Fragestunde März 2010: Hotel- Projekt Koja- Wiese/ Gemeinde Brixen
Montag, 15. Februar 2010

brixen.jpgDas Hotel- Projekt Koja- Wiese in Klerant, Gemeinde Brixen, wird von maßgeblichen Gemeindevertretern gutgeheißen und Schritt für Schritt vorangetrieben. Dies ist umso unverständlicher, als immer mehr Gast- und Beherbergungsbetriebe in der Stadt Brixen Schwierigkeiten mit der Auslastung haben und nicht zuletzt deshalb auch ihren Barbetrieb schließen mussten, um nicht noch mehr Unkosten anzuhäufen. 

Von der Errichtung eines Luxus- Hotels in der Koja- Wiese hätte die Stadt Brixen gar nichts, heißt es, im Gegenteil, teure Infrastrukturen müssten von der Gemeinde mitfinanziert werden. Aber vor allem vom Landschaftsschutz her ist das Projekt äußerst umstritten.

Hat die Landesregierung in irgendeiner Form in dieser Angelegenheit mit zu reden, wenn ja, inwiefern?

Wenn nein, welche Möglichkeit gibt es, ein solch landschafts- zerstörerisches Projekt zu verhindern?

Lt. Abg. Dr. Eva Klotz
Lt. Abg. Sven Knoll

15. 2. 2010
           

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Kommentare (9)
1. 18-02-2010 10:54
 
@Thomas
Ich bin mir sicher du wolltest mich nicht persönlich angreifen. 
Ja auch ich war beim ersten Infoabend dabei. Überrumpelt wurden nur die, die sich schon vorher eine Meinung gebildet haben ohne nur eine einzige sachliche Information zu besitzen. Alles zuvor war nur Spekulation. Warum ist bei den anderen Abenden nur geringer bis kein Widerstand gekommen? 
Weitere Hotels werden ja gebaut, Investoren von Brixen und dem Restliche Südtirol. Auch hier wurde die Standortfrage mit den Bewohnern 3 mal diskutiert und noch weiter diskutiert werden. 
bezüglich Brixner Unternehmen gebe ich dir recht die Brixner Gemeinde verschlief viele Möglichkeiten der Heimischen Wirtschaft Wachstum zu garantieren. Wohlgemerkt verschlief, die letzten Jahre zeigten ein anderes Bild, was die verschiedenen Baustellen in den letzten Jahre gezeigt haben.
 
nos
2. 17-02-2010 20:26
 
@Nos
PS: Ich wollte dich nicht persönlich angreifen. Ich möchte nur versuchen meine Position sachlich zu erklären. 
 
Gruß Thomas
 
Thomas85
3. 17-02-2010 20:25
 
@Nos
Lieber Nos, ich habe nicht einmal den Bau eines Hauses gemeint, wenn ich gesagt habe, private Personen werden benachteiligt. Ich kenne Beispiele, wo Leute beim Bau einer Garage oder beim Bau eines Wintergartens von den öffentlichen Behörden beinahe schikaniert wurden. Sicher kann die Stadtregierung nicht unmittelbar etwas für solche Aktionen, da hier vor allem Beamte am Werk sind, aber die undurchsichtige Aktion mit dem Umweltverträglichkeitsplan muss doch auch dir komisch vorkommen. 
 
Was die Dauer bis zur Realisierung des Hotels anbelangt, so glaube ich, dass es bei solchen Großprojekten ganz normal ist und dass es in diesem Fall auch gar nicht mal so schlecht ist wenn etwas länger darüber nachgedacht wird. Sicher, es wurden einige Rekurse gegen das Projekt eingebracht, über deren Sinn und Hintergedanken man trefflich streiten kann, aber ich glaube auch, dass es in der momentanen wirtschatlichen Lage nicht so einfach oder beinahe unmöglich ist die Finanzierung für ein solches Großprojekt aufzubringen. Daher werden auch die Investoren momentan nicht mit allem Nachdruck eine Realisierung forcieren. Wenn du sagst, dass in der Wirtschaft die Uhren etwas anders ticken, so kann ich dir nur Recht geben, da ich bereits berufliche Erfahrungen in Betrieben im In- und Ausland gemacht habe. 
 
Ich bin absolut dafür, dass die öffentliche Hand sinnvoll und überlegt die Wirtschaft unterstützt. Doch gerade die Gemeinde Brixen ist hier aus meiner Sicht nicht gerade als Musterbeispiel zu betrachten. Einige Betriebe haben ja bereits Kapazitäten außerhalb der Gemeinde aufgebaut (z.B. Durst Osttirol) da sie in Brixen von der Politik eher behindert wurden. Was mich am Projekt Koja Wiesen etwas verwundert ist die Tatsache, dass eine Grödner Gastronomenfamilie (sicherlich ehrbare und fleißige Menschen) kommt und sich die Koja Wiesen als Standort für ihr Hotel aussuchen kann und dies von Seiten der Gemeinde sofort unterstützt wird ohne eigentlich die Betroffenen (Bewohner Klerant, Mellaun) wirklich zu informieren oder ein Diskussion anzuregen. Ich weiß nicht, ob du beim ersten Informationsabend in St.Andrä anwesend warst, aber sehr viele Menschen fühlten sich doch überrascht und auch überrumpelt. Ich stelle mir nun die Frage, was passieren würde, wenn beispielsweise eine Gastronomenfamilie aus Dorf Tirol für 10 Mio. Euro ein Hotel in St. Leonhard oder Karnol bauen möchte. Würde die Gemeinde auch dieses Projekt relativ problemlos genehmigen? Mit welchen Argumenten könnte sie so ein Projekt nicht genehmigen? 
 
Du findest es schade, dass ich mir keine Meinung bilde? Ich stelle eine Gegenfrage: Muss ich mir eine Meinung bilden? Ich glaube man sollte bei der Realisierung dieses Projektes Vor- und Nachteile genau abwägen. Ist das Hotel einmal gebaut gibt es kein Zurück mehr. 
 
Gruß Thomas
 
Thomas85
4. 17-02-2010 16:09
 
@Thomas85
Interessant das du dich auf mich beziehst. Keine Ahnung warum da ich deinen Kommentar erst nach meinem gelesen habe. 
Solange der Bauleitplan der Gemeinde nur ein Flickwerk ist und seit Jahren nicht mehr gültig, der Masterplan nicht genehmigt und keiner weiß wie sich die Gemeinde Urbanistisch weiterentwickeln soll, ist es für alle ein langwieriger Bürokratischer Weg etwas zu verwirklichen. Keiner weiß wo er bauen darf also sucht er sich was für seien Vorhaben etwas Interessantes und versucht alles um es durchzubekommen. Auch größere Projekte wie das Hotelprojekt dauern unrealistisch lange. Ich finde es unmöglich dass diese ganze Sache schon so lange dauert und immer noch kein Ende in Sicht ist. Die Uhren ticken in der Wirtschaft anders als im Gemeinderat, der Landesregierung oder auf der Uni. Entscheidungen müssen getroffen werden, positiv oder negativ, ansonsten werden Chancen verbaut. 
Zu deinem Problem mit der Rolle der Gemeinde, welche sich aus deiner Sicht zu sehr zu Gunsten privater Interessen exponiert, möchte ich nur verstehen wie du glaubst dass sich die Gemeinde verhalten sollte? Soll sie bei Anträgen Seitens privater Personen oder Unternehmen generell dagegenstemmen um nicht zu Gunsten einzelner Antragssteller zu wirken? Hinter allem steht auch privates Interesse es ist Aufgabe der Politik abzuwägen und das tut sie auch. 
Ps. Schade das du dir keine Meinung Bildest bezüglich des Projekts.
 
nos
5. 17-02-2010 11:28
 
@nos
Lieber Nos, ich war dabei als das Projekt vorgestellt wurde. Ich komme aus Klerant und weiß daher auch wo die Koja Wiesen liegen, also keine Sorge, ich kann mir ein ungefähres Bild von der Lage des Hotels machen. 
 
Ich habe weder gesagt, ob ich für, noch ob ich gegen das Hotelprojekt bin. Ich glaube es ist nicht so einfach hier nur in pro und contra zu teilen. Sicher werden mit dem Hotel an die 100 neue Arbeitsplätze geschaffen, aber es muss auch erlaubt sein zu hinterfragen, ob wir ein solches Monsterprojekt brauchen. 
 
Ich habe auch nicht gesagt, dass von seiten der Gemeinde Investitionen finanziert werden (obwohl ich beim Thema Zufahrt vorsichtig wäre), aber es ist glaube ich schon etwas sonderbar, dass hier private Interessen ziemlich massiv unterstützt werden. Der vergessene Umweltverträglichkeitsbericht, welcher in einer Art Verschleierungsaktion einfach zum Projekt beigelegt werden sollte hinterlässt für mich doch eine etwas schiefe Optik. Es scheint auch so, als ob eine Grödnerfamilie ankommen kann, einen Standort für ihr Hotel bestimmt und die nötigen bürokratischen Schritte von Gemeindeseite her relativ problemlos erledigt werden, während Privatpersonen bei kleinsten Bauprojekten keinerlei Entgegenkommen von Seiten der öffentlichen Hand zu erwarten haben. All diese Tatsachen hinterlassen für mich persönlich einen mehr als faden Beigeschmack. 
 
Alles in allem möchte ich sagen, dass ich Befürworter wie Gegner des Projektes verstehen kann. Mein Problem liegt mehr in der Rolle der Gemeinde, welche sich hier aus meiner Sicht doch zu sehr zu Gunsten privater Interessen exponiert.
 
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6. 16-02-2010 17:58
 
spekulationen
Das beste Hotel von Brixen, der "Elephant",ist im Winter drei Monate geschlossen, aber anscheinend braucht es noch neue Hotels, um Arbeitsplätze für Einwanderer zu schaffen. Bevor man die Landschaft durch neue Großprokjekte zerstört, sollte man doch lieber den gut funktionierenden Betrieben entgegenkommen, die sich vergrößern wollen.
 
7. 16-02-2010 14:46
 
Projekt Koja Wiesen
Zum Projek "Hotel in den Koja Wiesen" kann man stehen wie man will. Es gibt Befürworter wie Gegener. Eine einfache Schwarz Weiß Malerei ist hier nicht so einfach.  
 
Was mir persönlich sauer aufstößt, ist die Vehemenz mit der hier der Stadtrat der Gemeinde Brixen private Interessen anschiebt und fördert, welche unmittelbar keinen Nutzen für die Allgemeinheit, sondern nur private monetäre Vorteile bringen. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich bin absolut dafür, dass von politischer Seite investionsfreundliche Bedingungen geschaffen werden, welche Unternehmen auch die Erzielung von Gewinnen möglich macht. Dadurch können nachhaltig Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. 
 
Leider fehlt mir in diesem Zusammenhang jedoch das nötige Fingerspitzengefühl von politischer Seite. Es scheint so, dass für ein privates ca. 25 Mio. Projekt bürokratische Hürden nicht bestehen oder vom Stadtrat ignoriert bzw. umgangen werden, während Bürger für minimale Bauvorhaben wie z.B. den Einbau eines Fensters oder den Bau eines "Autounterstandes" einen nie enden wollenden Instanzenzug durchschreiten müssen und kein Entgegenkommen der öffentlichen Hand zu erwarten haben.
 
Thomas85
8. 16-02-2010 06:20
 
Koja
Wo wart ihr als das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde in 3 verschiedenen Veranstaltungen mit den Investoren besprochen wurde? Im Nachhinein ist es etwas spät Kritik zu üben. 
Welche Infrastruktur soll von der Gemeinde mitfinanziert werden? Private Unternehmen müssen doch selbst für Wasser, Abwasser und Zufahrt aufkommen.
 
nos
9. 16-02-2010 07:52
 
Koja Wiese
Das Projekt wird von der Politik (SVP) sicher mitvorangetrieben wie zum Beispiel Ried uvm. Wenn sie fragen, ob die Landesregierung mitzureden hat, muss das mit ja beantwortet werden. Beispiel: LKW-Abstellplatz in Antholz Niedertal, der 2007 mit Druck von der Gemeinde vorange-trieben - bis heute nicht realisiert- 
den es in Zukunft auch nicht geben wird. Auch hier sind ca. 120 Unterschriften vom GM sowie von der LR ignoriert worden. Das Raumordnungsamt hat sich gegen den Abstellplatz aufgrund der Zufahrt- Brücke 30t müsste für LKW+Anhänger bzw. Sattelzüge mindestens 40t TRAGFÄHIG sein usw.- ausgesprochen. Doch hat hier die LG mit Durnwalder, nachdem der Bürgermeister wegen dieses Anliegens 4 Mal zum LH nach Bozen fuhr, die Genehmigung erteilt, und zwar für einen Materialabstellplatz einer privaten Firma auf Fraktionsgrund.  
Solche Entscheidungen zu treffen, braucht es nicht diese hochbezahlten Herren - und ähnlich wird es Ried und Koja-Wiesen ergehen, ausser in der LR ändert sich in nächster Zeit etwas tiefgreifendes. Denn DURNWALDER ist SVP und LANDESREGIERUNG - die SVPler tanzen ja alle nach seiner Pfeife - sogar Berger.
 
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