Koja-Wiesen sorgen für Verlegenheit
Montag, 15. November 2010
hartmuth_staffler_lw_2009_480.jpgErwartungsgemäß hat die Mehrheit im Brixner Gemeinderat den Antrag von Hartmuth Staffler (Süd-Tiroler Freiheit), die Verwirklichung der Hotelzone Koja-Wiesen bis zur Entscheidung im entsprechenden Rekurs auszusetzen, abgelehnt. Das Abstimmungsergebnis sollte allerdings zu denken geben. Von 26 Anwesenden stimmten nur 13 gegen den Beschlussantrag Stafflers, zwölf enthielten sich. Trotz dieser äußerst knappen Mehrheit will die Gemeindeverwaltung das umstrittene Projekt Koja-Wiesen mit aller Gewalt durchsetzen.

Der Beschlussantrag Stafflers hat vor allem die Grüne Bürgerliste in Verlegenheit gebracht. Nachdem sie vor der Gemeinderatswahl als Oppositionspartei heftig gegen das Projekt Koja-Wiesen gewettert hatte, konnte sie jetzt nicht gut dafür stimmen, obwohl sie nun im Stadtrat sitzt und das Projekt mitträgt. Um weder Wähler noch Koalitionspartner allzu sehr zu verärgern, enthielt sich die Grüne Bürgerliste der Stimme. In Verlegenheit waren aber auch die Medien. Der RAI-Sender Bozen sprach fälschlicher Weise von einem Beschlussantrag „der Oppositionsparteien“, „Dolomiten“ und „Tageszeitung“ nannten zwar den Einbringer, verschwiegen aber seine Parteizugehörigkeit. Offenbar hat man Schwierigkeiten, die Süd-Tiroler Freiheit beim Namen zu nennen, insbesondere wenn sie sich konsequent für die Erhaltung der heimatlichen Kulturlandschaft einsetzt.

Hartmuth Staffler

Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit


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Kommentare (2)
1. 17-11-2010 16:07
 
Charakterschwäche
Die Grünen in Brixen sind charakterschwach genug, um alle politischen Manöver und Schweinereien der Koalitionspartner mitzutragen. 
 
„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“  
 
Abraham Lincoln
 
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2. 16-11-2010 14:11
 
rechte Ecke
Augenscheinlich gibt es genügend Kreise die die Südtiroler Freiheit gerne in die rechte Ecke drücken. Einsatz für Umwelt passt da natürlich nicht ins Bild. Wäre für die Medien ja unbequem, wenn man das vorgefertigte (Vor)Urteil all zu sehr revidieren müßte. Die Forderung "Los von Italien" wird in Südtirol vereinfachend als politisch rechts deklariert. Diese Gleichsetzung ist politisch immer weniger haltbar - für viele Politologen und Medienleute ist sie eine bequeme Verweigerungs-Schablone einen zusehends unhaltbareren Status Quo, nämlich die Zugehörigkeit zu Italien in Frage zu stellen. In diesem Sinne der Appell an die Südtiroler Freiheit, den Gedanken der Selbstbestimmung in die Mitte der Gesellschaft zu bringen, auch wenn es Wählerstimmen am rechten Rand kostet. Der Zuwachs in der Mitte wird ein Vielfaches von dem ausmachen, was rechts verloren geht.
 
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