Haushalt 2010 – Generaldebatte: Zusammenfassung der Rede von Sven Knoll
Dienstag, 15. Dezember 2009
sven_knoll2.jpgWenn LH Durnwalder von Minniti Lob für seine Worte zur Selbstbestimmung bekomme, dann müsse ihm dies zu denken geben, meinte Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit). Durnwalder zeige Unverständnis für die Tatsache, dass sich immer mehr junge Menschen für dieses Thema begeistern. Vor zehn, zwölf Jahren sei das noch nicht so gewesen. Nun würden sich junge Menschen wieder mehr für Politik interessieren und sie würden sich vermehrt patriotischen Themen zuwenden. Freilich sei der Grat zwischen Patriotismus und Nationalismus oft dünn.

Ein Grund für die Begeisterung für patriotische Themen sei die zunehmende Mündigkeit; früher habe es nur die Dolomiten gegeben, heute reiche die Vielfalt bis hin zum Internet. Mit ein Grund seien auch die Nachrichten aus Italien, das sich im Niedergang befinde. Junge Menschen hätten einen Sinn für Gerechtigkeit, auch für politische, und sie würden sich nicht mehr mit dem Gegebenen abfinden. Bei der Beerdigung von Paul Unterkircher, einem der Pfunderer Buam, hätten sehr viele Jugendliche teilgenommen, aber kein offizieller Vertreter Südtirols.

In Deutschland wäre ein Hitlerdenkmal nicht tragbar. In Südtirol stehe ein faschistisches Siegesdenkmal, und die Politik tue nichts dagegen. Die Jugend bemerke den Unterschied zwischen politischen Bekundungen und der Untätigkeit.

Beim Landesfestumzug sei vielleicht der Patriotismus zu sehr in den Vordergrund gestellt werden; Tirol habe noch viele andere Aspekte. Gleichwohl könne man sich nicht wundern, wenn man von Teilnehmern des Festumzugs nicht gegrüßt werde, wenn man die Selbstbestimmung als Hirngespinst hinstelle. Der Landeshauptmann meine, es brauche einen Vertragsbruch durch Italien, um die Selbstbestimmung zu rechtfertigen. Der Selbstbestimmung müsse aber kein Aufstand vorausgehen, sie könne demokratisch und friedlich ausgerufen werden.

Die Einwanderung sei auch aus dem ethnischen Blickwinkel zu sehen. Die meisten Einwanderer würden ihre Kinder in die italienische Schule einschreiben und gäben ihnen damit eine bestimmte Identität vor. Daraus ergebe sich dann die Frage, wie lange Südtirol Zeit habe, die Selbstbestimmung auszurufen, wie lange Deutsche und Ladiner noch mehrheitsfähig seien. An viele Unzulänglichkeiten hätten sich die Südtiroler bereits gewöhnt: fehlende Beipackzettel oder nur italienische Auskunft an den Bahnschaltern.

Knoll wehrte sich gegen den Vorwurf, gewisse Aktionen, etwa gegen faschistische Relikte, würden das friedliche Zusammenleben stören. Das Zusammenleben könne nicht darauf fußen, dass sich nichts verändern darf. Es gründe derzeit auf dem Wohlstand, der über viele Probleme hinwegsehen lasse. Aber es müsse doch möglich sein, über bestimmte Dinge zu reden, ohne sich die Köpfe einzuschlagen. Die Selbstbestimmungsfrage müsse ein Thema der Gesellschaft werden und auch ein Thema für die Grünen, die derzeit dazu beitragen würden, dass das Thema in die rechte Ecke gestellt werde.

Wer glaube, die Autonomie sei das Ziel der Geschichte, lebe im Irrglauben. Wie man an der DDR erkennen könne, sei nichts ewig.

 


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Kommentare (1)
1. 16-12-2009 07:34
 
Aufwachen, Herr König !
Mit großer Sorge sehen der einäugige König und seine Stiefelputzer aus dem Wunderland, daß seine Untertanen sich nicht mehr für dumm verkaufen lassen. 
 
Um ein tadelloses Mitglied des Wunderlandes zu sein zu können, muß mann vor allem ein Schaf sein! 
 
ES LEBE DIE FREIHEIT !
 
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