Misshandlung von Jugendlichen durch Carabinieri - Staatsanwaltschaft verbreitet Unwahrheiten
Freitag, 5. März 2010
schlagspuren1.jpgAuch auf die Gefahr hin, wegen übler Nachrede angeklagt zu werden, bezeichnet der Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, die von der Staatsanwaltschaft nun definitiv beantragte Archivierung der Ermittlungen gegen die Carabinieri von Meran, welche vergangenen Sommer einige Jugendliche in der Kaserne schwer misshandelt haben, als politisch voreingenommen und als Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit.

Es ist ungeheuerlich, dass sich die Staatsanwaltschaft schützend vor die Carabinieri stellt und nun sogar die Lüge verbreitet, dass Sven Knoll im Zuge der Ermittlungen eine Zusammenarbeit verweigert habe, bzw. die Beweismittel aus Gründen der politischen Propaganda womöglich sogar gefälscht seien. Genau das Gegenteil ist der Fall!

Auf eigene Kosten wurde die von einem Jugendlichen in der Kaserne von Meran mit seinem Handy getätigte Audio-Aufnahme in einem Speziallabor in Österreich „entrauscht“ und somit deren Qualität verbessert. In dieser Aufzeichnung sind nicht nur die Schreie der misshandelten Jugendlichen zu hören, sondern auch die Stimmen von Carabinieribeamten, die sich sogar gegenseitig mit Namen ansprechen.

Wie soll so etwas gefälscht werden?

Ein Stimmvergleich, sowie eine Überprüfung der Dienstlisten mit den auf der Aufzeichnung zu hörenden Namen würde ausreichen, um den Wahrheitsgehalt der Aufnahme nachzuweisen.

Tatsache ist, dass diese Aufzeichnung einem Beamten der Polizia di Stato am Landesgericht sofort übermittelt wurde. Auf Nachfrage hieß es jedoch, dass man nicht wisse, wie man eine solche Audio-Datei am Computer öffnen, bzw. anhören solle. Allein daraus wird die fehlende Bereitschaft gründlicher Ermittlungen ersichtlich.

Sven Knoll überbrachte der Polizei daraufhin sogar noch eigens eine CD mit den Aufnahmen, damit diese ausgewertet werden können.

Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll verwehrt sich daher mit Nachdruck gegen die böswillige Unterstellung, dass er sich einer Mitarbeit verweigert habe.

Als blanker Hohn muss auch die Aussage bezeichnet werden, dass man nicht nachweisen könne, wo den Jugendlichen die Verletzungen zugeführt worden seien. Im Krankenhaus von Meran liegt der ärztlich Bericht eines Jugendlichen, der bereits am Konzertplatz verletzt und deswegen ins Krankenhaus geliefert wurde. Nach der Erstversorgung wurde er zum Verhör in die Kaserne überstellt. Bei seiner Behandlung im Krankenhaus hatte er noch keine gebrochene Nase, nach der „Spezialbehandlung“ in der Kaserne war die Nase gebrochen.

Warum ignoriert die Staatsanwaltschaft all diese Tatsachen?

Vor einem Monat verlangte die Staatsanwaltschaft schon einmal die Archivierung des Falles mit dem Argument, dass man angeblich die Namen der Opfer nicht kenne. Als dies widerlegt werden konnte, weil die Opfer ja selbst Anzeige erstattet hatten, kommt die Staatsanwaltschaft nun mit der Ausrede daher, dass die Beweismittel womöglich gefälscht seien und sich die Herkunft der Verletzungen nicht nachweisen lasse.

Es drängt sich hier unweigerlich der Verdacht auf, dass die Staatsanwaltschaft aus politischen Gründen diesen Fall nicht weiter verfolgen will und daher nach jeder nur erdenklichen Ausrede sucht.

Schande, wenn dies unter italienischer Rechtsstaatlichkeit zu verstehen ist.

L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT

Auszug Audio-Mitschnitt:

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schlagspuren3.jpg

 


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Kommentare (3)
1. 08-03-2010 08:28
 
Los von Rom
Leider zeigt dieser Fall wieder einmal wie "gut" es uns wirklich in Italien geht. Aber dass diese Anzeige im Sande verlaufen wird war doch ohnehin schon klar. Warum sollte die italienische Staatsanwaltschaft einen italienischen Carabiniere verhaften, nur weil er einen Tiroler gezeigt hat wer in dem Staat das Sagen hat? 
Dass Italien kein Rechtsstaat ist, und dass in Italien die Gesetze immer so interpretiert werden können wie es dem stärkeren passt, das weiss man doch eigentlich schon seit langem.  
 
Auch aus meiner Sicht ein Fall für den eruopäischen Gerichtshof. Ich rede dabei nicht unbedingt von den Misshandlungen, sondern hauptsächlich von den "schlampigen" Ermittlungen. Denn wenn schon vor dem Suchen von Beweisen feststeht wer der Schuldige ist, und man dafür kein Gerichtsverfahren brauch, dann hat das nichts mehr mit einem Rechtsstaat zu tun!
 
hp
2. 05-03-2010 18:29
 
Italien, kein Rechtsstaat
Der Staat ist italienisch und die Staatsanwaltschaft ist italienisch. 
Die Süd-Tiroler haben in Süd-Tirol keine Rechtssicherheit und keinen Schutz. Das gilt sowohl für ihre Kultur und ihre politischen Rechte, als auch für ihre persönliche Unversehrtheit. 
Die Süd-Tiroler sind damit der Willkür des ital. Staates und der italienischen Polizei ausgesetzt. 
Diese Tatsache ist hiermit wieder offensichtlich geworden. 
 
Los von dem Staat, der unsere Heimat besetzt, unsere Kultur schändet und unsere Bürger foltert.
 
ff
3. 05-03-2010 11:55
 
Dr.
Dann ist es jetzt an der Zeit, diese Strafvereitelung im Amte auf die internationale Bühne zu bringen : Europäisches Parlament, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte und UNO.
 
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