Diskussion: Staatsbürgerschaft
Samstag, 9. Januar 2010
Ivo_Hechensteiner_Wahl_2008.jpgDer Abgeordnete Zeller möchte für uns Südtiroler die österreichische Staatsbürgerschaft einfordern, eine sehr gute Initiative. Was für andere Staatsbü̈rger rechtens ist, muss wohl auch uns zustehen, besser könnten wir die österreichischen Wurzeln nicht demonstrieren.

Volle Zustimmung scheint es in den eigenen Reihen nicht zu geben, wenigstens ist Urzí nicht alleine. Das Vaterland Österreich macht da mit seinen Windungen schon eine denkbar schlechte Figur, die Schutzmachtfunktion scheint auch peinlich zu werden und dem Busenfreundverhältnis Österreich – Italien zu schaden. Das gemeinsame Tirol, Liebkind der Landeshauptleute, vor allem bei Festlichkeiten, stößt also doch auf Grenzen (siehe Staatsbürgerschaft, Schutzmachtfunktion, Trenitalia usw.).

Das grenzenlose Tirol verkommt langsam zum Ammenmärchen, es wird Zeit, die Selbstbestimmung einzufordern, auch um uns von der italofaschistischen Umklammerung langsam loszulösen. Die Zeit arbeitet nicht fü̈r uns, und hat immer noch jene bestraft, die sie ungenutzt verschlafen haben.

Der zweihundertste Todestag Hofers und das Gedenkjahr sollten also nicht nur mit salbungsvollem Geschwafel ausklingen.

Ivo Hechensteiner, St. Pauls

 


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Kommentare (6)
1. 12-01-2010 14:05
 
vorsichtiger Optimismus angebracht
Gahr hat zwar betont, dass es schwer sei, die doppelte Staatsbürgerschaft für Südtiroler einzuführen, doch ist dies schon eine bessere Aussage als seine letzte ("sehr skeptisch"). Vorsichtiger Optimismus ist eigantlich angebracht, da nun sogar die SVP geschlossen hinter diesem strategisch wichtigen Projekt zu stehen scheint.
 
Thomas
2. 11-01-2010 20:57
 
Staatsbürgerschaft: langsames Zurückrude
Sieht so aus, als ob die Angelegenzheit der Vergessenheit anheimgegeben wird. Die nächsten Jahre werden wir hören:  
 
Es wird geprüft.  
 
Das wird man solange hören, bis keiner mehr nachfragt. 
 
Das kann wohl auch garnicht anderes sein: Österreich wird keine direkte Absage wagen können,... aber auch keine Zusagen geben. Also lautet die Strategie: aussitzen.  
 
Jetzt müssen wir erst einmal warten, bis sich bei allen Süd Tirolern die Einschätzung eingestellt haben wird, daß tatsächlich nichts passiert. Das kann Jahre daueren. Die letzte kostbare Zeit wird am Ende verstrichen sein. 
 
Die kennen ihr Geschäft. 
 
http://www.stol.it/Artikel/Politik/Lokal/SVP-zur-Doppelstaatsbuergerschaft-Wir-bleiben-dran 
 
E.Ekat
 
E.Ekat
3. 09-01-2010 16:59
 
Miteinander!
Jetzt unbedingt miteinander!  
 
Also liebe Parteien setzt euch bitte mal an einen Tisch zusammen und schnapst`s euch das aus, bevor das Thema wieder zerstritten wird.
 
DaSteira
4. 09-01-2010 15:00
 
Südtiroler Lamentiererei
..eine interessante Kolumne in der TT: 
http://www.tt.com/tt/tirol/story.csp?cid=18319350&sid=56&fid=21
 
EM
5. 09-01-2010 12:21
 
Südtiroler Lamentiererei
Ich bin gespannt, wie sich die österreichischen Politiker diesbezüglich verhalten - geht es über Lippenbekenntnisse hinaus??? 
 
Österreich ist ja sonst auch relativ schnell bei Vergabe der Staatsbürgerschaft??
 
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6. 09-01-2010 12:20
 
Du bist ein bisschen ungerecht
mit uns Rumpfösterreichern. Natürlich würde eine Vergabe der Staatsbürgerschaft an die Südtiroler - die ich mir nur als Angebot an alle Südtiroler also auch die italienischen vorstellen kann - etwas kosten und politisch und materiell nichts bringen. Da ist es schon legitim, dass wir uns Gedanken machen, auch laut wie in einer Demokratie üblich, ideelle Vorteile und materielle Nachteile gegeneinander abwegen. Das tut jeder auch ihr. Persönlich hoffe ich, dass wir am Ende der Abwägung nicht nur die Staatsbürgerschaft an Südtiroler aller Volksgruppen geben, sondern auf historische Sicht auch wieder die Vereinigung anstreben. Und historisch heißt nicht dasselbe wie lange. 1988 in Deutschland wies aber wirklich nix auf die Wiedervereinigung 89 hin, schon gar nicht auf eine so friedliche. Die Staatsbürgerschaft könnte sicher Bewegung in die Angelegenheit bringen. 
Ein bisschen "eingeschnappt" bin ich wegen der uns Österreichern unterstellen "Busenfreundschaft". Ein gutes Verhältnis und ein Gesprächsbasisbasis zwischen Italien und Österreich nützt niemand mehr als Euch. Keine Seite kann oder will ein Löszng über politischen und wirtschaftlichen Druck, nicht einmal ihr. Vom militärischen wollen wir erst gar nicht reden, weil sonst sperrt man uns zur Recht im Narrenhaus ein. In so einer Situation muss man eben miteinander reden, und auch mal nachgeben, wenn man was erreichen will, 
 
Eure verbesserungsfähige aber doch sehr weitgehende Autonomie ist sehr wohl auch ein Verdienst Eurer Helden, vor denen wir auch in Österreich ohne Scham unser Haupt neigen können. Aber sie ist auch das Verdienst einer doch erheblichen Unterstützung auch Österreichs. Wir haben Euren Freiheitskampf, vielleicht nicht so sehr unterstützt wie ihr Euch das gewünscht habt damals. Wir haben ihn aber auch nicht behindert. Wir haben Euch in den 60er und 70er Jahren nicht verraten. Und die Leute, die Euch bei uns Euch massiv geholfen haben war keine Grossdeutschen Fantasten, sondern zun Beispiel auch ein Bruno Kreisky. 
 
Graff aus einer anderen innerösterreichischen Position hat sich letztes Jahr mit seinen Bemerkungen zu einer Volksabstimmung innenpolitisch sehr weit heraus gehängt, weiter als Euch bewusst sein mag. Und auf den Deckel gekriegt hat er ausgerechnet eine von Eurem Dürnwalder. Dem war das gute Verhältnis zur Schwesterpartei offensichtlich wichtiger als das tatsächliche Interesse der Bevölkerung. Schaun wir einmal was die SVP zur Doppelstaatsbürgerschaft sagt, vielleicht haben sie ja was gelernt, dumm sind sie ja nicht. 
 
Leg bitte mein "Eingeschnapptsein" nicht allzu sehr auf die Goldwaage. Natürlich wünsche ich nicht nur Dir sondern allen Südtirolen auch den italienischen, dass vielleicht schon 2010 ein bisserl was weitergeht. 
 
LG 
Harry
 
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