10. März 2010: Podiumsdiskussion: "Tiroler Gespräche - Das schwierige Zusammenwachsen eines Landes"
Dienstag, 16. Februar 2010
europa_union_tirol.jpgDie Europa-Union Tirol lädt alle Interessierten zur Podiumsdiskussion: "Tiroler Gespräche - Das schwierige Zusammenwachsen eines Landes" am Mittwoch, 10. März 2010 um 19.00 Uhr im Claudiasaal - Innsbruck (Nähe Ottoburg), Herzog Friedrich-Str. 3, 2. Stock ein.

Folgende Persönlichkeiten des Landes nehmen an diesem zukunftsorientierten Diskussionsabend teil:

  • Dr. Wendelin Weingartner LH a.D.
  • Ernst Schöpf - Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes
  • Arnold Schuler - Präsident des Südtiroler Gemeindenverbandes
  • Dr. Michael Seeber - Geschäftsführer der Fa. Leitner AG
  • Dr. Norbert Hölzl - Buchautor, Journalist
  • Univ.-Prof. Dr. Raimund Margreiter -
  • Dr. Herbert Rosendorfer - Richter a.D., Buchautor
  • Dr. Siegfried Dillersberger - Politiker

Durch den Diskussionsabend führen die zwei Journalisten:

  • Peter Nindler - Tiroler Tageszeitung
  • Günther Heidegger - Tageszeitung Dolomiten

Am Ende der Podiumsdiskussion lädt der Veranstalter zu einem „Umtrunk mit kleiner Marende“ ein.


Aufgerufen: 1479 | Drucken

Kommentare (2)
1. 17-02-2010 11:07
 
Das Zusammenwachsen unseres Landes ist vor allem für die Politiker schwierig, viele Bewohner des Landes sind da schon viel weiter!
 
h
2. 17-02-2010 01:03
 
Halt dem Identitätsraub!
In einem der letzten Beiträge auf dieser Seite der STF ist ein Wort gefallen, das am treffendsten das umschreibt, was dem südlichen Teil von Tirol bereits seit Generationen bis in unsere Zeit widerfährt, nämlich ein in der Geschichte dieses Landes beispielloser Identitätsraub.  
 
Viele Menschen werden noch wissen, wie der Staat der Fremdbestimmung in Süd-Tirol mit den Menschen in diesem Land seit dem Zeitpunkt der Annexion des Landes 1919 bis in die späten 70er Jahre verfahren ist. Erst ab diesem Zeitpunkt gibt es keine Prozesse mehr wegen "Beleidigung der Italianità", oder "Gefährdung der staatlichen Einheit", die damals auch oft genug aus aberwitzigsten Gründen erfolgt sind. Ab dem Jahr 2003 wurden derartige Paragraphe endgültig mit der aktiven Beihilfe der Lega Nord und der SVP abgeschafft. Der Identitätsraub geht aber dennoch in diesem Land munter weiter, nur vielleicht langsamer und viel subtiler wie früher. Dazu tragen auch manche Körperschaften des Landes, wie die für Fremndenverkehr zuständige landeseigene Südtiroler Marketing Gesellachaft, die das Land am liebsten unter dem erfundenen Namen Alto Adige im Ausland und in Italien sowieso verkaufen will. Man kann also scheinbar mit Erfolg das Land dem Anschein nach Zug um Zug im Lauf der Geschichte umfärben, sogar mit aktiver Mithilfe von manchen davon betroffenen Menschen.  
 
Diesem Land ist ohne Grund so viel Unrecht in der Geschichte der Teilung in Tirol von der Seite der Übermacht der Fremdbestimmung widerfahren, sodass man sich immer wieder fragen muss, warum? Wenn man sich zum falschen Zeitpunkt der Geschichte am falschen Platz auf der Landkarte befindet, ist das noch keine stichhaltige Begründung für das schwere Los der Fremdbestimmung, mit der sich bis heute scheinbar immer noch die meisten deutschsprachigen und ladinischen Süd-Tiroler nicht abgefunden haben, wenn man sie nur über die Frage der eigenen ethnischen Selbstbestimmung demokratisch frei und geheim abstimmen lassen würde. Diesen Gedanken scheint leider die das Land regierende SVP in der eignenen Politik offiziell nicht zulassen zu wollen, weil sie sich scheinbar als Pächter der Macht in Alto Adige vulgo Südtirol von Roms Gnaden und nicht als Wirt im eigenen Haus selbst sehen will. Gerade diese Partei ist aber wie keine andere in diesem Land für das weitere Los der Süd-Tiroler politisch weiter verantwortlich. Ihre großen Verdienste um das Land in der Vergangenheit bleiben unvergessen, die des großen Landeshauptmanns Silvius Magnago im Kampf um die damals als einzig politisch mögliche Form der Autonomie, genauso wie die Verdienste des amtierenden LH Luis Durnwalder beim Aufbau der heute existierenden Autonomie und des allgemeinen und in der Geschichte einmaligen Wohlstandes. Die Geschichte bleibt aber für Süd-Tirol nicht stehen und wartet, bis man wieder für die Selbstbestimmung in der Landespolitik energischer eintreten will, sonder sie geht natürlich weiter. In den nächsten 10 bis 20 Jahren wird es vielleicht für jede Form der Volksabstimmung zu Selbstbestimmung im südlichen deutschsprachigen fremdbestimmten Tirol zu spät sein. Davor gilt es ausdrücklich gerade die an der Macht befindlichen Politiker der SVP zu warnen. 
 
Bei manchen Vertretern dieser Partei macht sich scheinbar auch sog. "Stockholsyndrom" bemerkbar, wo man sich in aller Öffentlichkeit scheinbar mehr mit der Seite der Fremdbestimmung als mit der im eigenen Parteiprogramm verankerten ethnischen Selbstbestimmung identifiziert. Das letzte anschauliche Beispiel dafür war die Rai-TV-Diskusion "Pro und Kontra" zur Frage des möglichen Alpini-Aufmarsches in Bozen im Jahre 2012. Als Patriot dieses Landes konnte man fast den eigenen Ohren nicht glauben, wenn man sich die Repliken des ehemaligen Parteiobmanns der SVP bei dieser Diskusion mit Sven Knoll angehört hat. Ein Satz von Elmar Pichler Rolle hat mich besonders nachdenklich gemacht, nämlich als er sinngemäß meinte, die politische Bewegung der Opposition die STF sollte überhaupt froh darüber sein, dass sie im Zeitalter der Meinungsfreiheit in Italien politisch aktiv sein darf. Bei allem Respekt, so ein Satz wäre vielleicht Ende der 70er Jahre gerade noch in diesem Staat angebracht, aber sicher nicht mehr heute in diesem neuen Europa der EU der Menschenrechte und der bürgerlichen Freiheiten im Jahre 2010. Das wir heute zivilisiert und demokratisch miteinander umgehen, das ist heute sicher auch kein Luxus aus dem Ermessenspielraum dieses Staates, sondern das selbstverständlichste auf der Welt. Wenn man sich aber bei der SVP dieser Freiheiten in diesem Staat der Fremdbestimmung nicht ganz sicher sein kann, dann kann man nur für die Zukunft der Selbstbestimmung nur schwarz sehen.  
 
Das vergangene Jubiläumsjahr 2009 war voll von patriotischen Reden und Bekundungen des politischen Willen nördlich und südlich der Brennergrenze in Tirol zur Zusammenarbeit und sogar von der künftigen Landeseinheit war da die Rede auf beiden Seiten des geteilten Landes Tirol. Jetzt einige Monate später erscheinen die meisten Veranstaltungen zum Andreas Hofer Jahr als reine Folklore, ohne größeren Einfluss auf die Landespolitik in Tirol in der Frage der Wiederherstellung der Landeseinheit. Es bleibt zu hoffen, dass das letzte so großartige Jahr einen bleibenden Eindruck und patriotische Nachwirkung bei der Tiroler Bevölkerung zwischen Salurn und Kufstein hinterlassen hat. Die Geschichte scheint sich wieder einmal auch diesmal zu wiederholen, nämlich alle Jubiläumsjahre wieder wird die Tiroler Einheit von der Seite der Landespolitik-en beschworen und danach herrscht wieder bis zum nächsten Gedenkjahr die altbekannte Funkstille.  
 
Dadurch fühlen sich alle heutigen Verteidiger der vom "Vordenker" des italienischen Faschismus Ettore Tolomei erfundenen Italianità des Alto Adige nur ermutigt und wollen vielleicht auch deshalb provokativ 2012 eine nationalistisch verbrämte Kundgebung der Alpini in ungeahnter Stärke in Bozen stattfinden lassen.  
 
In einer jeden Autonomie der westlichen EU wäre so etwas undenkbar, nur in der Autonomen Provinz Bozen hat man keinen Genierer und ist sogar auf südtiroler Seite von der Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens in Bozen überzeugt. Die meisten real existierenden Autonomien sind nicht nur in Europa in solchen Fragen völlig autonom und lassen gar nicht auf solche Provokationen ankommen lassen, manche von ihnen sind sogar zur Gänze militärfreie Zonen, wo die Militärgrenze des Staates ausserhalb der Grenzen der Autonomie verläuft. Nicht einmal in Nord-Irland sind heute ähnliche provokative Aufmärsche der Unionnisten, wie die des militanten Oranier-Ordens durch katholische Wohnviertel in Belfast erlaubt, und mit der Zustimmung der Politik der Minderheit schon gar nicht. Finden sie dennoch statt, stellt sich ihnen die Nord-Irische Polizei auf Befehl der eigenen Landesregierung in den Weg, dazu mit ausdrücklicher Zustimmung aus beiden Staaten, die gemeinsam dieses Land heute regieren. Eine eigene Südtiroler Polizei bleibt auch hier weiterhin ein Wunsch an das Christkind in Rom, wie der Wunsch nach Ausübung der Selbstbestimmung auch.  
 
Diese heutige Form der Autonomie der Provinz Bozen ist schon sehr lange international gesehen alles andere als zeitgemäß. Vielmehr ist sie langsam aber sich zu einem Ladenhüter oder alten Hut geworden. Sogar in Ost-Europa oder am demokratiepolitisch angeblich so rückständigen Balkan hat so gut wie jede Volksgruppe eine zufriedenstellende Antwort, meistens auch friedlich, auf die Frage der eigenen Selbstbestimmung gefunden. Auch im Westen der EU bewegt sich einiges in dieser Frage. Eine Dänische Autonomie hat sich 2008 für die Ausübung der Selbstbestimmung entscheiden, andere Autonomien bereiten sich legistisch darauf vor. In Südtirol hingegen träumt man weiter bei der grössten Partei des Landes in einem Dornröschenschlaf von der Selbstbestimmung und von der allerbesten Autonomie der Welt.  
 
Der Identitätstraub in diesem Land wird vermutlich so oder so ungehindert weiter gehen, dafür gibt es genug Beispiele, die man in der Kürze nicht aufzählen kann. Das heutige Europa der EU würde aber schon sehr lange der SVP einen entsprechenden begrenzten aber real exisierenden politischen Spielraum für die Möglichkeit einer demokratischen und natürlich friedlichen Beantwortung der so lange aufgeschobenen Frage der Selbstbestimmung des eigenen Landes und Volkes bieten. Das bedeutet nicht, dass man diese Frage sofort oder in kürzester Zeit lösen könnte, aber bei entsprechendem politischen Willen der Landesregierung scheint dies in einigen Jahren oder Jahrzehnten in diesem neuen Europa des Lissabonvertrages sogar durchaus realistisch und daher beantwortbar. Bei der Deutschen Wiedervereinigung vor 20 Jahren in einem anderen Beuteland eines Weltkrieges hat bekanntlich ein kluger Politik einmal gesagt, wer zu spät kommt den bestraft das Leben. Die Richtigkeit dieser politischen Formel zeigte sich im November 1989, ein Jahr später war das Nachbarland der Tiroler und damit der Österreicher, nämlich Deutschland nach vielen Generationen der Trennung glücklich wiedervereint. Letztenendes hat über diese Frage das davon direkt betroffene Volk bei spontanen Massenkundgebungen entschieden, die keine Macht der Welt sogar damals in einem totalitären System ignorieren konnte. In Italien in diesem ewig verspäteten Land scheinen auch in dieser Frage die Uhren anders zu gehen als im übrigen Europa. Die politische Parole der STF, "Süd-Tirol ist nicht Italien", ist aber sicherlich ein Trost für alle Befürworter der ethnischen Selbstbestimmung dieses Landes.
 
Markus Anton

Kommentar schreiben
  • Bitte orientieren Sie Ihren Kommentar am Thema des Beitrages.
  • Die hier veröffentlichten Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Bewegung SüD-TIROLER FREIHEIT - Freies Bündnis für Tirol wieder.
  • Die Bewegung SüD-TIROLER FREIHEIT - Freies Bündnis für Tirol distanziert sich in jedem Fall von ehrverletzenden, jugendgefährdenden, rassistischen und extremistischen Inhalten.
  • Persönliche Angriffe und/oder Diffamierungen werden gelöscht.
  • Das Benutzen der Kommentarfunktion für Werbezwecke ist nicht gestattet. Entsprechende Kommentare werden gelöscht.
  • Bei Fehleingaben laden Sie diese Seite bitte neu damit ein neuer Sicherheitscode generiert werden kann. Erst dann klicken Sie bitte auf den 'Senden' Button.
  • Der vorgenannte Schritt ist nur erforderlich, wenn Sie einen falschen Sicherheitscode eingegeben haben.
Name:
E-mail:
Titel:
BBCode:Web AddressEmail AddressLoad Image from WebBold TextItalic TextUnderlined TextQuoteCodeOpen ListList ItemClose List
Kommentar:

Sicherheitscode:* Code
Ich möchte NICHT per e-Mail über weitere Kommentare zu diesem Artikel informiert werden.

Powered by AkoComment Tweaked Special Edition v.1.4.6
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze - www.mamboportal.com
All right reserved

 
< zurück   weiter >
Advertisement

Aktueller Hinweis

  • Aktuelle Aktion!

Kontakt

  SÜD-TIROLER FREIHEIT - Bewegung
St. Josef am See 74 | 39052 Kaltern
Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Tel. 338 33 448 39

   
  SÜD-TIROLER FREIHEIT - Landtag
Südtirolerstraße 13 | 39100 Bozen
Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Tel. 0471 98 10 64

 

Aktionen

E-Mail - Verteiler

Pressemitteilungen
Wöchentliche Zusammenfassung



PayPal Spenden

Ihre Online Spende für den
Werbekatalog der
SÜD-TIROLER FREIHEIT
Summe
Währung