Gedenkveranstaltung "Fünfzig Jahre Feuernacht": Gedenkrede von Dr. Franz Pahl
Sonntag, 12. Juni 2011

franz_pahl_2011.jpgWir sind zu einem ernsten Gedenken zusammengekommen. Die Herz-Jesu-Nacht von 1961 erschütterte Südtirol, erschreckte Italien und erinnerte das demokratische Nachkriegseuropa an die ungelöste, brennende Frage der Behandlung der österreichischen Minderheit im italienischen Staat.

Todesmarsch der Südtiroler
Wir erinnern uns an den politischen Notruf von Kanonikus Michael Gamper vom Todesmarsch der Südtiroler. Wenn ein Volk im Ringen um seine Existenz alle rechtsstaatlichen Mittel ausgeschöpft hat und dennoch grundlegende Rechte nicht zugestanden erhält, dann hat ein solches Volk das Recht auf Widerstand als letztes Mittel. Nach diesem Grundsatz handeln auch in der Gegenwart die unterdrückten Völker mancher Staaten, und einigen von ihnen hilft auch die internationale Gemeinschaft mit bewaffnetem Einsatz. Auch Italien entzieht sich diesem nicht.

Unveräußerliches Naturrecht
Das Recht eines jeden Volkes, seine Existenz zu sichern, ist ein Naturrecht aller Völker, auch wenn sie nur als Minderheit in einem fremden Staat leben, der sich noch dazu das Territorium imperialistisch angeeignet hat. Das alles galt schon damals als kodifiziertes, von der internationalen Staatengemeinschaft anerkanntes Recht. Dieses Naturrecht entspringt der Menschennatur und ist unveräußerbar.
Nach diesem Grundsatz hat das Tiroler Volk 1809 gehandelt und sich gegen die bayrische und französische Herrschaft aufgelehnt.

Risorgimento
Aus der gleichen Überzeugung hat auch die Bewegung des italienischen Risorgimento gehandelt. Zu Recht hat das italienische Volk im 19. Jahrhundert zum Mittel des organisierten militärischen Widerstandes gegriffen, um eine fremde Herrschaft abzuschütteln. Dabei war es weder durch Überfremdung noch in seiner Kultur und Sprache bedroht. Aber es wollte seine Einheit herstellen. In diesem Jahr hat es den 150. Jahrestag seiner Einigung feierlich begangen. Nie wäre es jemandem eingefallen, die italienischen Freiheitskämpfer um Garibaldi als Terroristen hinzustellen.


Imperialismus der Brennergrenze
Aus genau diesem Verständnis von Recht für sich selbst hätte das geeinte Italien sich hüten müssen, später imperialistisch nach der Brennergrenze zu greifen. Aber seine Machthaber haben 1915-18 Hunderttausende seiner einfachen Söhne kaltblütig geopfert. Nach 1945 wurden dann Hunderttausende von Italienern aus Istrien vertrieben. Sie erlitten das gleiche schwere Unrecht wie die Vertriebenen aus dem Osten Deutschlands.

Demokratische Mittel ausgeschöpft
Fünfzehn Jahre nach dem Pariser Vertrag waren 1960/61 in den Südtirolverhandlungen alle demokratischen Mittel ausgeschöpft. Trotz UNO-Resolution hatte sich Italien zu keinen Zugeständnissen bereitgefunden. Die Zuwanderung wurde gezielt fortgeführt, um Südtirol durch einen Einwanderungskeil zu zerteilen und auch beide Hälften noch mit italienischen Mehrheitsinseln zu durchsetzen. Dafür sprachen die Zahlen der beängstigend schnellen, staatlich finanzierten Zuwanderung.

Vorhaben des Ausbürgerungsgesetzes

Das Parteiorgan der Democrazia Cristiana, der L’ADIGE, forderte von der Regierung, sie solle gegen die heimgekehrten Optanten vorgehen, ihnen die Staatsbürgerschaft entziehen und sie ausweisen. Das Organ der DC zeigte unverhüllt das Gesicht Mussolinis. Der DC-beherrschte Senat verabschiedete am 27. April 1961 das Ausbürgerungsgesetz. Kreisky warnte. Die SVP wagte aber kein zweites Sigmundskron als Protest. Sie hätte mit der gleichen Klarheit wie am 17. November 1957 handeln müssen. Das Südtiroler Volk wäre dem Aufruf der SVP so verlässlich wie 1957 gefolgt. Die Partei traute sich auch nicht, sich bei der österreichisch-italienischen Verhandlungsrunde in Klagenfurt blicken zu lassen.

Recht auf Widerstand in Notlage
Mit dem Vorhaben des Ausbürgerungsgesetzes waren die letzten Zweifel über die italienischen Staatsabsichten ausgeräumt. Es war eine politische Notlage entstanden, in der das Recht auf Widerstand als Notwehr zweifelsfrei gegeben war.
Darum hat der Südtiroler Widerstand des BAS richtig gehandelt. Er ist gerechtfertigt vor der Heimat und vor dem moralisch-politischen Gewissen.


Verbrecherische Reaktion des Machtstaates
Umso schwerer wiegt die damalige Reaktion des Machtstaates. Umso unentschuldbarer bleibt die grauenhafte Folter- und Mörderpraxis jener staatlichen Institution, die sich bei ihren Untaten durch den kollektiven Geist der Regierung und die zuständigen Minister speziell gedeckt fühlte. So kam es nie zu den notwendigen gerichtlichen Verurteilungen der Folterer und Mörder an den Männern des Widerstandes.

Dem Unrecht wehren
Wie betrüblich ist es, zu vermerken, dass Reste dieses Ungeistes immer wieder aufbrechen können, wenn sie sich durch die Politik gedeckt wähnen. Darum wagte es eine Einheit von Ordnungshütern auch beim G-8-Gipfel im Juli 2001 in Genua, wehrlose Demonstranten, die sich in eine Schule zurückgezogen hatten, brutal zu verprügeln und zum Teil schwer zu verletzten. Diesmal handelte die italienische Gerichtsbarkeit ehrbar: Nach fast neun Jahren wurden bei einem Berufungsprozess in Genua 25 Polizisten zu schweren Haftstrafen verurteilt. Zu den Verurteilten zählt auch die Leitung der Einsatzkräfte.

Wachsam bleiben
Demokraten sollen wachsam bleiben. Dies aus grundsätzlichen Erwägungen und ungeachtet der Gewissheit, dass die heutigen Einsatzkräfte der Polizei (PS) und der Carabinieri  aus dem Geist der Verfassung handeln und von Verantwortlichen kommandiert werden, die sich als Bürger in Uniform im Dienst der Bevölkerung verstehen. Das erkennt Südtirol ausdrücklich an.

Der Südtiroler Widerstand ist kein Terror
Der Südtiroler Widerstand war kein Al- Kheida-Terror, kein Terrorismus nach dem heutigen Verständnis, kein blindwütiges Vernichtungswerk wie der  ETA-Terror, keine bewaffnete Partisanentätigkeit wie zur gleichen Zeit der griechisch-zypriotische Widerstand der EOKA gegen die Briten, kein Mordterror der Roten Brigaden oder der RAF. Die Feuernacht war ausschließlich auf psychologisch wirksame Aktionen ausgerichtet, um das europäische Gewissen wachzurütteln und dem nationalistischen Machtstaat Einhalt zu gebieten.

Feuernacht stoppt Zuwanderung
Ohne den Widerstand des BAS wäre die Autonomie nach ergebnislosen Südtirol Verhandlungen, angesichts der Überfremdungspolitik und der Ausbürgerungsabsichten, nicht möglich geworden. Wäre das nicht so, dann hätte Italien spätestens der Aufforderung der Vereinten Nationen folgen müssen. Doch es dachte nicht einmal daran. Darum konnte allein der Widerstand den Druck erzeugen, der dann italienische Staatsmänner mit einer offeneren Gesinnung an die Macht brachte, vor allem Moro, später Andreotti. In unserem Vaterland Österreich hat sich Bruno Kreisky größte Verdienste erworben.

Feuernacht erzwingt Autonomieverhandlungen
Die Feuernacht hat das europäische Gewissen wachgerufen und am Ende zum politischen Kompromisserfolg des Südtirolpakets geführt. Die Automomie ist kein Ersatz für das Grundrecht auf Selbstbestimmung. Sie ist keine Lösung der Südtirolfrage, sondern nur eine provisorische Teillösung. Sie nimmt die Unrechtsgrenze am Brenner nicht weg, weil auch der freie Personen- und Warenverkehr in der EU daran nichts ändert. Die Grenzbalken wurden beseitigt, die Grenze aber nicht. Mit ihr bleibt die ungelöste Südtirolfrage auf der Grundlage des Rechts der Südtiroler auf freie Selbstbestimmung.

1976: Magnago würdigt den Widerstand
Allein dieser Widerstand mit seinem schweren Opfer hat uns die Heimat politisch handlungsfähig erhalten, sie aus der Erfolglosigkeit herausgeführt und die Autonomie als reale Durchführung des Pariser Vertrages erzwungen. Als Innenminister Scelba nach seiner Begegnung mit Magnago im September 1961 heimreiste, hatte er begriffen, dass seine Drohung der Auflösung der SVP als blindwütige Reaktion auf die Attentate ins Leere ging. Stattdessen sagte er Magnago fast kleinlaut, wenn auch unter der alten DC-Arroganz verdeckt, er werde eine Verhandlungs- Kommission ins Leben rufen. Die Feuernacht hatte dieser nationalistischen Politik bereits das Genick gebrochen.
Auf der Landesversammlung der SVP von 1976 griff SVP-Obmann Magnago diese Tatsache auf und erklärte sich - in der Form zurückhaltend, in der Sache eindeutig - solidarisch im Namen der SVP und der Südtiroler Bevölkerung. Damals lag die Feuernacht erst 15 Jahre zurück und die neue Autonomie war erst vier Jahre alt.

50. Jahrestag der Feuernacht – würdige Erinnerung und Dank
Heute, am 50. Jahrestag der Feuernacht, stattet das Südtiroler Volk in würdiger Erinnerung den selbstlosen Männern des Widerstandes und den tapferen Frauen einen aus dem Herzen kommenden, überzeugten Dank ab. Um wahrhaftige Darstellung bemühte Medien und einzelne verdiente Journalisten und Historiker tragen zur sachgerechten Bewusstwerdung und Einstufung jener Zielsetzungen und Ereignisse bei. Politiker auf der italienischen Seite haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten ihren notwendigen Beitrag geleistet.

Das Beispiel der britischen Königin
Europa wartet auf eine vertiefte politische Reifung der italienischen Demokratie. Wenn sie eintritt, werden Vertreter des italienischen Staates nicht nur zur Feier des kriegerischen Risorgimento oder der Resistenza, sondern auch zu einer Handlung fähig sein, wie sie jüngst die britische Königin Elisabeth bei ihrem Staatsbesuch in Dublin am 16. Mai d.J. vollzogen hat.
1911 hatte das britische Parlament die irische Selbstverwaltung abgelehnt. Den irischen Osteraufstand von 1916 und die Ausrufung der irischen Unabhängigkeit 1919 hatte Großbritannien mit militärischer und polizeilicher Gewalt, mit Folter, Mord und Erschießungen beantwortet. Hundert Jahre nach dem ersten Aufflammen der irischen Freiheitsbewegung legte Königin Elisabeth nun im Namen Großbritanniens einen Kranz vor dem Denkmal der irischen Freiheitskämpfer nieder, als Bitte um Verzeihung der britischen Staatsverbrechen an den Iren.

Nutznießer der Autonomie alle gemeinsam

Die Generation der neuen Autonomie erfährt heute die Segnungen dieser Autonomie. Daran hat der Widerstand des BAS entscheidenden Anteil, er war zu jenem Zeitpunkt die rettende Bedingung der Möglichkeit. Heute sind Deutsche und Ladiner und mit ihnen 130.000 Italiener in Südtirol gemeinsame Nutznießer und tragen gemeinsam ein vielfältiges, sprachlich-kulturelles, rechtliches, soziales und wirtschaftliches Ordnungssystem. Zum gemeinsamen Wohl entwickeln sie es gemeinsam fort.

Die Feuernacht ist Teil der Landesgeschichte
Im 150. Jahr der gewaltsam durchgesetzten Einigung Italiens, 202 Jahre nach dem Freiheitskampf Andreas Hofers und 42 Jahre nach der Paketabstimmung ist es recht und angemessen, dass diese Gedenkstunde die Feuernacht in Erinnerung ruft, als leidvollen und dornigen Weg, der das Südtirolpaket erzwang und die Überfremdung verhinderte. Damit ist die Feuernacht ein bedeutsamer Teil der Südtiroler Nachkriegsgeschichte und der Erinnerung würdig wie der Aufstand von 1809.
Der Weg Südtirols zur Lösung der Südtirolfrage ist nicht zu Ende. Die erfolgreiche Autonomie ist keine Selbstbestimmung, sondern der halbe Weg dorthin. Auch darum ist es angemessen, das historische Bewusstsein zu vertiefen, zu schärfen und in die offizielle Anerkennung auch den Widerstand der 60-er Jahre politisch und sachlich gerecht in das gemeinsame Tiroler Landesbewusstsein zu rücken, wie es für den Freiheitskampf von 1809 längst selbstverständlich ist.

Einen Erinnerungsort schaffen auf Schloss Tirol
Darum wäre ein Erinnerungsort zu schaffen, in der diese opferreiche Wendezeit der Südtirolgeschichte würdig und einsichtig zum Ausdruck kommt. Die exemplarische Stätte der Landesgeschichte, Schloss Tirol, wäre der geeignete Ort, diese Erinnerung in würdiger Weise wachzuhalten. Sie kann mit eine Mahnung an die Politik sein, zur rechten Zeit weise und gerecht zu handeln. So kann ein vertieftes Bewusstsein alle umschließen, die in unsrem Lande als ihrer Heimat leben.



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Kommentare (11)
1. 14-06-2011 21:29
 
Stoppt die Geschichtsverfälschung
Ich habe mittlerweile die Schnauze voll vom Antitiroler Geschichtsbild, das in diesen Tagen uns allen gebetsmühlenartig von umerzogenen Nachkriegspreussen, altbekannten Alt-68er Historikern und sonstigen aus wirtschaftlichem Kalkül heraus operierenden Subjekten in den Medien aufgedrängt wird. Insofern ist eine solche Rede nur zu begrüssen.
 
oje
2. 14-06-2011 08:47
 
Andreas Hofer - Bund Tirol
Die Landeseinheit als konkrete Zukunft Tirol? 
 
Im Gedenkjahr 2011 - 50 Jahre Feuernacht jahrt sich auch zum 93. Mal die zweite Teilung des "Land im Gebirge". Damit stellt sich mit dem Gedanken an die großen Tiroler Freiheitskämpfer auch die Frage nach der heutigen Situation und der möglichen Zukunftsperspektive dieses Landes. Vor 203 (1809)Jahren erohob sich die Tiroler Bevölkerung wie eine Naturgewalt gegen Fremdbestimmung - in den 1960er Jahren nur wenige. Die Teilung sollte von 1810 - 1814 nur von kurzer Dauer sein. Die zweite Teilung von 1919 ist in die Jahre gekommen und manchmal scheint sie unumkehrbar. Ist sie das wirklich ? 
 
Wir glauben an die Landeseinheit sie muss nur gelebt werden.
 
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3. 13-06-2011 20:24
 
Selbstbestimmung fordern
Dr. Franz Pahl sollte zur Südtiroler Freiheit wechseln. Dann kann er im Südtiroler Landtag für seine Ideale kämpfen und muss nicht bei der SVP für Geld den Mund halten. 
 
Die Autonomie ist ein Nachkriegswerk und seit 20 Jahren ausgelaufen.  
Die SVP diktiert uns rücksichtslos ihr Programm und die Einverleibung in den italienischen Staat. 
Südtirol kann sich nur retten, wenn es sich von der Autonomie verabschiedet und seine Selbstbestimmung fordert.
 
ff
4. 13-06-2011 11:40
 
P.S.
@ Klaus, tut mir sehr leid, ich habe ganz bestimmt nicht Sie in diesem konkreten Zusammenhang gemeint. 
 
Wir gehören der gemeinsamen Kulturnation an, es gibt aber auch hier wie so oft im Leben manchmal bedeutende Unterschiede. Diese werden auf schlagende Art und Weise allen klar, wenn sich z.B. Bundes-Deutsche berufen fühlen, die Geschichte anderer Länder zu schreiben, wie es hier zweifelsohne der Fall ist. 
 
Der aus Germania stammende Professor aus Innsbruck kann vielleicht sein Fach gut, aber das gibt ihm noch lange kein Recht, die Tiroler Geschichte so rüpelhaft und so linkslastig umzukrempeln. Es wird auch ihm ganz sicher nicht gelingen, vor allen den Süd-Tirolern ihre eigene Geschichte wegzunehmen oder wegzuschreiben.  
 
Diese Geschichte verstehen am besten die Menschen, die selbst aus Tirol in Süd-Nord-Ost oder Welsch-Tirol oder aus dem Vaterland der Tiroler aus Österreich stammen, bzw. dazu gehören, und nicht die "geistigen Gastarbeiter" also die Ausländer.  
 
Gerade die Geschichte als solche ist ein sehr sensibles Gebiet, wenn sie gewollt oder nicht gewollt mit Politik in Berührung kommt, und diese spezielle Geschichte des Süd-Tiroler Freiheitskampfes ist ganz besonders heikel. Das erleben wir gerade jetzt in diesem Zusammenhang.  
 
Ich bin dafür, dass die Tiroler Geschichte von Menschen aus Tirol oder aus Österreich für den eigenen Gebrauch geschrieben und wiedergegeben wird, und nicht von Historikern aus Italien, Frankreich oder aus Deutschland. Die Tiroler und damit die Geschichte Österreichs gehört zuerst den Menschen in diesem Land und nicht den Fremden.  
 
Es ist übrigens auch international nicht üblich, dass die eigene Geschichte, egal in welchem Land, von einzelnen Personen aus einem anderen Land dermaßen dominant umgekrempelt wird.  
 
Der Blick von Außen kann sehr hilfreich sein, aber nur dann, wenn man die Gefühle der betroffenen Menschen dabei nicht verletzt.  
 
Die Historiker, die also nicht von hier sind, können vielleicht die Tiroler Geschichte z.B. den eigenen Landsleuten in der BRD erklären, die anderen aus England z.B. für die Engländer, wenn sie nichts besseres zu tun haben, aber sie werden auf der emotionellen Ebene wahrscheinlich niemals die Betroffenheit in der Landesgeschichte verspüren, die einen Menschen beseelen, der von hier stammt oder sich mit diesem Land voll identifiziert.  
 
Die Historiker, die nicht aus Tirol und damit nicht aus Österreich stammen, oder aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit nicht zu Österreich gehören, haben meiner Meinung nach auch kein moralisches Recht dermaßen harte Urteile, wie in diesem speziellen Fall, zu fällen, dieses Recht haben sie ganz sicher als Fremde nicht. Wie die eigene Geschichte geschrieben wird, das ist in jedem Land der Welt zuerst den eigenen Menschen vorbehalten, sprich in erster Linie den Wissenschaftlern, Lehrern, Trägern öffentlicher Ämter, Journalisten oder Historikern udm.  
 
Diese allgemein bekannte Tatsache hat sich offenbar noch zu wenig in Innsbruck umgesprochen, was man nur schade finden kann!
 
Markus Anton
5. 13-06-2011 10:26
 
P.S.
Lieber Markus Anton,es gibt auch in Deutschland nicht nur Piefkes.Ich bin seit meiner Jugendzeit ein glühender Anhänger der Freiheit Südtirols und habe dieses thema als Oberstudienrat an einem Gymnasium meinen Schülern immer wieder vermittelt.Franz Pahls Rede ist einfach großartig.In diesem Sinne \"Tirol isch lei oans\" Klaus aus Deutschland
 
Klaus
6. 13-06-2011 00:26
 
Die Südtiroler Geschichte ist ein Desast
Schon vor fast 100 Jahren waren die italienischen Eroberer einem Hirngespinst unterlegen, wenn schon das Wasser vom Alpenhaupkamm nach Süden rinnt, dann sind die dortigen Menschen auch südlastig. Große Anstrengungen haben sie dann ab 1916 unternommen um Welsch und Südtirol zu erobern. An ihrer nördlicher Grenze gab es nur einzelne Teilerfolge, so richtig über die österr. Staatsgrenze durchdringen wurde ihnen aber verwehrt. Beide Konfliktmächte haben dann beim Stellungskrieg viel Blut lassen müssen und es wurde nach 2 Jahren ein Waffenstillstand unterschrieben. In der Folge geschah dann vökerrechtlich das große Unglück. Mit einem militärischen Durchmarsch wurde Welsch und Südtirol besetzt. Das weitere Unrecht haben dann die Westmächte als Kriegspfand besiegelt. Vorallem die Franzosen wollten dann die Italiener für ihren Umschwenk belohnen. 
Wäre es damals anders abgelaufen, vermutlich hätten die italienischen Faschisten nach dem Mai 1945 Südtirol noch leichter eingenommen. Dieses mal wären die Amerikaner die Helfer gewesen, weil Italien denen für ihre Bomber die Stützpunkte überlassen hatte. Ein USA Bomber aus der süditalienischer Gegend gestartet ist sogar in meinem Heimatort angeschossen abgestürzt. 
 
Fazit; Europa hat sich gewandelt, versönt und zu einer Gemeinschaft vereint. Damit alles seine Ordnung hat, soll nun der Tiroler Volkswunsch auch noch erfüllt werden, und diese Kriegsbeute auf friedlichem Weg wieder zurück gegeben werden. Ein Naturgesetz kann man nicht ändern, aber einen Tiroler Volkswunsch kann man nicht auf Dauer verhindern!
 
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7. 12-06-2011 20:33
 
Die Südtiroler Geschichte ist ein Desast
Pahl ist einer der wenigen ehrhaften Politiker der SVP. Aber wie wenig patriotische Kräfte in der SVP Platz haben sehen wir an seinem Beispiel, er wurde mundtot gemacht und in den Regionalrat abgeschoben.  
Franz Pahl würde ausgezeichnet zur STF passen!
 
Seppl
8. 12-06-2011 18:36
 
Die Südtiroler Geschichte ist ein Desast
Die Beilage von Herrn Steininger und das Vorwort von Herrn Ebner in den Dolomiten zu diesem Thema ist in weiten Teilen eine Frechheit. Der Historikerzunft in Deutschland ist grundsätzlich zutiefst zu mißtrauen, denn wer dort eine Karriere wie Herr Steiningner machen will, muß schon eine gehörige Portion Doppeldenk im Orwellschen Sinne aufbringen. Hat man wirklich keinen Südtiroler für die Erstellung dieser Broschüre verpflichten können? Mußte das sein?
 
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9. 12-06-2011 16:35
 
steininger & konsorten...
... sollten sich genau die passage über den im raum stehenden staatsbürgerschaftsentzug der optantenfamilien durchlesen;
 
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10. 12-06-2011 15:37
 
Unsere Geschichte!
Es ist wahrlich eine historische Rede eines Spitzenpolitikers in diesem Land, wohlgemerkt eines der in Bozen regierenden SVP, die die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit über den Charakter der gestrigen wie der heutigen Fremdbestimmung in Süd-Tirol ohne Scheuklappen für alle Seiten klar und deutlich offenbart. 
 
Auf solche Leute soll man in diesem Zusammenhang hören, wenn es um die Interpretation der Tiroler Geschichte geht, und nicht auf einseitige und italophile Geschichtsprofessoren in Innsbruck mit einem Reisepass aus Deutschland, also aus einem Nachbarland. Kein Wunder, dass die Tiroler, aber auch all die anderen Österreicher, die Piefkes so oft wegen ihrer aufdringlich belehrenden und besserwisserischen Art nicht leiden können. Hände weg von unseren Helden! No amol, Tirol isch lei oans, hosch mi!, oder versteht ihr kein Deutsch? 
 
 
http://tirol.orf.at/stories/520452/  
 
 
http://www.orf.at/stories/2062785/2062798/
 
Markus Anton
11. 12-06-2011 15:34
 
Beeindruckend
Sollte man dem Herrn Toni Ebner zur Verfügung stellen, damit seine Leitartikel an Gewicht gewinnen.
 
EEkat

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