Stahlwerke Bozen-Arbeiter als Druckmittel - Die Gesetze sind für alle gleich!
Samstag, 19. Dezember 2009
stahlwerke_200.jpgBeim ersten Gesprächen zwischen den Betreibern, dem Land, der Gemeinde und Gewerkschaftsvertreter über die Zukunft der Stahlwerke wurden dem Werk Begünstigungen in Aussicht gestellt, die an Sondergesetze für italienische Industrieansiedelungen während des Faschismus erinnern, so Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT.

Wurde damals die Ansiedelung von Schwerindustrie durch finanzielle Erleichterungen, gute Bahnverbindungen usw. unterstützt, um italienische Arbeiter nach Südtirol zu pumpen, so werden sie jetzt als Druckmittel dafür verwendet, dass die Stahlwerke nicht schließen.

So hat Umweltschutzlandesrat Laimer versprochen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen maximal 45 Dezibel Lärm bei Nacht nur für die Stahlwerke außer Kraft gesetzt werden! Der Stadtteil Oberau Haslach mit knapp 15.000 Einwohnern wird es zu hören bekommen.

Industrielandesrat Widmann hat in Aussicht gestellt, die Miete für das 15 Hektar große Werksgelände auf die Hälfte zu reduzieren, womit dem Land 800.000 Euro jährlich entgehen werden.  Selbstverständlich rückwirkend vom 1. Jänner 2009 an, womit die Miete für 2010 bereits entrichtet ist. Das wären, sollte der Pachtvertrag bis 2025 planmäßig laufen, 13 Millionen Euro Verlust für die Provinz.

Trotz dieser „Sonderbehandlung“ hat aber Ernesto Amenduni, Leiter der Stahlwerke, klar erklärt, dass der Markt für Stahlprodukte bereits jetzt übersättigt ist! Daran wird auch das Flebo von der Provinz nichts ändern, ist Lang überzeugt.

Mit dem feigen Druck von 500 gefährdeten Arbeitsstellen möchten die Stahlwerksbetreiber nochmals Beiträge und Subventionen kassieren, so die SÜD-TIROLER FREIHEIT. Dabei liegen die Pläne für eine Wohnbauzone auf dem Areal der Stahlwerke längst bereit, so Roland Lang.

Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

 


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Kommentare (1)
1. 21-12-2009 14:07
 
Verfehlte Industriepolitik
Zu den Relikten faschistischer Politik zählt ohne Zweifel das Bozner Stahlwerk. Fernab der Rohstoffquellen sowie der Absatzmärkte kann ein Stahlwerk nie rentabel arbeiten. Auch dann nicht, wenn es "nur" Sonderstähle herstellt. Selbst wenn alle Umweltauflagen eingehalten werden würden, ist es dennoch ökologisch absolut unsinnig, da die langen Transportwege die Umwelt unnötig belasten und die Produkte zu teuer machen. 
 
Es wäre sinnvoller, Arbeitsplätze mit einer höheren Wertschöpfung zu schaffen, anstatt unrentable Schwerindustrie mit Subventionen am Leben zu halten. Dazu müsste allerdings in der AP ein Paradigmenwechsel in der Industriepolitik stattfinden, den ich so noch nicht sehe. 
 
Die einzusetzenden Subventionen wären dann besser für die Umschulung der Arbeitskräfte in andere Bereiche zu verwenden. 
 
Rainer
 
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