Absoluter Mangel an Geschichtskenntnissen
Mittwoch, 10. März 2010
hartmuth_staffler_001_2009.jpgDie „Neue Südtiroler Tageszeitung“ berichtet in ihrer Ausgabe vom 9. März auf Seite 6 unter dem Titel „Wek mit de Zoggler“ über eine extrem ausländerfeindliche Facebook-Seite mit erschreckenden rechtsextremistischen Botschaften.  Auf Seite 16 verwendet die „Tageszeitung“ in einem eigenen Bericht den Nazi-Ausdruck „Tschechei“ statt des politisch korrekten „Tschechien“.

Die beiden Dinge sind zwar unterschiedlich schwerwiegend und daher nicht direkt miteinander vergleichbar, aber sie offenbaren doch den gleichen Hintergrund, nämlich den absoluten Mangel an Geschichtskenntnissen.  Im Fall der Facebook-Seite führt dieser Mangel zu Hass und Gewaltaufrufen, im Fall der Verwendung von Nazi-Begriffen zu deren Verharmlosung. Beide Vorkommnisse zeigen, wie notwendig die jüngste Kampagne der Süd-Tiroler Freiheit unter dem Titel „Tirol-Patrioten sind keine Nazi-Idioten“ ist. Es ist eine mühsame Arbeit, in Süd-Tirol gegen Faschismus und Nationalsozialismus, gegen Diskriminierungen und Vorurteile aller Art anzukämpfen, aber irgendjemand muss diese Arbeit ja tun. Zum Glück gibt es dafür die Süd-Tiroler Freiheit.

Hartmuth Staffler, Brixen

 


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Kommentare (15)
1. 22-03-2010 07:42
 
Korrektheit
Die tschechische Regierung hat sich bereits eine Woche nach Konstituierung der tschechischen Republik im Jahr 1993 an das Ausland gewandt und insbesondere die deutschsprachigen Medien ersucht, den Kurzbegriff Tschechei nicht mehr zu verwenden, da er in der tschechischen Republik als nazibelastet empfunden wird und da er nicht den Tatsachen entspricht. Bekanntlich ist Tschechei aus der Zusammenziehung von Tschechien und Slowakei entstanden. Statt Tschechei solle man den früher allgemein üblichen Begriff Tschechien verwenden. Die Medien der Bundesrepublik Deutschland halten sich, bis auf die rechtsextremen Blätter, alle an diesen Wunsch. So schrieb die "Welt online" am 24. März 2010: "Die tschechische Argumentation hat sich in Deutschland durchgesetzt, Tschechei sagen heute nur noch wenige, nämlich Ewiggestrige und Provokateure." Als dritte Kategorie neben Ewiggestrigen und Provokateuren möchte ich für die "Neue Südtiroler Tageszeitung" noch die Kategorie der Unwissenden gelten lassen.
 
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2. 21-03-2010 21:04
 
Korrektheit
Ich stamme ganz aus der Nähe zum Erzgebirge. Den Namen "Tschechei" kenne ich Zeit meines Lebens. Bei uns sagt jeder, genau wie im Erzgebirge oder Vogtland eben dieses Wort. Oder eben "Bähmen" für Böhmen. Für die Deutschböhmen z. B. "de Bähmschn". Für mich ist der Ausdruck "Tschechien" sehr eigenartig.
 
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3. 15-03-2010 08:55
 
Einseitig
Dass gegen die Mitglieder der extremistischen, ausländerfeindlichen Facebook-Gruppe gerichtlich vorgegangen wird, freut mich sehr. Ebenso würde es mich freuen, wenn man auch gegen die faschistischen, rassistischen Internet-Seiten, in denen die Südtiroler z. B. als "minderwertige Alpenrasse" bezeichnet werden, vorgegangen würde. Hier wird immer wieder mit rassistischen Motivationen zu Mord und Vertreibung aufgerufen, aber das ist sowohl der Justiz als auch der "Tageszeitung", die ja mit der italienischen Justiz bestens zusammenarbeitet, vollkommen egal. Wichtig ist nur, die Südtiroler schlecht machen zu können. In diesem Zusammenhang ist es auch keine "Kleinigkeit", wenn die "Tageszeitung" ganz selbstverständlich Nazi-Ausdrücke verwendet. Selbst wenn dies nur aus Dummheit und Unwissenheit geschehen sollte: So dumm und unwissend sollte ein Journalist wirklich nicht sein.
 
4. 14-03-2010 10:17
 
Einseitig
@Klaus 
 
Ich sehe die Süd-Tiroler Freiheit im Ganzen als Gegengruppe zum Rechtsradikalismus!
 
h
5. 13-03-2010 10:19
 
Einseitig
@Klaus, 
du kannst dir deine zwideutigen Anspielungen alla SVP sparen. Ich kenne viele STF Wähler, die sich in diese Gruppe eingetragen haben! Und noch was kann ich dazu sagen, nämlich wie sich die STF gegen Diskriminierung und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Imigranten in Süd-Tirol einsetzt, was man von anderen politischen Parteien samt SVP nicht immer behaupten kann. Les dir mal das hier durch und spar dir nacher solche dummen Kommentare wie in deinem letzten post: 
 
Citazione da Facebook, pagina di Riccardo Dello Sbarba: 
 
Riccardo Dello Sbarba CASA E MIGRANTI. Oggi il Consiglio provinciale ha bocciato un nostro emendamento alla legge-casa che eliminava le graduatorie-ghetto per migranti extra-UE. No da Svp (16) e PD (2). Astenuta la destra italiana e tedesca (13). Sì solo da noi Verdi (2) e gruppo Klotz (2). Approvati invece sconti e condoni ai locali che aggirano i vincoli dell’edilizia agevolata. Mir sein mir, oschpele! 
 
[...] 
 
Luigi Gallo come mai la klotz a favore? 
 
[...] 
 
Riccardo Dello Sbarba Per Luigi. Guarda che la Klotz è diversa dai Fraiheitlichen (che sono la Lega in salsa tedesca). La Klotz non è razzista, e non è neppure di destra. E’ patriottica, ma ha un forte spirito sociale e un istinto di giustizia. Per questo è molto rispettata e popolare tra la gente. E’ un cuore puro, anche se dell’Ottocento. Per dire, la sua alleanza di movimenti europei per l’autodeterminazione è fatta in grande maggioranza di forze di sinistra, anche molto, pensa ai baschi. Lei mi racconta sempre che va alle riunioni e si trova in mezzo a un sacco di comunisti. E raccontandolo ride. 
 
[...] 
 
Guido Margheri Triste il voto del PD e dell’ala “sociale” della SVP…Dovremo parlarne stasera in Rete…Giuste le osservazioni sulla Klotz e va aggiunto che ha rotto con Pöder lasciando l’Union proprio perchè non voleva flirtare con ambienti dichiaratamente di destra e nazisti…
 
Günter
6. 12-03-2010 15:31
 
Einseitig
Schade aber das keiner der SF sich bei dieser "Gegen-Gruppe" eingeschrieben hat bisher.  
DAS wäre doch ein Zeichen gegen Rassismus und nicht Kleber mit Tirol-Patrioten etc
 
klaus
7. 11-03-2010 20:59
 
(wieder) soooooo ein Zufall
Aber eigentlich kurios, dass diese facebook-Seite justament ein paar Tage nach dem Start der Kampagne der SÜD-TIROLER FREIHEIT gegen Rechtsradikalismus „TIROL-PATRIOTEN SIND KEINE NAZI-IDIOTEN“ entdeckt wird, findet ihr nicht auch?
 
oje
8. 11-03-2010 20:36
 
Problematik
Ich möchte daran erinnern, dass der Kommentar des Herrn Staffler die gravierende Problematik dieses Problems verschleiert. Ich stelle mir die Frage wie man auf solche "Kleinigkeiten" eingehen kann, wenn in der besprochenen Gruppe zur Volkshetze aufgerufen worden ist? 
Ich selbst schätze Herrn Oberhofer nicht als Journalist, jedoch finde ich es wichtig, dass diese Problematik publik gemacht wurde. 
Man darf über solche Entwicklungen nicht hinwegsehen! 
Die gegründete Gegengruppe gib zumindest Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft in unserm schönen Land! 
Mit freundlichen Grüßen Franz
 
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9. 11-03-2010 17:22
 
Problematik
Der Name Tschechei ist bei uns im Erzgebirge im alltäglichen Gebrauch. 
Niemand stört sich daran oder denkt dabei an die NS-Zeit. Den Begriff Tschechei gab es hier schon seit 1919. Manche sagen auch "Bähme" - für Böhmen, wenn sie dieses Land meinen.
 
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10. 11-03-2010 10:11
 
A. Oberhofer
In der Tageszeitung vom 10.3.10 legt Herr Oberhofer noch ein Scheit nach: Er behauptet der Moderator der ausländerfeindlichen Facebookgruppe stehe der SF nahe, da er angeblich das Bild "Tirolpatrioten sind keine Nazi-Idioten" verwendet. 
 
Wer den anti-Nazi-Aufkleber der SF wirklich verstanden hat, weiss ganz genau, dass er mit ausländerfeindlicher Hetze nicht vereinbar ist. 
 
Die Assoziation des Krawallreporters Oberhofer ist nicht nur schlampiger Journalismus, sondern auch ein plumper Versuch, die Südtiroler Freiheit schlecht zu machen.
 
Thomas
11. 11-03-2010 08:38
 
A. Oberhofer
"Tschechei“ ist hingegen (außer in Teilen Preußens) erst 1918 nach Bildung der Tschechoslowakei aufgekommen. 
 
 
1918 war noch keine Nazi-Zeit.
 
Nick
12. 10-03-2010 15:59
 
A. Oberhofer
"Rest-Tschechei" ist ein Nazi-Ausdruck, aber "Tschechei"? Ich dachte das "Tschechei" eher Umgangssprachlich war schon pre-NAZI Zeit.
 
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13. 10-03-2010 14:07
 
A. Oberhofer
Um welche Facebook-Gruppe handelt es sich denn?
 
Hannes
14. 10-03-2010 12:13
 
Korrektheit
Während der Name Tschechien alt ist, wurde Tschechei erst nach 1918 für den neu gebildeten Staat Tschechoslowakei verwendet (als Zusammenziehung aus Tschechien und Slowakei). In den 30-er-Jahren bekam der Name Tschechei einen negativen Klang vor allem wegen der verächtlichen Verwendung durch die Nazis (z. B. "Rest-Tschechei"). Als die tschechische Republik im Jahr 1993 selbstständig wurde, griff man als Kurzform wieder auf den Namen "Tschechien" zurück. "Tschechei" gilt seither wegen der Nazi-Vergangenheit als verpönt, auch wenn es im allgemeinen Sprachgebrauch noch verwendet wird - von vielen Sprechern ohne Kenntnis der genannten Zusammenhänge. Eine Zeitung, die überall Nazi-Gespenster sieht und mit Verdächtigungen dieser Art, auch wegen eines falsch gebrauchten Wortes, locker um sich wirft, sollte allerdings wissen, was sich gehört, und sich selbst um einen politisch korrekten Sprachgebrauch bemühen.
 
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15. 10-03-2010 09:42
 
Korrektheit
Hallo, 
zu diesem Bericht muss ich sagen dass ich in Niederösterreich, nahe der tschechischen Grenze zuhause bin und der Begriff Tschechei bei alt und jung zum sprachgebrauch gehört. Ich finde da jetzt nichts schlimmes daran.
 
Simon

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