Deutsche Gelehrte werden Italiener - Friedrich Kepler wird ein Keplero, Kopernikus wird Copernico
Mittwoch, 4. August 2010
keplero_001.jpgNachdem Bürgermeister Spagnolli öffentlich erklärt hatte, dass die faschistischen Ortsnamen zu seinem persönlichen Vermögen ( „Patrimonio personale“) gehören, konnte es nicht verwundern, so Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT, dass in Bozen auch Namen von Gelehrten und Forschern wie bei der Ortsnamensgebung Dörfer und Flüsse, auch Familiennamen italianisiert werden. So wurden in Bozen die Straßen zu Ehren von Kepler und Kopernikus verfälscht in Keplero und Copernico! Und „Rotonda“ wird zum „Platz“.

Friedrich Johannes Kepler, geboren in Weil der Stadt (Baden-Württemberg) am 27. Dezember 1551, verstorben am 15. November 1630, war ein deutscher Naturphilosoph, Mathematiker und Astronom. Begraben ist Kepler in Regensburg: Welcher Tolomei erfand für die Kepler- Straße in der Bozner Gewerbezone den italienischen Namen „Keplero“?
Nikolaus Kopernikus, deutsch/polnischer Gelehrter (* 19. Februar 1473 in Thorn; † 24. Mai 1543 in Frauenburg), lateinisch Nicolaus Copernicus,  war Domherr in Frauenburg, Mathematiker und Astronom. Er hielt sich einige Zeit zu Studienzwecken in Italien auf,  wo er 1496 an der Universität von Bologna zum Jurastudium antrat und, wie erst nach Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt wurde, in den Matricula Nobilissimi Germanorum Collegii und Annales Clarissimae Nacionis Germanorum der Natio Germanica Bononiae mit dem Eintrag Dominus Nicolaus Kopperlingk de Thorn – IX grosseti verzeichnet ist. Wer war „Copernico“?


Keplero und Copernico sind simple Fälschungen von Tolomei- Jüngern. Niemand würde sich erlauben, einen Giuseppe Verdi dermaßen zu beleidigen, dass sein Platz in Bozen von den Südtirolern in Grüner Platz unbenannt würde. Mehr als Lächerlich wäre es, so Roland Lang, wenn in Europa irgendwo „Engelmichel“ statt Michelangelo stünde.


Bereits kleine Übersetzungen bereiten der Gemeinde Bozen großes Kopfzerbrechen. Nachdem der Kreisverkehr Voltastraße/ Pancinottistraße den Opfern der CELLSA gewidmet wurde,  musste „rotonda“ ins deutsche übersetzt werden. Statt Kreisverkehr wurde er zum „Platz  der Opfer der CELLSA Werke“. Dabei hätte ein Blick in Richtung Einsteinstraße genügt: Dort wurde richtigerweise „rotonda dell`Agruzzo“ in „Kreisverkehr Grutzen“ übersetzt.

Im Italianisierungsprogramm („ Provvedimenti per L´Alto Adige“) des Erzfaschisten Tolomei, das er in Bozen 1923 verkündete, finden sich u. a. folgende Punkte:

    13. Italianisierung der deutschen Ortsnamen.
    14. Italianisierung der öffentlichen Aufschriften.
    15. Italianisierung der Straßen- und Wegbezeichnungen.
    16. Italianisierung der verdeutschten Familiennamen.


Wer diese Punkte verfolgt, kann nur faschistisch denken!


Roland Lang

Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

keplero_001.jpg

rotonda_001.jpg


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Kommentare (15)
1. 17-08-2010 20:46
 
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Wenn sich der Autor im vorab besser informiert hätte, wäre er zur Erkenntnis gekommen, dass die "italienisierten" deutschen Nachnamen historischer Persönlichkeiten nicht ein Werk Tolomeis sind. Würde man sich um einen Blick in eine italienische Enzyklopädie, (enkyklios paideia in griechisch, damit ich nicht als germanisierendes Monster beschimpft werde) z.B. Wikipedia, wirft wird sehen, dass diese Namen im italienischen Raum durchaus gebräuchlich sind. Genauso wie z.B. Julius Cäsar im deutschen Sprachraum. 
 
Zuerst denken, dann schreiben.
 
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2. 11-08-2010 13:48
 
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regt ihr euch auch auf über die Triest-straße in Wien?
 
Nick
3. 11-08-2010 09:37
 
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@ achim wüttenberg 
 
richtig ihr in deutschland machte es uns vor. Jede 2 Werbung im DEUTSCHEN TV wirbt deutsche Produkte mit "issimo" "bellissimo" "wie in italien" etc. da ist es klar das giuseppe verdi besser klingt als ein josef Grün. 
 
Und diese "italianisierung" der Namen von vergangenen Berühmtheiten war auch in Frankreich und Spanien/Portugal der fall.
 
kurt
4. 11-08-2010 07:44
 
Latein?
Da haben wohl die wenigsten Latein in der Schule gehabt..... 
Latein blieb lange Zeit die Sprache der Wissenschaft und Korrispondenz und es wurden alle Namen latanisiert...also KopernikUS,.... 
Das Italienische übernahm nur einen Fall, den Ablativ also Koperniko. 
 
Was ist den da so schlimm?
 
Franz
5. 10-08-2010 17:35
 
"Druso" lässt grüßen
Wenn ein Italiener irgendein in D oder A publiziertes Werk zu Geschichte und Archäologie zur Hand nimmt, wird er feststellen, wie korrekt wir mit dem antiken Namensgut umgehen: "Drusus" statt "Druso", "Caius Iulius Caesar" statt "Giulio Cesare". Vergewaltigt man im Stiefelstaat gar das Namensgut der eigenen Vorfahren ?
 
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6. 06-08-2010 10:12
 
Die Zeit ist gegen uns
@pp: 
Sich Zeit zu lassen ist gefährlich, denn die Zeit spielt gegen uns: je länger wir warten, desto mehr bekommen die tolomeischen Erfindungen ihre Daseinsberechtigung, da sie mittlerweile auch Teil \"unserer\" Geschichte geworden sind. 
 
In Aosta wurden sie sofort abgeschafft - und es gab keinen Aufschrei. Bei uns hat man es verschlafen, und jetzt wird es zunehmend schwieriger - es ist ja bald ein Jahrhundert her... !
 
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7. 06-08-2010 09:41
 
Übersetzungen
Via Giuseppe Verdi in Brixen = Josef Grün Straße???? 
 
 
wacht auf Leute: die Italianisierung die vor 80-90 Jahren scheiterte ist schon seit langem wieder in vollem Gange
 
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8. 06-08-2010 08:16
 
Übersetzungen
was ist dann mit der "Florenzstraße" ? 
 
oder mit dem Christoph Columbus? Der hieß doch Cristoforo Colombo.
 
Nick
9. 06-08-2010 01:31
 
Übersetzungen
Kann mir als Österreicher bitte jemand sagen wer die Cellsa Opfer sind? Dankeschön 
Lg Dieter
 
Dieter aus Österreich
10. 05-08-2010 23:02
 
Ma....
Cari... i nomi nell alto Adige devono venire 100/100 tuti in tedesco, perche la cultura si frega delle Guerre mondiali e civili. 
Sarebe tempo che a Roma pensono un po la storia pasata, ma giusta. Alora Merano falso- Meran, Fortezza falso - Franzenfeste. etc... o`i Nomi si, la posta no. Quando capiranno,a Bozen e Rom 
che una grande Natione come l`Italia no puo "trattare" cosi un popolo picolo Sudtirolese, come lo fanno!!! le po temp da schmette! 
 
Uno che da molto per l`italia 
vi saluta con cuore!
 
CH und IT Burgaiser
11. 05-08-2010 19:56
 
Namen und Ortsnamen
Wenn ich mich nicht täusche, kommen wir wieder einmal in Versuchung nachzugeben, Zugeständnisse zumachen. Was wir jetzt vermutlich tun werden, werden wir später einmal bitter bereuen, weil wir damit den größten Teil unserer Glaubwürdigkeit verlieren werden. Wir haben dann gegen den Faschismus keinen Trumpf mehr in der Hand. Wie könnten wir auch noch einen haben, wenn wir mithelfen das Fälscherwerk Tolomeis, zumindest teilweise, gutzuheißen? Natürlich ist die Regelung der Ortsnamen nicht leicht, das wissen wir doch alle; aber überstürzen wir nichts, sondern lassen wir uns ein bißchen Zeit; wenn wir schon Jahrzehnte gewartet haben, kommt es jetzt wegen noch einem Jahr Wartezeit auch nicht mehr an. Wir sollten vor allem auch das Volk für die gerechte Sache gewinnen; das ist sehr wichtig, auch für die Zeit danach, denn der Wohlstand könnte auch weniger werden, was dann? Dann haben wir nur mehr einen sprachlich-kulturellen Mischmasch, und obendrein auch noch eine verschandelte Heimat. Wir sollten also schon ein bißchen mit Vernunft und Hausverstand vorgehen oder?
 
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12. 05-08-2010 17:15
 
Traurig
Es ist wirklich nicht zu fassen was sich manche Politiker von der SVP oder gar die italienischen Parteien erlauben!! Faschismus ist Salonfähig geworden mitten in Europa, und.... das halbe Land Südtirol feiert mit!!!Die Grünen sind wie immer mitten drin, SVP Jugend dabei, Biancofiore feiert mit!! 
Hoffentlich bleibt zumindest die SF standhaft!!!
 
Markus
13. 05-08-2010 15:41
 
Traurig
Friedrich Johannes Kepler (in italiano Giovanni Keplero o anche Cheplero[1][2][3][4][5]; Weil der Stadt, 27 dicembre 1571 – Ratisbona, 15 novembre 1630) fu un astronomo, matematico e musicista tedesco. Scoprì empiricamente le leggi che regolano il movimento dei pianeti e che sono chiamate, appunto, leggi di Keplero. (Wikipedia) 
 
auch nicht ein Werk von E.T. - 
 
nicht alle italienische Namensübersetzungen sind seitens E.T. erbracht worden - 
 
für Italiener ist München Monaco di Baviera, Paris Parigi, Frankfurt am Main Francoforte sul Meno, Moskau - Mosca - 
 
nicht alles in den gleichen Topf .......
 
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14. 05-08-2010 15:36
 
Traurig
MikoBaj Kopernik (it. Niccolò Copernico, lat. Nicolaus Copernicus; ToruD, 19 febbraio 1473 – Frombork, 24 maggio 1543) fu un presbitero e astronomo polacco famoso per aver portato all'affermazione la teoria eliocentrica, contribuendo così alla rivoluzione astronomica. 
Fu anche un canonico, un giurista, un governatore, un astrologo ed un medico. Un dibattito storico-geografico, oggi considerato poco serio, si tradusse in un'aspra contesa circa la sua nazionalità. Copernico è in genere considerato un polacco discendente da una famiglia di origini tedesche. 
La sua teoria - che propone il Sole al centro del sistema di orbite dei pianeti componenti il sistema solare - riprende quella greca di Aristarco di Samo dell'eliocentrismo, la teoria opposta al geocentrismo, che voleva invece la Terra al centro del sistema. Merito suo non è dunque l'idea, già espressa dai greci, ma la sua rigorosa dimostrazione tramite procedimenti di carattere matematico. (Wikipedia) 
 
Also ist Copernico nicht ein Werk von E.T.
 
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15. 05-08-2010 10:27
 
Eigennamen
Aus der Perspektive der gesamt europäischen Kulturgeschichte und unter der Berücksichtigung des Gewohnheitsrechts beim Gebrauch von bestimmten Eigennamen von großen Persönlichkeiten in einzelnen Ländern unseres Kontinents, sei es beim Zustandekommen des öffentliches Interesses für ihre Tätigkeit zu Lebzeiten, oder in der Rezeption ihres Werkes in späteren Epochen, muss man fairerweise feststellen, dass es gestern wie heute in Europa üblich war und weiterhin ist, zum Beispiel in Italien aus Kepler Keplero oder aus Kopernicus Copernico zu machen, da diese Persönlichkeiten oder besser gesagt ihr Werk zum allgemeinen Kulturgut geworden sind.  
 
Dass die Deutschen Nachnamen in der Aussprache in allen möglichen Sprachen nicht gerade die leichtesten sind, das ist allgemein bekannt. Daher versuchte jede Sprache quer durch die Epochen bestimmte Deutsche Namen von allgemeiner Bedeutung ein wenig einheimischer zu machen. Aber auch die einzelnen Sprachen lassen immer wieder einzelne Zusätze oder Endungen bei Eigennamen in ihrem Regelwerk zu, manchmal sind solche Veränderungen sogar zwingend durch die Semantik einer Sprache vorgeschrieben. Das gab es auch einmal im Deutschen Sprachraum, z.B. in Österreich und damit in Tirol, als man den Namen der Frau von einem Hofer als Hoferin geschrieben hat. Umgangsprachlich ist diese Form in manchen Alpentälern immer noch selten zwar aber doch üblich. 
 
Die Verwendung von Deutschen Nachnamen in einem deutschsprachigen Land, wie Süd-Tirol eines mit Sicherheit ist, sollte aber eher so geschehen, wie das die Mehrheitsbevölkerung selbst tut oder wünscht, auch wenn in diesem Fall die Stadt Bozen bekanntlich bedingt durch die Geschichte seit 1919 mehrheitlich eine Italienische Stadt geworden ist. 
 
Diese Debatte wirft aber auch ein wenig Licht auf das allgemeine Gewohnheitsrecht bei Verwendung von Eigennamen. Erstens, es ist fast unmöglich einer anderen Sprachgruppe vorzuschreiben, wie diese bestimmte Eigennamen in der eigenen Sprache verwendet, und zweites, scheut die politische Führung eines Landes über 50 Jahre lang, so wie gerade hier, in der Eigenzuständigkeit des Südtiroler Landtags für die Flur- und Ortsnamen der Autonomen Provinz Bozen, in ihrer offiziellen Schreibweise zu regeln, dann kann eine Minderheit davon ein Gewohnheitsrecht ableiten. Dieses Recht wird wirksam nicht erst nach 50 Jahren oder später, sondern bereits nach wenigen Jahren. Wird die das Land regierende SVP weiterhin diese Frage, wie gerade jetzt versucht wird, nicht zufriedenstellend regeln können, wird das Land Südtirol mit der Zeit sich immer schwerer damit tun, das Flur- und Ortsnamen Fälscherwerk von Ettore Tollomei abzuwehren. Um das vorauszusehen, müsste man auch kein Prophet sein, und das war sicher der ehemaligen Sammelpartei der Süd-Tiroler auch immer gut bekannt, mit bekannten Konsequenzen in der Frage der Toponomastik des Landes, wie man am aktuellen Beispiel gerade sehen kann.
 
Markus Anton

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