Doppelte Staatsbürgerschaft: Gemeinsame Initiativen für einen rot-weiß-roten Ausweis
Donnerstag, 7. Januar 2010
reisepass.jpgDie Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT begrüßt den Vorschlag einer überparteilichen Unterschriftenaktion für die doppelte Staatsbürgerschaft und kündigt bei einer Durchführung derselben die volle Unterstützung an. Es gilt nun über alle Parteigrenzen hinweg ein starkes Signal der Willensbekundung an die Bevölkerung und an die Regierung in Wien zu senden.

Die Erlangung der doppelten Staatsbürgerschaft wäre eine enorme staatsrechtliche Absicherung für Süd-Tirol, da Österreich somit auch international die Rechte der Süd-Tiroler besser geltend machen könnte, da es sich dann ja um österreichische Staatsbürger handelt. Darüber hinaus wäre sie aber auch eine starke emotionale Bindung an das Vaterland Österreich, die für die Identität der Süd-Tiroler von größter Bedeutung wäre.

In den nächsten Wochen wird die SÜD-TIROLER FREIHEIT Gespräche mit den Nord- und Ost-Tiroler Parteien führen und sich dabei auch um deren Unterstützung für die Erlangung der doppelten Staatsbürgerschaft bemühen.

In diesem Zusammenhang richtiggestellt werden müssen die Meldungen der letzten Tage, wonach Österreich angeblich gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft sei. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT hat im Oktober bei ihren Süd-Tirol-Gesprächen in Wien, mit den im österreichischen Nationalrat vertretene Parteien Gespräche zum Thema doppelte Staatsbürgerschaft geführt.

Dabei konnte bei allen Parteien eine grundsätzliche Zustimmung zur doppelten Staatsbürgerschaft für die Süd-Tiroler festgestellt werden.

Nun gilt es diese Grundsatzhaltung zu untermauern, damit sie auch im Nationalrat bei einer Abstimmung mehrheitsfähig wird. Eine klare Willensbekundung Süd-Tirols ist dabei sicher ausschlaggebend.

Es bedarf daher nun eines Schulterschlusses aller deutschsprachigen Parteien, um dieses wichtige Vorhaben gemeinsam zum Wohle der Süd-Tiroler umzusetzen.

L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT


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Kommentare (23)
1. 11-01-2010 13:44
 
ÖVP
@Thomas: 
 
Heute ist schon wieder ein Artikel über Südtirol in der TT - in den letzten Wochen fast täglich, wenn man auch Leserbriefe miteinzählt. Diese Artikel werden auch umfangreich "gepostet". 
 
Was ist los mit der ÖVP in Tirol? Meine Meinung: Es fehlt an richtigen Staatsmännern wie Wallnöfer einer war. Es zählt nur die Meinung der Bundes-ÖVP in Wien und der beugen sich scheinbar alle. Dort werkt auch Spindelegger und dem/denen sind die "guten Beziehungen" zu Italien viel wert. So auch Kohl, der in Südtirol geboren wurde ... das galubt man kaum .. aber der hat ja schon einen rot-weiß-roten Pass ... 
 
Daher: Die Südtiroler Freiheit muss irgendwie auch in Nordtirol aktiv werden - am 18.01.10 kommen sie ohnedies nach IBK - ich werde hingehen. Ich glaube, dass die Mehrheit der Nord- und Osttiroler die Meinung der S-TF teilt - die Südtirolfrage wird bei uns nach wie vor als tiefes Unrecht empfunden - ich habe übrigens auch nie etwas anderes gelernt! 
 
Irgendwann, vergleichbar mit der SVP im Süden, wird man auch hier politisch nicht mehr anders können, um in der Südtirolfrage mehr Schneid zu beweisen. Umso wichtiger ist die S-TF und ihr zahlreiches Auftreten an Ständen, Infoabenden, etc. in GESAMTTirol. 
 
Ps.: Das einzige, was in der Geschichte immer gleich blieb ist der Umstand, dass sich immer alles geändet hat - dieser Grundsatz wird auch vor Südtirol keine Ausnahme machen .... und auch nicht vor Parteien und bei der SVP scheint die Bewährung dieses Grundsatzes schon einen ersten Anfang genommen zu haben (Staatsbürgerschaft, Schutzmacht... - vor 10 Jahren tabu)!
 
homunculus
2. 11-01-2010 12:15
 
Dieses Thema verlangt Mut
Es hat mich sehr gefreut, mit welchem Tatendrang und Mut die Süd-Tiroler Freiheit dieses Thema bei den verschiedenen österreichischen Parteien angesprochen hat. 
 
Zum Glück hält Wien auch in dieser wichtigen Sache prinzipiell zu uns. Schade, dass gerade in Nordtirol ein paar Politiker nun dagegen rudern. Wir Tiroler sind doch eigentlich bekannt für unseren Schneid - was ist los bei der ÖVP in Innsbruck?
 
Thomas
3. 11-01-2010 02:09
 
Wahlrecht
Der Erwerb der Staatsangehörigkeit des Vaterlandes würde für die Menschen in der Provinz Bozen automatisch bedeuten, dass sie gleichberechtigt an Wahlen in Österreich teilnehmen werden, das ist auch kein Privileg, sondern das ist international so üblich, auch im Falle der Auslandsitaliener. Dass ist auch schon jetzt der Fall, dass die im Ausland lebenden Österreicher über diese Möglichkeit der Teilnahme an Wahlen verfügen und ihre Stimme am Konsulat, Botschaft oder per Wahlkarte abgeben können. 
 
Würde aber Österreich dem Beispiel von so vielen Ländern in Europa folgen und zum ersten mal in der eigenen Geschichte überhaupt den außerhalb der Grenzen der Republik lebenden eigenen alt-österreichischen Minderheiten die eigene Staatsangehörigkeit anbieten, dann müssten auch in absehbarer Zeit mit ziemlicher Sicherheit einige Abgeordnete aus Süd-Tirol im Nationalrat in Wien in entsprechender Stärke vertreten sein. Damit würden diese Damen und Herren aus dem südlichen Tirol aus erster Hand das Vaterland über die Probleme im eigenen Land informieren können und auch entsprechende politische Lobbyingarbeit für Süd-Tirol in Wien und in ganz Österreich machen können.  
 
Es bleibt aber immer noch eine wichtige Frage offen. Die Landesregierung in Bozen müsste jetzt so schnell als möglich die Frage der Toponomastik in Süd-Tirol für alle Seiten einigermaßen zufriedenstellend regeln, und zwar so, dass diese Regelung auch lang genug international hält. Bei Angabe von Personalien bei entsprechenden Amtswegen in Südtirol, Italien, Österreich und im Ausland müsste daher Klarheit herrschen, wie die Orte in Südtirol amtlich heißen. Es ist in erster Linie ein praktisches Problem. Z.B. dann, wenn ein Bürger aus Südtirol einen Reisepass des Vaterlandes beantragen und als Wohn- oder Geburtsort den Namen Sand in Taufers angeben würde, der auf Italienisch Campo Túres auch heißen würde, falls man eine italienische Bezeichnung für diesen Ort überhaupt gerade dort brauchen würde. Würde die Landesregierung in Bozen später die italienische Bezeichnung streichen wollen, würde das nur Verwirrung bei den Beamten außerhalb von Südtirol bewirken, falls man irgendetwas als private Person mit einer Urkunde mit diesem Ortsnamen drauf etwas zu erledigen hätte. Der Italienische Name ist dazu wahrscheinlich heute der einzig amtlich gültige im PC-Netz der Grenzkontrollen in der EU und Welt virtuell las Nachweis der Herkunft einer Person gespeichert. Es könnte also in Zukunft passieren, dass jemand im Ausland bei Überprüfung der Personalien in Drittstaaten nur aus dem Grund Probleme bekommen könnte, weil die Landesregierung dieser Frage bis jetzt zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Also, entweder müsste es so wie bis jetzt bei doppelter Ortsangabe bleiben, dagegen sind bekanntlich etliche Politiker des Landes, oder die Landesregierung der SVP müsste endlich und dazu so rasch als möglich völlige Klarheit gerade in dieser so wichtigen Frage in Italien schaffen, da dieser Staat diese Angaben ans Ausland für die Provinz Bozen weiter gibt. Jede weitere spätere Änderung in diesem Bereich würde nur noch Probleme für die davon betroffenen Menschen nach sich ziehen, daher sollte man gerade jetzt an die Lösung der Toponomastik Frage aus praktischen Gründen denken. Flur- und Ortsangaben in der Provinz Bozen müssten dann mehr oder weniger entweder in deutscher Sprache oder in beiden Sprachen einen endgültigen amtlichen Charakter bekommen, damit die Bürger keine Überraschungen einmal aus so einem Anlass erleben, weil sie angeblich in einem Ort geboren oder wohnhaft sind, der auf Deutsch im PC nirgends international anerkannt, bzw. erfasst ist. Es ist eine eher technische Frage, dennoch sie verdient gerade jetzt eine entsprechende Aufmerksamkeit seitens der Landespolitik vor allem. Nach meinem Dafürhalten sollte ein jeder Ort ab 10% anderssprachiger Bevölkerung doppelsprachig ausgeschildert und amtlich erfasst sein und ein jeder sollte auch das Recht des amtlichen Gebrauchs des Ortsnamen eigener Wahl in eigener Muttersprache bekommen. Dieses Recht gilt aber natürlich nur für die angestammten oder historisch gewachsenen drei "Staatsvölker" in Süd-Tirol.
 
Markus Anton
4. 10-01-2010 15:56
 
Kein Zwang
Ja, der Meinung bin ich auch - niemand sollte gezwungen werden. Doch es sollte endlich gehandelt werden - zerreden und zerdiskutieren kann man alles - auch so lange,bis manche verunsichert werden und manch einer die Nase voll hat. Die Menschen möchten konkrete Schritte sehen und erwarten sich auch von den Nordtiroler-Politikern Hilfe und Unterstützung. Man spricht von einer Verlagerung des Kräfteverhältnisses im Falle einer Wahlbeteiligung der Südtirolösterreicher. Das hängt nun maßgeblich vom jetzigen Verhalten der Parteien ab, denke ich.
 
ERGO
5. 10-01-2010 14:26
 
gute Initiative
@homunculus: in fast jeder Familie Südtirols gibts es Verwandte, die in Österreich und Deutschland leben udn deshalb glaube ich nicht an eine verbreitet antiösterr. Haltung, wobei es sicher einige gibt. In meinem Bekanntenkreis ist die proösterreichische Fraktion gut vertreten und ich selber würde sofort die österr. Staatsbürgerschaft annehmen, da man sich endlich wieder beheimatet fühlt und einem sowieso niemand glaubt, dass man ital. sTaatsbürger ist. Wie oft wurde man an Grenzen aufgehalten und die Daten überprüft mit der Frage: wieso reden sie deutsch und haben einen dt. Namen :-) 
Natürlich sind alle Rechte und Pflichten dann zu übernehmen, wobei der Hautpvorteil darin liegen wird im Ausland diplomatisch von Österreich vertreten zu werden und bei Bedarf Personen mit derselben Muttersprache anzutreffen, von der Zuverölässigkeit ganz zu schweigen. Ich persönlich würde mir diese Doppelstaatsbürgerschaft auch gerne etwas kosten lassen, da ich für Dinge von denen ich überzeugt bin gerne etwas investiere. Ob die Doppelstaatsbürger dann auch österr. Wahlrecht bekommen sollen (was ja der Hauptgrund der zurückhaltenden Meinung in Wien ist) ist eine 2.Frage: darauf könnte man auch verzichten, sollte es wirklich nur an diesem Punkt scheitern.  
Ich bin sogar sicher, dass unsere Großväter vereint im Kampf für Freiheit im 1. WK waren.Diesem Beispiel sollten wir auch 2010 folgen, auch wenn aus Krieg zum Glück nur mehr ein Streben nach -Freiheit udn Wiedergutmachung hist. Unrechts wurde.  
Danke an unsere Brüder im nörd. und östl. Landesteil!!!
 
stefan
6. 10-01-2010 13:39
 
Freiwillig
Die Initiative ist sehr zu begrüßen und soll von allen Parteien gemeinsam vorbereitet und in Wien auf den Weg gebracht werden.  
Positiv ist dass sich jeder freiwillig entscheiden kann, der Vorfahren hat die bis 1918 auf altösterreichischem Gebiet geboren und ansässig waren.  
Ich persönlich würde ohne Zögern die österr. STaatsbürgerschaft annehmen und dabei alle Rechte und Pflichten annehmen. Es wäre dies ein wichtiger Schritt den Südtirolern ihre Identität zurückzugeben, die sie seit 1919 verloren haben und nur im Herzen tragen konnten.  
Allerdings sollten wirklich alle Parteien eingebunden werden und nicht nur die SVP im Alleingang dies versuchen. Jew größer das Lager der Befürworter desto besser stehen die Chancen auf Verwirklichung dieses Projekts, das Südtirol wieder näher zu Österreich bringen könnte.
 
stefan
7. 09-01-2010 16:08
 
Staatsbürgerschaft auf Antrag
Ich finde daß jeder Südtiroler die Möglichkeit bekommen solte, Österreicher nicht nur zu sein sodern anerkannt zu werden. Ich denke aber im Demokratischen Sinne nicht unter Zwang sondern freiwillig. Dann kann man sehen wie vielen es wert wäre im willen Österreicher zu werden und damit noch mehr.Nur endlich Dinge tun und nicht nur disskutieren!
 
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8. 08-01-2010 18:34
 
@Thomas
Hallo Thomas!  
 
Versuch du bitte die bei manchen Südtirolern verbreitete antiösterreichische Haltung einzudämmen, ich werde meinerseits all jenen bei uns in Ö. die Standpauke halten, wenn ich den dummen Spruch höre "denen (Südtirolern) gehts eh so gut, die sollen endlich zufrieden sein".  
 
Letztlich verbirgt sich hintern all diesen Vorurteilen eine Riesenportion an UNWISSENHEIT und Entfremdung, welche die unselige Teilung unseres wunderschönen Landes mit sich gebracht hat. 
 
Zur Doppelstaatsbürgerschaft: Ich hoffe das geht bei uns in Wien durch - es würde uns alle näher bringen und es würde, ja es würde eine verstärkte, gemeinsame Identität fördern. 
 
Was ich mit Rechte und Pflichten meinte: Wenn ich als Österreicher zB. die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen würde, dann wäre es für mich ganz klar und selbstverständlich, dass mich dann auch Pflichten treffen würden. Ja, ich würde vermutlich die Zeit bei der Bundeswehr abdienen müssen - kein Problem - das gehört halt zum Staatsbürgersein dazu, ja ich hätte vermutlich den einen oder anderen finanziellen Beitrag nach Deutschland zu leisten, ABER ich bekomme ja schließlich etwas und nicht gerade wenig dafür - eine Staatsbürgerschaft.  
 
Ich zahle in Ö. auch Steuern und habe hier das Bundesheer und somit meinen Militärdienst abgeleistet - der Militärdienst war sogar sehr interessant - man kanns auch so sehen. 
 
Das habe ich gemeint - Rechte UND Pflichten. Das eine oder nur das andere oder ein bißchen was dazwischen ist nichts und erinnert etwas an die SVP. 
 
Ps.: Was den Militärdienst angeht: Unsere Vorfahren haben vermutlich gemeinsam in der k.u.k. Armee gedient. 
 
Schöne Grüße aus Innsbruck
 
homunculus
9. 08-01-2010 15:59
 
A-Staatsbürgerschaft nur auf Antrag
@Homunculus: 
Du hast recht, leider gibt es in Südtirol einige (zum Glück wenige), die Österreich gegenüber eher negativ eingestellt sind. Es ist traurig und unddankbar, wenn man bedenkt, was Österreich für Südtirol alles gemacht hat und immer noch macht. 
Mir ging es in erster Linie darum, einige unbegründete rechtliche Bedenken aus dem Weg zu räumen. 
 
Summa summarum kann man aber festhalten: die doppelte Staatsbürgerschaft würde nur auf Antrag verliehen, also kein Muss. Wer also mit seinem Status Quo zufrieden ist, braucht keinen Finger zu rühren. Ebenso wenig verliert er etwas, wenn seine Nachbarn und Freunde Doppelstaatsbürger werden.
 
Thomas
10. 08-01-2010 10:11
 
Doppelstaatsbürgerschaft
@Thomas: Das Problem ist, dass es in Südtirol so manchen - wenige - gibt, der/die fast schon ein "Österreich-Verabscheuer" ist/sind und an einem pro-österreichischen Gedanken bereits dem Grunde nach nichts finden kann/können. Ps.: Entweder - Oder: Staatsbürgerschaft bringt nicht nur RECHTE sondern auch PFLICHTEN. Wer dazu nicht bereit ist braucht keinen rot-weiß-roten Pass. Ich halte von Extrawürsten und ständigen Ausnahmen nichts. Ps.: Das stört nämlich hierzulande manchen. Diese Sache gehört auch durch die Politik transportiert, um "Scheinheiligkeiten" vorzubeugen.
 
homunculus
11. 08-01-2010 08:58
 
Viele Fragen offen? Nein
@oje: So viele Fragen sind nun doch nicht offen: 
- Die Wehrpflicht betrifft nur männliche österreichische Staatsbürger bis 35, die ihren Wohnsitz in Österreich haben (die meisten Südtiroler haben ihren Wohnsitz wohl auf italienischem Staatsgebiet) 
- Österreichisch-italienische Doppelstaatsbürger, die den Wehrdienst in Italien abgeleistet haben (als Italien noch eine Wehrpflicht hatte), sind in A vom Präsenzdienst befreit 
(Quelle: http://www.bmeia.gv.at/botschaft/auslandsoesterreicher/ratgeber/militaer-wehrdienst.html) 
- Doppelbesteuerung: erstens werden Steuern prinzipiell dem Wohnsitz, nicht der Staatsbürgerschaft nach entrichtet, zweitens ist die Doppelbesteuerung innerhalb der EU mittlerweile unmöglich 
- Weitere Staatsbürgerpflicht (nachdem wir Wehrpflicht und Steuern abgehakt haben) oder besser -recht, ist das Wahlrecht. Hier findest Du weitere Infos: http://www.auslandsoesterreicher.at 
 
Also immer mit der Ruhe. Immerhin gibt es heute schon in Südtirol so einige I-A-Doppelstaatsbürger, die mit ihrem Status problemlos - eigentlich sogar recht glücklich - leben können.
 
Thomas
12. 08-01-2010 08:50
 
@oje
Endlich jemand der einen Schritt weiter denkt. Die meisten Fragen sollte man sich auch vor einer Selbstbestimmung stellen (Wehrpflicht, Annerkennung Berufsbilder und Studientitel...) 
Mir hat übrigens vor kurzen eine Friseurin erzählt, dass sie in Österreich einen Laden aufgemacht hat und gleich viel verdient bzw. Steuern zahlt wie bei uns in Südtirol. Soviel zu steuerlichen Vorteilen in Österreich...
 
Waschtl
13. 08-01-2010 08:44
 
@ff
Mir würden die ständigen Meinungswechsel in dieser für die SFT fast schon fundamentalen Frage zu denken geben. Es kann kann doch nicht sein, dass ein derart wichtiges Thema von der "Tagesverfassung" der Tiroler abhängt! Gestern ja, heute nein, morgen vielleicht... 
 
Ein tiroler Patriot wechselt seine Meinung nicht so oft wie seine Unterhosen, oder doch:-)
 
Waschtl
14. 08-01-2010 07:36
 
Keine Bevorzugung der Südtiroler
Auf diversen Onlineplattformen und Zeitunge wurde über das Thema sehr viel diskutiert. Von Seiten vieler Österreicher stösst die Doppelstaatsbürgerschaft aber auf grosse Ablehnung. Denn sie sind gegen eine "Bevorzugung der Südtiroler". 
Ich denke deshalb es ist auch grosser Aufklärungsbedarf in Österreich. Zum einen, dass einem EU Bürger eine zweite EU-Staatsbürgerschaft KEINE finanziellen Vorteiel bringt. Innerhalb der EU sind wir ja ohnehin schon alle gleichgestellt. 
Der einzige wirkliche Vorteil ist also ideologischer Natur (und das Wahlrecht???). Der Nachteil ist natürlich der Wehrdienst, denn den müssten dann z.B. die südtiroler Studenten in Österreich leisten (und würden nicht wie bisher in Italien freigehen). 
 
Mich nervt es ohnehin, dass ich die ganze Zeit hören muss dass es uns in Südtirol so gut geht, wir von Italien soooo viel Geld geschenkt bekommen, eine super Autonomie haben und eben die Vorteile von Italien und Österreich geniessen wollen. 
Bitte klärt mal Österreich (vor allem ausserhalb Tirols) über Südtirol auf!!!
 
hp
15. 07-01-2010 18:32
 
noch viele Fragen offen
Wo es Rechte gibt, gibt es normalerweise auch Pflichten. Im Falle einer doppelten Staatsbürgerschaft, wie steht es z.B. mit der Wehrpflicht für jene Südtiroler, die sie in Italien nicht abzuleisten brauchten (vor allem die Werktätigen)? Wie steht es mit der Doppelbesteuerung? Und all die anderen Staatsbürgerpflichten, worin bestehen sie? Wer klärt uns über diese auf? Hat jemand schon darüber nachgedacht? Oder werden wir Südtiroler Extrawürste sein?
 
oje
16. 07-01-2010 17:44
 
Meinungszensur und Manipulation
@Waschtl 
Wenn die Veranstalter des Landesfestumzuges die beteiligten zensieren und die Medien und die Politik das Volk systematisch manipuliert, darf man sich nicht wundern, wenn sich das auf die Umfrageergebnisse auswirkt.
 
ff
17. 07-01-2010 17:39
 
Auch Durnwalder Österreicher
Wenn Durnwalder sich im ORF (Zeit im Bild) offen als Österreicher identifiziert und bei einer Wahl für Österreich stimmen würde, so kann er sich nun auf für die österreichische Staatsbürgerschaft einsetzen.  
 
"Geistige Einheit Tirols": reine Bekenntnisse sind wertlos. 
 
Die Süd-Tiroler brauchen Rechtssicherheit.
 
ff
18. 07-01-2010 12:29
 
homunculus
Die undurchsichtigen Machenschaften der Tiroler ÖVP sieht das Volk Ganz-Tirols. Die Süd Tiroler VP wird mit derartigen Einstellungen ihrer "Schwester - Partei", wenn man es so nennen darf, noch zu kämpfen haben.
 
ERGO
19. 07-01-2010 12:28
 
no comment
http://www.stol.it/Artikel/Politik/Lokal/Tiroler-mehrheitlich-gegen-Vereinigung-mit-Suedtirol
 
Waschtl
20. 07-01-2010 12:08
 
Geschlossen politisch handeln!
In dieser für die Zukunft der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler so wichtigen Grundsatzfrage darf man in Wien bei den kommenden Gesprächen mit der politischen Spitze des Vaterlandes Österreich als Landespolitik der Provinz Bozen nur mit einer Stimme sprechen. Die das Land regierende SVP ist dem Anschein nach damit einverstanden, dass diese Forderung an den Nationalrat aller Österreicher in Wien im Namen der Alt-Österreicher, also der deutschsprachigen und ladinischen Tiroler in Italien erhoben wird, und dass bei den kommenden Gesprächen alle politischen Kräfte der Süd-Tiroler dabei auch zu Wort kommen sollten.  
 
Derartige Regelung, dass ein Nationalstaat die Staatsangehörigkeit des Mutterlandes den eigenen Minderheiten im Ausland anbietet, ist in Europa gängige politische Praxis und das nicht erst seit heute oder gestern, sondern bereits seit Urzeiten. Diesem Beispiel der anderen Staaten ist auch Italien vor mehreren Jahren auch gefolgt, als es die Doppel-Staatsangehörigkeit für die ethnischen Italiener im Ausland beschlossen hat, und zwar, vor allem in Istrien und Dalmatien, und weiter sogar bis Argentinien und Brasilien. Wer also heute im ethnischen Sinne nachweisen kann, dass er sogar nach vielen Generationen italienischer Abstammung ist, diese Zugehörigkeit weiterhin für sich klar bejaht, der kann sogar im Ausland einen Reisepass des ethnischen Vaterlandes beantragen und gegebenfalls auch bekommen. Im Römischen Parlament sitzen an 18 Abgeordnete, die dem Wahlkreis der Auslands-Italiener entstammen.  
 
So gesehen würde Österreich lediglich im eigenen Nationalrat in Wien etwas beschließen, was international bereits eine breite gängige Praxis ist. In Europa allein gibt es an ein Dutzend Staaten, die derartige Regelung kennen.  
 
Wird die Politik in Österreich diesem Vorhaben näher treten, dann wird sich die Frage stellen, wer und Aufgrund welcher Kriterien als ein ethnischer Österreicher im Ausland die objektiv nachvollziehbaren Voraussetzungen für die Erlangung der Staatsangehörigkeit des Vaterlandes erfüllen würde. Im völkerrechtlichen Sinne gilt so eine Regelung natürlich ohne Zeitlimit auch für die Nachkommen der Alt-Österreicher, falls sie die Zugehörigkeit zu dieser Staatsnation klar bejahen würden.  
 
Das würde aber auch bedeuten, dass die Spitzenpolitik in Wien zuerst eine staatsrechtlich tragfähige Definition der Österreichischen Abstammung herausarbeiten müsste. Die Erste und Zweite Republik Österreich war und ist ein direkter Nachfolgerstaat der Habsburger Monarchie aus der Zeit vor 1919, aber diese ist bekanntlich vor 90 Jahren in mehrere Nationalstaaten zerfallen, daher kann nicht automatisch ein jeder Alt-Österreicher aus diesem geplanten neuen Recht Gebrauch machen. Es können daher nur die Menschen, falls welche noch am Leben sein sollten, und morgen ihre Nachkommen diese theoretische Staatsangehörigkeit des Vaterlandes beantragen, die im deutschsprachigen oder wie im Fall von Süd-Tirol auch ladinischen Sprachraum damals nach dem Zerfall der Monarchie die Zugehörigkeit der eigenen angestammten Heimat zu Österreich reklamiert haben. Das war um 1918-21 bekanntlich das deutschsprachige und ladinische Süd-Tirol, Teile von Böhmen und Mähren, Süd-Steiermark und Süd-Kärnten und das deutschsprachige Land Burgenland, das sogar zum ersten mal in seiner Geschichte 1921 Österreich zugeschlagen wurde. Nach einer Abstimmung ist auch Süd-Kärnten damals bei Österreich verblieben. In Süd-Tirol gab es damals die geschlossene Forderung und Petition der Süd-Tiroler Gemeinden aus dem Jahre 1919 an den damaligen US-Präsidenten Wilson, mit dem unverrückbaren Wunsch der betroffenen Bevölkerung nach weiterer staatlicher Zugehörigkeit zum eigenen ethnischen Vaterland Österreich, bzw. nach der Abhaltung einer völkerrechtlich verbindlichen Volksabstimmung zu dieser Frage in Tirol südlich des Brenners. Dieses Völkerrecht auf ethnische Selbstbestimmung war damals bereits Italien bekannt und es wurde auch schon damals in Europa breit praktiziert, mit Ausnahme von Süd-Tirol. Italien forderte aber nach 1918 die Auszahlung des versprochenen Lohnes für die getanen Dienste im Ersten Weltkrieg und konnte sich damit bei den Siegermächten diplomatisch durchsetzen. Nach 1945 hat es wieder einmal eine breite und geschlossene Petition der deutschsprachigen und ladinischen Süd-Tiroler mit der Forderung der Rückkehr zu Tirol und Vaterland Österreich gegeben, diesmal fast von allen mündigen Bürgern aus Süd-Tirol unterzeichnet, dazu trotz massivster Behinderung und sogar Totschlag und Terror von der Seite der italienischen Nationalisten.  
 
Damals waren bekanntlich vor allem Großbritannien und auch Frankreich vollinhaltlich für die Rückkehr Südtirols zu Österreich, aber die USA waren dagegen, weil sie bereits bei der Landung auf Sizilien 1943 Italien im Zeichen der Verschwiegenheit und Cosa Nostra entsprechende Zusicherungen der staatlichen Integrität abgegeben haben, falls Italien den Duce selbst entmachtet, was umgehend auch geschehen ist. Nach dem Krieg war Süd-Tirol US-Besatzungszone und die Amerikaner haben daher entsprechend der gemachten diplomatischen Versprechen die Verwaltung an Italien abgetreten. Damit ist bis zum heutigen Tage auch verblieben.  
 
Der 1946 zwischen Wien und Rom ausverhandelte Autonomievertrag für Südtirol kann da ganz sicher auch im Sinne des Nachweises der ethnischen Kontinuität der Süd-Tiroler als Teil des Bundeslandes Tirol und der Österreichischen Staatsnation herangezogen werden. Die letzte große Petition der 99% der Südtiroler Bürgermeister mit der Forderung nach Klärung der Selbstbestimmungfrage an den Österreichischen Nationalrat aus dem Jahre 2006 müsste alle Zweifler vom Umstand überzeugen, dass es sich bei der deutschsprachigen und ladinischen Bevölkerung um Angehörige der Österreichischen Ethnie in Italien handelt, die in den Grenzen der Autonomen Provinz Bozen eine 3/4 starke ethnische Mehrheit stellt. So ähnlich lautet auch diese Definition der regierenden SVP für die eigene Volksgruppe in Südtirol, diese aber kann immer nur individuell von einem jedem davon betroffenen Menschen beantwortet werden oder auch nicht.  
 
Der Kreis der potentiellen Anwärter der in Wien im Nationalrat überlegten und ausgearbeiteten doppelten Staatsangehörigkeit ist da sicher relativ eng zusammen gezogen. Es sind in erster Linie Menschen und heute natürlich ihre Nachkommen deutscher oder ladinischer Muttersprache in den ehemaligen Gebieten der Monarchie, die an der Zugehörigkeit zu dieser Österreichischen Nation in ihrem heutigen modernen Verständnis festhalten wollen, also Süd-Tiroler, Süd-Mährer, Süd-Steirer und Kärntner in Slowenien und im Kanaltal in Italien, deutschsprachige Alt-Österreicher in den ehemaligen Kronländern der Monarchie und ihre Nachommen, sowie die Auswanderer und ihre Nachkommen, die heute in den USA, Kanada oder anderswo in der breiten Welt leben. Angeblich leben heute im US-Bundestaat Illinois und in Chicago mehr Burgenländer und ihre Nachkommen, als in Burgenland selbst. 
 
Es handelt sich also dabei um Menschen und ihre Nachkommen, die ihre österreichische ethnische Zugehörigkeit glaubwürdig nachweisen können, wie die Süd-Tiroler, die seinerzeit gegen den Willen der breiten Bevölkerung ohne Abhaltung der völkerrechtlich damals schon verbindlichen Volksabstimmung vom eigenen Vaterland gewaltsam abgetrennt worden sind.  
 
Auf dieses Unrecht haben die betroffenen Menschen in Süd-Tirol über Generationen bis zum heutigen Tage das eigene Vaterland und das Verursacherland sowie das Ausland klar hingewiesen. Die europäischen Einigesprozesse können und werden auch nicht dieses Unrecht wiedergutmachen können. Sie werden eine gewisse Linderung für das Land vielleicht bringen, aber die ethnische Zugehörigkeit zum eigenen sprachlichen und kulturellen Vaterland ist erst dann vor allem für Süd-Tiroler gegeben, wenn man von der Seite des Vaterlandes den Angehörigen der Österreichischen Minderheit in Italien die Möglichkeit des Erwerbes der Doppel-Staatsangehörigkeit auf freiwilliger Basis in unserer Zeit anbietet. Im zweiten Schritt müsste die Politik in Österreich sich Gedanken darüber machen, wie die Süd-Tiroler im Nationalrat aller Österreicher, auch der Alt-Österreicher in Wien repräsentiert werden können. Einige Sitze müssten daher für die Süd-Tiroler entsprechend der ethnischen Stärke reserviert werden.  
 
Von allen bisherigen Vorhaben der Klärung der Selbstbestimmungfrage der Süd-Tiroler, die von Italien bis zum heutigen Tage verhindert werden konnte, ist dieser neueste Ansatz der Möglichkeit des Erwerbes der doppelten Staatsangehörigkeit am ehesten dazu geeignet, diese Frage zum Teil dialektisch zufriedenstellend für die Süd-Tiroler im Europäischen Geiste der angestrebten Einheit auch zu beantworten. Mit der Zeit wird man sehen können, wieviele Menschen auch wirklich davon Gebrauch machen werden wollen. Werden es viele Süd-Tiroler werden, dann wird sich auch einiges an neuen demokratiepolitisch glaubwürdigen Schritten in der Selbstbestimmungfrage in Südtirol mit der Zeit in Europa der EU damit automatisch ergeben. Gerade jetzt müssten alle Politiker in Österreich und in Südtirol politischen Mut und eine Weitsicht unter Beweis stellen, die einer jeden Nation würdig ist. Es ist eine Aufgabe von historischer Bedeutung für dieses Land, und die handelnden Politiker und Parteien müssten sie sich ihrer Verantwortung vor der eigenen Nation und der eignen Geschichte sowie Zukunft als würdig erweisen. Eine jede Nation muss sich ohne Unterlass im internationalen Umfeld behaupten können, möge sie noch so klein sein und das gilt natürlich auch für die Österreicher in den Grenzen der Republik und darüber hinaus für Alt-Österreicher in der Autonomen Provinz Bozen.
 
Markus Anton
21. 07-01-2010 11:48
 
Geschlossen politisch handeln!
Wäre es nur bald so weit. Halten wir zusammen !
 
ERGO
22. 07-01-2010 10:15
 
Südtirol
Über den 06.01.2010 wurde in den online-plattformen zu den bezughabenden Südtirolartikeln auf "tt.com" viel diskutiert - offensichtlich zum Missfallen der TT. Heute ist bezeichnenderweise in der TT zu lesen, dass in Nordtirol der Gedanke der Landeeinheit "laut einer TT-Umfrage" rückläufig ist. Ich glaube, dass dies gezielt gesteuert ist und mit der Doppelstaatsbürgerschaft scheinen viele in der ÖVP auch ein gewisses Problem zu haben. Frattini läßt grüßen. Aber soviel diskutiert wurde über Südtirol in Ö. schon lange nicht mehr, das ist eine Tatsache und das scheint der lokalen Politik nicht ganz recht zu sein. Auf ins Jahr 2010. 
 
Güße aus IBK
 
homunculus
23. 07-01-2010 09:57
 
Herzensangelegenheit
Endlich ist der patriotische Funke von der Südtiroler Freiheit zu den anderen Parteien übergesprungen. 
 
Nur mit einem parteiübergreifenden Konsens können solch wichtige Themen bewältigt werden.
 
Thomas

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