Zeichen setzen gegen totalitäre Ideologien
Donnerstag, 2. September 2010
Hartmuth_Staffler_Wahl_2008.jpgDer Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit im Brixner Gemeinderat, Hartmuth Staffler, hat einen Beschlussantrag eingebracht, mit dem er eine Ehrung der von den Faschisten verfolgten jüdischen Mitbürgerin Lea Pincherle erreichen will. Damit solle der Gemeinderat ein Zeichen gegen alle totalitären Ideologien setzen, meint Staffler.

Die aus einer reichen jüdischen Familie stammende Lea Pincherle hatte die alte Dompropstei am Brixner Domplatz im Jahr 1936 gekauft. Da Lea Pincherle mit dem Alpinigeneral Augusto Bauzano verheiratet war, wurden die faschistischen Rassengesetze von 1938 gegen sie zunächst nicht angewendet. Nach dem Tod ihres Mannes war dieser Schutz dahin und Lea Pincherle wurde aufgrund der Rassengesetze, die Juden Immobilienbesitz verboten, Anfang 1942 enteignet. Das Haus ging an das italienische Militär, dem es heute noch gehört. Die lächerliche Entschädigungssumme für das wertvolle Haus am Domplatz reichte gerade aus, um die Flucht in die Schweiz zu finanzieren. Zahlreiche Familienmitglieder von Lea Pincherle kamen in Konzentrationslagern um. Eine Gedenktafel für Lea Pincherle würde auch alle anderen Menschen ehren, die aus rassischen, ethnischen oder ideologischen Gründen verfolgt wurden, zudem wäre sie ein Zeichen für die Demokratie und gegen alle totalitären Ideologien, meint Hartmuth Staffler.

Der Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit ist auch Autor des Buches „Krummstab und Krummnase“ über den Antisemitismus in der christlichsozialen Presse Tirols am Beispiel der „Brixener Chronik“, einem Vorläufer-Blatt der „Dolomiten“.


Hartmuth Staffler

Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Brixen

 


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Kommentare (2)
1. 04-09-2010 20:24
 
Gute Forderung
Eine Gedenktafel wäre eine angemessene Maßnahme.
 
EEkat
2. 03-09-2010 08:10
 
Gegen faschistische Ideologien
Den Vorschlag finde ich gut. Leider wird in Italien der Beitrag des Faschismus zur Verfolgung und Entrechtung jüdischer Bürger (und insgesamt die Kriegsverbrechen im ital. Faschismus) gerne totgeschwiegen oder nur halbherzig aufgearbeitet (oder, wie mit Gaddaffi in Lybien, nur wegen ökonomischer Interessen zugegeben). Es ist gut, wenn jede Gelegenheit genutzt wird, die Verbrechen von Nazis und Faschisten in Erinnerung zu rufen. Mit Faschisten und Nazis keine Freiheit!!
 
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