Deutsche Lebensmittelhersteller beliefern Südtirol in 6 Sprachen - Deutsch fehlt!
Dienstag, 13. April 2010
kitkat_i.jpgIn 6 Sprachen etikettiert beliefert der deutsche Lebensmittelkonzern Nestle von Frankfurt aus Südtirol mit dem Schokoriegel KitKat. Mit Rücksicht auf den Kunden und den EU Normen, die eine leicht verständliche Sprache bei der Etikettierung für den Endverbraucher vorsehen, sind die Schokoriegel in französisch, italienisch, englisch, griechisch, ungarisch und dänisch beschriftet. Ein deutscher Text fehlt! „Aus Deutschland kommt nichts Deutsches mehr!“ stellt dazu Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT fest!

Die Angabe der Inhaltsstoffe ist besonders für Menschen, die unter Allergien leiden und bereits etwa 30 % der Bevölkerung ausmachen, besonders wichtig. Aber auch kritische Käufer wollen wissen, was im Produkt steckt. Denn jeden Tag verbreiten Medien und Verbraucherschutzorganisationen neue Meldungen über giftige Farbstoffe, krebsgefährliche Zusatzmittel, ungesunde Konservierungsmittel usw. Und nirgends legt der Käufer so viel Wert auf klare und verständliche Informationen wie bei Lebensmitteln.

Laut Rechtsakt und Richtlinie 2000/ 13/ EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 20. September 2000 befindet der letzte Passus : „VERWENDUNG DER SPRACHEN FÜR DIE ETIKETTIERUNG - Am 10. November 1993 hat die Kommission eine Mitteilung über die Verwendung der Sprachen beim Inverkehrbringen von Lebensmitteln (Auslegung der Rechtsvorschriften) im Anschluss an das Urteil „Peeters" genehmigt [KOM(93) 532 endg. – Amtsblatt C 345 vom 23.12.1993].
In dieser Mitteilung weist die Kommission darauf hin, dass die Etikettierung von Lebensmitteln, die ohne Weiterverarbeitung an Letztverbraucher verkauft werden, in einer leicht verständlichen Sprache abzufassen ist; dies ist/sind im Allgemeinen die Amtssprache(n) des Landes, in dem der Verkauf erfolgt. Allerdings dürfen Ausdrücke in einer Fremdsprache, die für den Käufer leicht verständlich sind, verwendet werden.“


Da in Südtirol -Autonome Provinz Bozen-  deutsch und italienisch gemäß Autonomiestatut Amtssprachen sind, muss die Richtlinie 200/ 13/ EG dahingehend verstanden werden, dass die Etikettierung von Lebensmittel für den Letztverbraucher sowohl in italienischer wie deutscher Sprache erfolgen muss.

Wann fordern wir Südtiroler dieses Recht ein, das für jeden italienischen Mitbürger selbstverständlich ist???

Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

 

kitkat_i.jpg

kitkat_ii.jpg


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Kommentare (16)
1. 18-04-2010 20:00
 
Was soll man denn auch von einem Land halten, in dem das Prinzip gilt: "und wenn dann einst mein Lebenslicht verlischt, freu' ich mich, dass der Himmel schön wie Mallorca ist".
 
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2. 16-04-2010 06:56
 
@Hartmuth Staffler 
Zum Thema deutsche Automarke, wenn Sie schon mit dem Erlangen einer deutschen Bedienungsanleitung Probleme haben, dann denken Sie mal an die Mitarbeiter in den Niederlassungen. Dort ist von der kleinsten Mitteilung über die Computer bis zu den Weiterbildungsschulungen in italienischen! Städten alles nur in italienisch vorhanden.
 
h
3. 15-04-2010 15:15
 
Klärung
Einige Beiträge haben das von Roland Lang aufgezeigte Problem etwas verschleiert, so dass ich zur Klärung beitragen möchte:  
Die Firma Nestle wurde vom Schwaben Heinrich Nestle gegründet und hat ihren Sitz in Vevey am Genfer See im Kanton Vaud (auf deutsch Waadt) in der welschen Schweiz (das ist der offizielle Begriff für die französisch-, italienisch- oder rätoromanischsprachigen Gebiete der Eidgenossenschaft. Nestle ist heute der größte Lebensmittelkonzern der Welt und besteht aus mehreren Ländergesellschaften. Die drittgrößte davon ist jene in der Bundesrepublik Deutschland. Der katzenfutterähnliche Schokoriegel namens KitKat wird von dieser deutschen Gesellschaft nach Südtirol geliefert. Sie trägt demnach die Verantwortung dafür, dass die Sprache der Bevölkerung und die EU-Richtlinien missachtet werden. Über die Gründe für diese chauvinistische, antikommerzielle Verhaltensweise kann man nur rätseln. Es kann reine Unwissenheit sein (je mehr Manager verdienen, um so dümmer sind sie ja meistens), es kann auch das Bestreben sein, sich wegen des lächerlich kleinen Marktes Südtirol nicht den viel größeren Markt Italien verderben zu wollen. Mir sind die Motive im Grund egal: Ich kaufe solche Sachen nicht, und ich teile es den Verantwortlichen auch mit. Einen nicht verkauften Schokoriegel können die Manager vermutlich verschmerzen, ich habe aber z. B. auch meine Automarke gewechselt, weil mir die (deutsche!) Autofirma keine deutsche Gebrauchsanweisung geben wollte. Ein einzelnes Auto ist auch nicht viel, aber wenn eine Firma 100 Autos weniger verkauft, fängt sie vielleicht an langsam nachzudenken. Ganz zu schweigen vom pharmazeutischen Bereich. Es ist z. B. verboten, Plakate, die vor den Gefahren der Zeckenbisse (FSME) warnen, aufzuhängen, weil sie nur in deutscher Sprache sind und keine offizielle, von Rom genehmigte Übersetzung vorliegt. Menschenleben sind eben nichts wert, weil die Souveränität des nationalistischen Staates Italien wichtiger ist. Im Vergleich dazu ist ein grausiges KitKat, das ohnehin nur für die Mülltonne gut ist, eine Kleinigkeit.
 
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4. 15-04-2010 07:10
 
Klärung
Alles was in Italien verkauft wird muß in italienisch beschriftet sein. Meist läuft der Weiterverkauf dann über eine XXX Italia und dann kann man beim Hersteller gar nichts mehr erreichen auch nicht wenn der in München und unser Land bestens kennt! 
Solange Südtirol also bei Italien ist hilft weder die frei passierbare Grenze noch die Europaregion weiter.
 
h
5. 15-04-2010 01:16
 
Zweisprachigkeit
Es ist eines von Beispielen Sonderzahl, wie die per Gesetz verpflichtende Zweisprachigkeit in Süd-Tirol nicht eingehalten wird. Scheinbar haben sich schon die meisten Menschen daran gewöhnt. Es ist auch ein Armutszeugnis der von der Politik so gepriesenen Autonomie, wenn diese gerade in diesem so wichtigen Bereich dermaßen lasch umgesetzt wird. Man stelle sich bloß vor, in Süd-Tirol würde man von Amtswegen auch genauso mit der Italienischen Sprache umgehen, was dann in diesem Land los wäre.
 
Markus Anton
6. 14-04-2010 20:35
 
Intransparenz
Bei der heutigen Auslagerungswirtschaft sind Lokationsbestimmungen schwierig. Der Inhalt kann ganz wo anders hergestellt sein als die Packung, und das Markteting wieder irgend wo anders geleitet werden. Die Wirtschaft wird ja immer komplizierter. Es fehlt nicht viel, und niemand mehr ist für irgend etwas zuständig — niemand mehr kann zur Verantwortung gezogen werden. Die Entpersönlichung schreitet fort, in der Wirtschaft und in der öffentlichen Verwaltung.
 
Jörg
7. 14-04-2010 19:48
 
Intransparenz
DER PRODUKTIONSORT KOENNTE GENAUSOGUT SPANIEN SEIN. DAS IST WIE Z.B. BEI AUTOS, WENN EIN FIAT IN POLEN HERGESTELLT WIRD. JEDENFALLS IST NESTLE' EIN FRANZOESISCH-SCHWEIZER UNTERNEHMEN. DEMNACH ENTFAELLT ALL DAS WAS UEBER DIE DEUTSCHEN HIER GESCHRIEBEN WIRD. DIE WAHRHEIT IST DASS OFT AUCH COLA-DOSEN AUS SPANIEN GELIEFERT WERDEN, ABER NUR WEIL ES EINZELNE HAENDLER SIND DIE DARIN EINEN GEWINN SEHEN. OFFIZIELL WUERDE AUF DER PACKUND "NESTLE' ITALIA SPA" STEHEN MUESSEN UND DA KOENNTE ES AUCH NOCH SEIN DASS NICHTS AUF ITALIENISCH DRAUFSTEHT. DIE POLEMIK HAELT NICHT. TUT MIR LEID. DER GRUND IST DIE FREIE MARKTWIRTSCHAFT UND NICHT EIN MANGELNDES SELBSTWERTGEFUEHL DER DEUTSCHEN. (PS. SCHON GAR NICHT IRGENDWELCHE FASCHISTISCHEN SCHIKANEN......)
 
HITGRUNSER
8. 14-04-2010 17:51
 
Hergestellt in Deutschland
Dem Hitgrunser sei das Lesen der Beschreibung einer KitKat- Packung empfohlen: "Nestle Deutschland AG, 60523 Frankfurt am Main, Germany, Fabrique en Alemagne. Das sagt doch was ...
 
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9. 14-04-2010 17:05
 
nicht schön
„Hahaha“ finde ich nicht besonders schön, wenn jemand geirrt hat.
 
Jörg
10. 14-04-2010 11:27
 
Danke an den Steira
für den Hinweis zur Doppelstaatsbürgerschaft. Ich habs gelesen - die Sache wird zumindest geprüft! 
 
Dranbleiben - vorallem aus Süd-Tirol! 
 
Grüße aus IBK
 
homunculus
11. 14-04-2010 11:18
 
HAHAHA
Habt ihr eigentlich gemerkt dass NESTLE' kein DEUTSCHER LEBENSMITTELHERSTELLER ist????? Franzoesische Schweiz... sagt euch das was?
 
HITGRUNSER
12. 14-04-2010 09:39
 
HAHAHA
Mal ganz davon abgesehen sollte man Nestlé Produkte aus einem anderen Grund nicht kaufen!> http://www.youtube.com/watch?v=IzF3UGOlVDc
 
max
13. 13-04-2010 23:52
 
Verwechslung
Das Katzenfutter heißt KitEkat. Beides klingt aber schon recht ähnlich. Damit muß sich aber Nestlé beschäftigen. Eine Inhaltsangabe in Deutsch würde die Verwechlungsmöglichkeit kaum verringern. Ob es dasselbe Produkt (in gleicher Packung) auch in Österreich gibt, weiß ich nicht. Wenn der Hauptsitz in der Schweiz für das Marketing zuständig ist, wird man die Deutschen hierzu nicht kritisieren dürfen, obgleich ich ähnlicher Meinung bin, wie sie Peter Ploner hier geäußert hat. Vermutlich wird mit diesen Chargen ganz Italien beliefert und vorausgesetzt, daß die meisten Südtiroler Italienisch können. Für die wenigen, die dieser Sprache nicht mächtig sind, hat man den Aufwand wohl vermieden. So sind nun einmal geschäftliche Erwägungen. Marktforschung und Statistiken geben den Ausschlag, nicht der Patriotismus einiger Aktivisten. Aber zu Wort melden können sich die Vernachlässigten ja allemal. Ob in diesem Fall der „Aufschrei“ gewichtig genug ist, wird sich dann ja herausstellen.
 
Jörg
14. 13-04-2010 19:21
 
Verwechslung
Sollte mal einer Person wegen einer Allergischen Reaktion etwas passieren, müsste der Händler sofort angezeigt werden. 
 
 
offtopic: Außenminister Spindelegger äußert sich zu der Doppelstaatsbürgerschaft, für alle die es interessiert: http://meinparlament.kurier.at/frage/4291/
 
DaSteira
15. 13-04-2010 18:11
 
Katzenfutter
Ich habe KitKat wegen des Namens eigentlich immer für Katzenfutter gehalten. Anscheinend liegt der Firma Nestle nichts daran, den Südtirolern mitzuteilen, dass es sich in Wirklichkeit um Schokoriegel handelt. Wir sollten die Dinger daher weiterhin wie Katzenfutter behandeln und ignorieren. Die Schweizer Firma Nestle ist zwar der größte Lebensmittelkonzern der Welt und Südtirol ist für diesen Konzern absolut unbedeutend, aber auf Kritiken reagiert man in Vevey eigentlich immer - zwar allergisch, aber letztlich doch positiv. So wurden die aggressiven Verkaufspraktiken für Milchpulver in Afrika, die für den Tod von Tausenden von Säuglingen verantwortlich gemacht wurden, abgestellt. Gentechnisch veränderte Produkte wurden aus dem Programm genommen oder auf Tochterfirmen verlagert, allzu unfairer Handel wurde abgestellt. Man könte ja einmal versuchen, den Konzern, dem auch die Nudelfirma Buitoni, Maggi, Thomy, Mineralwasser San Pellegrini usw. gehören, zur Respektierung unserer Sprache und der EU-Richtlinien aufzufordern. Und sonst bleiben die Nestle-Produkte für uns halt Katzenfutter.
 
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16. 13-04-2010 13:31
 
Aus Deutschland kommt nichts Deutsches m
Das brauchen wir uns nicht zu wundern. Die Deutrschen sind ängstlich geworden, getrauen sich kaum noch etwas zu sagen, wenn es ums Deutsche geht. Sie glauben wohl vermutlich -irrsinnigerwei-Deutsch wäre gleich nationalsozialistisch. 
Seit 1945 gehen viel Deustche gebeugt durchs Leben.
 
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