Ladinische Ortsnamen: Historische ladinische Namen im öffentlichen Nahverkehr tabu!
Samstag, 26. Dezember 2009
sellajochlad.jpgWir müssen bei der Ortsnamensfrage auch die Hausaufgaben vor unserer Haustür machen, so die SÜD- TIROLER FREIHEIT. So ist es unverständlich, dass im ladinischen Teil von Südtirol beim öffentlichen Nahverkehr die geschichtlich gewachsenen ladinischen Ortsnamen noch immer Tabu sind! Es ist höchst an der Zeit, so Roland Lang, dass auf Fahrplänen, bei den Bussen und Fahrplanauskünften endlich auch La Val und Urtijëi aufscheinen!

Die ungelöste Ortsnamensfrage, letzthin wieder durch die beinahe- Abschaffung der faschistischen Dekrete bzw. deren erneute Festschreibung durch das sogenannte antifaschistische Italien haben berechtigterweise europaweit zu Protesten Anlass gegeben. Aber wie verhält sich die Autonome Provinz bei den Ortsnamen?

So findet es der öffentliche Nahverkehr unter Landesrat Widmann nicht der Mühe wert, die geschichtlich gewachsenen ladinischen Ortsnamen neben den teilweise faschistischen italienischen und deutschen Ortsnamen zu erwähnen! Gibt jemand bei der Fahrplansuche einen ladinischen Ortsnamen in der Provinz Bozen ein, so wird dieser nicht gefunden.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte Herr Constantini von der Vereinigung Brennerbasisdemokratie beim Landeshauptmann interveniert und auf diesen Missstand hingewiesen, wobei in den Antwortschreiben sei es vom Landeshauptmann wie vom Landesrat für Mobilität Zustimmung und gute Vorsätze gelobt wurden.

So schreibt Landesrat Widmann: „Das Ressort Mobilität wird sich aber dafür einsetzen, eine Lösung zu finden, dass bei Fahrplänen und Beschriftung die ladinische Toponomastik berücksichtigt werden kann … Der Landesrat Dr. Thomas Widmann“.

Geändert hat sich aber nichts, so die SÜD-TIROLER FREIHEIT: Auch bei den am 13. Dezember neu erschienenen Fahrplänen sowie im Suchlauf der Fahrplanauskünfte und bei den Bussen sind die ladinischen Ortsnamen noch immer tabu!

Das verschweigen historischer Ortsnamen ist sehr ähnlich dem Verbot derselben, protestiert Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT.

Es ist uns Auftrag und Verpflichtung, keine Verfälschung der Geschichte und Kultur unserer Heimat zuzulassen, einschließlich der Ortsnamen, stellt die Bewegung fest!

Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

 


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Kommentare (2)
1. 28-12-2009 18:11
 
Warum wird denn eigentlich mittlerweile fast ausnahmnslos auch im Deutschen "Alta Badia" verwendet, während sich "Gherdeina" nicht durchgesetzt hat? Vielleicht weil es nicht sooo italienisch klingt?
 
oje
2. 28-12-2009 09:58
 
rein Ladinisch wäre für mich OK
Ich finde auch dass man zuerst vor der eigenen Haustüre kehren sollte bevor man sich bei anderen beschwert... 
Mich (als deutschsprachigen Südtiroler) stört es auch schon seit langer Zeit, dass man immer nur von der deutschen und italienischen Sprachgruppe spricht. Die ladimische wird meist vergessen - oder zumindest nicht erwähnt. 
Bei der Ortsnamenfrage aber sollte man so viel Feingefühl haben, und nicht die ladinischen Ortsnamen vergessen. 
Aus meiner Sicht wäre es übrigens auch vollkommen in Ordnung nur die ladinischen Bezeichnungen zu verwenden. Jeder kann zwar im alltagssprache den deutschen oder italienischen Namen sprechen. Eine Ortschaft zu finden ist aber die dreifache Übersetzung nicht wirklich notwendig. Zumal ich ja auch Milano finde obwohl ich noch nirgens ein Schild mit "Mailand" gesehen habe. 
Und ich vertrete ja ohnehin die Meinung, dass ICH mich zu informieren habe, wenn ICH irgendwo hinfahren möchte. Ich kann doch nicht von den anderen erwarten alle Verkehrsschilder in meine Sprache zu übersetzen...
 
hp

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