, die das Spiel selbst bestimmen. Das ist einer Partei wie der SVP unwürdig." 
 
Wie wahr! 
Die Erkenntnis kommt sehr spät, denn bisher war die SVP ausschließlich mit dem eigenen Machterhalt beschäftigt, und vergaß und verriet die Wünsche und gerechten Anliegen des Volkes. 
 
Die Lobpreisung dieser Miniautonomie in völliger Verdrängung und Leugnung der bekannten VertragsUNtreue Italiens, die Blindheit und Dummheit gegenüber der täglich erlebbaren Realitäten, und das Abschieben und Tabusieren der volkstumspolitisch wichtigen Themen, wird ihr nun zum Verhängnis und darüber stolpert sie nun.  
Zukunft: die Ausrede all jener, die in der Gegenwart nichts tun wollen. 
Harold Pinter
 
Libertad
6. 11-08-2011 10:07
 
Wichtige Stimme aus der SVP
...In einem anderen Forum gefunden. Danach scheint die das Land regierende SVP den Ernst der heutigen Lage langsam zu begreifen und melden sich mit sehr ungewohnten Meinungen zu Selbstbestimmung des Landes zu Wort.  
 
Der seit vielen Jahren de facto SVP Sprecher in Fragen der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler, Spitzenpolitiker dieser Partei und Abgeordnete Karl Zeller im Dolomiten-Stol Interview im Originalton: 
 
 
 
Die SVP hat durch die Autonomie Großes für Südtirol geleistet. Allerdings brauchen wir jetzt eine neue Perspektive. Ich schlage vor, dass sich alle drei Sprachgruppen zusammensetzen und über die Zukunft des Landes sprechen. Das bedeutet nicht, dass sich die SVP den Italienern öffnen soll. (...) Ich will allerdings mit den autonomiefreundlichen italienischen Parteien in den Dialog treten, um zu sehen, ob es für ein neues Zukunftsmodell Südtirol eine breite Basis gibt. 
 
STOL: Ihre Vision? 
 
Zeller: Ich bin dagegen, morgen die Selbstbestimmung auszurufen. Zuerst muss man versuchen, einen breiten Konsens für etwas Neues zu finden, auf das wir alle hinarbeiten können. Derzeit taumeln wir dahin. Wir sind ein Spielball der Ereignisse und nicht Akteure, die das Spiel selbst bestimmen. Das ist einer Partei wie der SVP unwürdig. Wir müssen einen neuen Status für Südtirol finden und dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich stelle mir vor, dass wir viel mehr Eigenständigkeiten anstreben als wir heute haben. Es kann ein Modell Liechtenstein sein, bei dem man sagt: Wir stehen zwischen zwei Staaten, lehnen uns aber z.B. bei der Gerichtsbarkeit der Einfachheit halber an Italien an. Bei der Außenpolitik lassen wir unsere Interessen hingegen von Wien vertreten, so wie Liechtenstein dies der Schweiz überlässt. Oder es gibt das Modell der Doppel-Staatsbürgerschaft, bei dem die Südtiroler auch die österreichische Staatsbürgerschaft bekämen. Möglichkeiten gibt es faszinierend viele, sie müssen aber immer innerhalb der EU umgesetzt werden. Sehr wichtig ist auch, dass die Italiener in Südtirol mit einbezogen werden. Die Zukunft des Landes soll nicht gegen sie gerichtet sein, sie muss mit ihnen entwickelt werden. Dann hat ein neues politisches Konzept sicher Erfolgsaussichten.  
 
Ende des Zitats.
 
Markus Anton
7. 10-08-2011 17:44
 
Weniger als halbherzig.
@avenarius, 
 
Deutschland wird ganz sicher nicht das Wort auf der Seite Süd Tirols erheben. Das müssen die Süd Tiroler schon selber machen, erst dann kann und wird Deutschland sich für eine Lösung einsetzen. Deutschland geht nicht voran, aber es wird moderierend unterstützen. 
 
@Ing Winfried Matuella, 
 
Sie haben m.M. eine treffende Zusammenfassung der Versäumnisse der Vergangenheit beigesteuert, auch einige Gründe, warum es zu diesen Versäumnissen gekommen ist. Tatsächlich zeichnet sich seit mindestens 5 Jahren ab, daß man von Süd Tiroler Seite hätte tätig werden, eine neue Fokussierung hätte suchen müssen, wie die Weiterentwicklung für ST aussehen soll. Verzahnung mit ST-Italienern, Nutzung des günstigen politischen Klimas, in einem Europa des Aufbruchs. Das ist nicht vertan, sondern ausgeschlagen worden durch kunstvoll inszenierten Stillstand. Ich denke z.B. an Cossiga. Ausspielung der verschiedenen Varianten gegeneinander – Eigenstaatlichkeit, gegen Anschluß - um sich nicht bewegen zu müssen.  
 
Stillstand ist Rückschritt.  
 
Oder Gorbatchow: wer zu spät kommt, den straft das Leben. 
 
Nun sitzt Süd Tirol also wieder an der Seite Italiens, und nur noch ein Zerfall Italiens könnte im Moment als Beiprodukt auch noch einen Abfall Süd Tirols auslösen. Wenn überhaupt. Denn selbst da wäre ich mir nicht mehr sicher, bei der Vorgehensweise unserer derzeitigen Politiker in Europa. Vielleicht will Durnwalder ja in die Geschichtsbücher eingehen als der letzte Italiener. Gestützt von Grünen. 
 
Als großer Weichensteller kommt niemand der führenden Süd Tiroler Politiker in den Sinn. Das sind allenfalls Verwalter. Die Dynamik der Weiterentwicklung kommt vor allem aus der Süd Tiroler Freiheit, die wohl genau deswegen entstanden ist.  
 
Die aber keine eigenständige politische Ausrichtung repräsentiert.
 
EEkat
8. 10-08-2011 14:12
 
Für eine bessere Zukunft
Auch dieses kleine deutschsprachige Land Süd-Tirol mit allen seinen Bewohnern verdient einmal vielleicht mehr als andere in dieser Region eine abgesicherte und selbstbestimmte Zukunft in diesem Europa von heute und morgen der politisch wie ethnisch freien Völker.  
 
So lange die von den Parteien der Süd-Tiroler so oft gestellte Frage de eigenen ethnisch-politischen Selbstbestimmung gerade von Italien nicht friedlich und demokratisch legitimiert beantwortet ist, befindet sich dieses Land im Zustand der von Außen diesem Land aufgezwungenen Fremdbestimmung. Der unerschütterliche Glaube an die Überwindung dieses aus demoratiepolitischer Sicht unhaltbaren Zustandes und Unrechts gerade in Europa der EU kann oft Wunder bewirken, man muss nur stark genug daran glauben und in diesem Sinne politisch handeln.  
 
Allen Menschen guten Willens, die sich für die friedliche und demokratisch legitimierte Beantwortung dieser Frage in und außerhalb von Süd-Tirol unermüdlich einsetzen, möchte ich gerne meine Übersetzung eines bekannten Liedes "We shall overcome" aus dem angelsächsischen Raum widmen, das vor allem früher einmal durch die Interpretation der US-Sängerin und Kämpferin für Menschenrecht auf Selbstbestimmung Joan Baez sehr bekannt wurde. Da dieser an ein sehr altes englisches Kirchenlied angelehnter Song von vielen bekannten Sängern gesungen wird, gibt es viele voneinander abweichende Versionen davon, ich habe daher die bekanntesten Strophen bei der Übersetzung gewählt. 
 
 
http://www.youtube.com/watch?v=GUjGejeqU1s 
 
 
http://www.youtube.com/watch?v=QhnPVP23rzo 
 
 
WE SHALL OVERCOME - DER SIEG IST UNS GEWISS 
 
 
 
Der Sieg ist auch uns gewiss, 
Der Sieg ist auch uns gewiss, 
Wenn die Zeit dafür gekommen ist. 
 
Refrain: 
Ach, aus tiefstem Herzensgrund,  
Glaube ich ganz fest in dieser Stund, 
Dass der Sieg auch uns bestimmt ist. 
 
Einmal gehen wir Hand in Hand, 
Einmal gehen wir Hand in Hand, 
Wir alle zusammen in diesem Land. 
Ref. 
 
Wir werden auch in Frieden leben, 
Wir werden auch in Frieden leben, 
Der uns eines Tages wieder gegeben. 
Ref. 
 
Wir fürchten uns ganz sicher nicht 
Wir fürchten uns ganz sicher nicht, 
Bis die Freiheit auch hier anbricht. 
Ref. 
 
Wir werden alle wieder frei sein, 
Wir werden alle wieder frei sein, 
Denn wir sind viele und nicht allein. 
Ref. 
 
Der Sieg ist auch uns gewiss, 
Der Sieg ist auch uns gewiss, 
Wenn die Zeit dafür gekommen ist. 
Ref. 
 
--------------
 
Markus Anton
9. 10-08-2011 09:25
 
Für eine bessere Zukunft
Nach meiner Meinung sollten Sie nach Deutschland Drücke machen, um von Italien Selbestimmung und Freiheit Südtirols zu fordern. Weil jetzt italienische Wirtschaft total abhängig von Deutschland ist, kann dies Deutschland fordern. 
 
Grüße aus Rom.
 
Avenarius
10. 10-08-2011 08:44
 
@günther
ich kann Günther nur Zustmmien! Die Opposition in Südtirol ist zu sehr versplittert und untereinander zerstritten. Sicher ist ein annähern der Parteien untereinander nicht leicht. Aber ich sehe die Südtiroler-Freiheit beim Thema Selbstbestimmung nicht wirklich als eine Partei sondern, es könnte zu diesem konkreten Ziel auch ein Bündnis mit anderen Parteien möglich sein.  
Die Freiheitlichen wären sicher ein guter Partner zu dem Thema, gut wäre auch noch wenn man italienischsprachige Parteien auch mit im Boot sitzen hätte. Auch wenn das sicher kein leichtes Unterfangen ist.
 
hp
11. 08-08-2011 15:38
 
@günther
Liebe STF, arbeitet mit den Freiheitlichen und anderen zusammen, die ebenfalls eine Loslösung von Italien anstreben. Das Thema ist zu wichtig, jetzt heißt es geschlossen für das gemeinsame Ziel zu arbeiten. 
Bei den Wählern der SVP gibt es ohnehin viele die so denken, bei vielen Politikern ebenfalls, auch wenn sie es noch nicht offen sagen! 
Gemeinsam für eine bessere Zukunft!
 
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12. 08-08-2011 15:26
 
Andreas Hofer - Bund Tirol
Anfang der 80er Jahre konnte die Selbstbestimmung in einer im Kalten Krieg erstarrten Welt als abenteuerliche Illusion gesehen werden. Seit 1972 stand Südtirol mitten in der Verwirklichung einer hart erkämpften Autonomie. Zudem blokierte Italien mit seinem Veto jede Annäherung Österreichass an die EWG und EG. Die politische Zweigleisigkeit Autonomie - Selbsbestimmung konnte das Erreichte gefährden. Die Gelegenheit, parallel zur Autonomie in der politischen Diskussion zumindest den Boden für die nächsten Schritte zu bereiten, ließ man möglicherweise aus Sorge vor einer Eigendynamik ungenützt. 
Seit dem haben sich die politischen Voraussetzungen jedoch grundlegend geändert. Seit dem Fall des Eisenen Vorhanges 1989, dem Abschluß der Autonomieverwirklichung 1992, dem EU-Beitritt Österreichs 1994 und dem jetzigen wirtschaftlichen Niedergang Italiens, ist das Beharren auf die bisherigen Ablehnung des Selbstbestimmungsrechtes zum Anachronismus geworden. Durch die einseitige Fixierung auf die Autonomie verfiel die Autonomiegeneration mit dem Paketabschluß in eine bedenkliche landes- und volkstumspolitische Sprachlosigkeit. Sie wirkt seither kraftlos, ausgelaugt und seit 1992 unfähzig, einen neuen politischen Kurs zu definieren, der das entstandene Vakuum füllen könnte. 
Die Idee einer "dynamischen weiterentwicklung der Autonomie" ist zwar durchaus positiv zu berwerten, konnte aber zu keiner Zeit eine emotionale Wirkung entfalten und erwies sich als untauglich, für die Einheit der Volksgruppe als Kitt zu fungieren.. Zudem ist sie mit der Unwägbarkeit belastet, dass alle von Italien nach 1992 gewährten Zuständigkeiten nich Teil der international abgesicherten Autonomie sind und damit jederzeit einseitig von Italien zurückgenommen werden können. Die derzeitige Delegierungspraxis von Zuständigkeiten ohne Ausgleichzahlungen dient Rom vor allen zur Entlastung der leeren Staatskassen, während man gleichzeitig recht unverholen einen Kontex zwischen Zugeständnissen und dem Verbleib Südtirols bei Italien erkennen lässt.  
 
Diese Autonomie- Scheuklappen -Politik sowie die Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes durch die SVP wird sich rächen. Zum Glück gibt es Männer und Frauen in der STF die rechtzeitig auf diese Gefahren hinweisen.
 
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13. 08-08-2011 15:47
 
Mittagsschlaf ist zu Ende!
Wenn der SVP-Kammerabgeordnete Siegfried Brugger sinngemäß die Meinung vertritt, dass er viel lieber in seinem Vaterland Österreich als im Staate der Fremdbestimmung in Süd-Tirol, also in Italien leben möchte, dann sollte er sich dafür politisch mit seiner Partei und auch wahrnehmbar für alle mit ganzer Kraft einsetzen. Zur Zeit ist das bei der SVP überhaupt nicht der Fall.  
 
Eine einvernmliche Veränderung des Status quo in Süd-Tirol, wo sich die Interessen von zwei EU-Staaten begegnen, ist auch eine Chance für beide Staaten und damit auch für Italien, gerade in Hinblick auf die heutige Krise des Stiefelstaates, wenn man die Krise auch als eine neue Chance begreifen will. Das historische Land Tirol ist dazu dreisprachig und geht von Bundesland Tirol, also von Kufstein über Süd-Tirol, bis nach Ala in Welsch-Tirol. Es geht auch nicht darum, wer wo und wie die Macht ausübt, sondern, dass die Frage der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler dauerhaft beantwortet wird. Wie das gehen sollte, darüber sollen sich zuerst die Politiker den Kopf zerbrechen, immerhin werden sie gerade in Italien dafür fürstlich bezahlt. 
 
Bei dieser Frage geht es gestern wie heute auch um soziale und finanztechnische Absicherung der Bürger, aber nicht nur. Italien mit seinen Menschen ist eine große Kulturnation, eine der größten in Europa überhaupt, und dieses Potential blieb bis jetzt stark unterbewertet, weil die das Land regierende verantwortungslose La Casta dieses Land in eine Sackgasse hineinregiert hat. Italien sollte daher mehr frischen Wind im eigenen Land gerade aus dem Norden zulassen und umgekehrt in dieser Richtung neue Horizonte der eigenen Entwicklung suchen.  
 
Für Süd-Tirol würde das verkürzt bedeuten, nicht entweder Italien oder Österreich als Staatsmacht der Menschen, sondern wahrscheinlich sowohl als auch. Es mangelt bisher leider in dieser Frage an positiven Beispielen einer multiethnischen Zusammenarbeit gerade in Süd-Tirol, vor allem aber deswegen, weil der italienische Nationalismus aus der Duce-Zeit hier immer noch fröhliche Zustände feiert und dieses Thema dauerhaft sehr negativ besetzt hat. Ein großer Lichtblick ist hier die großartige Arbeit des Südtiroler Schützenbundes, der unermüdlich alle geteilten Landesteile und die dazu gehörenden Menschen aller Sprachen zusammenführt. Die Kultur tut ihren Beitrag dazu ohnehin, aber der bleibt wie so oft nur den Eliten der Gesellschaft vorbehalten. 
 
Würde man eine Veränderung in Italien in der Süd-Tirol Frage überhaupt einmal wollen oder gedanklich zulassen, dann müsste zuerst Rom oder wer auch immer seine koloniale Mentalität und dementsprechende Verhaltensweise in Süd-Tirol ablegen und ein neues Klima des gegenseitigen Vertrauens auf allen davon betroffenen Seiten schaffen. Es ist vielleicht schwierig aber dennoch nicht unmöglich. 
 
Wenn aber Rom weiterhin der Meinung ist, Alto Adige soll bitte schön im "Körbchen der Italianità" bleiben, dann soll es sich nicht wundern, dass irgendwann die Menschen hier die Geduld mit dem Stiefelstaat ganz verlieren werden und für ihr Recht auf Selbstbestimmung mit oder ohne Italien auf die Straße demonstrieren gehen werden, vor allem dann, wenn die sozialen Spannungen noch mehr zunehmen werden.  
 
In Hinblick auf die Zukunft der Autonomen Provinz Bozen gibt es heute viele Vorstellungen. Für die Interessen der Süd-Tiroler würde vielleicht auch eine Vollautonomie reichen, aber nicht einmal das wird nur ansatzweise in Rom heute zugelassen.  
 
Der amtierende LH von ST sagte auch einige male sinngemäß, er würde bei einer Volksabstimmung selbstverständlich für die Rückkehr des Landes zu Österreich stimmen, oder er wäre der erste, der die Staatsbürgerschaft des Vaterlandes beantragen würde, wenn das nur rechtlich einmal möglich wäre. Wenn das also noch nicht möglich ist, dann sollte sich die SVP bitte schön klar und offen dazu bekennen und eine entsprechende Politik machen, die auch die Erwartungen der Menschen in Süd-Tirol in diesen Fragen widerspiegelt. Das tut diese Partei heute fast gar nicht und damit verliert sie die wertvolle Zeit für die Gestaltung der Zukunft des eigenen Landes und Volkes.  
 
Der heute herrschende Stillstand ist gerade hier sicherlich der schlechteste Ratgeber. In der Politik stellt man oft Maximalforderungen, um sich vielleicht später einmal in der Mitte zu treffen. Das wäre vielleicht auch hier möglich, bloß die SVP setzt sich für die Selbstbestimmung zu wenig bis gar nicht ein. 
 
Was die Menschen von dieser Partei gerade bei diesem Thema in Süd-Tirol erwarten, dass müsste der SVP-Führung gut bekannt sein. 
 
Im September 2006 hat es eine groß angelegte SVP-Umfrage gegeben, und zwar mit dem Namen "Ihre Zukunftsvision für Südtirol". Die Ergebnisse bei nur drei möglichen Alternativen lauteten, 61% stimmten für die Rückkehr des Landes zu Österreich ab, und jeweils zirka 20% für den Freistaat Südtirol oder für den weiteren Ausbau der Autonomie. Seitdem sind fast fünf weitere Jahre vergangen und dieses Meinungsbild ist hier weiterhin unverändert geblieben, wie diverse Meinungsumfragen zeigen, nämlich die überwiegende Mehrheit der Bürger will weg von diesem Staat, der zu keinem Zeitpunkt der Geschichte seit 92 Jahren der Staat der Süd-Tiroler gewesen ist. 
 
Auch wenn einmal die SVP einmal eine klare Politik der Selbstbestimmung machen wollen würde, bedeutet das natürlich nicht, dass sie damit sofort Erfolg haben würde, aber sie würde zumindest dafür die Grundlagen schon jetzt schaffen, auch dann, wenn am Ende dabei "nur" die Vollautonomie für das Land rausschauen würde.  
 
Stattdessen ignoriert die größte Partei der Autonomie an der Macht die Stimmung im Volk und glaubt allen Ernstes und in Anbetracht der realen und jetzt anstehenden Probleme, die sich aus der unfreiwilligen Zugehörigkeit zum Stiefelstaat für die Provinz Bozen ergeben, sie werde bei nächster Wahl im bisherigen Umfang wiedergewählt.  
 
Das haben aber auch in anderen verflossenen Autonomien andere Einheitsparteien und ihre Politiker in einem anderen Kriegsbeuteland eines geteilten Landes auch lange geglaubt, bis sie von der Geschichte auf ein Abstellgleis geschickt worden sind, vor allem deswegen, weil sie zu lange die Meinung des Volkes zu sehr ignoriert haben. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Fällen sind allen bekannt, dennoch die Geschichte neigt sehr oft dazu, sich oft unter gleichen oder ähnlichen Voraussetzungen zu wiederholen.  
 
Wenn die SVP also weiterhin in dieser Frage nicht handelt, läuft sie eine große Gefahr die gleichen Fehler zu machen und ihre politische Stellung in diesem Land dauerhaft zu ramponieren und zu verlieren, von den Interessen der Bevölkerung schon ganz zu schweigen, die sie eigentlich nach besten Wissen und Gewissen in der Politik repräsentieren sollte.
 
Markus Anton
14. 08-08-2011 14:41
 
euroalternative
regionen mit einem alternativtauschmittel zum euro werden die zeit des eurozusammenbruchs leichter überstehen. ist es nach geltendem gesetzen bei uns überhaupt möglich ein regiogeld einzuführen? beispiel "chiemgauer" 
http://www.chiemgauer.info/
 
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