Doppelstaatsbürgerschaft: Auch Ungarn arbeitet daran!
Mittwoch, 20. Januar 2010

Roland_Lang_500_2_002.jpgAuch in Ungarn wird an einer Doppelstaatsbürgerschaft für die Landsleute außerhalb des Staates gearbeitet, stellt Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT fest. Die Christdemokraten und die ungarische Bürgerallianz kündigten an, dass Auslandsungarn umgehend die ungarische Staatsbürgerschaft erhalten sollen, falls ihre Fraktionsgemeinschaft die Parlamentswahlen im Frühjahr gewinnt und dann die Regierung stellen wird. Mit einem Sieg der Fraktionsgemeinschaft rechnen sowohl Demoskopen in Ungarn wie das Ausland. Damit wird die doppelte Staatsbürgerschaft für die Ungarn im Ausland bald Realität sein!

Rund ein Drittel des ungarischen Volkes lebt im Ausland!

Durch die Grenzziehungen nach dem Ersten Weltkrieg war ein Drittel der ungarischen Bevölkerung vom Staatsgebiet ausgeschlossen worden. Rumänien beherbergt mit 1,9 Millionen Ungarn die größte ungarische Gemeinschaft im Ausland. 600.000 leben in der Slowakei, 300.000 in Serbien, weitere in Kroatien, der Ukraine, kleine Gruppen auch in Slowenien und Österreich.

Damit wären von einer ungarischen Doppelstaatsbürgerschaft etwa 3,5 Millionen Auslandsungarn betroffen!
 
Auch ein Referendum zur Vergabe der Doppelstaatsbürgerschaft gab es in Ungarn:

Zur Vergabe der Doppelstaatsbürgerschaft für 3,5 Millionen Auslandsungarn fand in Ungarn 2004 ein von der Opposition angestrengtes Referendum statt, das eine Mehrheit für die Doppelstaatsbürgerschaft brachte, jedoch am Teilnahmequorum scheiterte.

Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜDTIROLER FREIHEIT


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Kommentare (10)
1. 10-02-2010 15:39
 
ridere
Passaporto, doppia cittadinanza, VIVA IL VESCOVO DELLA DIOCESI BOLZANO BRESSANONE, CONVIVENZA CIVILE E PACIFICA FRA LE TRE ETNIE. Siete patetici e fate ridere anche i sassi. Grazie a Dio la maggioranza dei tedeschi dell'alto Adige non la pensa come voi e non vi vota. Io sarò presente alla adunata degli Alpini che si terrà a Bolzano nel 1979 ho fatto l'alpino a Brunico. 300.000 alpini a Bolzano. Viva l'ITALIA
 
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2. 27-01-2010 12:09
 
ridere
Es gibt nicht nur ein geistiges Erbe der k.u.k Monarchie, sondern auch ein kulturelles und geschichtliches. Wenn auch die Beziehungen zwischen Österreich und Ungarn immer etwas problembehaftet waren pflegen die Ungarn heute dieses Erbe sehr bewußt. Auch die Minderheitenpolitik hier in Ungarn ist Vorbild für Europa. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist nur die logische Folge einer solchen Politik und ist auch für Südtirol eine gute Option.
 
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3. 23-01-2010 16:50
 
Wahlberechtigung?
Bekämen die Tiroler südlich des Brenners wieder die österr. Staatsbürgerschaft, wären sie vermutlich in Österreich wahlberechtigt. 
Es würde auch einen österr. Wahlkampf in Süd-Tirol geben. 
 
Ob das dann wirklich eine Wiedervereinigung begünstigen würde, kann ich nicht sagen.
 
ff
4. 21-01-2010 14:28
 
Entweder/oder
@Sissi 
 
Eine Doppelstaatsabürgerschaft halte auch ich nicht für sinnvoll, weil diesem SVP-Ansinnen möglicherweise eine Strategie zugrunde liegt: 
Sollte diese Doppelstaatsbürgerschaft tatsächlich möglich u. damit für viele ST Landsleute Wirklichkeit werden, wäre damit die Chance zur Rückkehr zu Österreich eventuell sogar endgültig vertan, weil viele Menschen (sowohl SVPler u. deren Anhänger als auch viele andere) ein "los von Rom" und damit ein Zurück zum Vaterland als nicht mehr (so) notwendig erachten würden.  
Jedenfalls sollte sehr genau überlegt werden, ob die Schwierigkeiten (u.a. regionalpolitisch, auch bilateral)für die Erreichung dieses Zieles nicht noch viel größer würden. 
Sissi: In diesem Sinne kann es kein "sowohl als auch", sondern eben nur ein "entweder oder" (Selbstbestimmung) geben.
 
Iseltaler
5. 21-01-2010 13:08
 
Wo ein Wille, da ein Weg!
Diesen Spruch müsste ja z. B. auch Andreas Khol kennen. Zuletzt hat er sich selbst disqualifiziert. Er kann erst wieder ein Maßstab für Tirol sein, wenn er sich wieder für das Land seiner Kindheit, Süd-Tirol, einsetzt. Er soll beim Gelingen der Landeszukunft mithelfen, nicht wie derzeit mit voller Kraft beim Misslingen. Ähnliches muss für Günther Platter gelten.
 
HE
6. 21-01-2010 12:21
 
Was soll das ?
Was soll diese "Nicht Fisch nicht Fleisch" Aktion. Doppelstaatsbürgerschaft ist für mich absolut  
unverständlich. Was soll das bringen? Sowohl als auch? Oder dann doch entweder oder? Wer bekommt sei wer nicht? Welche Vorteile erhofft ihr euch ??  
 
St Germain ist eben nun mal passiert und das ist NUR !!! gut zu machen, indem ihr euch ENDLICH aus Italien verabschiedet. 
Ein Südtiroler wird immer ein Südtiroler sein, aber ich glaube, dass man sich schon wieder mit eher sinnlosen Zuckerln zufrieden gibt. Das was man sich auf die Fahnen heften sollte, ist die Loslösung von Italien, aber DAS ist seit dem Herbst extrem verloren gegangen. Und ausserdem ist mir die Nähe zur FPÖ ein Dorn im Auge. 
 
Früher sagte man Tausche Wien gegen Südtirol, jetzt würde ich sagen, tausche Kärnten gegen Südtirol. Das was da läuft ist nur noch zum SCHÄMEN.
 
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7. 21-01-2010 07:54
 
Doppelstaatsbürgerschaft
@Barbara Mair: Bin einverstanden! 
 
Grüße aus IBK
 
homunculus
8. 20-01-2010 20:28
 
Tiroler Volksgruppe
Der Tiroler Volksgruppe in Süd-Tirol wurde mit dem Friedens-Diktat von 1919 die Zugehörigkeit zu ihrer Nation Österreich verweigert. 
90 Jahre danach muss man mit diesem Völkerschacherdenken von damals aufhören und auch den Süd-Tirolern ihre Zugehörigkeit zu Österreich zugestehen.
 
ff
9. 20-01-2010 16:30
 
Vergessen!!!
Wir haben vergessen die Österreicher zu Fragen ob sie einverstanden sind.
 
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10. 20-01-2010 11:55
 
Beispiele aus dem Ausland
Sollte es heute noch so etwas wie geistiges Erbe der k&k Monarchie Österreich Ungarn geben, dann würde dazu natürlich wohl als erstes der Nachweis der gemeinsamen Identität über zweite Staatsangehörigkeit gehören. In Österreich betrifft das in erster Linie die Süd-Tiroler, aber auch viele Menschen Deutscher Muttersprache und heute natürlich fast immer nur noch ihre Nachkommen in den Nachbarstaaten der Alpenrepublik, die sich als ethnische Österreicher in fremdnationalen Staaten defininieren wollen. So groß die Anzahl der potentiellen Bewerber in Süd-Tirol sein könnte, so gering würde sie in anderen Kronländern der Monarchie sein, die ohnehin schon fast alle ein Teil der EU geworden sind. 
 
Dieses Anliegen müsste gerade in der Provinz Bozen zur Chefsache erklärt werden und der amtierende Landeshauptmann von Südtirol dürfte nicht müde werden, sich dafür politisch mit ganzer politischer Kraft einzusetzen, dort wo es Sinn macht, in Wien genauso wie in Innsbruck und in Bozen.  
 
Der LH Luis Durnwalder will dieses Thema demnächst mit dem Österreichischen Bundespräsidenten erörtern. Bevor er aber nach Wien reisen wird, sollte auch die Opposition ihre Wünsche und Vorstellungen beim LH von Südtirol deponieren, damit dieser im Namen der meisten deutschsprachigen und ladinischen Süd-Tiroler in dieser Angelegenheit in Österreich sprechen kann.  
 
Beim guten Willen der Spitzenpolitik in Wien vor allem, würde ein Beschluss zu Doppelstaatsbürgerschaft im Nationalrat aller Österreicher, auch der Alt-Österreicher und ihrer Nachkommen in Wien, im Rahmen des politisch möglichen und daher auch in diesem Fall erreichbaren liegen. Vor allem dann, wenn fast alle Nachbarstaaten von Österreich dieses Instrument des Schutzes der eigenen Minderheiten bereits aus der politischen Praxis oder aus der Vorbereitung schon kennen. Die Südtiroler Landespolitik müsste in dieser Frage noch viel mehr auf die Macht der Bilder setzen und damit die Öffentlichkeit in Österreich auf dieses so berechtigte und sinnvolle Anliegen aufmerksam machen. In der Politik kann und soll man nichts erzwingen lassen, aber gerade in dieser Angelegenheit geht es um eine sehr prinzipielle Frage der Sicherung der Rechte der Süd-Tiroler, daher müsste dieses Begehren aus der Provinz Bozen mit allergrößter Sorgfalt in Österreich in Parteizentralen und im Nationalrat geprüft werden. Das Studium, wie die Nachbarstaaten rund um dieses Land mit diesem Problemkreis oft schon seit Urzeiten politisch umgehen, würde den Entscheidungsträgern ein Ausarbeiten eines tragfähigen politischen Models mit Sicherheit zur Gänze ermöglichen.  
 
Der Schutz der eigenen Minderheit ist eine politische aber auch moralische Verpflichtung für einen jeden Staat, und im Falle von Süd-Tirol erst recht. Der amtierende LH von ST sagte unlängst sinngemäß, würde Österreich die Doppelstaasbürgerschaft für Südtiroler beschließen, würde er als einer der ersten Südtiroler diese beantragen wollen. Man kann auch annehmen, dass er dann bald auch einen zweiten Reisepass diesmal des eigenen ethnischen und kulturellen sowie sprachlichen Vaterlandes Österreich bekommen würde. Man würde aber auch noch dem hochbetagten und um das Land Südtirol so verdienten Alt-Landeshautmann Silvius Magnago wünschen, dass gerade er noch als sogar in der Zeit der k&k Monarchie in Österreich geborener Bürger des Landes Tirol in seinem südlichen Teil in diese Möglichkeit zu Lebzeiten versetzt wird.  
 
Es wäre sicherlich ein Akt der Anerkennung der politischen Arbeit in diesem Land und auch der historischen Gerechtigkeit für alle Süd-Tiroler, die bekanntlich seinerzeit gegen ihren ausdrücklichen Willen von Tirol und Österreich mit Gewalt abgetrennt worden sind. Darauf weisen viele geschlossen unterzeichnete Petitionen hin, die letzte an den Österreichischen Nationalrat in Wien stammt erst aus dem Jahre 2006. Die Politik hat auch die moralische Aufgabe, die Wunden eines ganzen Volkes zu heilen und nicht nur oberflächlich mit einem Pflaster der Autonomie ohne Zeitlimit behandeln zu lassen. Die heutigen modernen Zeiten in einem neuen Europa der EU des Lissabon-Vertrages bieten der Politik auch in Österreich eine ganze Palette von viel effizienteren Instrumenten des Schutzes der Süd-Tiroler als das vielleicht noch vor Jahrzehnten der Fall gewesen ist. Dazu gehört in erster Linie die Möglichkeit der doppelten Staatsangehörigkeit für eigene Minderheiten, wie das eine lange Reihe von Staaten in Europa oft genug seit Urzeiten praktiziert. Daraus kann sicherlich auch die Schutzmacht der Süd-Tiroler viel lernen und ein tragfähiges Model der doppelten Staatsangehörigkeit für eigene Landsleute im südlichen Tirol mit der Zeit ausarbeiten.
 
Markus Anton

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