Beschlussantrag Bahnverkehr Nord-Süd-Ost-Tirol
Mittwoch, 17. Februar 2010

bb_bild.jpgMit Inkrafttreten des Zugfahrplanes für das Jahr 2010 ab 13. 12. 2009 haben sich die Zugverbindungen zwischen Nord- und Südtirol weiter verschlechtert. Auf der wichtigen Verbindung Innsbruck-Bozen fehlen vor allem Tagesrandverbindungen, die den gegenseitigen Besuch von Veranstaltungen usw. in den beiden Landeshauptstädten ermöglichen würden.

Auf der Brennerstrecke bestehen derzeit an Werktagen (außer Samstag) von Innsbruck nach Bozen zwischen 5.22 und 19.52 Uhr insgesamt 16 Zugverbindungen mit Regionalzügen, die ein Umsteigen am Brenner bzw. in zwei Fällen auch in Franzensfeste erfordern. An Samstagen sind es 15 Verbindungen, an Sonn- und Feiertagen 14 Verbindungen, wobei an diesen Tagen der letzte Zug bereits um 18.52 Uhr in Innsbruck abfährt. Von Bozen nach Innsbruck ist die Situation ähnlich mit dem leichten Vorteil, dass der letzte Zug Richtung Innsbruck etwas später, nämlich um 21.32 Uhr abfährt. Das Umsteigen am Brenner, bei dem in nur sechs Minuten eine längere Strecke zu Fuß zurückgelegt werden muss, ist für Reisende mit Behinderung, mit Kindern oder Gepäck eine unzumutbare Belastung. Gleichzeitig zeigt die knappe Umsteigezeit, dass es fahrplanmäßig ohne weiteres möglich wäre, die Regionalzüge durchgehend zwischen Innsbruck und Bozen verkehren zu lassen.


Nachdem die italienische Bahngesellschaft Trenitalia bis auf einen Nachtzug sämtliche durchgehende Züge auf der Brennerroute eingestellt hat, betreiben nun ÖBB und DB gemeinsam mit LeNord täglich fünf EC-Züge in beide Richtungen auf dieser Strecke. Die EC sind von Innsbruck nach Bozen zwischen 9.27 und 17.27 Uhr unterwegs, von Bozen nach Innsbruck zwischen 8.43 und 16.43 Uhr; damit sind sie weit entfernt von einer Funktion als Tagesrandverbindung.
Im Widerspruch zu der von der EU verfügten Liberalisierung des Schienenverkehrs unternimmt Trenitalia alles, um die Züge von ÖBB-DB zu sabotieren. Trenitalia weigert sich, diese EC-Züge in ihren Fahrplänen aufscheinen zu lassen und an ihren Schaltern Fahrkarten für diese Züge zu verkaufen. Zudem wird am Brenner auf der Fahrt Richtung Bozen ein Halt von 18 Minuten erzwungen, während in Richtung Innsbruck ein Halt von fünf Minuten genügt.
 
Um 23.05 Uhr fährt noch ein EuroNight Zug von Trenitalia von Innsbruck über den Brenner. Wegen der notwendigen Vormerkung und des stolzen Preises von 34 Euro für die einfache Fahrt Innsbruck-Bozen (mit dem EC kostet die Fahrt im Sonderangebot 19 Euro, mit den Regionalzügen bei vollem Fahrpreis 16,50, mit der Südtiroler Wertkarte 12,78 Euro) kommt dieser Zug für Tagesreisende allerdings kaum in Frage.

 
Noch ungünstiger ist die Zugverbindung mit Osttirol. Von Bozen nach Lienz und umgekehrt gibt es an Werktagen neun Verbindungen, die ein ein- bis zweimaliges Umsteigen erfordern, wobei der letzte Zug von Bozen Richtung Lienz um 18 Uhr abfährt, von Lienz Richtung Bozen um 18.19 Uhr. Von Innsbruck nach Lienz gibt es werktags zwei durchgehende Züge, drei weitere Verbindungen, bei denen man zwei bzw. drei Mal umsteigen muss, und sechs Möglichkeiten, die Strecke in Kombination von Zug und Bus zu bewältigen, bei jeweils sehr langen Fahrzeiten. Der letzte Zug von Innsbruck nach Lienz fährt um 18.01 Uhr ab, von Lienz in Richtung Innsbruck um 17.28 Uhr.


Auf der Brennerstrecke Innsbruck-Bozen müssten also echte Tagesrandverbindungen, vor allem am Abend, geschaffen, und die Regionalzüge durchgehend zwischen Innsbruck und Bozen ohne Umsteigen am Brenner geführt  werden! Zwischen Innsbruck und Lienz sowie Bozen-Lienz sind ebenfalls Tagesrandverbindungen, durchgehende Züge sowie eine Verdichtung des Fahrplanes notwendig.
Sämtliche Bahnverbindungen zwischen den getrennten Landesteilen Tirols leiden darunter, dass es kein einheitliches Tarifsystem gibt, und der Fahrgast sich nur mit größter Mühe einen Überblick über die tatsächlichen Kosten einer Fahrt verschaffen kann. Das gleiche gilt für die bestehenden Fahrpläne, die nach Landesteilen getrennt, unübersichtlich, unvollständig und oft sogar widersprüchlich sind. Um die Benutzung der Bahn im Verkehr zwischen den Landesteilen zu fördern, wäre es unbedingt notwendig, ein einheitliches Tarifsystem für ganz Tirol zu schaffen und einen ganz Tirol umfassenden Fahrplan zu erstellen.


Daher verpflichtet der Südtiroler Landtag die Landesregierung,


alles zu tun, damit sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft werden, den Bahnverkehr zwischen den Tiroler Landesteilen im Sinne der oben dargelegten Erfordernisse zu verbessern und die Benutzung der Bahn auf den erwähnten Strecken durch Einführung eines einheitlichen Tarifsystems zu fördern.
 
Lt. Abg. Dr. Eva Klotz
Lt. Abg. Sven Knoll
17. 2. 2010


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Kommentare (8)
1. 21-06-2010 15:23
 
S-Bahn und mehr Haltestellen
Außerdem sollten man auch mehr Haltestellen bauen zur erschließung, und ebenfalls eine S-Bahn so wie in Nordtirol, Salzburg,(Vorarlberg, Kärnten inoffizell), Steiermark, Niederösterreich und Wien.
 
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2. 02-05-2010 14:42
 
ach ...
es gäbe - auch ohne irgendwelche Umbaumassnahmen an bestehender Infrastruktur - auch momentan schon seit ein paar Jahren, mit einer Lok "durchzufahren" - bei den Österreichern heisst diese 1216, bei den Italienern gibt es sicher eine ähnliche Maschine. Ich weiss nicht, wie die Nahverkehrs-finanzierung in Italien, speziell in Südtirol funktioniert. Sollte aber die Strecke Brenner-Bozen und/oder Bozen-Villach ausgeschrieben werden (analog einer Regionalverkehrs-Strecke München-Innsbruck) wird die PV-AG sicher nicht zurückstehen und sich für Nahverkehrs-Trassen (oder den Gesamtverkehr) bewerben.
 
Werner
3. 02-04-2010 17:22
 
Na und
Na und, würde Trenitalia von Gleichstrom auf Wechselstrom umstellen wären einige Vorteile kein Lokwechsel zB. am Brenner, Innichen und es wäre auch billiger. Nichtnur Südtirol sollte zu österreich, sindern auch die Teile Kärntens wo einige zu Italien(von Thörl-Maglern bis Pontebba ca.) und Slowenien gehören, zu Osterreich gegliedert werden und auch die Unterstiermark wenn nicht soagr auch das Übermurgebiet. Auch Teile von Ungarn da ist glaub ich auch hier eine deutsche Minderheit.
 
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4. 31-03-2010 03:48
 
Bahnkaos
Ja Jörg die Idee ist sehr gut,aber wovon soll der korupte Mafiastaat denn das bezahlen ? Italien hat mehr Schulden als Deutschland aber nur die halbe Wirtschaftsleistung.Also wenn wir endlich weg von Italien sind am besten durch die Gründung eines Freistaates -SÜDTIROL ,dann könnnen und werden wir das sicher realisieren .Dann werden wir der Welt zeigen wozu wir TIROLER fähig sind.
 
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5. 19-02-2010 20:45
 
Bahnkaos
Gerade im Hinblick auf den Transitwahnsinn der auf der Strasse durch ganz Tirol rollt wäre es dringend geboten den Schienenverkehr sowohl im Güter als auch im Personenverkehr zu intensivieren. 
Italien kassiert Maut auf der Strasse, und auf der Schiene? Wäre Südtirol bei Österreich könnte man als Land Tirol gemeinsam auftreten und hier Verbesserungen erwirken. So aber wird man einmal mehr von Italien ausgebremst.
 
Sepp
6. 19-02-2010 10:51
 
Bahnkaos
Das Pustertal muss besser mit Zügen von Lienz und Innsbruck "versorgt" werden! Bekomme gerade wort wörtlich "die Kriese", wenn ich bedenke wie ich heute noch von Salzburg mit dem Zug nach "Niederdorf" kommen sollte. (Meine gewünsche Zeit im Ankunftsort sollte 20-21 uhr sein). 
Das muss sich ändern, wenn die Menschen den Zug benützen sollten!!!
 
Georg
7. 18-02-2010 21:57
 
Abo+
Diese Verpflichtung ist gut. Die Grenze, die anscheinend nur mehr in den Köpfen besteht (Zitat Durnwalder und co.), wird in diesem Zusammenhang ersichtlich. Und genau diese Kleinigkeiten sind es, die Nord, Süd und Ost trennen. Man hat verschiedene Fahrpläne, andere Zuggarnituren (die von Trenitalia sind lächerlich ggü. denen der Öbb), andere Tarife usw. Mein Vorschlag: Die Abo+ auf ganz Tirol ausweiten.
 
Fabian
8. 18-02-2010 15:44
 
Bahn
Von Landeck aus gehört eine Bahnlinie über den Reschen nach Meran gebaut. Rom soll das bezahlen, als kleine Entschädigung für alles, was es den Südtirolern angetan hat.
 
Jörg

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