Italiener noch immer in Notunterkünften - Staat saniert Balkon von Mussolini
Freitag, 13. August 2010
mussolini_piazza_venezia.jpgWährend nach dem Erdbeben in den Abruzzen im April des vergangenen Jahres noch immer Menschen in Notunterkünften hausen müssen und jeder Mensch mit italienischer Staatsbürgerschaft mit 29.324 Euro verschuldet ist, so Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT, renoviert  Italien innerhalb September jenen Balkon und macht ihn zugänglich, auf dem Mussolini am 10. Juni 1940 England und Frankreich den Krieg erklärte!

So hat das Kulturministerium selbst zuerst geprüft, ob die Wiedereröffnung von faschistischen Stätten in Italien rechtens ist, dann aber die Arbeiten in die Wege geleitet: Der nach dem Sturz des Faschismus geschlossene Balkon an der Piazza Venezia, von dem der Duce zahlreiche Reden hielt, unter anderem auch die Kriegserklärung gegen  Frankreich und England hinausschrie, soll restauriert und geöffnet werden. Es ist nicht bekannt, ob das Ministerium für Denkmäler und kulturelle Tätigkeit auch die Liktoren, die das Balkonfenster rechts und links „zierten“, wieder anbringen wird. Nicht abwegig, werden doch in Bozen auch vom Denkmalamt  am „Siegesdenkmal“ Liktorenbündel zur Zeit restauriert und auf Hochglanz gebracht.

Die Haltung Berlusconis und seiner Regierung zu faschistischem Gruß, Tolomeische Ortsnamen und Siegesdenkmal ist in ganz Europa bekannt. Wörtlich stellte Berlusconi fest: "Ich begreife die Probleme, einem Volk, das 40 Jahre lang nur eine Diktatur gekannt hat, die Regeln der Demokratie zu lehren", sagte Berlusconi. "Wie in Italien?", fragten die beiden britischen Journalisten Johnson und Nicolas Farrell, die Berlusconi Ende August in seiner Sommerresidenz auf Sardinien interviewt hatte. Berlusconi antwortete, dass die faschistische Diktatur in Italien "gutmütiger" gewesen sei. "Mussolini hat niemanden ermordet. Mussolini schickte die Leute auf Urlaub ins Exil."

Werden die nächsten Zwangsurlaubspläne für Richter (laut Berlusconi = „geistesgestörte Menschen“), Journalisten  und oppositionelle Politiker ab Herbst dieses Jahres wieder von dem Faschistenbalkon in Rom verkündet werden? so Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT besorgt und kann es sich Italien leisten, den Boden zu festigen, auf denen ein Diktator zwei europäischen Brudervölkern den Krieg erklärte?


Welcher andere Staat in Europa besitzt solche Narrenfreiheit?


Roland Lang

Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT


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Kommentare (7)
1. 17-08-2010 07:19
 
mehr Zeitungsartikel zu solchen Themen n
Liebe Süd-Tiroler Freiheit, 
ich finde die Entwicklung in Italien sehr besorgniserregend und erschreckend - im besonderen auch besorgniserregend für Süd-Tirol. Ich vermissen aber Berichterstattungen in unseren Nachbarländern (vor allem in Tirol) über dieses Thema. Sind diese ganzen Vorfälle den österreichischen Politikern bekannt (ich vermute mal schon)? Warum äußern sie sich dann nicht kritisch zu der italienischen Entwicklung? 
Wäre es nicht möglich in der österreichischen Presse mehr von Italien und der Verherrlichung des Faschismus zu berichten? Ist das Thema wirklich so uninteressant für die österreichische Presse?
 
hp
2. 16-08-2010 08:01
 
Andreas Hofer - Bund Tirol
Im Kielwasser Berlusconis drohen faschistische Kräfte den Volksgruppenschutz in Italien zu zerstören. 
 
Berlusconist "Pakt mit dem Teufel" 
 
Vor den Parlamentswahlen ist der "Forza Italia" - Abgeordnete Frattini einen schriftlichen Pakt mit Donoto Seppi, Präsident der ultrafschistischen Partei "UNITA - Movimento per lÁlto Adige" eingegangen und hat als Gegenleistung für die Wahlunterstützung des Berlisconi - Wahlbündnisses seine Unterstützung bei der Abschaffung der Südtirolautonomie zugesichert. 
 
In diesem Abkommen verspricht Frattini: 
"Der Abgeordnete Frattini wird sich auf nationaler Ebene und in seiner eigenen politischen Bewegung sowie in den Regierungsämtern zum Wortführer der Interessen der Italiener in Südtirol machen und er wird zu diesem Zweck ein Arbeitsverhältnis mit der UNITALIA - Movimento per l´Alto Adige`eingehen. 
 
Der Abgeordnete Frattini vertritt die Auffassung, dass der ethnische Proporz in Gegensatz steht zu einem guten Funktionieren der öffentlichen Einrichtungen und die beruflichen Interessen und Bedürfnisse des Einzelnen dem Grundsatz der ethnischen Trennung opfert.  
 
Im Einzelnen verspricht sich der Abg. Frattini: 
 
- Auf nationaler und internationaler Ebene all jene Maßnahmen in Angriff zu nehmen, welche die aktuell Südtirolautonomie einer europäischen Angleichung unterzieht, vor allem in Hinblick auf die ethnische Volkszählung, den ethnischen Proporz, die Zweisprachigkeit als Voraussetzung für den öffnetlichen Dienst, die Vorschriften der Ansässigkeit für die Ausübung des Wahlrechtes. 
 
Zwecks Aufrechterhaltung der sozio - ökonomischen Präsenz Italiens in der Brovinz Bozen die Ansiedlung und Stärkung staatlicher Unternehmen vorzunehmen und die Anwesenheit der Streitkräfte (Alpiniversammlung in Bozen) und der Verwaltungseinheiten des Staates zu vertärken sowie die Ansiedlung weiterer italienischer Familien zu förden. 
 
- Die Geschichte und kulturelle Identität der italienischen Gruppe durch den verpflichteten Gebrauch der Zweisprachigkeit auch bei den kleinen Ortsnamen zu verteidigen ( Streit um die Wegweiser) 
 
- Insbesondere für die Erhaltung und Respektierung der italienischen Monumente wie Siegesdenkmal in Bozen, des Alpini - Denkmales in Bruneck und die gebeinhäuser zu sorgen, die Präsenz des Club Alpino Italiano (CAI) zu unterstützen (Geldspende), das Tragen von Waffen auch bei folkloristischen Zwecken (Schützen) aufmerksaqm zu beobachten und alle religiösen, sportlichen und kulturellen Veranstaltunge zu vermehren, welche die italienische Präsenz in Südtirol konsolidieren. 
 
 
Soweit der Text des Abkommens. 
 
So gut schaut es mit der "Weltbesten Autononie" leider nicht mehr aus.  
 
Diese 2001 auch vom Andreas Hofer - Bund in einer Aussendung verbreitete Meldung dürft heute noch ihre Gültigkeit haben, wenn man die Dinge, die sie sich zur Zeit in Südtirol ereignen, richtig deutet.
 
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3. 15-08-2010 18:41
 
Andreas Hofer - Bund Tirol
Kein anderer Staat besitzt eben so eine Narrenfreiheit. Der Faschismus hat in Italien leider immer noch die Oberhand! Der Neo-Faschismus hat in Rom das Sagen, Faschistische Denkmäler stehen immer noch, man saniert faschistische Protzbauten, usw.. 
 
Man stelle sich das ganze nur einmal in Deutschland vor - Wahnsinn!! 
 
Jeder, der sich anhand solcher Tatsachen immer noch gegen eine Loslösung Süd-Tirols vom Staat Italien stellt, läuft entweder blind durchs Leben oder ist mit diesem faschistischen Treiben einverstanden. Anders kann man so etwas nicht erklären. 
Deswegen gilt es die Selbstbestimmung bis in spätestens 5 Jahren einzufordern und die Bevölkerung in der Zwischenzeit darauf vorzubereiten, denn so kann es nicht weitergehen!! 
 
Gemeinsam mit allen Volksgruppen in Süd-Tirol in Richtung Freiheit, ohne Faschismus und Nationalismus!!
 
Hannes I.
4. 15-08-2010 15:49
 
Faschistenbalkon
Die solln doch glei a no den Moschtn daneben aufstellen wo sie den Oberfaschist und seine Geliebte noch dem erschiassn aufghängt und mehrere Tog hongen glot hobn . 
Vielleicht wearn denn in Zukunft dort am 4.11.die Kränze obglegt anstott in Bozen . 
Ober der Faschistenstoot hot für olle Dummheiten Geld nur nit um die Schuldn zu zohln !!! 
HT 
HT
 
Hermann Taber
5. 15-08-2010 08:56
 
Sachbuch zu dieser Thematik
Ich lese gerade ein Buch zur erwähnten Erinnerungspolitik Berlusconis, geschrieben vom Schweizer Historiker, Erscheinungsjahr 2010: 
http://www.nzz-libro.ch/de/detail.php?shop=1&pageNum_articlegroup=&totalRows_articlegroup=108&up_oberKatNr=4&up_katNr=4&up_oberArtikelNr=718
 
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6. 14-08-2010 17:10
 
Andreas Hofer - Bund Tirol
Krieg der Erinnerungen. 
 
Seit Berlusconi 1994 in die politische Arena stieg, erlebte das Land einen Krieg der Erinnerungen. Über Jahrzehnte hatte die politische Kultur der 1946 gegründeten Republik Italien auf der Überzeugung beruht, die Italiener hätten den Faschismus aus eigener Kraft überwunden und das von den Deutschen von Herbst 1943 (nach der Kriegserklärung Italiens an das Deutsche Reich) an besetzte Land mit der Waffe in der Hand befreit. Das war eine sympathische Lebenslüge, die mithalf, in Italien nach über 20 Jahren der Diktatur dauerhaft eine Demokratie zu installieren. Die 1948 in Kraft gesetze Verfassung war und ist dem Geist des republikanischen Antifaschismus verpflichtet.(auch heute noch) 
 
Begünstigt durch das Ende des kalten Krieges und den Korruptionssumpf der Ersten Republik geriet die antifaschistisch geprägte Kultur immer stärker in Bedrängnis.Politiker, Historiker, Publizisten und Filmemacher ebneten einer revisionistischen Geschichtsdeutung den Weg, die auf Denkfiguren der neofaschistischen Subkultur zurückgriffen, bzw. immer noch trotz der Mitgliedschaft in der EU zurückgreifen. 
 
Italien scheint wirklich Narrenfreiheit in Europa zu besitzen. Möglicherweise nimmt diesen Staat keiner ernst.
 
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7. 14-08-2010 15:28
 
Andreas Hofer - Bund Tirol
Berlusconi und die kalkulierten Tabubrüche 
 
Der erste Wahlsieg von Silvio Berluskonie ebnete den Weg: In Italien findet der Faschismus seine Verteidiger längst in der guten Gesellschaft. Der Ministerpräsident verharmlost Mussolini und fördert Rechtsextreme - auch die Enkelin des Duce. 
 
Silio Berlusconis Aufstieg zum mächtigen Mann wurde durch den korruptionsbedingten Zusammenbruch des alten Parteiensystems und eine "lautlose Kulturrevolutions" ermöglicht, die die Gesellschaft seit Mitte der achtziger Jahre grundsätzlich veränderte. Kulturell schlug sich die transizione italiana in einen neuen Politikstil der großspurigen Ankündigungen, maßgeschneideter Gesetze und rechtsstaatlicher Tabubrüche nieder. Immer dreister rücken die dem "Cavaliere" wohlgesinnten Medien an seinem Regierungsstil in die Nähe des Landesverrat. 
Im Fahrwasser des soziokulturellen Wandels rückte die Gesellschaft nach rechts, die Themen der rechten erhielten jetzt kaum für möglich erachteten Raum in den öffentlichen Depatten. Dies gilt auch für die in ihrer wirklichen Bedeutung oft unterschätzte Geschichtspolitik. Heute sind Faschismusapologhie und "Duce" - Bewunderer in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern werden revisionistische Thesen in Italien nicht allein von "Ewiggestrigen" und den typischen Rechtsextremisten vorgtragen, sondern oft auch von bürgerlichen Honoratioren. 
Spitzenpolitiker, die der Mussolinidiktatur positive Seiten abgewinnen; Straßen, die nach "Helden" des Regims benannt werden, Siegesdenkmäler und Balkone die renoviert werden oder "gute Faschisten, die als Filmhelden in die Wohnstuben der Fernsehnation flimmern, gehören seit 1994 ebenso zum Alltag der Zweiten Republik wie Gesetzesiniziativen,die Mussolinis letztes Aufgebot und die Kollaborteure von Sala den Kämpfern der Resistenza gleichstellt wollen. Besorgt bilanziert der ehemalige christdemokratische Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro schon 2005: "Heute sehen wir, dass in Italien eine Geschichtspolitik betrieben wird, die im Zeichen der Befriedung auf eine Geschichtsrevision zielt und eine Aufwertung des Faschismus betreibt. 
 
Und du mein armes Südtirol mußt das alles mitansehen und trotzdem wollen sich viele von diesem faschistischen Staat nicht trennen.
 
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