Der Taschen-Mussolini - Die Rückkehr des Duce in Italiens Gesellschaft - Video online
Montag, 5. April 2010
mussolini-berlusconi.jpgIn Italien sind wieder "Duce"-Rufe zu hören, und das auch bei Auftritten Berlusconis. Die rechte Gesinnung ist gesellschaftsfähig. Und nicht nur Ewiggestrige feiern Mussolini. Eine beliebte App für das iPhone in Italien ist "iMussolini", ein Programm mit Reden und Bildern des Duce.

Der Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, ist ein verurteilter rechter Schläger. "Wir extremen Rechten sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, stehen im Zentrum der Geschichte", sagt der neofaschistische Politiker. Berlusconi paktierte bei der letzten Wahl mit einer bekennenden Neofaschistin, der Enkelin des Duce. "Italien ist in das Stadium der Postdemokratie eingetreten", erklärt der Historiker Aram Mattioli. "Man weiß nicht, was noch geschehen wird." Der italienische Verteidigungsminister Ignazio Larussa begann seine Karriere bei den Neofaschisten. "Es ist eine Tatsache, dass viele von uns extremen Rechten jetzt in der Regierung sind", sagt Roberto Fiore.

Berlusconi mit "Duce"-Rufen begrüßt
An seinem Wahlbündnis beteiligte Silvio Berlusconi im großen Stil extreme Rechte und Neofaschisten. Mit "Duce, Duce"-Rufen und dem ausgestreckten Arm feiern sie Berlusconi. Nach dem Krieg war Pino Rauti Mitbegründer der ersten neofaschistischen Partei Italiens. Er hat berühmte "Freunde". "Ich treffe Berlusconi sehr oft", sagt Rauti. "Ich muss sagen, dass er immer großes Interesse und Respekt zeigt. Interesse, weil er logischerweise die Traditionen und Wurzeln der extremen Rechten noch nicht so genau kennt, und vor allem Respekt und Achtung für all das, was wir für das Leben des Landes leisten können."

Pino Rautis größtes Idol ist Benito Mussolini. In seinem Regal stehen Fotos aus der Gruft des Duce und aus dem Garten der Mussolini-Villa. Direkt daneben lächelt Gianni Alemanno, der römische Bürgermeister. Er ist mit Rautis Tochter verheiratet. Anfang der 1960er Jahre gründete der eine blutige Terrorgruppe und wittert nun Morgenluft. "Ich betrachte den Faschismus als eine Art Tagebau, der offen ist für alle", sagt Rauti. "Er ist eine Quelle von Ideen, von Ansätzen, von Hinweisen. Viele waren damals ihrer Zeit voraus und sind heute aktueller denn je."

Entfaschisierung des Faschismus

Das Colosseo Quadrato in Rom ist ein Bau von Mussolini. Er wird gerade auf Geheiß des Bürgermeisters für viele Millionen Euro aufpoliert. Hier sollen einmal Läden und Cafes einziehen. An die Verbrechen des Faschismus wird nichts erinnern. Das, so Aram Mattioli, sei symptomatisch für die Situation Italiens. Über die Wiederaufwertung des Faschismus hat er jetzt ein Buch geschrieben. Ein Werbespot der Berlusconi-Partei zeigt junge Menschen, die eine Hymne auf den Staatschef singen - ausgerechnet vor dem berühmten Mussolini-Bau Italiens. "In den letzten Jahren gibt es eine Tendenz zur Entfaschisierung des Faschismus", erklärt Mattioli. "Was der Faschismus wirklich historisch dargestellt hat, wird entkernt. Er wird banalisiert, trivialisiert, geschönt, versüßt."

Seit kurzem gibt es den Duce auch fürs Handy. "iMussolini" ist eine der beliebtesten iPhone-Applikationen und, wurde 10.000-fach herunter geladen. Sie bietet Reden und Bilder des Duce völlig unkommentiert. Kein schlechtes Programm, sagt Michele Pigliucci, einer der Führer der rechten Jugendorganisation Azione Giovani. "Es gibt Faszination und Neugier", erklärt Pigliucci. "Die jungen Menschen wollen einfach wissen, wer das war und wie er es geschafft hat, das italienische Volk so lange zusammen zu halten - im Guten wie im Schlechten. Und bei der historischen Rekonstruktion geht man nicht nur die traditionellen Wege."

Straßen nach Faschisten benennen
Der römische Sitz von Azione Giovani befindet sich im Gewölbe einer antiken Therme, Colle Oppio genannt. Jahrzehntelang trafen sich hier Neofaschisten. Seitdem sie kürzlich mit Berlusconis Jugendorganisation fusioniert haben, geben sich die jungen Männer geläutert. Der militante Kampf soll der Vergangenheit angehören. Nun wollen sie, dass Straßen an jene von ihnen erinnern, die bei politischen Auseinandersetzungen starben. Der römische Bürgermeister unterstützt sie. "Das waren doch junge Menschen wie wir", sagt der Vorsitzende der Azione Giovani, Michele Pigliucci. "Sie haben Plakate geklebt und Flugblätter verteilt. Man hat sie umgebracht nach dem Motto: 'Einen Faschisten zu töten, das ist kein Verbrechen'. Früher hat man so gedacht. Wir möchten mit dieser Vergangenheit abschließen und Straßen nach unseren Märtyrern benennen."

Berlusconis neue Freunde zum Heldengedenken: vermummte Skinheads, Fackeln und eine echte Ministerin. Seit 2009 bringt Giorgia Meloni, im Kabinett Berlusconi für Jugend verantwortlich, einen Kranz zur Ehre der Neofaschisten vorbei. "Ich denke, dass dieser Revisionismus die politische Funktion hat, die aktuelle Politik ein Stück weit zu stützen", sagt Historiker Mattioli, "vor allem die harte Hand gegenüber Minderheiten, seien es jetzt Schwarze, Roma und Sinti oder Homosexuelle."

Politiker machen den Hitler-Gruß

Es geht noch schlimmer: Die Tourismus-Ministerin Michela Brambilla reckt den Arm zum römischen Gruß. Wie das "Heil Hitler" in Deutschland steht er zwar unter Strafe, doch niemanden kümmert das. Roberto Fiore, ehemaliger Terrorist und einer der mächtigsten Neofaschisten im Land, kann da nur schmunzeln. "Ich kenne natürlich viele Mitglieder der Regierung und der regierenden Parteien persönlich", sagt er. "Mit vielen ihrer Vertreter und Abgeordneten war ich, als wir alle noch jung waren, in derselben rechten Organisation. Viele waren Mitarbeiter, ich war sogar ihr Chef."

Stolz zeigen uns die Mitarbeiter seiner Partei Forza Nuova TV-Ausschnitte. Roberto Fiore gehört im Fernsehen zu den Politikern mit der höchsten Einschaltquote. Der elffache Vater verehrt Evita Peron und glaubt an den Endsieg des Faschismus - ganz im Sinne des Duce, der bei ihm im Schrank steht. "Ganz Europa erlebt zur Zeit eine schwere Krise", sagt der Rechtsradikale. "Die Völker sind dabei, sich zu verlieren. Sie haben keine eigene Seele und Identität mehr. Italien kann mit seiner jetzigen Entwicklung die Speerspitze werden und die Rolle der Avantgarde einnehmen." Um noch mehr Stimmen zu gewinnen, hat Berlsuconi die extreme Rechte salonfähig gemacht und eine Entwicklung angestoßen, deren Ende nicht absehbar ist.

Quelle: http://www.3sat.de/mediathek/frameless.php?url=/kulturzeit/themen/142364/index.html


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Kommentare (14)
1. 09-04-2010 05:40
 
Apple, 1 Infinite Loop Cupertino, CA 950
Die STF sollte einen formellen Beschwerdebrief an den Legal Counsel von Apple in Cupertino, CA schreiben und darauf aufmerksam machen, dass solch eine app existiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese app danach weiter angeboten wird.  
Oder provokativ mit Hinweis auf iMussolini fragen, wann denn die iGoebbels oder iHitler app auf den Markt kommt?...
 
Michael
2. 07-04-2010 20:54
 
Apple, 1 Infinite Loop Cupertino, CA 950
Ja Jörg,  
wieder mal einen Beitrag von dir, in dem du es schaffst interessante Verbindungen herzustellen. 
 
Zuerst vergleichst du einen einfachen Aufruf zum Konsumboykott mit den Vorboten eines Völkermordes.  
 
Dann schaffst du es einen kritischen und etwas provokanten Denkanstoss, inwieweit gewisse Grundhaltungen mit dem Konsum bestimmter Produkte vereinbar sind, mit Formen von religiöser Intoleranz und Unterdrückung zu vergleichen. Mich wundert nur noch, warum du nicht gleich die Verfolgung der Hutterer erwähnst und mich nicht warnst, dass meine Haltung dazu führen könnte, daß iPod-Besitzer von hier vertrieben werden und in die neue Welt auswandern müssen, um frei ihren Konsumüberzeugungen zu nachzugehen. 
 
Mit deiner paranoiden verblödeten Angstmache scheuchst du am Ende nur dich selber rum. Finde bitte doch das richtige Maß, ansonsten nimmt dich am Ende keiner ernst. 
 
P.S. Dass du die NSDAP als nationalistisch umschreibst und nicht mit faschistisch und totalitär, ist für mich eine Verharmlosung. Außerdem ist es ein Zeichen, daß du mit deinem zusammengegoogelten Halbwissen mit dem deine Beiträge überfrachtest, nicht richtig und präzise umgehen kannst.
 
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3. 07-04-2010 19:22
 
Vergleich
Gorgias, ich empfinde das, was du da von dir gibst, als potenziellen Gesinnungsterror. DAS ist der Vergleich! Er liegt nicht zwischen einer Computerfirma und einer nationalistischen Partei. Gesinnungsterror ist in Tirol nichts Neues und führte noch 1837 (!) zur Vertreibung von über vierhundert evangelischen Zillertalern, nicht ohne ihnen ihre Kinder weggenommen zu haben. Meine „Schußfolgerungen“ bestehen aus dem Eindruck, daß diese Intoleranz immer noch herumgeistert. Daß du von deinem Gesichtspunkt aus nicht verstanden hast, was ich meine, ist nicht zu verwundern. Wenn du deine Ethik darin siehst, Menschen, die nicht in dein Schema passen, auszulachen und Trottel zu nennen, dann mach weiter so! Irgend wann wird es sich herausstellen, was du damit erreichst.
 
Jörg
4. 07-04-2010 16:44
 
Vergleich
Lieber Jörg,  
 
ich finde deinen Beitrag voll daneben. Wie kann man denn den Boykottaufruf der Nationalsozialisten nicht bei Juden zu kaufen mit dem bei einem bestimmten Konzern nicht zu kaufen, verleichen? 
 
Boykottaufrufe gewisse Marken nicht zu kaufen, weil die Unternehmen die sie produzieren, Kinderarbeit tollerieren, den Regenwald zerstören, die Ausbeutung der Arbeiter zulassen oder wie in den 90er Jahren bei SHELL einen Bohrturm sprengen wollen, sind bei Umwelt-, Tier- und Menschenrechtsorgranisationen üblich. 
 
Ich habe auch deinen vorletzen Beitrag gelesen und ich muss sagen, du machst mir den Eindruck gedanklich viel herumzuspringen und deine Beiträge zu überfrachten. Es wirkt konfus und es sind keine klaren Schlußfolgerungen. 
 
Und zum Schluss nochmal:  
 
Apple trifft eine strikte Auswahl, welche Programme auf iPod und iPhone funktionieren dürfen und welche man nicht draufladen kann. Apple hat sich audrücklich dafür entschieden die Anwendung iMussolini freizugeben.  
 
Wer würde ein Produkt von einem Unternehmen kaufen, das Mussolini-Kalender herstellt? Wer mit einem iPhone herumläuft macht im Grunde das selbe. Wenn der dann mir erzahlen will er liebt seine Heimat oder er auf seinem T-Shirt einen Aufruck mit der Schrift "dem Land Tirol die Treue" an hat, dann lach ich ihn aus. 
 
Ich würde nicht soweit gehen solche Menschen als Verräter zu bezeichnen, aber Konsumtrottel sind sie auf alle fälle.
 
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5. 07-04-2010 13:43
 
Apple boykottieren?
Was ist mit denen, die dann Apple nicht boykottieren? Sind das dann die „Verräter“? Das gibt eine unnötige Entzweiung, Streiterei, Feindschaft. Und wofür das alles? Wofür eine weitere Zersplitterung? Ist es das wert? Es gibt eine allgemeine Drift nach rechts. Das muß man zur Kenntnis nehmen. In Ungarn werden bei der nächsten Wahl 75% Rechtsstimmen erwartet. Der Nationalismus hat dank der EU–Völkervermischungsschwärmerei einen neuen Nährboden gefunden. Ich denke, man muß es jedem selbst überlassen, ob er mit gutem Gewissen dort oder da etwas kaufen kann, und niemanden deshalb anprangern oder verfemen. Es hat auch einmal den Appell gegeben, „nichts bei den Juden zu kaufen“, und wer es dennoch tat — na eben!
 
Jörg
6. 07-04-2010 12:27
 
Apple boykottieren?
Ich möchte etwas zur Anwendung iMussolini sagen.  
 
iMussolini ist eine sogenannte App. Diese sind nur über das Apple Store App erhältlich un müssen ausdrücklich von Apple freigegeben werden. Jede app wird durch einem Prüfungsverfahren geprüft und nur zugelassen wenn sie gewisse Richtlinien erfüllt. So dürfen keine nakten Personen dargestellt werden. Dadurch konnte das Boulevard-Blatt BILD keine App mit dem Mädchen der Seite 1 auf dem App Store anbieten. 
 
Apple könnte, wenn es möchte jederzeit die weitere Verbreitung von iMussolini verhindern, indem es diese App für den Appstore gesprerrt würde. Eine andere Möglichkeit eine App auf dem iPhone oder iPad zu installieren gibt es nicht. 
 
http://www.heise.de/mobil/meldung/iMussolini-wieder-in-Apples-App-Store-erhaeltlich-928319.html 
 
Darum fordere ich auf, Produkte von Apple grundsätzlich zu Boykottieren. Den iPod, das iPhone und den iPad, das iBook und den iMac, sofern man ihn nicht am Arbeitsplatz braucht. 
 
Außerdem sollte die Süd-Tiroler Freiheit selbst zum Boykott von Apple-Produkten aufrufen und eine Unterschriftensammlung gegen die App iMussolini starten und diese Apple zukommen lassen. (Nicht nur die italienische Zentrale, sondern auch die deutsche und österreichische um mehr Medienwirksamkeit zu erhalten) 
 
Wer hier in Südtirol sagt, dass er seine Heimat liebt, sollte sich schämen sich auf der Straße mit einem iPod oder iPhone sehen zu lassen.
 
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7. 06-04-2010 19:29
 
kein Wunder
So lange es noch möglich ist? Ist es denn jetzt möglich, oder war es jemals möglich? Aufklärungsarbeit im Bundesland Tirol? Ist eine Mehrheit überhaupt daran interessiert, mehr über die Lage zu erfahren? Interessiert das nicht nur eine (kleine) Minderheit? Der Zuwandereranteil steigt, dementsprechend nehmen die Interessenten stetig ab. Wer will denn die „dunklen Wolken“ wegblasen können? Ich bin in dieser Sache visionslos, sehe keinen Lichtstreif am Horizont. „Die“ Italiener scheinen mir manches zu sein, aber nicht dumm. Ein Verbotsgesetz, das es ermöglicht, über (ultra-)orthodoxe Juden wegen öffentlicher Äußerung ihres Glaubens („The Holocaust, he wept, was a direct result of Zionism, a punishment from G-d.“ Zitat aus „Jews not Zionists“, Rabbi Teitelbaum) eine mehrjährige Haftstrafe zu verhängen, ist eine inhumane Absurdität und ein Angriff auf die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Wen wundert es da noch, daß man das in Italien nicht (mehr) ernst nimmt?
 
Jörg
8. 06-04-2010 09:17
 
Süd-Tirol
Ich denke, dass es für Süd-Tirol politisch immer enger wird. 
 
Italien und seine Hauptproponenten nehmen immer mehr diktatorische Züge an. Wenn das Autonomiestatut begrochen wird, was Durnwalder immer wieder schwafelt, dann ist es zu spät. Es werden dann weitere Repressionen folgen und von demokratischen Lösungen, die gegenwärtig noch möglich sind, wird nichts mehr übrig bleiben. 
 
Der politische Himmel über Südtirol wird immer dunkler und dunkle Wolken ziehen von Süden her auf. Das Sonnenlicht der Selbstbestimmung sollte noch so lange genützt werden, solange es noch auf den Boden scheint. 
 
Grüße aus IBK
 
homunculus
9. 06-04-2010 09:12
 
Süd-Tirol
hi 
 
ich lese ihre berichte hier schon seit längerer zeit und infomiere mich auch auf anderen blogs über die situation von südtirol.  
ich finde es erschreckend was für zustände teilweise hier S-Tirol herschen. ich bin aber auch der meinung das immer noch zuwenig aufklärungsarbeit in nordtirol(und Österreich) über die situation südtirols besteht. da ja bekanntlich die TT und die nordtiroler politik mit allergewalt das thema totschweigen will. nach dem onlinen relaunch der TT kann man wenig bis gar nichts mehr über S-Tirol lesen sogar die wetterkarte wurde umgeändert das man ja nicht erinnert wird das S-Tirol und N-Tirol mal ein land waren. 
 
meiner meinung nach kann man nur einen wandel herbeiführen wenn eine wirkliche entschlossenheit der bevölkerung da ist , die ich aber leider auch nicht von S-tiroler seite sehe geschweige denn von N-Tiroler seite.nur in der menge kann man was bewegen und den regierenden beibringen das diese situation nicht mehr hinnehmbar ist.man muss die probleme was unser land hat noch mehr zum thema machen und das mit einbezug aller sprachgruppen, und es sollten sich auch die ganzen seiten auf facebook, pateien oder anderen blogs zusammenschliessen da alle zurzeit ihr eigenes süppchen kochen aber alle das gleiche ziel haben. 
 
lg aus tirol
 
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10. 05-04-2010 20:18
 
Süd-Tirol
Schlimm doch macht zur Zeit in Deutschland eine formell konservative Regierung den DDR-Kommunismus wieder hoffähig. O-Ton Angie: "det war doch nischt alles schlecht"
 
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11. 05-04-2010 19:02
 
90 Jahre sind genug!
Perché questa nazione rispettabile, la nazione italiana, non rispetta l'identità e la storia del Tirolo? Non siamo italiani e anche noi trentini, tirolesi di lingua italiana, non ci sentiamo italiani. Quindi perché vivere sotto un paese che non rappresenta la nostra identità? 
 
http://www.youtube.com/watch?v=1OfougT5kho 
 
Tirol (Nord-,Ost-,Süd- u. Welsch-) ist nicht Italien!
 
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12. 05-04-2010 12:29
 
Italia Quo Vadis?
Wahrhaftig, der heutige Ministerpräsident Italiens hat bereits vor Jahren eine für diesen Staat verhängnisvolle Entwicklung angestoßen, deren Ende vorerst nicht absehbar ist. Aus diesem 3Sat Film macht noch ein Satz des Vorsitzenden der Jung-Faschisten Azione Giovani besonders nachdenklich, nämlich als er sagt, der Mussolini wird heute von immer mehr Menschen in Italien wieder entdeckt, weil er wie kein anderer in der Geschichte dieses Landes es verstanden hat, das Land zu führen und zusammen zuhalten.  
 
Hier ist die Schnittstelle zu suchen, wo sich die Interessen Berlusconis mit deren der italienischen Neo-Faschisten treffen. Um sich der Konkurrenz der politischen Opposition, den Gerichten, der demokratischen Kontrollen und den Mechanismen eines Rechtsstaates zu entziehen, indem man selbst die Gesetze macht, braucht er alle Kräfte, die ihm auf lange Sicht das politische Überleben ermöglichen. Den Rest erledigen die von ihm beherrschten Massenmedien, die dem großen "Capo-Anführer" zu dienen haben, wie er sich selbst nennt, und die angehalten werden, um seine Personen einen Personenkult sondergleichen zu pflegen. Nur so kann man vielleicht verstehen, warum er mit seinem politischen Lager eine Wahl nach der anderen gewinnt. 
 
Italien ist und war nie ein einheitliches Land und ein homogener Staat, wie man es von anderswo in Europa kennt. Die Konflikte zwischen Nord und Süd, zwischen der Rechten und der Linken, zwischen den Faschisten und Gegnern dieser Ideologie und zwischen der herrschenden La Casta und dem Rest der Bevölkerung in Italien brechen immer wieder und auch erneut auf, weil sie in der Geschichte niemals zufriedenstellend für die Mehrheit gelöst worden sind. Die permanente Politik der La Casta in Italien alles mögliche auf die lange Bank der Geschichte zu schieben, z.B. der längst notwendigen Reformen und Neugestaltung der Steuerungsmechanismen eines Staates dieser Dimension, stößt irgendwann auf die natürlichen Grenzen, wo es kein politisches aber auch wirtschaftliches Fortkommen für den Stiefelstaat mehr gibt oder einmal geben wird. In solcher Situation kann scheinbar nur ein "Gigant" oder der größte Titan seit Napoleon nach der von ihm gewählten Selbstdefinition das ganze Land regieren und noch zusammen halten.  
 
So eine Situation kennt Italien bereits aus seiner Geschichte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Mechanismen und Regelwerke einer Demokratie werden in Italien noch eingehalten, aber sie werden immer mehr relativiert. Der Capo Italiens ist noch nicht am Ziel angekommen, er kann über seine Partei neue Gesetze beschließen lassen, die eine Neudefinition des Amtes des Staatspräsidenten möglich machen werden, und er gibt das auch offen zu, dass er irgendwann den heutigen Staatspräsidenten und damit Staatsoberhaupt in seinem Amt beerben will und auch wahrscheinlich auch dieses Amt auch einmal bekommen wird. Das Parlament und die Regierung sollten nach seinen Vorstellungen und Wünschen künftig nur auf eine beratende Funktion des Titanen reduziert werden. Wird das irgendwann eintreten, dann wird dieses Land am nächsten Tag sicher in einem neuen vorerst vielleicht halb-autoritären politischen System aufwachen. So gesehen wird Italien vielleicht einmal politisch ein völliges Neuland auch in Europa unserer Zeit betreten. 
 
Wie so ein System mit Inhalten gefüllt werden kann, das kennt man bereits im Allgemeinen in groben Zügen. Man sollte vielleicht noch an die "Blutigen Tage von Genua" aus dem Jahr 2001 mit Toten und unzähligen schwer und leicht Verletzten eindringlich erinnern, wo der Berlusconi und seine Minister Regie geführt haben sollten, auch was das Verwischen der Spuren bis heute betrifft. Daran erinnert eine Dokumentation des öffentlich rechtlichen West-Deutschen Rundfunks in 5 Teilen, die man auf Youtube sehen kann: 
 
http://www.youtube.com/watch?v=E9H731Xt_04 
 
Unter welchen Umständen Berlusconi vor einigen Jahren erneut an die Macht gekommen ist, als die mitte-links Regierung des international sehr angesehenen Romano Prodi gestürzt worden ist, ist heute auch allgemein bekannt. Damals ging nicht nur aber auch um die Müllberge in Süd-Italien vor allem in Napoli. Es ist auch kein Geheimnis, wer dieses "Geschäft" im Zeichen der Verschwiegenheit und unter der Parole "Eine Hand wäscht die andere" in dieser Gegend kontrolliert. Die kurz vor der Wahl provozierten Müllberge sollten allen Menschen in Italien das Versagen der Prodi-Regierung suggerieren. Nach der Wahl kam der "Superman und Saubermann" Berlusconi und alles war wieder so, wie es sein sollte. In dieser Hinsicht unterscheidet sich aber der "Titan" aber schon sehr vom Vorbild der italienischen Neofaschisten. Dennoch, er etabliert gerade ein neues politisches System, das bisher in Europa zumindest in dieser Form nicht bekannt war. Vielleicht deswegen tut sich Europa so schwer das richtig zu bewerten und zu begreifen, was gerade in diesem Land passiert. 
 
Was die Politik und die Interessen der Autonomen Provinz Bozen betrifft, so kann man berechtigt die Frage stellen, wie lange will die das Land regierende SVP noch auf Tauchstation bei dieser Problemlage gehen? Die beste Methode der Sicherung zumindest der erreichten Autonomie ist die kompromisslose Politik der Selbstbestimmung für das Land. So gesehen wird die nächste Gemeindewahl im Mai auch über die Zukunft des Landes wie keine andere mit entscheiden.  
 
Zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang auch ein Artikel einer Wiener Tageszeitung: 
 
http://derstandard.at/1266541026331/Italien-Risse-in-der-Trikolore
 
Markus Anton
13. 05-04-2010 11:28
 
Italien
Raus, Raus, Raus aus diesem Staat bevor es nicht mehr möglich ist! 
Haben sich diese "Salonfähigen"-Faschisten erst komplett in der Politik, den Medien und auch in der Wirtschaft etabliert wird das S-Tiroler Autonomiestatut zerdrückt werden wie eine leere Coladose. Der Aushölungsprozess hat bereits längst begonnen. 
Leider erkennt die SVP die Situation noch nicht ,vermutlich erst dann wenn es zu spät ist!
 
Salzburger
14. 05-04-2010 11:08
 
Faschismus hoffähig- Südtirol in Gefahr!
Italien steuert auf eine Diktatur zu, und Südtirol wartet immer noch auf "den richtigen Zeitpunkt" für die Forderung nach Selbstbestimmung. 
Im Kleinen sieht man, wohin uns die Großpartei führen wird:  
Die SVP tachiniert und wartet ab, ob nicht doch eine Unterstützung des rechten italienischen Bürgermeisterkandidaten in Bozen für sie sinnvoller sei.  
Im Großen wird die SVP solange zuwarten, bis eine friedliche, demokratische Loslösung von diesem Staat nicht mehr möglich ist. 
 
Schickt sie endlich in die Wüste! 
 
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