GrandPrix der Volksmusik: Wieder peinliche Panne - Süd-Tiroler Interpreten unter italienischer Fahne
Sonntag, 29. August 2010
gp_fahne_.jpgDie Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT zeigt sich entrüstet darüber, dass die Süd-Tiroler Interpreten beim Grand Prix der Volksmusik gestern Abend in Wien unter italienischer Fahne geführt wurden. Nachdem es diesbezüglich immer wieder zu Polemiken gekommen ist, wurde im Vorjahr auf die italienische Trikolore verzichtet. Die Süd-Tiroler Interpreten konnten 2009 unter der weiß-roten Fahne mit Tiroler Adler antreten. Diesmal wurde wieder ein Schritt zurück gemacht!

Laut dem Leitungsmitglied der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, Werner Thaler, sind viele Süd-Tiroler zu Recht darüber aufgebracht, dass die Süd-Tiroler Teilnehmer am Final-Wettbewerb des Grand Prix der Volksmusik in Wien unter der italienischen Trikolore geführt wurden. Damit wird in Österreich, Deutschland und der Schweiz ein falsches Bild von Süd-Tirol vermittelt, denn "Süd-Tirol ist nicht Italien".

Die Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT wird bei den Verantwortlichen Protest über diese Vorgangsweise einlegen. Es ist nicht akzeptabel, dass die Süd-Tiroler Teilnehmer ihrer Identität beraubt werden und unserem Land, vor einem Millionenpublikum, einen italienischen Stempel aufgedrückt bekommt. Gerade ein Wettbewerb wie der Grand Prix der Volksmusik, sollte die notwendige Sensibilität für die besondere Situation in Süd-Tirol aufweisen. Das Land Süd-Tirol und die Süd-Tiroler Organisatoren des Grand Prix sind daher aufgerufen, sich dafür zu verwenden, dass die heimischen Interpreten zukünftig wieder für Süd-Tirol und nicht mehr unter der Trikolore antreten.


Werner Thaler

Leitungsmitglied der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT

 

Kontakte zur Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der musikalischen Unterhaltung:

ARGE - Österreich:
Günter Tolar - Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Elisabeth Bledl - Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

ORF - Redaktion GP:
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ARGE - Deutschland:
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SF-GP-Redaktion:
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ARGE - Südtirol:
Anneliese Breitenberger - Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


RAI Sender Bozen
Dr. Markus Perwanger - Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Quelle: http://www.gpvolksmusik.at/kontakte.htm


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Kommentare (16)
1. 02-09-2010 10:12
 
Fahnenmissbrauch
Ich kann die Aufregung in Süd-Tirol nachvollziehen. In meiner Heimat Franken passiert genau dasselbe. Da wir 1806 leider gegen unseren Willen von Bayern einverleibt wurden, werden an offiziellen Gebäuden in Franken weiß-blaue Fahnen zwangsaufgezogen. Gleichzeitig verbietet die bay. Regierung das offizielle Hissen der rot-weißen Frankenfahne. Süd-Tirol und Franken verbindet also mehr als die gemeinsamen Farben unserer Fahnen. Beide müssen täglich um ihre regionale Identität kämpfen. 
 
Kopf hoch, Süd-Tirol! 
Mit ROT-WEIßEN Grüßen aus Franken. 
 
http://www.youtube.com/watch?v=wFc0ch95O4s
 
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2. 02-09-2010 07:15
 
Mah
Ma tenetevele le fisarmoniche e quell'orribile musica!
 
Lucio
3. 31-08-2010 14:57
 
Mah
Dann können wir doch gleich sagen, Italien tritt an und nicht Süd-Tirol. 
Man verkauft den Namen "Süd-Tirol" im Fernsehen unter der italienischen Trikolore. Was soll das?? Wer ist dafür verantwortlich?? 
 
Und wieso nehmen es die Süd-Tiroler Verantwortlichen, u.a. Anneliese Breitenberger (SVP), einfach so hin?  
Hier geht es ja nicht nur im Identitätsfragen, sondern auch darum, welches Land hier im Endeffekt wirklich antritt. Süd-Tirol tritt hier nämlich als "Land" an und NICHT Italien. 
 
Hier muss umgehend etwas geschehen !!!
 
Hannes I.
4. 31-08-2010 08:42
 
Süd-Tirol Fahne
So gut wie alle Süd-Tiroler verwenden bei wichtigen Anlässen die Fahne des Landes als Visitenkarte der eignen ethnischen Identität und NICHT die italienische Tricolore. Das sollte man endlich einmal auch in anderen Teilen des deutschsprachigen Raumes zur Kenntnis nehmen und vor allem respektieren! 
 
http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2010/08/31/die-boznerin-tamara-lunger-24-peilt-zwei-weitere-achttausender-an.html
 
Markus Anton
5. 31-08-2010 05:57
 
fahne
Bei dieser schrecklichen Musik, die da schmalztriefend und auf die Tränendrüsen drückend zum Besten gegeben wird, ist es mir eigentlich fast lieber, wenn die Tiroler Fahne nicht gezeigt wird.
 
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6. 30-08-2010 13:08
 
Fahne?
Aber wie ist die Südtiroler Fahne?? Für mich ist die Südtiroler Fahne immer noch die Tiroler Fahne, mit dem Tiroler Adler. Und nicht die, die neben der Trikolore hängt mit dem Autonomie-Kicker.  
Ich habe auch viele Bekannte in der Schweiz und habe denen die Fahne Tirols gezeigt und die "Südtiroler Fahne". Die Tiroler Fahne wurde von fast allen erkannt, die Kicker-Fahne von niemandem (!). (Gott sei Dank)
 
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7. 30-08-2010 10:46
 
ist die Südtiroler Fahne zu wenig bekann
Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und 50 Bekannten ein Bild der Südtiroler Fahne gezeigt und anschließend nach der Herkunft gefragt. 32 von 50 Befragten entschieden sich für 'Brandenburg', 5 weitere dachten an einen Schweizer Kanton. Vielleicht täte hier mehr Öffentlichkeitsarbeit in D gut. Übrigens: ich halte von dieser sogenannten 'Volksmusik' eh nichts, aber warum müssen die Fahnen der Staaten überhaupt sein, warum kann man nicht als Bayer, Friese, Salzburger oder Appenzeller auftreten, statt als Deutscher, Österreicher oder Schweizer ?
 
8. 30-08-2010 09:43
 
...ja die Fahne
Ein Zitat: 
 
“Um die Völker auszulöschen, beginnt man damit, sie ihrer Erinnerung zu berauben. Man zerstört ihre Bücher, ihre Kultur, ihre Geschichte, ihre Symbole, ihre Fahne. 
Und irgendjemand anderer schreibt dann ihre Bücher, gibt ihnen eine andere Kultur, erfindet für sie eine andere Geschichte und zwingt ihnen andere Symbole und eine andere Fahne auf. 
Danach beginnt das Volk zu vergessen, wer es gewesen ist, wenn nicht die geschichtliche Erinnerung von neuem geweckt wird.“ 
 
(Gabriele Marzocco, Journalist und Vorkämpfer für die Bewahrung ethnischer Identitäten, Gründer der Zeitschrift “ Nazione Napoletana“)
 
Markus Anton
9. 30-08-2010 09:43
 
Trikolore-Zwang
@hp: 
Quote:
Es ist das Versäumnis der Süd-Tiroler Politik der letzten 70 Jahre, dass in Europa das Bewusstsein für die Süd-Tirol Problematik nicht vorhanden ist.

 
 
Genau so ist es!  
Solange die Landesregierung (SVP) uns die "vorbildliche Autonomie" vorpredigt und unsere Tirol-österreichische Identität totschweigt, werden wir vom Rest der Welt immer als Italiener abgestempelt. 
Wenn wir den Trikolore-Zwang und die Bevormundung durch Italien loswerden wollen, gibt es keine andere Lösung als das Los von Italien.
 
ff
10. 30-08-2010 07:38
 
@Patrick
Ich gehe mal davon aus, dass sich der ORF für die italienische Fahne entschieden hat, und dass er das nicht mit böser Absicht gemacht hat. In den Augen vieler Österreicher ist Süd-Tirol nun mal Italien. Und beim ORF schert man sich ja generell recht wenig um Süd-Tirol (denn lang ist es her, dass die Süd-Tiroler Sportler auch als Österreicher angesehen wurden…).  
Das macht die ganze Sache natürlich nicht besser, denn dieser Mangel an Geschichtskenntnissen in Österreich und Deutschland macht es nur viel schwerer von Italien los zu kommen! 
 
@ Patrick: es mag zwar sein, dass die Tricolore und die Adlerflagge oft nebeneinander hängen. Allerdings nur in Schulen und öffentlichen Ämtern. Früher hingen an deutschsprachigen Schulen oder Gemeinden am Land ausschließlich Tiroler Fahnen. Erst seit einigen Jahren gibt es ein italienisches Gesetz, das zum Aushängen der Tricolore an öffentlichen Gebäuden verpflichtet. Ich würde das gemeinsame Auftreten der beiden Fahnen also weniger als freundschaftlich bezeichnen, sondern wohl eher als Illustration der Besatzermentalität Italiens. 
Die Tricolore ist und bleibt die Fahne Italiens. Nachdem Süd-Tirol (kulturell und historisch) nicht Italien ist, ist die Tricolore auch nicht die Fahne Süd-Tirols. Es ist daher irrelevant wie alt die Tricolore ist oder wer sie erfunden hat. 
Dass man das in der Schweiz, Deutschland und Österreich aber etwas anders sieht ist mir schon klar. Es ist das Versäumnis der Süd-Tiroler Politik der letzten 70 Jahre, dass in Europa das Bewusstsein für die Süd-Tirol Problematik nicht vorhanden ist.
 
hp
11. 29-08-2010 22:31
 
andere Autonomien
Sollte zum Beispiel bei einem ähnlichen Wettbewerb anderswo in Europa eine Autonomie wie Färöer, Aland, Isle of Man, Wales, Gibraltal oder Schottland teilnehmen, dann wird selbstverständlich auch die Fahne der entsprechenden Autonomie eingeblendet und nicht die des Staates zu dem sie gehört. So ist es zum Beispiel in Großbrittanien, wo sogar in vielen Sportarten am Anfang die Hymne der Autonomie gespielt wird. 
 
 
http://www.youtube.com/watch?v=0hutHBq9w7Q 
 
http://www.youtube.com/watch?v=6wRRY8eDMSY  
 
Sind vielleicht die Süd-Tiroler in dieser Hinsicht etwa keine vollwertige Minderheit wie alle anderen in Europa? 
 
http://www.youtube.com/watch?v=ttvL8SB8ct0
 
Markus Anton
12. 29-08-2010 22:15
 
Trikolore
@ Patrick 
 
Das Trikolore wurde in Reggio Emilia während der Napoleonischen Kriege erfunden. Die grüne Farbe wurde als Ersatz für das nicht mehr vorhandene blaue Tuch zur Herstellung einer französischen Fahne genommen. 
Es ist daher zwar richtig, dass das Trikolore vor Tolomei und vor Mussolini existierte, es ist aber eine historische Tatsache, dass jene Flagge in Südtirol, Triest und Trient erst 1918 auf die öffentlichen Gebäude gehisst wurde. Was in Italien geschah, ist m.E. nicht Gegenstand dieser Diskussion.
 
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13. 29-08-2010 16:26
 
geschichtslose Profitmacher
..in der Musiksparte " Volkstümliche Musik" , wird die Seichtheit und Unbekümmertheit ganz vorn platziert. Der Bezug zur Geschichte wird oft als veraltet und folkloristisch der Lächerlichkeit preisgegeben.. Es kommt doch auch "cool" , wenn die "Norditaliener" ein bisserl Alpenmusi mit feurigem Tarantella-Sound verschmelzen lassen...Hauptsache das Publikum jubelt und merkt nicht wie es verdummt wird...na serwas!!
 
tiroler herz
14. 29-08-2010 15:33
 
aber aber...
...also solange sich nichts geaendert hat ist Sued-tirol immernoch in italien. Was sie sich zuhause an die Wand malen oder welche fahne sie an die Terrasse haengen ist Ihr Bier...
 
Marco
15. 29-08-2010 14:15
 
aber aber...
Vielleicht sollten Sie auch mal jene Südtiroler berücksichtigen, die sich durch die italienische Fahne nicht ihrer Identität beraubt fühlen. Als Tourist sieht man die Adlerflagge und die Trikolore oft einträglich nebeneinander - damit wird der besonderen Situation ebenfalls Rechnung getragen. Der Dalai Lama würde sich bestimmt wünschen, dass solches im Fall von Tibet unter chinesischer Herrschaft auch möglich wäre. 
 
Ich bin Schweizer und habe einiges Verständnis für Anliegen Ihrer Partei (Amtlichkeit deutscher Ortsnamen anstelle erfundener Bezeichnungen, mehrsprachige Medikamentenzettel, Antifaschismus, Hinwendung zu Gesamttirol und Österreich), doch hier sehe ich kein Problem. Die Trikolore wurde weder von Tolomei noch von Mussolini erfunden, sondern ist älter (bzw. in der heutigen Form jünger) als der Faschismus.
 
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16. 29-08-2010 12:31
 
Eine Frage des Anstandes
Es ist eine Frage des menschlichen und politischen Anstands, dass man bei derartigen Anlässen aus einem falsch verstandenen "political correctness" die Süd-Tiroler in ihrer Mehrheit nicht dermaßen grob brüskiert, und das man die Besonderheiten der politisch-ethnischer Identität der Süd-Tiroler sorgsam berücksichtigt.  
 
"Süd-Tirol ist nicht Italien" lauter einer der politischen Parolen der STF, sprachlich, ethnisch, kulturell und historisch nicht. Daran ändern auch nichts die heutigen Machtverhältnisse in diesem Teil des historischen Landes Tirol.  
 
An diesem Wettbewerb nimmt sicher nicht Italien teil, sondern wenn schon dann die Autonome Provinz Bozen, da der Mitgestalter dieses Wettbewerbs "Grand Prix der Volksmusik" der Sender Rai Bozen ist, und der befindet sich gegenwärtig meines Wissens in der Kompetenz des Landes Südtirol.  
 
Daher wäre in diesem Fall sicher die Fahne Südtirols als Erkennungsmerkmal am ehesten angebracht und nicht die von Italien.  
 
Es ist wahrscheinlich der vorauseilende Gehorsam der Radaktion solcher Sendungen, die derartige Stilblüten möglich macht. Hat sich aber jemand dort in den Stuben der Fernsehmacher und anderswo jemals mit dem heutigen ethnischen Charakter des Landes Süd-Tirol und vor allem mit seiner Geschichte beschäftigt, dann müsste er wissen, dass dieses Land niemals Italien war und weiterhin nicht ist. Daher verdient diese Tatsache auch von dieser Seite ein Minimum an Respekt. Das müsste heute in Europa der EU im Jahre 2010 bereits völlig selbstverständlich sein, aber wie man sieht, es ist leider nicht.  
 
Italien versucht diesem Land Tirol südlich des Brenners bereits seit 90 Jahren einen eigenen auch ethnischen Stempel aufzudrücken. Die Süd-Tiroler wehren sich nach Kräften genau so lange und wie man sieht auch erfolgreich dagegen. Der Stiefelstaat nennt Südtirol Alto Adige, also Hoch Etsch. Der Landesname Südtirol wird eigentlich nur geduldet, mehr nicht. Die Fälschungen der historisch gewachsenen ethnischen Identität dieses Landes wirken also weiter und die Medien machen in Österreich im krassen Gegensatz zu früheren Jahrzehnten bei dieser unethischen Vorgangsweise freiwillig oder bestellt sogar noch mit. Das nennt man leider unseriösen Journalismus oder gesteuerte Berichterstattung, die objektiv feststellbare Tatsachen ignoriert, auf die ich oben soeben hingewiesen habe. 
 
Nach dem Pariser Autonomievertrag für die Autonome Provinz Bozen ist dieses Land ein Subjekt des Völkerrechtes mit abgesteckten Grenzen, eigenem Volk, eigener Regierung und eigenen Symbolen, wie die Landesfahne und Landeswappen etc. Diese real existierenden Tatsachen haben die Medienmacher endlich zur Kenntnis zu nehmen.
 
Markus Anton

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