4. Mai 2010 Innsbruck - Hinweis auf den Vortrag: „Vergangenheit bewältigen durch Zukunftsdiskussion“
Mittwoch, 28. April 2010
hermann_gahr.jpgNationalratsabgeordneter Hermann Gahr ist Südtirolsprecher der Österreichischen Volkspartei und Ausschussvorsitzender des Südtirol-Unterausschusses, dem Facharbeitskreis im Hohen Haus zur Vorbehandlung der Thematik: Südtirol-Autonomieentwicklung. NR Hermann Gahr sieht das Hauptanliegen als Südtirol-Sprecher seiner Partei und als Ausschussvorsitzender darin, den Dialog mit allen Menschen nördlich, östlich und südlich des Brenners zu fördern. Österreichs Nationalrat soll auch in Zukunft das Thema Südtirol im politischen Geschehen aktiv gestalten und Anliegen einfordern. Anhand konkreter Beispiele wird NR Hermann Gahr aktuelle Anliegen aufzeigen und Umsetzungsschritte beleuchten.

Termin: Dienstag, 04. Mai 2010
Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Spiegelsaal des Tiroler Bildungsforums, Sillgasse 8/2.Stock, 6020 Innsbruck
Eintritt: € 3,--


Hinweis auf weitere Veranstaltungen der Reihe:

26. Mai 2010:
Eine Europaregion der Außenseiter?
Referent:Luis Nicolussi Castellan, Bürgermeister von Lusérn


Mit freundlicher Unterstützung durch:
Land Tirol/Abteilung Außenbeziehungen

 


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Kommentare (3)
1. 29-04-2010 21:23
 
Tun, statt reden
Danke für die aktuellen und historischen Belehrungen, die ich gar nicht angefragt habe. Es macht keinen Sinn alles zu zerreden oder nur zu schreiben, um irgendwas zu sagen. 
Was möglich und nicht möglich ist entscheidet das Volk. Und eine Rückkehr zu Österreich ist möglich. Man muss die Freiheit nur wollen. 
Ob die SVP die größte Partei bleibt, entscheidet auch das Volk. Statt auf die SVP zu warten, ist besser die deutsche Opposition zu wählen. Deshalb bin ich nicht für das Hoffen und Reden, sondern für das Tun.
 
ff
2. 29-04-2010 00:09
 
@ff
Die politische Initiative zu Selbstbestimmung kann einzig und allein und vor allem zuerst nur von der Landesregierung in Bozen ausgehen. Die internationale Schutzmacht der Süd-Tiroler Interessen das Vaterland Österreich kann sich dem vielleicht bei entsprechender stichhaltiger Begründung auf Ansuchen aus Südtirol wohlwollend anschließen. Es ist in Europa sicherlich nicht möglich, dass ein souveräner Staat über den Verlauf der Grenzen eines Nachbarlandes national und international mit seiner Minderheit diskutiert. Die SVP als die größte Partei des Landes sieht und nennt bei allen Gelegenheiten die Süd-Tiroler als Österreichische Minderheit in Italien. Da würde man sich nur ein Eigentor schießen, würde man das allenernstes versuchen.  
 
Was aber sehr wohl im zunehmenden Maße in Europa der EU der Demokratie und Menschenrechte schon jetzt ganz klar möglich ist, das ist der Umstand, dass eine realpolitisch existierende Autonomie eines EU-Landes die Frage der eigenen ethnischen Selbstbestimmung der eigenen Staatsmacht überall frei, friedlich und demokratisch legitimiert stellen kann und auf eine internationale Anerkennung und Unterstützung dieses Vorhabens auch zählen kann, oder auch nicht. Kann sie damit nicht rechnen, versucht sie das gar nicht. Im Falle von Schottland ist das scheinbar anders, da diese Selbstbestimmung bereits im Jahre 2010 international sehr weit politisch vorangekommen ist. Das gilt natürlich auch für Süd-Tirol. Heute kann aber diese Frage Italien vielleicht einmal die das Land regierende SVP stellen, wenn sie den Zeitpunkt als gekommen ansehen wird, oder die Opposition wird einmal in Süd-Tirol so stark, dass sie eigene Macht dafür einsetzen kann. Zuerst aber würde das Land sicher ein halbes Jahr allgemeine Auseinandersetzung in der Gesellschaft mit diesem Thema brauchen, und erst dann könnte es vielleicht eine Volksabstimmung geben, wo man dann die Selbstbestimmung als politisches Ziel der Autonomie bejahen oder verneinen könnte. Erst mit diesem Resultat ausgestattet könnte unter Umständen die Autonomie Südtirols mit der Unterstützung der eigenen Schutzmacht eine endgültige Klärung dieser Frage international beanspruchen. Wie viele Jahre dies brauchen würde, darüber kann man heute nur spekulieren. Allein aber die Tatsache, dass die Ausübung der Selbstbestimmung zum politischen Ziel der Autonomie erhoben worden wäre, würde der Süd-Tiroler Politik in aller Zukunft die nötige regionale, nationale und internationale Argumentation liefern.  
 
In Europa gibt es mehrere Autonomien, die gestern wie heute nach Selbstbestimmung streben. Die EU entwickelt sich immer mehr zu einem einheitlichen Staatswesen und irgendwann wird man die Gründung von neuen EU Staaten ganz einfach zur Kenntnis nehmen, oder vereinfachen, so wie dies im Falle der Tschechoslowakei nach der Scheidung zwischen Tschechien und Slowakei 1993 einmal der Fall war, oder im Falle von Montenegro 2006. Derartige Entwicklung ist aus heutiger Sicht auch für Belgien nicht ausgeschlossen. Auch anderswo in der EU gibt es sehr starke Bestrebungen nach Selbstbestimmung, wie z.B. in Spanien.  
 
In Süd-Tirol ist diese Frage am leichtesten und am schnellsten dort zu beantworten, wo die Teilung Tirols einmal angefangen hat, nämlich in Italien. Ob Italien irgendwann eine der 103 Provinzen in die Selbstbestimmung entlässt, ist eher eine prinzipielle als pragmatische Frage für den Staat. Bei entsprechendem starken politischen Willen der Süd-Tiroler und einer möglichen Gegenleistung, wohl von der Seite der Schutzmacht, wird sich sicherlich auch einmal für Süd-Tirol die Tür in die Freiheit der eigenen ethnischen Selbstbestimmung noch vor dem 100. Jahrestag der Zerreißung Tirols von 1919 öffnen. So eine ähnliche Situation hat sogar Italien bereits nicht nur einmal nach 1945 in der eigenen Geschichte erlebt, im heute französischen Tendatal nach einem Referendum, und als es sich international auf das Menschenrecht auf ethnische Selbstbestimmung im Fall des von den Westmächten verwalteten Freien Territorium Triest 1954/55 berufen hat und diesen politischen Kampf auch zum Schluß gewonnen hat, also auf das Völkerrecht, das Italien gerade Süd-Tirol immer noch verweigert. Das muss aber nicht immer so bleiben, wenn auch die Elite des Landes die historische Stunde der Freiheit auch für das deutschsprachige südliche Tirol einmal erkennt. Man kann sich aber dabei immer auf die Selbstbestimmung der Italiener in Triest im Falle der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler ohne Zeitlimit berufen. Hier sind einige Erinnerungshilfen aus dem Archiv der Geschichte zu sehen: 
 
http://www.youtube.com/watch?v=tlUV6O3_vH4 
 
und Ereignisse welcher Art dazu geführt haben: 
 
http://www.youtube.com/watch?v=fPX5KEwcl8w 
 
Den Film der STF zum Thema der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler kann man auf dieser Seite rechts oben anklicken.
 
Markus Anton
3. 28-04-2010 19:37
 
Zu wenig!
Ich bin der Meinung, dass es für einen Südtirol-beauftragten Sprecher einer Partei im Vaterland Österreich einfach zu wenig ist, wenn man nur den „Dialog mit allen Menschen“ sucht.  
 
Sind das nicht die ewig frommen Sprüche, die wenig aussagen und in Wirklichkeit nichts bewirken? 
 
Jahrzehntelange Bekundungen auf die nichts folgt, bringen uns nicht weiter. Gefordert ist eine aktive Politik für die Rechte der annektierten Süd-Tiroler. Süd-Tirol braucht keine Stammtische. Gefordert ist ein konkrete Politik mit Maßnahmen, Zielen und Ergebnissen.
 
ff

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