Grabrede von Dr. Sandro Canestrini
Donnerstag, 21. Januar 2010

sandro_canestrini_200.jpgIch möchte hier auch in italienischer Sprache einen Gruß an Hans aussprechen, nicht nur in meinem Namen, sondern auch im Namen jener italienischen Staatsbürger, welche Gegner des Faschismus sind, und die dem Schutz der Minderheiten und dem Schicksal Südtirols besondere Achtung entgegenbringen.

Die Begegnung mit Hans fand im fernen Jahr 1956 statt. Personen, die mit ihm die Gefängniszelle teilten, nannten ihm meinen Namen. Er bat mich, ihn zu verteidigen. Schon daraus kann man  verstehen, dass Hans nicht ein Italienerhasser war, da ich ohne Zweifel ein Italiener bin. Er bekämpfte nur das historische Unrecht, die Teilung Tirols, und die später folgende faschistische Unterdrückung.

Unsere Freundschaft ist also vor mehr als fünfzig Jahren entstanden, und hat all die Jahre in vollstem gegenseitigen Respekt gedauert. Wir hatten auch vieles gemeinsam. Auch unsere Familien fanden zusammen.

Hans war mir immer ein guter, treuer, selbstloser Freund. Die Begegnungen mit ihm waren immer eine Freude, auch wegen seiner außergewöhnlichen Menschlichkeit.

Ritengo giusto portare il saluto a Hans anche in lingua italiana a nome dei cittadini antifascisti che hanno a cuore la difesa delle minoranze ed il destino del Südtirol.

La mia conoscenza con Hans è cominciata nel lontano 1956. Aveva avuto il mio nome dai compagni di cella e, pur non conoscendomi, mi aveva incaricato di difenderlo. Da questo episodio si può capire che Hans non odiava gli italiani in genere, dato che io indubbiamente sono un italiano. Egli combatteva contro una ingiustizia storica, la divisione del Tirolo e la oppressione fascista che ne è seguita.

La nostra amicizia è nata dunque più di cinquanta anni fa, nel rispetto delle idee, tra cui molte erano comuni.

Hans è stato un amico sincero, generoso e disinteressato. Voglio ricordare qui l’affetto che legava noi, estesa poi anche alle nostre famiglie. L’incontro con lui era sempre una gioia per le sue straordinarie doti umane. 


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Kommentare (5)
1. 23-01-2010 21:07
 
nachdenklich
In Süd Tirol bedarf es mehr, als dieses Siegerdenkmal zu überwinden. Ob Dr. Canestrini da eine Ausnahme ist, sei mal dahingestellt.  
 
Meinen Respekt an Dr. Canestrini, dessen Zeugnis hier in diesem Forum ein tieferes Nachdenken verdient.  
 
E.Ekat 
 
EEkat
 
E.Ekat
2. 23-01-2010 16:30
 
Geisteshaltung
@EEkat 
Solange die Italiener Süd-Tirol als ihr koloniales Herrschaftsgebiet ansehen, wird sich an ihrem abschätzigen "Zusammenleben" (z.B. Siegesdenkmal) nichts ändern. 
 
Dr. Canestrini ist da eine seltene Ausnahme.
 
ff
3. 21-01-2010 16:15
 
Zusammenleben
@HE, dieses Zusammenleben muß, und wird sich finden, wenn die Zeit für eine gemeinsame Lösung gekommen sein wird. 
 
Sillstand jedenfalls ändert nichts. 
 
Und machen wir uns nichts vor: auch die doppelte Staatsbürgerschaft, oder was auch immer realisiert werden könnte: am Ende bleiben immer Menschen, die in Süd-Tirol ihre Heimat haben, und diese als gemeinsame! Heimat empfinden, und sich gegenseitig auch werden zugestehen müssen. 
 
EEkat
 
EEkat
4. 21-01-2010 16:15
 
Zusammenleben
Ja, jemand offensichtlich, der Weitblick, Verständnis und guten Willen hat.  
 
Dr. Canestrini hat recht, zumal es nicht um "Italienerhassen" geht, was nur primitv wäre, sondern um die schlichte Beseitigung der ungerechten Teilung Tirols wie auch der Ächtung von faschistischem Gedankengut und Unrecht.  
 
Hoffentlich gibt es mehr solche Menschen - sollten vielleicht im Rahmen eines Selbstbestimmungsreferndums einmal eine Mehrheit herauskommen und zumindest auch 15% der italienischen Mitbürger - hoffentlich mehr - gewonnen werden können (gleichsam als "topping" bzw. "Draufgabe" zu einer deutsch- und ladinischen Mehrheit), wäre das ein Meilenstein in der realpolitischen Argumentation(-smöglichkeit) gegenüber Rom, zumal dann auch bewiesen wäre, dass viele "eigene" Staatsbürger mit Italien nicht mehr zufrieden sind und der bezughabende Unmut nicht nur eine deutsch- oder ladinische Grundlage hat bzw. Erscheinung wäre.  
 
Grüße aus IBK 
 
Ps.: Dr. Canestrini gibt weiteren Mut zur Hoffnung.
 
homunculus
5. 21-01-2010 12:58
 
Großartige Menschen!
Auch Dr. Canestrini muss ein großartiger Mensch sein! Schade, dass es nicht allzu viele von dieser Sorte gibt. Gäbe es mehr davon, würde unser Zusammenleben ganz ansers aussehen und echte Qualität haben. Solche Menschen wünscht man sich!
 
HE

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