Haushalt 2010 – Generaldebatte: Zusammenfassung der Rede von Dr. Eva Klotz
Dienstag, 15. Dezember 2009
eva_klotz_500_landtag.jpgDer Landeshauptmann habe richtig gesagt, dass es keine Tabus geben dürfe, wenn es um den Fortbestand des Landes gehe, stellte Eva Klotz (Süd-Tiroler Freiheit) fest. Leider habe er sich nur auf den Verwaltungsbereich bezogen, aber den könne man getrost den Beamten überlassen. Nichts habe er darüber gesagt, wie man dem Land als solchem eine Zukunft sichern könne, hier würden die Visionen fehlen.

Die Aussage Frattinis, wonach Südtirol von Rom das Geld nehme und von Wien Schutz wolle, sei eine Frechheit; Südtirol behalte das Geld, das ihm gehöre. In Katalonien sei gerade über die Unabhängigkeit abgestimmt worden, in Südtirol denke man nicht einmal darüber nach. Auch Durnwalder werde sich einmal gezwungen sehen, über die Selbstbestimmung nachzudenken. Die Euregio sei Ersatzpolitik, die Bevölkerung erwarte sich anderes.

LH Durnwalder habe gesagt, es gebe kein Zeichen von Krise, das den Ruf nach Selbstbestimmung rechtfertigen würde. Die Zeichen seien für alle sichtbar. Viele europäische Länder hätten sich für die Unabhängigkeit ausgesprochen, darunter Schottland und Katalonien. Von letzteren werde man sich einige Tipps geben lassen, dort hätten bereits 166 Gemeinden über die Unabhängigkeit abgestimmt, und Spanien habe zuschauen müssen – auch Italien könne so etwas nicht verhindern.

Der Landeshauptmann reagiere mit Unverständnis auf die Begeisterung der Jungen für die Selbstbestimmung. Wenn die Politik da nicht mitmache, dann werde sie morgen überrollt. Der Landeshauptmann sehe auch keine Vertragsverletzung durch Italien, die den Ruf nach Selbstbestimmung rechtfertigen würde. Auch in Katalonien oder Schottland habe es keinen Bruch des Autonomiestatuts gegeben. Klotz fragte, wie gut die Autonomie sei, wenn Südtirol sich nicht einmal selbst einen Schulamtsleiter aussuchen könne. Durnwalder solle nicht so tun, als würde man in einem zivilen Staat leben, sogar die Italiener würden sich dafür schämen.

Der Landeshauptmann solle einmal vom Tagesgeschäft absehen und sich um die politisch wirklich wichtigen Fragen kümmern. Südtirol habe das Recht, selbst über seine Zukunft zu bestimmen.

 


Aufgerufen: 826 | Drucken

Kommentare (2)
1. 16-12-2009 06:31
 
"wenn ihr die Zukunft (Süd-)Tirols tats
leider fängt dein Satz mit WENN an - mehr brauch ich dazu wohl nicht zu sagen... 
die SVP macht leider keinen Anzeichen dafür, dass sie am Status Quo was ändern möchte. Warum auch? mit der Wiedervereinigung mit Österreichs oder der Selbstbestimmung würde die SVP ihre Daseinsberechtigung verlieren. Zwar nicht als Partei an sich, aber als Minderheitenpartei. Und nachdem wie die SVP schon seit jahren wirtschaftet, bekommt sie viele Stimmen nur mehr weil sie die Minderheitenpartei ist (und auch immer vor den Wahlen den Zusammenhalt propagiert), und auch viele Stimmen von italienischsprachigen Südtirolern. Beide Wählergruppen würde sie somit ziemlich schnell verlieren. 
 
...wobei ich nach wie vor überzeugt bin, dass eine gute Partei auch in der Lage sein sollte ihre Mehrheit auch in einem unabhängigen Südtirol zu bekommen
 
hp
2. 15-12-2009 13:04
 
Was läuft wirklich?
Durnwalders Aussagen waren wirklich traurig! Aber die SVP wird nicht umhin kommen, irgendwann wieder Nägel mit Köpfen zu machen, wenn ihr die Zukunft (Süd-)Tirols tatsächlich am Herzen liegt (möge das „Forum Heimat“ nicht nur ein Feigenblatt sein, sondern was Positives bewirken!). Wenn sie sich dagegen von Rom einschüchtern lässt, hat Rom gleichzeitig schon gewonnen und sein gegen Tirol gerichtetes Ziel erreicht. Tatsächlich scheint sich hinter den Kulissen derzeit einiges zu bewegen, ohne dass wirklich was nach außen dringt. Eine Hauptfrage ist wohl, wie das offizielle Österreich angesichts des Gegenwindes aus Rom heute wirklich zu Süd-Tirol steht. Oft sieht es ja so aus, als ob sich auch Österreich von Berlusconi-Italien beeindrucken ließe und sich am liebsten auf Lippenbekenntnisse beschränken würde. Nord-Tirols LH Platter etwa betont extra seine Freundschaft zu Frattini und lässt sich von diesem bereitwillig über den Tisch ziehen, anstatt die Gelegenheit zu nutzen, seinen „Freund“ einmal richtig über Süd-Tirol und seine Bedürfnisse aufzuklären. Damit verhält er sich aber nicht wie ein guter Tiroler LH. Kann es sein, dass Durnwalder in Wahrheit die notwendige Unterstützung aus dem Norden fehlt? Für österr. Verhältnisse ist Tirol weit weg von Wien und manch einer dort fühlt sich offenbar Rom verbundener als Tirol. In den Medien jedenfalls liest man über das Thema derzeit kaum etwas bis gar nichts. Man scheint sich einem unausgesprochenen Tabu zu fügen. Andererseits sieht manch einer in Österreich auch gar keine Veranlassung, etwas am Status Quo zu ändern, weil ja keine eindeutigen, man erwartet wohl lautstarke, dahingehenden Signale aus der Landesbevölkerung zu vernehmen sind (und die offizielle Seite traut sich nicht oder stößt damit auf taube Ohren – was mag wohl stimmen?). Die geplante Verfassungsbestimmung jedenfalls und die doppelte Staatsbürgerschaft wären grandiose Schritte in die richtige Richtung. Italien kennt ja selbst eine ähnliche Praxis. Hoffentlich werden sie nun – allen Einschüchterungs- und Störversuchen aus Rom und von den älteren Grünen etwa zum Trotz - auch tätsächlich umgesetzt! Es gibt also auch viele ungeklärte Fragen, möge das Engagement der STF letztlich zum Zusammenkommen führen! Denn die öffentliche Süd-Tirol-Diskussion braucht in (Süd-)Tirol und ganz Österreich eine neue Dynamik, Qualität und Beharrlichkeit, denn ohne diese kommt Süd-Tirol in den nächsten Jahren, wie es aussieht, unter die Räder.
 
HE

Kommentar schreiben
  • Bitte orientieren Sie Ihren Kommentar am Thema des Beitrages.
  • Die hier veröffentlichten Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Bewegung SüD-TIROLER FREIHEIT - Freies Bündnis für Tirol wieder.
  • Die Bewegung SüD-TIROLER FREIHEIT - Freies Bündnis für Tirol distanziert sich in jedem Fall von ehrverletzenden, jugendgefährdenden, rassistischen und extremistischen Inhalten.
  • Persönliche Angriffe und/oder Diffamierungen werden gelöscht.
  • Das Benutzen der Kommentarfunktion für Werbezwecke ist nicht gestattet. Entsprechende Kommentare werden gelöscht.
  • Bei Fehleingaben laden Sie diese Seite bitte neu damit ein neuer Sicherheitscode generiert werden kann. Erst dann klicken Sie bitte auf den 'Senden' Button.
  • Der vorgenannte Schritt ist nur erforderlich, wenn Sie einen falschen Sicherheitscode eingegeben haben.
Name:
E-mail:
Titel:
BBCode:Web AddressEmail AddressLoad Image from WebBold TextItalic TextUnderlined TextQuoteCodeOpen ListList ItemClose List
Kommentar:

Sicherheitscode:* Code
Ich möchte NICHT per e-Mail über weitere Kommentare zu diesem Artikel informiert werden.

Powered by AkoComment Tweaked Special Edition v.1.4.6
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze - www.mamboportal.com
All right reserved

 
< zurück   weiter >
Advertisement

Aktueller Hinweis

  • Aktuelle Aktion!

Kontakt

  SÜD-TIROLER FREIHEIT - Bewegung
St. Josef am See 74 | 39052 Kaltern
Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Tel. 338 33 448 39

   
  SÜD-TIROLER FREIHEIT - Landtag
Südtirolerstraße 13 | 39100 Bozen
Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Tel. 0471 98 10 64

 

Aktionen

E-Mail - Verteiler

Pressemitteilungen
Wöchentliche Zusammenfassung



PayPal Spenden

Ihre Online Spende für den
Werbekatalog der
SÜD-TIROLER FREIHEIT
Summe
Währung