„Euregio Tirol gibt es nicht“
Samstag, 9. April 2011
hartmuth_staffler_001_2009.jpgDer Gemeinderat Brixen hat einen Beschlussantrag abgelehnt, mit dem Hartmuth Staffler von der Süd-Tiroler Freiheit gefordert hatte, im Sinne des kleinräumigen Wirtschaftens nach Möglichkeit Produkten und Dienstleistungen aus dem Bereich der Europaregion Tirol den Vorzug zu geben. Überraschend ist nicht die Ablehnung des Beschlussantrages, da die Mehrheit (SVP, Grüne Bürgerliste und PD) Anträge der Opposition grundsätzlich ablehnt, als vielmehr die Begründung.

Eine Europaregion Tirol gebe es nicht, erklärte Stadtrat Brunner, daher könne man sie auch nicht berücksichtigen. Bürgermeister Albert Pürgstaller versuchte, den Beschlussantrag ins Lächerliche zu ziehen. Es wäre wohl unsinnig, Milch aus Nordtirol zu kaufen, meinte er. Hingegen scheint es für den Bürgermeister sinnvoll zu sein, sündteure Beraterverträge möglichst weit weg zu vergeben, obwohl es genug einheimische Fachleute gibt. So wurde die Studie für die Neugestaltung des Hofburggarten an einen Schweizer vergeben (Kosten 80.000 Euro), obwohl es zahlreiche weit mehr qualifizierte einheimische Fachkräfte gibt - und „einheimisch“ bedeutet nun einmal ganz Tirol, erklärt Hartmuth Staffler.

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Kommentare (5)
1. 12-04-2011 14:15
 
Es gibt keine Europaregion!
Es gibt keine Europaregion. 
 
Die Europaregion ist ein Märchen der SVP. 
Das ist ein Fantasiegebilde in den Köpfen der SVP und soll eine Beruhigungspille für die Bevölkerung sein. 
 
Dieses Hirngespinst benutzt die SVP um die Brennergrenze, eine Grenze durch Tirol und damit ihren Gartenzaun der Macht aufrechtzuerhalten.
 
Gesamttiroler
2. 12-04-2011 12:20
 
Eurgio
hallo hartmuth, ich kann dich beruhigen, wir haben den beschluss durchgelesen und außerdem sehr ausführlich diskutiert. wie schon gesagt, das bessere prinzip im sinne der wirtschaftlichen und ökologischen nachhaltigkeit ist immer jenes des kürzesten weges!!! auf den schweizer hätte man auch so verzichten können, das war eine singuläre politische entscheidung mit der entsprechenden verantwortung. dafür braucht es den beschlussantrag nicht. unabhängig dieser vergabe möchte ich aber eine generelle möglichkeit, ausländische dienstleistungen beanpruchen zu können, nicht missen, wie auch schon kollege pichler im gemeinderat gesagt hat. 
lg, ingo dejaco
 
Ingo Dejaco
3. 12-04-2011 07:37
 
Mindestens durchlesen
@ Ingo Dejaco 
Es hätte genügt, wenn sich die SVP meinen Beschlussantrag mindestens durchgelesen hätte. Da würde sie jetzt nicht diesen Unsinn mit dem Lebensmittelgroßhändler aus Rovereto verzapfen. Der Beschlussantrag bezieht sich auf jene Lieferungen bzw. Leistungen, die von der Stadtverwaltung nach eigenem Ermessen ohne Ausschreibung in Auftrag gegeben werden können. Dies sollte "nach Möglichkeit" im Bereich der Europaregion Tirol erfolgen. Aus Welsch-Tirol kämen dann nicht die Lebensmittel zu Dumping-Preisen in Frage, sondern vielleicht die gute Polenta von Storo, um nur ein Beispiel zu machen. Was wäre daran schlecht? Und die Studie für die Neugestaltung des Hofburggartens wäre nicht für 80.000 Euro in die Schweiz vergeben worden, sondern an einen Einheimischen. Aber das will die SVP ja nicht, und eine Europaregion Tirol gibt es laut SVP überhaupt nicht.
 
Hartmuth Staffler
4. 11-04-2011 09:29
 
der grundgedanke passt!
den grundgedanken des beschlussantrags hat die svp sehr wohl gut geheißen. in vollster überzeugung stehen wir zur europaregion tirol.  
 
"im Sinne des kleinräumigen Wirtschaftens" allerdings ist der beschlussantrag definitiv kontraproduktiv! nachhaltigkeit haben wir dann, wenn das prinzip des kürzesten weges gilt, also alles was ich vor ort an produkten und dienstleistungen bekommen kann, auch dort beziehe, wenn nicht in brixen, dann im eisacktal usw. 
 
in der logik des beschlussantrags müsste ich beispielsweise einem großen lebensmittellieferanten aus rovereto, der mit dumpingpreisen unsere kleinen betriebe ausstechen will, den vorzug geben, nur weil er sich in der europaregion befindet... 
 
wie gesagt, der grundgedanke geht in ordnung, in der praktischen umsetzung so nicht! sicherlich versäumt worden ist, im vorfeld mit gemeinderatskollegen staffler das gespräch zu suchen, möglicherweise hätte man einen gemeinsam getragenen kompromiss finden könne. 
lg 
ingo dejaco 
gemeinderat der svp
 
Ingo Dejaco
5. 10-04-2011 10:10
 
Sichere Zukunft?
Das ist der beste Beweis, dass die SVP die Bevölkerung und die Politiker in Nord- Süd- und Osttirol, aber auch die Politiker in Wien belügt und betrügt. 
 
Zitat: Faymann auf dem Landesfestumzug 2009 in Innsbruck: "99% der Bevölkerung sind für die Europaregion". 
 
Die SVP verkauft der Bevölkerung in Süd-Tirol, ein Konstrukt, eine politische Zukunft, von der sie selbst behauptet, dass es sie nicht gibt und nie geben wird. 
 
Ist es mit der Autonomie nicht dasselbe? 
Das zeigt auch wie "sicher" die Autonomie ist und wie "sicher" die Zukunft der Süd-Tiroler unter Italien ist.
 
ff

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