Ortsnamen: Abschaffung faschistischer Dekrete - Das zweitschönste Weihnachtsgeschenk für Tirol
Samstag, 12. Dezember 2009
topo_pfitsch_500.jpgEs wäre das schönste Weihnachtsgeschenk nach der Selbstbestimmung, so kommentiert Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT, die Nachricht von inoffiziellen Quellen, dass Minister Calderoli die faschistischen Dekrete zur Ortsnamensgebung abgeschafft habe. Der Minister würde damit endlich die Regelung dieser Materie ohne faschistischer Vorbelastung ermöglichen.

Mit der Abschaffung des königlichen Dekretes Nr. 800 vom 29. März 1923, des Ministerialdekretes Nr. 147 vom 10. Juli 1940 und dem königlichen Dekret Nr. 6767 vom 9. März 1942 existieren de facto in Süd-Tirol nunmehr keine amtlichen Ortsnamen mehr. Da die historischen Ortsnamen erst durch Landesgesetz nachgewiesen werden müssen, was nie geschehen ist, gibt es in Südtirol nun einen sofortigen Handlungsbedarf von Seiten des Landtages, um die Toponomastik nach den UNO-Richtlinien zu lösen.

Wenn Süd-Tirol diese Sternstunde verschläft, so wird die Rechnung all jener aufgehen, die Süd-Tirol für immer zu einer italienischen Provinz machen wollen. Und damit würde die Rechnung des Totengräbers Tolomei aufgehen, aus uns „Altoatesini“ zu machen!

Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

 


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Kommentare (10)
1. 31-01-2010 10:18
 
Wieso steht Prati eigentlich vor Wiesen, Val di Vize vor Pfitsch??? 
(Unabhängig davon daß beide tolomäischen Namen eigetlich weggehörten)
 
h
2. 20-12-2009 21:57
 
Da oben Google Maps erwähnt wird: im der freien Weltkarte www.openstreetmap.org können von jedermann auch deutschsprachige Namen für Orte, Gewässer, Berge usw. eingetragen werden, hinter der Kennung "name:de". Dies ist in den ehemaligen Ostgebieten teils geschehen (Danzig usw.), in Südtirol sieht es aber arg leer aus, nur Meran und Bozen erscheint da in der Übersicht http://cassini.toolserver.org/tile-browse/browse-de.html?zoom=10&lat=46.65415&lon=11.42853&layers=B  
Also, frisch an Werk!
 
3. 17-12-2009 19:33
 
scerz d dicember
.. Prati und Wiesen ist übersetzt und nicht faschistisch. Es gibt aber durchaus Namen, die unpassend und skandlös sein. 
Ich meine schraubt doch mal alle Ortstafeln ab und ersetzt diese. Nicht immer nur ...(zensur) .. wer nichts wagt, gewinnt nichts, er hat schon verloren, denn ich glaube langsam über die  
Politik ist nichts zu machen. 
Und eine vernünftige Regierung wird es in Italien eh nie geben. Sani
 
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4. 15-12-2009 20:07
 
Wiedereinführung faschistischer Ortsname
Die jetzige Regierung in Rom hat gerade beschlossen, die faschistischen Flur-und Ortsnamen aus dem amtlichen Prontuario der Jahre 1921/23 des fanatischen Nationalisten Ettore Tolomei für Südtirol wieder einzuführen. Das würde aber auch bedeuten, dass die deutschen und ladinischen Ortsnamen damit amtlich abgeschafft worden sind. In der Landesregierung der SVP gehen gerade die politischen Wogen hoch, man vorbehalte sich sogar in der Landesregierung vor, internationale Institutionen in Europa als klagende Partei damit zu befassen. Hoffentlich macht die SVP diesmal ernst mit ihren Ankündigungen und endlich einmal erkennt, dass nur der permanente friedliche und demokratische Kampf um Selbstbestimmung die Rechte der Süd-Tiroler am effektvollsten und nachhaltigsten sichert. Wer aufhört gegen den Strom in Italien im Bot der Autonomie zu rudern, der wird von diesem zurückgetrieben. Sollte Italien wirklich darauf bestehen, dass die Tolomeischen Erfindungen wieder amtlich werden, dann ist wahrscheinlich der politische Selbstbestimmung-Notfall für Südtirol nicht mehr weit, von dem der amtierende Landeshauptmann von Südtirol und die SVP immer wieder reden. Auch die Geduld der Politiker in dieser Partei ist nicht grenzenlos und kann nach Belieben bis zum Gehtnichtmehr von Rom ausgereizt werden. Südtirol ist auch nicht so klein und machtlos, wie seinerzeit noch vor 40 oder 60 Jahren es war. Die Überschätzung der eigenen Machtposition innen- und außenpolitisch scheint in Italien eine verbreitete Eigenschaft oder Störung im Charakter der Elite dieses Landes, spricht La Casta, zu sein. Das muss aber diese Machtelite gegenüber eigenem Volk und Land verantworten. Die politische Kampfparole der STF lautet, "Süd-Tirol ist nicht Italien", sprachlich, ethnisch und kulturell nicht. Süd-Tirol ist immer noch das geblieben, was es vor 90 Jahren bei seiner Annexion durch Italien war, nämlich ein Teil des deutschsprachigen und ladinischen Landes Tirol und eine Kulturlandschaft von Alt-Österreich. Inzwischen ist dieses Land aber auch für über 150 tausend italienische Bürger nähere Heimat geworden und auch diese müssen erkennen, was dem langfristigen Wohl dieses Landes und allen Sprachgruppen am besten weiter hilft, einen gemeinsamen Weg zu gehen. Wir leben heute alle in einem Europa, die alten Besitzstände stimmen nimmt mehr, so wie sie einmal waren. Das gilt auch in der Frage der faschistischen Ortsnamengebung. Italienische Ortsnamen sind für Süd-Tirol eine Selbstbestverständlichkeit, aber nicht überall und von oben befohlen. Sie machen erst dann einen Sinn, wenn sie auch lokal gebraucht werden. Die korrekte Anrede eines Menschen bei seinem Namen oder auch seines Wohnortes, seines Landes gehört nämlich zu den wichtigsten Menschenrechten, die es überhaupt gibt. Daher keine Handbreite der Wiedereinführung der faschistischen Ortsnamen in diesem Land!
 
Markus Anton
5. 14-12-2009 18:53
 
Wiedereinführung faschistischer Ortsname
Heißt das jetzt, nur damit ich es nicht falsch verstehe, dass ab Mittwoch 00:00 Uhr alle "Tolomei" Ortsbezeichnungen inkl. des Namens Alto-Adige usw. ungültig sind?
 
DaSteira
6. 14-12-2009 08:52
 
Wiedereinführung faschistischer Ortsname
...in Vergessenheit geraten, weil "wir sind die italienischen Namen ja schon gewohnt" oder "für den Tourismus wäre das nicht gut". Hauptsache man sieht im Internet bspw. "google Maps" die Ortschaften fast nur mit faschistischen Namen. 
(Quelle: www.maps.google.de) 
 
Die Landesregierung hat das alles jetzt endlich richtigzustellen und eine historisch "richtige" Regelung zu finden!
 
Stefan
7. 13-12-2009 16:52
 
scerzo di diecembre
Wenn man dieser Meldung denn Glauben schenken darf... Im Oktober 2008 fand in Ladinien das Referendum für die Loslösung von Belluno und der Angliederung nach Bozen statt. Mit einer satten Mehrheit votierten die Ladiner von Arabba bis Cortina für diese Änderung... nichts hat sich da seither getan! Ähnlich wird mit derTolomei schen Erfindung umgegangen. Die Sache könnte wieder in Vergessenheit geraten fürchte ich.
 
art
8. 12-12-2009 17:38
 
scerzo di diecembre
Net dr Kollmann, die SVP und dr Landtag soll da sofort tätig werden: alle Namen vor 1918 ab sofort amtlich!! Punkt
 
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9. 12-12-2009 15:51
 
scerzo di diecembre
Schaumer mal was der Luis und seine Helfer draus machen...ich hoffe endlich mal wieder das Richtige!
 
h
10. 12-12-2009 13:12
 
Anmerkung
Bitte: Dann tut es doch! Herr Kollmann?
 
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