Siegesdenkmal - Abriss eines faschistischen Denkmals - Kein Wallfahrtsort für Faschisten in Bozen
Dienstag, 31. August 2010
mussolini_cripta.jpgScharfe Kritik am neuen Schmusekurs der deutschen Parteien in Sache Siegesdenkmal übt der Südtiroler Heimatbund. Dieses Denkmal ist eine steinerne Lüge, denn diesen Sieg hat es nie gegeben.  Die Inschrift dieses Faschistentempels ist ein Hohn auf die Identität und Kultur all jener, welche sich als Tiroler und als Demokraten bekennen, so Roland Lang.

Nachdem immer alle politischen Gruppierungen in Südtirol einig die Schleifung gefordert haben, sind die SVP und die Freiheitlichen nun bereit, nachzugeben und das Siegesdenkmal schön renoviert stehenzulassen. Südtirol und Bozen sind damit auf dem besten Weg, trotz all dem, was ihnen der Faschismus angetan hat, ein faschistischer Wallfahrtsort wie das Grab von Mussolini in Predappio zu werden.

Der Bau des Siegesdenkmals und seine Geschichte ist jedem bekannt, in einigen Monaten werden vor dem herausgeputzte Denkmal nun die Alpini aufmarschieren, organisiert von jener Ortsgruppe, die zusammen mit dem Siegesdenkmal gegründet wurden! Und immer wieder werden an diesem Denkmal Kränze niedergelegt werden, Stinkefinger gegen Tirol gezeigt werden, die politischen Nachkommen eines Andrea Mitolo, des „Duce von Bozen“ Reden an „Bolzano Italianissima“ halten.

Da der Platz vor dem Denkmal Eigentum der Gemeinde Bozen ist, wird Bozen das Freilichtmuseum bauen und das Land wird dazu Geld zur Verfügung stellen. Na Bravo, das einseitige friedliche Zusammenleben könnte so nicht besser sein, so der Südtiroler Heimatbund.


zucchero_1_4c29bd0acb897.jpgEinige Kioske wie in Predappio, wo der Duce begraben ist, wo wie im Internet unter „Duce, sei sempre  nel mio cuore- Predappio Tricolore“ (Duce, du bist immer in meinem Herzen, Predadappio Trikolore) Fahnen mit Mussolinikopf, Hakenkreuzfahnen, Dolche der Hitlerjugend mit dem Aufdruck „Unsere Ehre heißt Treue“ (33 cm lang) und  Parfumfläschchen  mit der Aufschrift „Nostalgia“, („Nostalgie“), darüber der Duce mit römischen Gruß kaufen kann, würden den faschistischen Park touristisch stark aufwerten. Für eine geplante Bar am Denkmal sind bereits Zuckersäckchen mit faschistischen Slogans vorbereitet (Siehe Bild).

Auch einige Bilder der besonderen Tapferkeit der Schwarzhemden in Bozen, wie die Vertreibung des letzten Bürgermeisters von Bozen, die Verbannung des Waltherdenkmals, der Überfall auf den Umzug der Bozner Messe, der Zwangsurlaub für Josef Noldin, usw. könnten mit Bildern und Dokumenten dort gezeigt werden. Und einige ehemalige Holzschilder mit nur historischen Ortsnamen, darüber ein grimmiger Tolomei …!


Die Geschichte des Faschismus und des Denkmals ist unwiderruflich auch mit den Nationalsozialismus und Hitler verknüpft. Deshalb müsste in einem Freilichtmuseum Bolzano Bozen Vittoria dort auch eine Hitlerbüste aufgestellt werden. Der Südtiroler Heimatbund ist überzeugt, dass Hitlerstatuen im deutschen Sprachraum nicht mehr existieren. Denn dort wurde der Nazismus geschliffen und vernichtet. In Italien wurde Mussolini und der Faschismus unter Berlusconi aber wieder hoffähig gemacht! 


Roland Lang

Bundesobmannstellvertreter des Südtiroler Heimatbundes

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Kommentare (10)
1. 07-09-2010 06:52
 
Menschenverachtung, Leid und Elend, das gilt für viele "ismen". Der Turbokapitalismus und der Imperialismus bspw. sind zwei Beispiele aus der Gegenwart.
 
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2. 03-09-2010 17:41
 
@expatriot
Keine Sorge ich pack die Gesinnungskeule schon nicht aus. Ich finde nur, dass gewisse Ideologien (Nationalsozialismus, Faschismus, Kommunismus) einfach nicht als "normale" politische Haltungen wie z.B. die Sozialdemokratie, oder konservative Positionen angesehen werden können. Sicher du kannst mir Stigmatisierung vorwerfen, und wahrscheinlich hast du damit sogar recht. Ich tu mich einfach etwas schwer locker über solche, und da hoffe ich gibst du mir Recht, menschenverachtende Regime zu sprechen. Dies gilt eben auch für gewisse Personen in der Geschichte wie Hitler, Mussolini oder Stalin welche zweifellos sehr viel Leid über unzählige Menschen gebracht haben. 
 
Was ich noch festhalten wollte ist, dass ich dich sicher nicht mit der von dir genannten "Gesinnungskeule" in irgend eine extreme politische Ecke drängen wollte. 
 
Glaube du bist ein Mensch, mit dem man trefflich über Politik streiten kann.
 
Thomas85
3. 02-09-2010 18:59
 
@expatriot
@Thomas85 
Ich meine das sehr wohl so, wie ich es geschrieben habe. Eine verkrampfte Generalverteufelung und Stigmatisierung, und da ist es völlig egal welches Etikett man dem Ganzen dabei gibt, ist mittelalterlich. Ich weigere mich dagegen solche zeitgeistigen Glaubenssätze anzuerkennen, oder mir das aufnötigen zu lassen, egal von wem. Das ist ein Gebot der Vernunft. Und, ja, vielleicht wäre der Duce heute der schlaue Politiker, siehe Posting von EEkat. Das Denkmal gehört als das entlarvt was es ist. Schleifen wäre da m.E. der falsche Ansatz. Tut mir leid, wenn ich mich so mißverständlich ausgedrückt habe, kannst die Gesinnungskeule wieder wegstecken, am besten für immer.
 
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4. 01-09-2010 21:51
 
Man kann es auch anders sehen.
Das Siegesdenkmal ist der Stachel im Fleische Süd Tirols. Es muß stehenbleiben. Und es sollte anschließend stehenbleiben als Mahnmal und Erinnerung der erlittenen Unterdrückung. Sofern es Süd Tirol überhaupt jemals gelingen sollte, seine Freiheit zu erlangen. 
 
Solche Mahnmale reißt man nicnt ab, sondern man stellt sie als Provokation in den richtigen Kontext. 
 
Wenn ich italienischer Politiker wäre, der zum schlauen Ziel hätte, Gras über die Sache wachsen zu lassen, also die Süd Tiroler einzuschläfern: ich hätte das Siegesdenkmal längst entfernen lassen.  
 
Überlegt nur mal, wie ein Abriß viele Süd Tiroler noch mehr in die allgemein verbreitete Einschätzung treiben würde, daß es sich bei Italien doch so schlecht garnicht lebt. 
 
Wer kann also wollen, daß dieses Mahnmal als möglicher Anlaß von Unzufriedenheit tatsächlich verschwinden würde?  
 
Die Existenz des Siegesdenkmals hält das Süd Tiroler Blut in Wallung. Das ist gut so, solange Süd Tirol nicht frei ist.  
 
Freiheit für Süd Tirol 
 
EEkat
 
EEkat
5. 01-09-2010 20:50
 
Man kann es auch anders sehen.
Da die Italiener in Südtirol sich so sehr mit diesem Land "verwurzelt fühlen" müßte die Inschrift auf dem Siegesdenkmal doch sehr beschähmend auf sie selber wirken denn "Sprache, Gesetze und Künste" vermißt man bei Obgenannten zusehends.
 
Peter
6. 01-09-2010 20:41
 
@expatriot
Also die Textstelle "Wollen die Menschen in Südtirol, gleich welcher Herkunft solche Aussagen wie die dieses Triumphbogens täglich vor Augen haben?" ist für mich der einzige ernst zu nehmende Satz in deinem Posting. 
 
Der Faschismus soll nicht per se verteufelt werden? Ich glaub mit solchen Aussagen solltest du sehr vorsichtig sein. Sicher soll eine offen geführte politische Diskussion gefördert werden. Aber es gibt Grenzen und diese sollten von allen Politikern parteiübergreifend eingehalten werden und das bedeutet für mich, dass totalitäre Regime (Faschismus, Nationalsozialismus, Kommunismus) abzulehnen sind.  
 
Vielleicht hätte der Duce heute zeitgemäßere Ideen? Sorry, aber so ein Satz ist für mich nur geschmacklos. Vielleicht hätte Hitler heutzutage ja auch kein Problem mehr mit Juden, oder Stalin und Mao wären richtig nette ältere Herren, mit denen man gerne plaudert und denen man gerne zuhört? ... Ich glaube (besser ich hoffe) du hast diesen Satz nicht ernst gemeint und ich habe die Ironie in deinem Post einfach nur nicht verstanden. 
 
Wollte dich nicht persönlich attackieren... Hoffe du lässt meinen Einwand gelten. 
 
Gruß eines Patrioten
 
Thomas85
7. 31-08-2010 20:19
 
Rassist
Sie sind kein demokrat Herr Lang....alles andere aber KEIN demokrat.
 
Marco
8. 31-08-2010 19:45
 
Rassist
Ich halte es für wenig sinnvoll immer nur darauf zu verweisen, daß der Faschismus oder sonstwer per se des Teufels ist - Systeme kommen und gehen, die Menschen sind immer die selben - Damit bedient man sich nämlich der so probaten "Faschismuskeule" die den, der sie schwingt, als das entlarvt, was er zu bekämpfen vorgibt. Wohin das führt, kann jeder in der Bundesrepublik Deutschland studieren. Die Gepflogenheiten im öffentlichen, politischen Diskurs nähern sich rasant mittelalterlichem Niveau. Besser erscheint mir, das Siegesdenkmal anhand seiner Bedeutung ehrlich und offen zu diskutieren. Wollen die Menschen in Südtirol, gleich welcher Herkunft solche Aussagen wie die dieses Triumphbogens täglich vor Augen haben? Ich glaube die meisten vernünftigen Menschen würden das verneinen. Vielleicht hätte ja selbst der Duce heute zeitgemäßere Ideen, wer weiß. Steter Tropfen höhlt jedenfalls den Stein.
 
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9. 31-08-2010 18:10
 
Rassist
Die Süd-Tiroler Freiheit ist die einzige Poltische Gruppierung in Südtirol die sich traut gegen diesen Braunen und Faschtischen Spuk in Süd-Tirol zu Protestieren. Wo bleibt der Aufschrei der Antifa in europa, und Speziel in Süd-Tirol wen Neofaschtien ein Konzert vor einem ehem. KZ geben, und der Qäustor, dieses Gedankengut sogar noch toleriert. Die Süd-Tiroler Freiheit ist die engltiche "Antifa" Wärend die "Antifa" in Deutschland die Süd-Tiroler Frieheit, und Patriotische Opusition in Süd-Tirol sowei auch Schützen als Nazis bezeichnet, und selbst aber den Faschtischen Bergiff "Alto Adige2 verwenden. Faschismus in allen Foremn, ist keine Meinung sondern ein verbrechen!
 
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10. 31-08-2010 13:21
 
Wie offensichtlich denn noch?
Unglaublich!! 
Dieser Schandfleck muss weck! 
Und das so schnell wie möglich! 
SCHLUSS MIT DEN HALBEN KOMPROMISSEN! 
 
Was wäre wenn man ein Nazinalsozialistisches "Denkmal" stehen lässt und an diesem Ort auch noch Hitler-Fähnchen und Souvenirs mit Hakenkreuzen verkauft? 
 
Der Faschimus ist in keiner Form zu beschönigen und er war auch nicht weniger Schlimm als der Nazionalsozialismus! 
Oder kann man eine Diktatur verharmlosen nur weil sie weniger Opfer forderte als die andere? 
Ich hoffe nicht!
 
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