Haushaltsrede von LH Durnwalder: Keine Zukunftsperspektiven für eine freie Zukunft Südtirols
Freitag, 11. Dezember 2009
sven_knoll4.jpgAls realitätsfremd und bar jeder Zukunftsvision bezeichnet der Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, die Rede von LH Durnwalder zum Haushaltsvoranschlag.
Insbesondere der politische Teil, der sich mit dem Tiroler Gedenkjahr und der wachsenden Forderung nach Selbstbestimmung auseinandersetzt, zeugt von der Unfähigkeit der Landesregierung, die Zeichen der Zeit zu erkennen und daraus die notwendigen politischen Konsequenzen zu ziehen.


Die aktuelle Krise, die katastrophale Wirtschaftssituation Italiens, sowie die minderheitenfeindliche Regierung in Rom zeigen deutlich auf, dass es für Süd-Tirol keine gesicherte Zukunft als Teil des italienischen Staates geben wird.

Die Tatsache, dass LH Durnwalder trotz alledem nicht nachvollziehen kann, warum sich immer mehr, aber vor allem immer mehr junge Menschen die Selbstbestimmung und somit eine Zukunft ohne Italien wünschen, offenbart nur zu deutlich, dass die Realität die Politik längst überholt hat.

Die berechtigten Zukunftsängste der Bevölkerung, welche sich im wachsenden Wunsch nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung widerspiegeln, daher als unverständlich und gar gefährlich hinzustellen, ist nicht nur realitätsfremd, sondern schlichtweg eine Frechheit. Damit werden all jene Menschen diffamiert, die sich aufrecht um eine gesicherte Zukunft des Landes bemühen.

Das Festhalten an starren Autonomie-Strukturen, ohne neue Zukunftsperspektiven für Süd-Tirol auszuarbeiten, lähmt die Entwicklung des Landes und entfernt die Landespolitik immer weiter von den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung.

L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT

 


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Kommentare (35)
1. 21-12-2009 11:57
 
Belege???
Herr Ekat? 
 
Wo sind denn ihre Belege??? Sie reden nur, und das nicht wenig, worüber sich jeder selbst ein Urteil bilden mag. 
 
Ja, schauen wir mal, wo Südtirol in den nächsten 15 Jahren steht - bei Schwarzmalerei sicherlich auf dem gleichen Fleck wie heute und das ewige Jammern geht weiter ... 
 
Grüße
 
homunculus
2. 18-12-2009 19:47
 
Optimismus
@homunculus,  
 
Man kann leicht den Optimisten geben, wenn man die Realität nicht zur Kenntnis nehmen will, und mit Behauptungen arbeitet, für die es keinerlei Belege gibt. 
 
Das aber hilft niemandem weiter. Oder doch? Schaun wir mal. 
 
Realismus sollte irgendwann einmal in die Betrachtungen wenigstens einbezogen werden. Ohne daß man dann den aufkommenden Schmerz jene spüren läßt, die wenigstens das erreichen wollen, was noch als erreichbar erscheint. 
 
Sonst kann und wird sich auch für die Zukunft nichts in der Süd Tirol Frage bewegen.  
 
Nichts.  
 
An Wunschvorstellungen festhalten zu wollen, die sich doch nachweislich! nicht haben realisieren lassen, und dabei in eine Zukunft zu treten, wo die Chancen jeder Realisierung offensichtlich nicht größer, sondern eher kleiner werden -Knoll hat da an eine Entwicklung erinnert, die gegen Südtirol arbeitet. Es gibt weitere - unter diesen Voraussetzungen auf Zuweisungen zurückgreifen zu wollen, wie Pessimismus... darauf kann ich nur antworten: ein Optimist, der aus seinen Träuem nicht aufwachen will, wird dann wohl für immer ein Träumer bleiben wollen.  
 
Ich habe zum Ausdruck gebracht, was meiner Meinmung nach gesagt werden muß: man sollte über die Prioritäten nachdenken, damit man nicht irgendwann zu spät kommt. 
 
E.Ekat
 
E.Ekat
3. 18-12-2009 09:39
 
???
Sehr geehrter Herr Ekat! 
 
Schön was sie da so alles erzählen und von welchen "Umfragen" Sie alles wissen. Vielleicht fragen Sie zum Thema Umfragen mal einige Verantwortliche dieser hompage - ich glaube dort sieht man das anders, gerade, wenn man die Umfragen im Gedenkjahr hernimmt. 
 
Ihre "Quellen" zum Cossiga-"Vorschlag" wären auch recht interessant. 
 
Für mich sieht ihre Einstellung eher nach Schwarzmalerei aus - so kann man es natürlich auch angehen, wenn man glaubt dass politische Parteien nach Durchführung entsprechender Propaganda nicht die geforderte Mehrheit für irgendeinen Vorschlag erreichen könnten. 
 
Man kann natürlich auch weiter nichts tun und weiter zuwarten ... vieleicht bis Rom ein "neues Dekret" schafft oder reaktiviert oder sonst ein neues mehr als nur fragwürdiges Spielchen mit Südtirol unternimmt - vielleicht ein neues "Denkmal", etc. ..., weil Mehrheiten sind ja schwierig zu finden ... 
 
Ein Sprichtwort sagt: 
 
"Der Pessimismus tötet den Trieb, der die Menschen drängt gegen Armut, Unwissenheit und Verbrechen anzukämpfen, und vertrocknet alle Quelle der Freude in der Welt." 
 
Es ist nicht angebracht pessimistisch zu sein, aber auch darüber kann man sicher streiten, wenn mann der Auffassung ist, "dass Vielfalt oft ein Unglück" und "Humor" schon fast etwas Unanständiges ist. 
 
Grüße aus IBK
 
homunculus
4. 17-12-2009 19:53
 
a.. essere contenti..
@ Signior Piovan, del Pedemont, per cosa essere felice? L italia, il governo vuole anche rompere il ticino,ci sono tanti paesi Lombardi vicini alla frontiera svizzera, pensano 
gia da tempo per fare una domanda,e entrare nella confederazzione Svizzera/Schweiz/Suisse/ 
Svizra.., ma i` la guardia financia vuole guerra con noi. 
Ma ci sono tanti frontalieri 
italiani che prendono una buona paga qui da noi, se volete spacare tutto, fate cosi e poi i frontalieri restano a casa (vedi lega dei ticinesi). E pure Sudtirol non era mai e non e l`italia, nianc`un po, i ia da divent liber, liber per semper.. sta autonomia l`val nia. le na stüpidata. 
Per non dimentica i`ladin e  
pür chi d^el mez strad... 
tüt a`post? Sani,!
 
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5. 17-12-2009 18:08
 
Vielfalt ist oft ein Unglück
@homunculus 
 
Vielen Dank für den Hinweis, daß ich mir den Cossiga-Vorschlag im Internet runterladen soll. Cossiga hat seinen Vorschlag 2 mal unterbreitet. Das letzte mal 2008. Keines seiner Vorschläge beinhaltet, was Sie behaupteten.  
 
Sowas kann nicht Gegenstand seiner Vorschläge gewesen sein, und kann so sicher niemals zur Wahl gestellt werden.  
 
Sollte eine Abstimmung keine qualifizierte Mehrheit für eine Veränderung ergeben, dann ist dies das Ergebnis dieser Volksabstimmung: Süd-Tirol verbleibt bei Italien.  
 
Was Ihnen vorschwebt ist, dass eine Minderheit die Gelegenheit erhält, solange weiterwählen zu können, bis es passt. Zumindest haben Sie Humor. 
 
Einem solchen Verfahren könnte das humorlose Rom niemals zustimmen, und auch die finstere EU würde da nicht mitziehen. Wenn eine Mehrheit nicht ausreichend ist für den Anschluß Südtirols an Österreich, dann wird es diesen Anschluß nicht geben können. Im Moment besteht diese Mehrheit ohnehin nicht. Ob diese Mehrheit zukünftig sich einstellen kann, ist fraglich. Ich bezweifel dies.  
 
Wenn eine Mehrheit nur erlangt werden kann für eine Loslösung von Italien, dann sollte man sich darauf konzentrieren.  
 
Das Unglück Süd-Tirols ist, dass es nicht zwei, sondern drei Alternativen gibt.  
 
Normalerweise entscheidet man nur zwischen Verbleib, oder Selbstständigkeit. Im Falle Südtirols kommt eine dritte Variante hinzu. Und damit ist eine Mehrheitenbildung gegen eine starke Minderheit offenbar unmöglich. Diese starke Minderheit verhindert den Weg in die Selbstständigkeit. 
 
 
Damit wird Südtirol als Teil Italiens eben verweilen, bis sich vielleicht eine Mehrheit herausbildet, welche die Abstimmung über die Selbstbestimmung dann endgültig für sich entscheiden kann. 
 
EEkat
 
E.Ekat
6. 17-12-2009 09:10
 
Mehrheiten ???
Sehr geehrter Herr Ekat? 
 
Fühlen Sie sich denn angesprochen? ;-) 
 
Spass beiseite.  
 
Es liegt mir fern Ihnen etwas zu unterstellen, doch sollte eine offene Diskussion in diesem Forum auch andere Überzeugungen und Meinungen aushalten - dies gilt natürlich für alle und auch für mich. 
 
Ich lese Ihre Beiträge im Übrigen immer. 
 
Auch glaube ich, dass die in diesem Forum "Aktiven" nicht so weit politisch auseinanderliegen. Im Übrigen haben manche hier auch recht, die sagen, was das "Weg von Italien betrifft" muss in jedem Fall zusammengehalten werden - Einigkeit macht bekanntlich stark. Zwist spaltet und darüber freuen sich bekanntlich gewisse "Dritte". 
 
Vielleicht kann man die Sache ja so angehen: Jede Zukunft für Südtirol OHNE Italien ist eine bessere Zukunft FÜR Südtirol.  
 
Abstimmungsmäßig könnte man daher zunächst nur über diese Frage abstimmen - nach Ihren Aussagen wären dafür viele und zwar sehr viele zu gewinnen - so hab ich es jedenfalls verstanden. Das sehe ich auch so. 
 
In einer zweiten Abstimmung könnte dann der weitere politische Status geklärt werden, nämlich Freistaat oder Landeseinheit. 
 
Wäre doch gar nicht so schlecht und doch demokratisch, oder? An allen Abstimmugen würden sich meines Erachtens eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung beteiligen - die Sache ist/wäre nämlich viel zu wichtig und vermutlich historisch einmalig - von der Propagandaschlacht der Parteien zur Föderung der Wahlbeteiligung in diesem Punkt ganz abgesehen. 
 
Schöne Grüße aus IBK 
 
Ps.: Den Cossiga-Entwurf kann man im Internet eigentlich überall finden - zB.: unter "www.suedtiroler-freiheitskampf.net"
 
homunculus
7. 16-12-2009 18:23
 
Cossiga
@homunculus, Sie schreiben:  
 
"Manche teilen Ungenauigkeiten mit". 
 
Sowas lese ich nur ungerne. Haben Sie vergessen, wen Sie meinen? Falls Sie das auf mich beziehen wollen: Ich verbitte mir das.  
 
Cossiga: richtig. Er hat 4 Optionen vorgeschlagen, aber gerade dadurch wurde doch deutlichst, daß dies lediglich ein Vorschlag war.  
 
Wissen Sie denn, wie dieser 4. Punkt durch Cossiga begründet wurde?  
 
Ich wäre sehr interessiert, eine Quelle zu erhalten über Ihre Ausführungen zu ihrem Artikel 4, Abs 2, den Sie zitierten. 
 
 
Eine derartige Abstimmung würde in einem europäischen Kontext ablaufen. Die Italiener müßten dieser zustimmen und erwarten dafür Zugeständnisse und Gegenleistungen im Namen ihrer italienischen Landsleute in Südtirol, deren Sachwalter sie sind.  
 
Es liegt auf der Hand, daß dabei dieselben Kriterien zur Anwendung gelangen, die von der EU bereits für die Kosovo-Abstimmung herangezogen wurden.  
 
Dabei wurde eine 55%-Qualität verlangt. 
 
Ich kann mir nicht vorstellen, warum Italien darauf verzichten würde. 
 
Sie müssten den Italienern schon etwas bieten, wenn diese zustimmen sollen zu einem Gesetz, das ihr Staatsgebiet drastisch verändern kann, und ihren Landsleuten den Boden unter den Füßen wegzieht.  
 
Und die EU ihrerseits wird keine Lösung darin sehen, daß in Südtirol anschließend dieselben Diskussion weiterhin geführt werden mit einer Bevölkerung in praktisch der bisherigen Stärke, dann allerdings mit jenen, die nun plötzlich durch Überstimmung zu Österreichern wurden.  
 
50% plus 1 Stimme.  
 
Da scheinen Sie sich offenbar doch nicht so sicher, wie vielen die Freiheit Südtirols am Ende den Wechsel zu Österreich als Wert erscheinen könnte.  
 
E.Ekat
 
E.Ekat
8. 16-12-2009 16:56
 
Cossiga
Stimme Homunculus vollkommen zu. 
Das herbeireden von Wunschmehrheiten bringt zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts, erst mal nachfragen wies in Catalonien geschehen ist und dann auf das beste Pferd setzen und zwar zusammen!
 
h
9. 16-12-2009 15:43
 
COSSIGA
Manche in diesem Forum teilen Ungenauigkeiten mit. 
 
Das betrifft schon den Cossiga-Entwurf: 
 
Jener siehr in Art. 4 Abs. 1 insgesamt 4 Möglichkeiten vor: 
 
1. Verbleib bei Italien 
2. Freistaat 
3.Rückkehr zu Ö 
4. man staune: Anschluss an D. 
 
Sollte - was viele hier befürchten - keine Mehrheit von über 50% erreicht werden, sieht Art. 4 Abs. 2 vor, 
 
dass "eine Stichwahl zwischen jenen 2 Alternativen (1.-4.) durchgeführt werden soll, welche die beiden meisten Stimmen im ersten Abstimmungsgang erreicht haben. 
 
Ich glaube,dass auf diese Weise sehr wohl und letztlich auch mit einer qualifizierten Mehrheit ein 50 + 1 Lösung gefunden werden würde. 
 
Dass man die Menschen natürlich in größtmöglichen Ausmaß bewegen müsste bei allen "Wahlgängen" teilzunehmen ist richtig. Ich glaube aber, dass dies angesichts der historischen Bedeutung einer solchen Abstimmung für keinen Südtiroler ein all zu großes Problem wäre.
 
homunculus
10. 16-12-2009 13:21
 
Der Süd Tiroler
@h 
 
Sie schreiben:  
 
"Sie wiedersprechen sich, da die Mehrheit für ein Tirol ist (zumindest bei den meisten bisherigen Umfragen)" 
 
Das ist wohl nicht richtig, und man sollte auch mal die tatsächlichen Fakten zur Kenntnis nehmen.  
 
In Südtirol gibt es drei Richtungen: 
 
1. Anschluß an Tirol, die größte Gruppe. 
2. Verbleib bei Italien. 
3. Freistaat. 
 
Keiner dieser Gruppen hat eine Mehrheit. Schon gar nicht die wohl aus EU-Sicht erforderliche Mehrheit von 55%. 
 
Gerade deswegen sagt Durnwalder, daß er sich zutraut, eine Mehrheit auf die Beine bringen zu können, sollte es jemals zu einer Abstimmung kommen. 
 
Es gibt bisher also in der südtiroler Bevölkerung keine qualifizierte Merhheit für einen Anschluß, für ein „Gemeinsames“ Tirol.  
 
Durnwalder hielte eine die Herbeiführung einer solchen Mehrheit jedoch für erreichbar, im Falle der Fälle. Womöglich hat er recht. Aber es ist nicht nur riskant, weil im Falle eines immerhin möglichen Scheiterns dann Südtirol auch aufgrund einer Abstimmung zukünftig als Teil Italiens bestätigt wäre.  
Es wären aber selbst nach einer gewonnenen Abstimmung die Probleme nicht wirklich beseitigt, sie würden nur an neuer, an anderer Stelle auftauchen. Weil dann fast ähnlich viele Italiener - sowohl italienischsprachige, als auch deutschsprechende Italiener, denn die gibt es ja inzwischen auch - sich dann plötzlich als Österreicher wiederfinden würden. 
 
Die Lösung dieses Problems könnte sein - und dafür nun gibt es eine große Mehrheit in Süd- Tirol: sich von Italien zu trennen, und es dabei zu belassen. 
 
Also einen Freistaat, einen eigenständigen Staat Süd Tirol zu bilden.  
 
1.) Die Italien-affinen Südtiroler werden keine Österreicher.  
2.) Alle deutschsprachigen Südtiroler sind keine Italiener mehr. 
 
Dafür gibt es dann den Süd-Tiroler als Staatszugehörigkeit.  
 
Das ist vielen wohl zu wenig.  
Deswegen bekommen sie gar nichts. 
 
E.Ekat
 
E.Ekat
11. 16-12-2009 10:05
 
Italien
Herr Markus Anton hat angesprochen, dass es weder im italienischen Interesse noch im europäischen Interesse sein kann, dass sich im Stiefelstaat immer mehr Regionen mit dem Gedanken der Selbstbestimmung anfreunden (nicht nur Süd-Tirol, sondern auch Padanien, Sardinien, Venetien, Sizilien, etc. .. dazu kann man im Übrigen auch googeln und findet zig Einträge, gerade zu Venetien). 
 
Offensichtlich gibt es viele Menschen in Italien, die ein Problem mit "diesem" Staat haben. 
 
Wenn dies all diese Regionen einmal wollten (Unabhängigkeit, neue Staatsformen, etc.) dann kann dies weder das jetzige Italien noch Europa verhindern - das ist auch eine politische Tatsache. 
 
Von dieser Warte aus, sind die quasidiktatorischen Unterdrückungsbestrebungen Italiens gegenüber manch einer Region nachvollziehbar - nur wird dies halt nicht immer möglich sein - das weiß man nämlich auch aus der europäischen Geschichte.  
 
So gesehen scheint dieser Staat nicht mehr gerade der vitalste zu sein.  
 
Mal sehen was die Menschen wollen ... und was Europa akzeptieren wird müssen ... .
 
homunculus
12. 16-12-2009 07:22
 
Italien
@Ekat 
 
"Es gibt eine Mehrheit für: weg von Italien. Dagegen Wahlkampf zu machen wäre gleichbedeutend damit, die Chancen zu erhöhen, am Ende alles verloren zu haben"  
 
Sie wiedersprechen sich, da die Mehrheit für ein Tirol ist (zumindest bei den meisten bisherigen Umfragen), sollte man dann nicht dies unterstützen??? 
Für ein Los von Italien stehen beide Strömungen, aber was kommt dann???
 
h
13. 16-12-2009 00:39
 
Freiheit und Landeseinheit
Der gelehrte Herr Vielschreiber wiederholt das Begriffspaar „Vaterland Österreich“ auffallend oft. Es scheint mir, daß er so — bewußt oder unbewußt — durch ständige Wiederholung etwas herbeisuggerieren will, was in der Realität nicht (mehr) vorhanden ist. Worauf soll denn dieser Bestimmungsbegriff bezogen sein? Auf die Väter der Ahnenreihen, die persönlichen Vorfahren? Oder etwa auf den „Vater Staat“? Die leiblichen Vorfahren haben außer der Übertragung der Staatsbürgerschaft auf Nachkommen vom Staatsgrundgesetz her keine Bedeutung mehr. Als „Vater Staat“ ist Österreich durch seine Umwandlung zu einer Wirtschaftskolonie der Union weitgehend demissioniert, und der Prozeß geht weiter. 
Zwar kann ich an eine Rückkehr Südtirols zu Österreich nicht glauben, doch sollte das trotzdem eintreten, soll’s mir ebenso recht sein, wie wenn Südtirol Souveränität erlangte. Mit Österreich verbindet mich nichts (mehr) außer die österreichische Staatsbürgerschaft meiner Kinder und meine almosenformatige österreichische Pension. Das hängt damit zusammen, wie meine österreichische Frau und ich selbst von diesem Staat im Kontext mit seinem Gesamtverhalten behandelt worden sind und werden. Zwar habe ich lauter österreichische Ahnen, doch für Österreich bin ich ein „Fremder“ — auf Grundlage der Gesetze dieses Landes. Keine Rede von einem „Vaterland“, das ja von sich aus sich als solches erweisen müßte.  
Ich lese hier vieles, was für mich Fiktionsqualität hat. Es häufen sich Beiträge, die Standpunkte wiedergeben, als wären Freiheit Südtirols und Tiroler Landeseinheit Synonyme. Möglicherweise ist das im gegenständlichen Sprachgebrauch auch tatsächlich der Fall. Ich kann mich aber mit einem solchen Freiheitsverständnis ebensowenig identifizieren wie damit, was als historische Freiheitsliebe der Tiroler ausgegeben wird. Hier fehlt jede moralische Geschichtsaufarbeitung; wo ist z. B. eine Distanzierung von dem brutalen Unterdrücker und Mörder Ferdinand II. zu finden, dem die Tiroler als Landesfürsten huldigten? Für mich selbst habe ich, wie früher schon erklärt, die angemessene Distanz zu vielen Elementen der Tiroler Geschichte und überkommenen Kultur eingenommen, und die trennt mich von einem Tirolertum, wie es noch heute vorwiegend diejenigen einigt, die die politische Einheit des Landes anstreben. (Der vor noch nicht langer Zeit verstorbene bekannte Tiroler Künstler Paul Flora scheint auch auf gewisse Distanz gegangen zu sein, wie man es von seinen Grafiken her vermuten kann). Das heißt aber nicht, daß mir das Schicksal der südlichen Tiroler gleichgültig wäre.
 
Jörg
14. 15-12-2009 20:45
 
Die Frage der Mehrheiten
@homunculus 
 
Ich kenne die Äußerung von LH Durnwalder, wonach er sich im Falle einer Abstimmung zutraut, innerhalb eines halben Jahres eine Mehrheit für Österreich zusammenzubringen. 
 
Vielleicht hat er recht. 
 
Tatsache ist jedoch, daß Cossiga die Einbringung eines Gesetzes für einen derartigen Wahlgang in Aussicht gestellt hatte, und dies abgelehnt wurde. Abgelehnt auch von Durnwalder. Vielleicht auch deswegen, weil es ein Vabanque-Spiel darstellt mit der Erreichung einer "sicheren" Mehrheit für Österreich. Denn soviel ist klar: käme eine Abstimmung, so kommt sie nur …. ein einziges Mal!  
 
Würde sich dabei keine Mehrheit für Österreich finden, und auch keine für einen Freistaat, (bitte nicht vergessen: in einer Abstimmung wird auch immer zur Wahl gestellt werden, bei Italien zu verbleiben. Dies macht die Erreichung einer qualifizierten Mehrheit sehr, sehr schwierig) dann wäre Süd Tirol endgültig italienische Provinz, die dies selber durch Abhaltung einer Wahl so festgelegt hätte. Vielleicht ist das nicht jedem klar: die EU, die solch eine Wahl anerkennen müsste, verlangt eine qualifizierte Mehrheit. Das wiederum bedeutet: eine Mehrheit von mindestens 55% der Wahlbeteiligten muß sich dabei für eine Variante entschieden haben.  
 
Gelingt dies nicht, dann ist es mit einer erneuten Forderung nach Selbstbestimmung vorbei. Dann jedoch ständen auch die derzeitigen Segnungen des Autonomie-Status auf wackeligen Füßen. 
 
Ein hohes Risiko, unter solchen Voraussetzungen erst noch eine Mehrheit zusammensuchen zu wollen, gegen die immerhin vorhandene Mehrheit, sich von Italien trennen zu wollen.  
 
Der Spatz in der Hand ist mehr wert als die Taube in der Hand. Der Spatz, ist dies bereits der Autonomie-Status ? Oder wäre der bessere Spatz nicht ein Freistaat Süd- Tirol?  
 
Es gibt eine Mehrheit für: weg von Italien. Dagegen Wahlkampf zu machen wäre gleichbedeutend damit, die Chancen zu erhöhen, am Ende alles verloren zu haben  
 
Der Landeshauptmann sagte, nun in anderen Worten, daß eine Mehrheit für Österreich im Moment nicht vorhanden ist. Darin stimme ich ihm zu. ER sagte weiter: Diese Mehrheit müsste erst herbeigeführt werden, was er sich jedoch zutraut. Dazu sage ich nichts.  
 
Mein Ansatz ist, daß eine vorhandene Mehrheit definitiv vorhanden ist dafür, sich von Italien zu lösen. Dann, so sage ich, sollte man das machen. 
 
Wer der Meinung ist, die Trennung zwischen Nord- und Osttirol und einem möglichen Freistaat Südtirol wäre größer als der jetzige Zustand, dem antworte ich: diesen Einwand kann ich nicht nachvollziehen. 
 
Freiheit für Süd Tirol. 
 
EEkat
 
E.Ekat
15. 15-12-2009 12:17
 
Süd-Tirol und Österreich
Meinungsumfrage der SVP vom September 2006, "Ihre Vision für Südtirol". Darin sprachen sich 61% der Beteiligten für die Rückkehr des Landes Südtirol zu Österreich, und je zu 20% für Autonomie und für Freistaatlösung. Bei drei verschiedenen Vorstellungen der Selbstbestimmung wird man aber niemals eine Mehrheit für eine dieser Lösungsansätze bekommen, das müsste allen klar sein. Es wäre daher ratsam, die Strömung zu unterstützen, die am ehesten mehrheitsfähig ist. Mag schon sein, dass dies eine SVP Umfrage war und dort besonders viele SVP-Wähler abgestimmt haben, aber diese Partei ist bekanntlich die stärkste in diesem Land und daher politisch tonangebend. Andere repräsentative Meinungsumfragen der letzten Jahren zeigen ein ähnliches Bild, die absolute Mehrheit der Süd-Tiroler ist weiterhin für eine Zukunft des Landes in einem wiedervereinten Land Tirol mit Süd, Nord und Ost, dazu ohne jegliche propagandistische Vorbereitung durch Parteien oder in den Medien.  
 
Die Selbstbestimmung der Südtiroler wird es nur gemeinsam mit der Unterstützung aus der eigenen Schutzmacht geben oder sie wird nie stattfinden, so lange es einen italienischen Nationalstaat gibt. So einfach ist das. Die Wünsche vom Ekat kann man an das "Christkind" in Rom schicken und warten, ob vielleicht irgendwann eine Antwort kommt. Ich persönlich glaube daran nicht. 
 
Der Gesetzesvorschlag Cossigas zu Selbstbestimmung der Südtiroler im Römischen Senat von 2006 und 2008 hat einzig und allein nur mit dem Plan Österreichs die Schutzmachtfunktion für Südtirol in die kommende Bundesverfassung aufzunehmen etwas zu tun. Der amtierende Landeshauptmann hält das für eine List, da man nach diesem Entwurf über drei Alternativen abstimmen sollte und daher eine Mehrheit für eine davon eher ausgeschlossen wäre, aber gleichzeig sagt er immer wieder, würde Rom Südtirol tatsächlich ein halbes Jahr für die Vorbereitung eines Referendums geben, dann wolle er sich sogar dafür verbürgen, dass die überwiegende Mehrheit der Stimmberechtigten für Österreich und Landeseinheit in Tirol stimmen wird. Ich persönlich würde dem zufügen, ein neues Bundesland Süd-Tirol unter doppelter Souveränität würde vielleicht die vorhandenen Gegensätze zu überwinden helfen. 
 
Die Zeit, die dafür noch historisch in Europa vorhanden ist, würde aber ganz sicher nicht den schwierigsten, sondern den einfachsten Weg zu Selbstbestimmung dem Land nahe legen. Von allen möglichen Ansätzen ist die Lösung mit dem Modell eines Freistaats die unwahrscheinlichste. Das ist aus staatsrechtlicher und völkerrechtlicher Sicht so klar, dass es einem eigentlich Leid tun müsste, wenn man immer wieder intelligenten Menschen die Zusammenhänge der Politik in dieser Frage neu erklären muss. Das hat sicherlich nicht mit einer rein subjektiven Wahrnehmung dieses Problemkreises zu tun. Zurück zu Österreich oder Freistaat, das wäre gehatscht wie gehupft, wenn man nur frei alles wählen konnte, die Politik ist aber kein Wunschkonzert.  
 
Das ist einfach die objektive Wahrheit, dass Italien Südtirol nicht so bald die Freiheit der Selbstbestimmung geben wird, dazu ohne Gegenleistung von irgendeiner Seite. Damit würde sich dieser Staat womöglich in die Luft sprengen. Wäre das im Falle der AP Bozen einmal möglich, dann warum nicht bald in Sardinien oder Padanien, etc? Das liegt weder im italienisch noch im europäischen Interesse. Das wird auch niemand mit Verstand und Macht auch irgendwann unterstützen wollen. Das ist dazu eine Irrmeinung, die überhaupt die Möglichkeit der Beantwortung der Selbstbestimmungfrage in Süd-Tirol sehr erschwert oder gar verunmöglicht. Wenn jede Fraktion meint, es wird irgendwann eine Selbstbestimmung für das Land a la carte geben, dann wird diese niemals kommen. Man wird noch träumen dürfen, aber die Realität sollte dabei immer ein Maß aller Dinge bleiben.  
 
Darüber hinaus haben diejenigen Süd-Tiroler ein Problem mit ihrer Identitätsfindung als ethnische Minderheit und viel weniger das Land Österreich, die es nicht so genau mit der Tiroler Heimat oder dem historischen Vaterland Österreich nehmen wollen. Dabei sei das Alpha und Omega des langfristigen ethnischen Überlebens als eine 0,6% starke ethnische Minderheit in einem Staat der Fremdbestimmung, wie im Fall von Südtirol. Das mag zwar für manche vor allem links-grüne Parteigänger gelten, aber die überwiegende Mehrheit wählt in diesem Land immer noch die Parteien rechts der Mitte und die haben eine klare Ausrichtung in dieser Frage. Die Meinung der Süd-Tiroler scheint in diese Frage klar zu sein, als Teil des deutschsprachigen Landes Tirol wünscht man sich in der überwiegenden Mehrheit die Landeseinheit, aber diese ist scheinbar nur in einem Bundesland Tirol in Österreich möglich. 
 
Warum die Beantwortung der Selbstbestimmungfrage der Süd-Tiroler so eng mit Österreich verknüpft ist, das kann man mit einigen Punkten beantworten.  
 
Erstens, die Selbstbestimmung und den Gedanken der nationalen Einheit der Tiroler mit Österreich als Vaterland findet man in allen diesen Parteiprogrammen der deutschsprachigen und ladinischen Süd-Tiroler.  
 
Zweitens, ohne aktive Unterstützung aus dem Vaterland Österreich gäbe es die heute existierende Autonomie nicht, diese ist nämlich 1946 zwischen Wien und Rom im Pariser Vertrag festgelegt worden. Ohne Klagen Österreichs wegen Nichterfüllung dieses Vertrages vor der UNO gäbe es die späteren Autonomiepakete zwischen 1972-92 ganz sicher nicht. Österreich hat auch weiterhin ohne Zeitlimit direktes Mitspracherecht in allen Südtirol betreffenden Angelegenheiten und kann als Signaturmacht des Pariser Vertrages auch auf Ansuchen der Landesregierung in Bozen im Namen der Autonomie sogar außenpolitisch handeln, d.h. konkret Südtirol vor internationalen Organisationen wie UNO oder die EU vertreten.  
 
Drittens, diese gestern wie heute gelebte Autonomie ist alles andere als modern und sie ist auch nie so großzügig gewesen, so wie man das aus anderen Ländern Europas kennt. Ganz im Gegenteil, Italien möchte diese am liebsten einschränken oder einmal ganz abschaffen. Südtirol ist nach Innen hin heute halbwegs autonom, also im eigenen Territorium, aber nicht nach Außen hin im internationalen Bereich, so wie es andere Autonomien in anderen Staaten der EU sind, d.h. die Südtiroler Politik ist in diesem zweiten Bereich ein direkter Befehlsempfänger Roms. Dass Südtirol überhaupt über eine eigene internationale Stimme verfügt, das verdankt man nur der eigenen Schutzmacht.  
 
Viertens, will man die Selbstbestimmung, dann braucht man auch diese Stimme als unabdingbare Voraussetzung dafür. Österreich wacht ferner darüber, dass die Autonomie der Provinz Bozen auch weiterhin erhalten bleibt. Der politische Vergleich der AP Bozen zu Friaul, Aostatal, Sardinien etc. müsste ein Nachweis genug sein, auch das sind Autonomien in Italien. 
 
Diese Schutzmacht der Südtiroler Interessen, das Vaterland Österreich, hat eine Verantwortung gegenüber Südtirol wahrzunehmen und dieser Staat macht das auch sehr gewissenhaft, wie man es aus der Geschichte und Gegenwart gut wissen müsste. Es ist aber sicher nicht die Aufgabe dieses Landes, so wie ich das verstehen würde, den Süd-Tirolern eine Zukunft in Österreich schmackhaft machen zu wollen. Das müssten die Bürger der Autonomie schon selbst instinktiv wissen, wohin die Reise in Richtung Selbstbestimmung führen sollte, damit sie keine Phantasieübung bleibt.  
 
In diesem Fall haben manche Südtiroler ein Problem damit, wenn sie mit Vaterland Österreich nicht klar kommen und nicht dieses Land selbst. Dort ändert sich bei dieser Einstellung nichts, aber sehr wohl in Südtirol. Hochmut ist bekanntlich die erste Stufe zum Fall. Angesichts der geografischen Lage Südtirols und der eigenen Geschichte der 90 Jahre in diesem heutigen Staat, sowie der politischen Landschaft in Italien sollte man aber eher vom Hochmut sehr viel Abstand halten.
 
Markus Anton
16. 15-12-2009 12:15
 
Süd-Tirol und Österreich
Bevor man den Willen der Mehrheit nicht kennt kann oder darf man keine Aussagen darüber machen ausser man hat wie Durnwalder ein bischen Ahnung davon. Trotzdem zuerst mal schauen was die Abstimmungsberechtigten wollen dann kann man entscheiden was passieren soll. Denn zumindest die bis jetzt stattgefundenen Unfragen ergaben alle ein klares Ziel nämlich ein Tirol in Österreich (sogar auf der Homepage der jungen Grünen)!
 
h
17. 15-12-2009 11:03
 
Ekat
Sehr geehrter Herr Ekat! 
 
Für Österreich findet sich keine Mehrheit - Ihre Aussage; Ok! LH Dr. Durnwalder hat zwar im ORF etwas anderes gesagt, doch nehme ich das zur Kenntnis - als Ihre persönliche Meinung und offensichtlich sind Sie beser informiert als LH Dr. Durnwalder. 
 
Sollte dies dennoch stimmen, bin ich jedenfalls für eine Abstimmung in Südtirol. Dann bin ich aber auch für die Aufgabe der Schutzmachtfunktion durch Ö. und sonstige Privilegien, Staatsbürgerschaftsgerede, etc... bis hin zu Uni-Privilegien in IBK. 
 
Das sollte auch klar sein - entweder - oder und kein dazwischen mit ein paar Ausnahmen oder neuerlichen Sonderregelungen - wie offensichtlich gewohnt???.  
 
Wenn Südtirol Österreich nicht mehr will und damit auch KEINE Landeseinheit Tirols, - ok Strich darunter - deren Sache - dann sollte aber das Thema Landeseinheit endgültig begraben werden - nur der Fairness halber - vor allem den übrigen Tirolern in Nord- und Ost und auch vielen im Süden gegenüber! 
 
Ohne Rückkehr zu Österreich gibt es nämlich keine Landeseinheit und eine halbe Landeseinheit will in Nord- und Osttirol auch keiner - dazu muss man nämlich auch unser Volk im Norden und Osten fragen. Offensichtlich ist es für manch einen im Süden zur Gewohnheit geworden irgendeine Ausnahme oder "andere Regelung" zu fordern. Offensichtlich schwebt das vielen vor - die letztliche Reduktion Nord- und Osttiroler Beziehungen zu Südtirol auf gute zwischenstaatliche Verhältnisse sowie zu einem x-beliebigen Drittstaat (zB. Italien, obwohl ich gegen "die" - bitte nicht falsch verstehen - mit Ausnahme mancher "Denkmalpfleger" in Bozen - überhaupt nichts habe). 
 
Ja, lassen Sie abstimmen, aber glauben Sie mir, dass das Verhältnis Nord-Süd dann, wenn es so ist wie Sie sagen, schlechter ist wie zuvor. Halben Lösungen werden zumindest bei uns die meisten nicht zustimmen. 
 
Ich persönlich stelle die Einheit und Wiedervereinigung aller Landesteile vor das Trennende und Teilende, denn das haben wir schon viel zu lange. Mag sein das manche dies als Träumerei bezeichnen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt... . 
 
Bedauerlich das viele oder immer mehr offensichtlich nicht so denken, aber das ist zu akzeptieren. 
 
Grüße aus IBK
 
homunculus
18. 15-12-2009 09:54
 
Identitäten und Destabilisierung
1.) Zu der hier stattfindenden Diskussion sei gesagt, dass die "so unterschiedliche Identität" Südtirols zu zB. Nordtirol wohl kaum gravierend sein kann. Auch Deutschland kam zusammen und dort hatte die BRD eine westliche, marktwirtschaftliche, freie "Identität" und die DDR eine östliche, kommunistische, unterdrückende und planwirtschaftliche "Identität". UND wie sieht die Situation heute aus ??? Andere Köpfte sagten, dass zusammen muss, was zusammen gehört und sie hatten recht behalten. 
 
Als Nordtiroler denke ich auch so, weil es zwischen Süd-, Ost- und Nordtirol keine und schon gar keine unüberbrückbaren Identitätsunterschiede gibt, schon gar keine solchen, welche nicht lösbar wären oder über welche nach 20 Jahren ab einer möglichen Wiedervereinigung (pro futuro) auch nur irgend ein "Hahn" krähen könnte oder gar würde. Die Situation ist mentalitätsmäßig, systembedingt und "identitätsmäßig" und vorallem wirtschaftlich um vieles besser als zwischen der damaligen DDR und der damaligen BRD. Also, warum neue Identitäten oder gar Ausreden erfinden oder suchen. 
 
2.) Österreich hat bestimmt keine Sorgen, dass Südtirol Österreich destabilisieren könnte - ich denke, das ist doch etwas sehr weit her geholt. Hier ist vielleicht der Wunsch Vater eines persönlichen Gedankens. 
 
3.) Ob Europa ein Freude mit einem weiteren Staat Südtirol hätte bleibt offen - für Europa bedeuten noch mehr Staaten noch mehr Probleme bei der Entscheidungsfindung - deshalb musste auch der Lissabon-Vertrag her. Vielleicht könnte man die Sache auch von dieser Seite sehen. 
 
4.) So wie Deutschland zusammen gefunden hat, so sollte auch Tirol zusammen finden und es sollten keine, neuen Dinge oder Identitäten erfunden werden. Die Tiroler Landeseinheit sollte im Vordergrund stehen. Nördlich wie südlich des Brenners wie auch in Osttirol pflegen wir die selben Traditionen - das sollte manch einer auch nicht vergessen. 
 
5.) Vielleicht sollte Südtirol zuerst darüber abstimmen, ob es selbständig sein will und in einer weiteren Abstimmung sollte dann die Frage der Eigenständigkeit alias südtiroler Freiheitliche oder der Landeseinheit und Wiedervereinigung (S-TF) geprüft werden. Ich galube, es gäbe eine Mehrheit für den gesamttiroler Gedanken alias Wiedervereinigung Deutschlands. 
 
6.) Ich glaube persönlich, dass Italien einen Freistaat Südtirol ohnedies NIE in Ruhe lassen würde. Gemeinsamen wären wir viel stärker und glaubwürdiger als zwei, neuerlich getrennte Tiroler Landesteile, welche neuerlich zu Irritationen führen könnten. 
 
 
In diesem Sinn 
 
Grüße aus IBK 
 
Ps.: Manche in diesem Forum scheinen ein Problem mit "einem Einberufungsbefehl - Bundesheer" zu haben - spricht jener für sich selbst oder für alle Südtiroler, die dann einen solchen Bescheid erhalten würden - vielleicht haben damit gar nicht alle ein Problem. Wenn hier eine Person für mehrere spricht, so möchte ich doch dessen Vollmacht für "all die anderen sehen".
 
homunculus
19. 14-12-2009 21:19
 
Nicht nur an Waschtl
So unrecht haben Sie nicht. Ganz im Gegenteil.  
 
Aber die Selbstbestimmung läßt ja nun auch noch Raum für genau das, was eigentlich gemeint sein sollte: Das eigene Schicksal in die eigenen Hände nehmen. 
 
Zu akzeptieren, daß man die Zeit nicht zurückdrehen kann, daß sich in den letzten 90 Jahren viel getan hat. Um dann vielleicht jedoch zu entdecken, daß da längst eine neue, eigenständige Identität entstanden ist. 
 
Ein freies Südtirol muß man nicht ausschließlich als einen Teil Österreichs verstehen. Gerade die EU böte die einmalige Chance, ein völlig eigenständiges Südtirol zu erschaffen.  
 
Mit unzähligen Vorteilen. 
 
Ich nenne nur wenige:  
 
1. Die höchste Form der Selbstbestimmung.  
 
2. Ein eigenständiges Südtirol wäre näher an Nord/Ost-Tirol als die jetzige Autonomie-Lösung 
 
3. Ein eigenständiges Süd-Tirol beinhaltet die Chance, jene Süd-Tiroler Italiener  
mitzunehmen, die von Italien ebenfalls die Nase voll haben. Aber deswegen nicht Österreicher werden wollen.  
 
4. Wenn die Mehrheit tatsächlich lautet: "weg von Italien", diese Mehrheit jedoch nicht deckungsgleich ist mit der Anzahl jener, die einen Anschluß an Österreich wollen, warum verwirklicht man dann nicht, sich von Italien zu trennen? Cossiga hatte das angeboten.  
 
5. Wollen Südtiroler tatsächlich ihre Autonomie aufgeben? Um nach Innsbruck zu fahren, wenn sie in ihre Hauptstadt wollen? 
 
Durnwalder hat Südtirol ja nun wirklich weit gebracht. Das darf man nicht übersehen. Von 250 EU- Regionen steht Süd-Tirol an 3. Stelle! Drunwalder ist den Weg nicht zu Ende gegangen. Vielleicht fühlt er sich zu alt. Vielleicht sieht keinen potenten Nachfolger.  
 
6. Haben auch Nord/ Osttiroler ein Mitspracherecht, wiedervereinigt zu werden? Werden die auch gefragt?  
 
7. Südtirol, als eigenständiger Staat, der würde vieles besser machen können, als dies womöglich als Teil Österreichs möglich wäre. Vielleicht haben deswegen die Wiener gar kein gesteigertes Interesse an einem eigenständigen Südtirol. Es könnte anschließend auch Österreich destabilisieren. Nicht vergessen: wir leben in einer sich völlig neu strukturierenden EU. Wer sich also an Österreich klammert, Durnwalder macht dies, der garantiert damit, daß sich nichts bewegen wird.  
 
Nicht nur Durnwalder klammert sich an Österreich. 
 
Die Unbeweglichkeit in der Frage Süd-Tirol ist also vielen anzulasten.  
 
Mit Süd-Tirol als eigenständigem Staat würde ein attraktiver Staat entstehen, der ausgezeichnet in das neu geschaffene Europa paßt: ein Staat der kurzen Wege. Kein Rom über sich. Kein Wien über sich.  
 
Also muß, wenn Süd-Tirol tatsächlich die Selbstbestimmung anstrebt, der vollständig mögliche Weg betrachtet und diskutiert werden. Die Süd Tiroler Freiheit hat diese Option sich auch immer offen gehalten, wenngleich die Präferenzen anders liegen.  
 
Man sollte eine ehrliche Bestandsaufnahme machen, um die Erstarrung überwinden zu können, anstatt auf eine historische Chance zu hoffen, von der niemand weiß, wie sie aussehen soll, oder ob sie jemals eintrifft.  
 
Oder vielleicht gerade vorbeizieht.  
 
Und man sollte offen sein, um möglichst viele, so viel Südtiroler wie möglich in die Selbstverantwortung mitnehmen zu können. So wenig Südtiroler wie möglich einfach überstimmen zu wollen. Eine eigene Identität Süd-Tirol schaffen. Die schon heute unter der Oberfläche viel stärker vorhanden ist, als den allermeisten bewusst zu sein scheint. 
 
Mein wichtigster Punkt: 
 
Ich plädiere für die Eigenstaatlichkeit Südtirols, denn diese halte ich für erreichbar. 
 
Ein Anschluß an Österreich ist schon deswegen nicht erreichbar, weil es in Südtirol dazu keine Mehrheit geben wird. Es gibt zu viele, die zwar definitiv keine Italiener sein wollen.  
 
Es gibt aber auch viele, und nicht nur Italiener, die keine Österreicher werden wollen.  
 
Es gibt sehr viele, für die Süd-Tirol an Erster Stelle steht. 
 
Freiheit für Süd Tirol 
 
E.Ekat
 
E.Ekat
20. 14-12-2009 15:34
 
@Markus Anton
Herr Markus Anton, anscheinend habe ich bei Ihnen einen Nerv getroffen. 
Sie haben recht, dass im Vaterland Österreich, zumindest im politischen, kein Interresse an Südtirol herrscht, konnte ich wirklich fast nicht glauben. Welcher Vater will seine Kinder nicht? Aber das waren nicht meine Worte, sondern von einem hochrangigen österreichischen Politiker und einem südtiroler Freiheitlichen und somit von Leuten die sich direkt damit befassen, oder zumindest sollten. Ich habe auch nie gesagt, dass ich gegen die Selbstbestimmung bin, aber in der oberflächlichen Diskussion kann man nicht dafür sein. Ich persönlich habe keine große Lust den Wehrdienst abzuleisten, sollte es den so sein, ich weiss es nicht, Sie vielleicht Herr Markus Anton? 
Ich habe mir Ihrem Geschichtsroman nicht durchgelesen, das ist auch uninteressant. Was zählt, ist das heute und der ernsthafte Gedanke was eine Selbstbestimmung für alle und jeden einzelnen bedeuten würde. Das findet man in keinem Geschichtsbuch und ist auch nicht mit der DDR, dem Kosovo und schon gar nicht mit Tibet zu vergleichen. Die fast schon romantische wie kitschige Darstellung der STF der Selbstbestimmungsfrage in ihren Filmchen reicht mir jedenfalls nicht als Information, das wäre mehr als naiv. Südtirol besteht aus mehr als aus rot-weissen Fahnen, Schützen und Lederhosen. Und weil Sie so gerne in der Vergangenheit schwelgen, Franzosen und Bayern konnten uns unsere Traditionen nicht nehmen, für Österreich waren wir nach den Freiheitskämpfen Terroristen, wir, und da spreche ich vorallem von den Südtirolern, haben Weltkriege, Faschismus, Nationalsozialismus, Option, Italianisierung hinter uns und jetzt wo wir unsere Traditionen vom Schützenverein bis zin Kirschtamichl ohne Einschränkung alles machen können, ist unsere Identität in Gefahr? Ich weiss nicht, aber die Realität schaut für jeden wohl etwas anders aus...
 
Waschtl
21. 14-12-2009 12:40
 
Keine Desinformation bitte!
Der Forumteilnehmer "Waschtl" glaubt wahrscheinlich selbst den Unsinn nicht, den er in seinen Kommentaren gerade verzapft hat. Wenn er schon die Italianità des Alto Adige so heiss verteidigen will, dann sollte er das intelligenter machen und nicht so plump wie in seinen Beiträgen. Diese sind nämlich für jedermann/frau durchschaubar. Österreich will angeblich Süd-Tiroler nicht, daher will man, weil man die eigenen Landsleute aus dem südlichen Tirol "nicht will" so bald als möglich die Schutzmachtfunktion für dieses Land Tirol außerhalb der Grenzen der heutigen Republik in die eigene neue Bundesverfassung aufnehmen, die gerade ausformuliert wird. Wohl auch deswegen, nach dem Verständnis vom "Waschtl", will man auch den Alt-Österreichern in der AP Bozen und ihren Nachkommen jetzt sogar die Staatsbürgerschaft des Vaterlandes ermöglichen. Im völkerrechtlichen Sinne im Umgang der Staaten miteinander, und nur das ist letztenendes Maßstab der Politik, hat das Land Österreich auch hier nichts zu wollen, sondern es kann für die eigenen Landsleute in Südtirol gangbare politische Alternativen und Verbesserungen des Status Quo aufzeigen.  
 
In Wirklichkeit will dieser heutige Staat der Fremdbestimmung Italien die Süd-Tiroler in ihrer Forderung nach Absicherung der Rechte der Autonomie und Beantwortung der Selbstbestimmungfrage nicht akzeptieren, und man nimmt es auch mit dem Völkerrecht auf ethnische Selbstbestimmung nicht so besonders genau. Die permanenten zum Teil sehr brutalen Versuche der Italianisierung und Altoatesinisierung seit dem Beginn dieser Fremdherrschaft vor 90 Jahren sprechen da eine klare Sprache.  
 
Vor 1919 gehörte auch italienischsprachige Welsch-Tirol und das damals existierende Kronland Küstenland mit Triest und ein anderes Land noch, nämlich Istrien und Dalmatien mit Fiume, Zara, Spalato, Ragusa (heute Zadar, Rijeka, Split und Dubrovnik in Kroatien) zu Österreich und zu keinem Zeitpunkt der Geschichte versuchte dieses Land den Menschen ihre italienische Identität, dort wo sie eine Mehrheit oder Minderheit bildeten, zu rauben, ganz im Gegenteil, man betrachtete es als Bereicherung und nicht als Nachteil. Das müsste man gerade noch heute aus historischer Erinnerung im Trentino zum Beispiel in Italien wissen. Die Italiener aus Istrien und Dalmatien haben auch nicht Österreicher nach 1945 vertrieben, sondern das war vor allem die nationalistische Politik des Duce nach nur 20 Jahren Italien in diesem Raum. Bis 1919 hat dort Österreich über 600 Jahre als Staatsmacht existiert und alle Ethnien konnten dort in Frieden leben, auch die Italiener entlang der Adriaküste. Das war also schon damals vor mehr als 100 Jahren der staatsrechtliche Standard in einer aus demokratiepolitischer Sicht sicher verspäteten Monarchie im Vergleich zu Nord-West Europa von damals, dass man die Rechte einer ethnischen Mehrheit aber auch der Minderheit im eigenen angestammten Land zur Gänze respektiert hat. Die Geschichte Süd-Tirols ab 1919 spricht über den Charakter der italienischen Fremdherrschaft bis heute eine klare Sprache, auch wenn man diesem Staat in den 60er Jahren auch mit Unterstützung aus dem Vaterland Österreich für die offizielle Politik in Südtirol der deutschsprachigen und ladinischen 3/4 ethnischen Mehrheit im eigenen Land ein wenig Menschenrechte als Autonomie, dazu mit sehr viel Leid noch abringen konnte. Aber sogar das wird marktschreierisch als Erfolg verkauft und von der größten Partei des Landes der SVP verinnerlicht, weil man sich auf der italienischen Seite ein wenig zivilisierter verhält, als noch vor der Zeit von 1972 oder 1943.  
 
Die grundlegendsten Menschenrechte einer Ethnie sind sicher kein Luxus, sondern in modernen Gesellschaften Täglichbrot der Menschen, auch in diesem Land Tirol südlich des Brenners, wenn man nicht in einer politischen Sackgasse einmal in Italien enden will. Diese in Südtirol heute gelebten Autonomierechte kommen aber nur indirekt aus Italien. Ohne Übermacht des Westens und Europa der EU, würde sich dieses Land mit Südtirol heute weiss Gott wo politisch befinden. Das scheinen auch heute immer noch viele Verteidiger des Konstruktes der Italianità des Alto Adige bewusst vergessen zu wollen.  
 
Die patriotische Bewegung der STF wird aber bestimmt bei allen Gelegenheiten alle Menschen daran erinnern, die damit direkt oder indirekt etwas zu tun haben oder haben werden, dass das Land Süd-Tirol sprachlich , kulturell und ethnisch nicht Italien war und weiterhin nicht ist. Die Zukunft des Landes ist nämlich erst dann abgesichert, wenn die Frage der Selbstbestimmung einmal friedlich und demokratisch beantwortet ist. Heute scheint sie immer noch im Sinne der Tiroler Landeseinheit möglich zu sein. Diese wird es aber nur dann geben, wenn die Landespolitik in Bozen zusammen mit der eigenen Schutzmacht beginnen werden, diese Beantwortung Zug um Zug politisch vorbereiten zu wollen. Die Selbstbestimmung ist nur in dieser Form der beiderseitigen Zusammenarbeit möglich oder sie wird gar nicht stattfinden. Das war auch schon so bei der Deutschen Wiedervereinigung vor 20 Jahren. Aus diesem Grund läuten manche Politiker aus Italien Sturm in Wien und in Bozen, wenn sie nur zwei Stichwörter hören, nämlich doppelte Staatsangehörigkeit und Festschreibung der Schutzmachtfunktion für die Südtiroler in der neuen Bundesverfassung des Vaterlandes. An die Schutzmachtfunktion haben sie sich inzwischen gewöhnt, aber nicht einmal das ist für diese Seite zur Gänze selbstverständlich geworden.  
 
Auch die heute existierende im europäischen Vergleich bescheidene, lückenhafte und herzlose Autonomie ist diesem Staat zu viel des Guten. Gäbe es diese Schutzmacht Süd-Tirol Österreich nicht, dann wäre dieses Land schon längst eine stinkenormale italienische Provinz geworden. Wien wacht auch weiterhin mit Argusauge darüber, dass Rom die vielen rechtlichen Verpflichtung zur Einhaltung der Autonomie einhält. Italien ist als Land groß genug und es müsste sich nicht mit fremden Tiroler Federn schmücken, aber wenn überhaupt jemand diesen Staat der Fremdbestimmung zum Umdenken in dieser Frage bewegen kann, dann ist das zuerst die Landesregierung und der Landtag in Bozen mit der Unterstützung von der Seite der eigenen Schutzmacht und von der Seite der Institutionen der EU. Österreich als verantwortungsvolle Schutzmacht hat unter dem Diktat des Völkerrechtes nochmals auch nichts zu wollen, sondern es kann höchstens gangbare politische Alternativen für die Beantwortung der Selbstbestimmungfrage der Süd-Tiroler aufzeigen. In diesem Land nimmt man dieses für alle Staaten verpflichtende Völkerrecht im Gegensatz zu Italien immer ernst und dieses Land wird sich auch für seine Landsleute immer dann einsetzen, wenn diese auch von ihrer Seite sich zu Österreich als Vaterland ohne Wenn und Aber bekennen wollen. Daher ein Appell an alle Widersacher der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler, bitte bei Fakten und bei der Wahrheit zu bleiben. Das Falschspielen ist vielleicht in der Politik gängige Praxis, aber man darf sich nicht dabei sofort erwischen lassen, sonst macht man sich bei Gelegenheit nur lächerlich.
 
Markus Anton
22. 14-12-2009 11:30
 
Träumer
zu Waschtl! 
 
So ist das nicht ganz richtig.  
 
Die Alt-ÖVP-lern mögen das Südtirolproblem nicht ansprechen (wollen). Es gibt aber auch junge, welche sehr wohl offene Ohren haben und möge die Hoffnung auf jenen beruhen - vielleicht haben die jetzt noch nichts zu sagen, aber später vielleicht schon.  
 
Im Übrigen gibt es auch noch andere Parteien - bis auf die Grünen - die der Südtirolfrage mit offenen Ohren gegenüber stehen. Weiters ist festzustellen, dass im Volk seit langem schon nicht mehr so viel über die Südtirolfrage diskutiert wird wie gerade eben - eine (politische) Tatsache, um die keine politische Partei ohne weiteres umherkommt. 
 
Wichtig ist nur, dass sich was bewegt. 
 
Also Pauschalurteile sind sicher falsch. Stillstand war vielleicht bisher immer der Fall, Bewegung wird kommen und ändern tut sich in der Geschichte sowieso immer alles. 
 
Vielleicht ist es die S-TF die den letzten, relevanten Anstoß gibt ...
 
homunculus
23. 14-12-2009 11:20
 
Vorauseilener Gehorsam in Richtung Rom
Herr Landeshauptmann Durnwalder ist Vertreter der mit Abstand stärksten Partei und ist auch der mit Abstand best bezahlte Politiker in Süd-Tirol. 
So weit, so bekannt. 
 
Umso wichtiger ist also in einer solchen Position, sich nicht kaufen zu lassen.  
Kaufen, ja das ist die Strategie Italiens, was das herrliche Süd-Tirol und seine Bevölkerung angeht!  
Herr Durnwalder scheit doch bei seiner Wortwahl immer im Hinterkopf den Fingerzeig Roms im Gedächtnis zu halten. 
 
Seine Aufgabe wäre eigentlich, sich bekennend und standhaft für seine ihm anvertraute Bevölkerung und deren Interessen und Rechte GEGENÜBER den Italienern zu vertreten. 
 
Genau hier versagt er, leider, fast verdächtig...
 
Bernhard Wieser, Salzburg
24. 14-12-2009 08:08
 
Träumer
An all die Träumer hier. Ich habe vor kurzem an einer Podiumsdiskussion der JG teilgenommen unter anderem waren Frau Klotz, Herr Tinkhauser und der Südtirolsprecher im österr. Nationalrat Herr Gahr dabei. Eine Botschaft kam ganz klar rüber, Österreich will uns nicht! Herr Tinkauser erklärte, dass man einen Zweierlantag mit Nordtirol machen wollte, diese lehnten aber ab! Auch Herr Gahr teilte uns mit, dass er in Südtirolfragen in Wien oft allein auf weiter Flur ist. Die Diskussion über die Selbstbestimmung wurde dann auf Ausländerfragen und das Finanzielle reduziert. Auch da meinte Herr Gahr auch wenn Italien finanziell nicht gut dasteht, von Österreich ist in den nächsten Jahren auch nicht viel zu erwarten, auch Österreichs Schuldenberg wird das nächste Jahr um zusäzliche 9 Milliarden € anwachsen. Das ist die Realität Herr Knoll, alles andere sind Träume! Deshalb sind die Pläne der SVP mit der Übernahme weiterer Kompetenzen, (Polizei, Post, Steuerhoheit...) mittelfristig viel näher an der Realität. Mit anderen Zuständigkeiten (z.B. Strassen, Strom, Schule...) hat es ja lange schon geklappt, und das ist doch sehr real. Langfristig wird es mit oder ohne Selbstbestimmung zu einer Euregio Tirol kommen. 
Die Selbstbestimmungsfrage wird zudem viel zu oberflächlich diskutiert. Ich persönlich glaube, dass einer der ersten Briefe den die jungen Menschen in Südtirol von der Republik Österreich bekommen werden, der Musterungsbefehl sein wird (Wehrplicht bis 35 Jahre). Hat das den jungen Menschen mal jemand gesagt? Schreien die jungen Menschen dann immer noch nach Selbstbestimmung? Oder wenn jemand Geometer ist, ein Berufsbild, das es in Österreich in der Form nicht gibt, was passiert mit dem? Das sind nur wenige Beispiele von denen es sicher viele gibt. Das sind die reelen Probleme die niemand diskutiert und hinterfragt. Aber die Realität zu diskutieren, ist der Sache nicht dienlich, nicht wahr?...
 
Waschtl
25. 14-12-2009 08:06
 
ÖVP
Die ÖVP ist und war immer der größte "Bremsfallschirm" in der Südtirolfrage. Ich möchte nur daran erinnern, dass es Bruno Kreisky war, der die Südtirolfrage vor die UNO gebracht hat und Kreisky war bekanntlich ein Sozialdemokrat. Von Seiten der ÖVP wurde dies sogar unterminiert. Auch heute hat sich daran wirklich nicht viel geändert. Keine klaren Aussagen der ÖVP- und SVP -Landesploitiker beim Landesfestumzug, ein ÖVP-Kohl, der am liebsten alle Transparente der S-TF und Schützenplakate verbannt hätte, rigorose Auswahlverfahren, wer aller am Festumzug teilnehmen kann, verbunden mit der Auflage, ja keine politischen Aussagen zu machen, was auch Herr Gahr, der sein Herz sicher noch am richtigen Fleck hat, bei der letzten Landesversammlung der S-TF bestätigt hat und nicht zu vergessen unsere "Händeschüttler" im Außenamt, welche Herrn Frattini, "welcher bekanntlich Südtirol ans Zeug flicken will", noch einen Orden verliehen haben, weil ihnen die guten Beziehungen zu Italien wichtiger sind als unsere eigenen Landsleute im Süden.  
 
Ja, liebe Freunde - so sieht es aus. Ein Grund mehr bei den nächsten Wahlen anders zu wählen, denn eines sollte diesen Menschen und Volksvertretern in Österreich auch klar sein: Erstens haben das die Menschen begriffen, zweitens lassen sich die Menschen nicht ewig für dumm verkaufen und drittens und am wichtigsten, liebe Volksparteiler: Bei den nächsten Wahlen werdet ihr vom österreichiscehn Stimmvolk gewählt und nicht von Herrn Frattini dem Ordensempfänger. 
 
Ps.: Dem ORF glaubt auch keiner mehr - der spiegelt ja nur jene Meinung jener Großparteien wieder, welche im Land das Sagen haben - so wie manch so "große" Südtiroler Tageszeitung im Übrigen auch. 
 
Aber ewig geht das auch nicht so weiter - das möge all jenen auch klar sein. Und geredet wird über diese Dinge auch, obgleich jene durch staatlich, verordnetes, mediales Stillschweigen totgeschwiegen werden (müssen) - es lebe die Freiheit, sofern sie noch da ist. 
 
Also "schüttelt weiter freundlich die Hände und verkündet weiter, dass alles ok. ist ... .Vielleicht besteht der Grund eueres medialen Stillschweigens in der Südtirolfrage gar darin, dass auch ihr wisst, dass eben nicht mehr alles klar und ok. ist - dort in der so viel gepriesenen "Vorzeigeautonomie". Nur: durch eure Haltung macht ihr nichts besser - ihr schiebt das Problem nur auf die lange Bank, bis es virulent wird anstatt an guten politischen Lösungen zu arbeiten. Aufgehoben ist aber nicht aufgeschoben ... . 
 
 
Grüße aus IBK
 
homunculus
26. 13-12-2009 20:21
 
@Markus
Das leuchtet ja alles ein, was Sie schreiben. Aber die SVP wird nicht umhin kommen, Nägel mit Köpfen zu machen, wenn ihr die Zukunft (Süd-)Tirols tatsächlich am Herzen liegt (möge das „Forum Heimat“ was Positives bewirken!). Wenn sie sich dagegen von Rom einschüchtern lässt, hat Rom gleichzeitig schon sein gegen Tirol gerichtetes Ziel erreicht. Tatsächlich scheint sich hinter den Kulissen derzeit viel zu bewegen, ohne dass wirklich was nach außen dringt. Eine Hauptfrage ist wohl, wie das offizielle Österreich angesichts des Gegenwindes aus Rom heute wirklich zu Süd-Tirol steht. Oft sieht es ja so aus, als ob sich auch Österreich von Berlusconi-Italien beeindrucken ließe und sich am liebsten auf Lippenbekenntnisse beschränken würde. Nord-Tirols LH Platter etwa betont extra seine Freundschaft zu Frattini und lässt sich von diesem bereitwillig über den Tisch ziehen, anstatt die Gelegenheit zu nutzen, seinen „Freund“ einmal richtig über Süd-Tirol und seine Bedürfnisse aufzuklären. Damit verhält er sich aber nicht wie ein guter Tiroler LH. Kann es sein, dass Durnwalder in Wahrheit die notwendige Unterstützung aus dem Norden fehlt? Für österr. Verhältnisse ist Tirol weit weg von Wien und manch einer dort fühlt sich offenbar Rom verbundener als Tirol. In den Medien jedenfalls liest man über das Thema derzeit kaum etwas bis gar nix. Man scheint ein unausgesprochenes Tabu zu befolgen. Andererseits sieht manch einer in Österreich auch gar keine Veranlassung, etwas am Status Quo zu ändern, weil ja keine eindeutigen dahingehenden Signale aus der Landesbevölkerung zu vernehmen sind (und die offizielle Seite traut sich nicht oder stößt damit auf taube Ohren – was mag wohl stimmen?). Die geplante Verfassungsbestimmung jedenfalls und die doppelte Staatsbürgerschaft wären grandiose Schritte in die richtige Richtung. Italien kennt ja selbst eine ähnliche Praxis. Hoffentlich werden sie nun – allen Einschüchterungs- und Störversuchen aus Rom und von den älteren Grünen etwa zum Trotz - auch tätsächlich umgesetzt! Es gibt also auch viele ungeklärte Fragen, Markus, mögen auch Ihre vielen Ideen und Hinweise zum Zusammenkommen führen! Denn die öffentliche Süd-Tirol-Diskussion braucht von Durnwalder abwärts eine neue Dynamik, Qualität und Beharrlichkeit, denn ohne diese kommt Süd-Tirol in den nächsten Jahren, wie es aussieht, unter die Räder.
 
HE
27. 13-12-2009 16:04
 
SVP
So, jetzt massenhaft Leserbriefe an die Zeitungen und EMails an die SVP-Zentrale schicken. Das dürfte seine Wirkung nicht verfehlen! Das hat auch bei der ÖVP gewirkt, nach den Unakzeptablen aussagen des Hrn. Kohls. Nun gibts einen neuen Süd- Tirolsprecher. 
aber das müssen die Süd-Tiroler jerzt sepbst in die Hand nehmen. Aus Salzburger oder Nordtiroler tut man sich hier schwer! 
Durnwalder ist sichtlich überfordert. Er hat das Schiff S-Tirol in diesen zeiten nicht mehr unter kontrle. Die See ist rauher geworden. Ein Sturm kündigt sich an und bringt neues zum Vorschein.
 
Salzburger
28. 12-12-2009 19:31
 
Stimmungswandel
@Massimiliano Piovan,  
 
believe it or not, borders will be subject to change. The world is on a move, you bet on politicans of the past.  
 
Sven Knoll hat eine gute Rede gehalten und die Probleme aufgezeigt.  
 
Ein mehrschichtiges Personalproblem der SVP wird immer deutlicher sichtbar, und so fehlt denen die Vision für Südtirol. Keine Zukunftsperspektive. Ein Führungsmangel. 
 
In einem Land wie Südtirol, mit dessen Geschichte sollte man niemals die Parole ausgeben: "es bleibt alles so, wie es ist".  
 
E.Ekat
 
E.Ekat
29. 12-12-2009 16:24
 
Stimmungswandel
Nach dieser Rede und der daurauffolgenden Gratulation von seiten Mauro Minnitis wäre Durnwalder eigentlich rücktrittsreif! Oder zumindest sollte er zum PDL wechseln!
 
h
30. 12-12-2009 13:13
 
@ HE
Was Ihre Einschätzung der SVP und des LH Durnwalder betrifft, so trifft eher die zweite von Ihnen aufgezeigte Alternative zu. Es ist noch nicht so lange her, als sich noch der neue Parteiobmann dieser Partei Richard Theiner sehr euphorisch zur Wiedervereinigung in Tirol in seinem deutschsprachigen Teil geäußert hat, mit einem Landtag und einem Landeshauptmann für Nord-Süd-Ost-Tirol sogar. Auch der amtierende LH von Südtirol Durnwalder sagte immer wieder, Italien möge uns nur ein halbes Jahr für die Vorbereitung eines Referendums geben, und er verbürge sich sogar dafür, dass dann die Mehrheit der Süd-Tiroler für die Rückkehr des Landes zum Vaterland Österreich stimmen würde. Und jetzt auf einmal diese Wende, gestern in der Rede vor dem Landtag? Das riecht sehr stark nach politischer Erpressung aus Rom und nach einem Manöver, um sich aus dem politischen Schussfeld rauszuhalten.  
 
Es ist Italien natürlich nicht entgangen, dass jetzt in Österreich die ÖVP und FPÖ eine für die Selbstbestimmung Süd-Tirols sehr freundliche Linie fahren, siehe Vorbereitung des Beschlusses zu Schutzmachtfunktion weit über die Präambel der neuen Verfassung hinaus, und siehe den Beschluss über die Möglichkeit der Doppel-Staatsangehörigkeit für Alt-Österreicher, also in erster Linie natürlich für Süd-Tiroler. Man stelle sich einmal das vor, die überwiegende Mehrheit der Bürger der AP Bozen würde die Staatsangehörigkeit des Vaterlandes beantragen wollen und diese auch bekommen, dann würde das einer Selbstbestimmung auf leisen Sohlen gleichen, wo Rom in Europa machtlos zuschauen müsste, wie das Beuteland eines Krieges von diesem Staat einfach politisch immer mehr wegdriftet. Das hat wohl den Außenminister in Rom Frattini jetzt zu Gegenmaßnahmen veranlasst, und die sind, Protestnote des Botschafters in Wien und massiver politischer Druck aus Rom in Richtung SVP und LH Durnwalder.  
 
Die Aufgabenzuweisung scheint klar zu sein, die SVP sollte selbst dafür sorgen, dass das Thema der Selbstbestimmung möglichst rasch wieder einmal einschläft. Sonst wird der Landesregierung in Bozen aus Rom der Entzug oder Abbau der Rechte der Autonomie angedroht. So gesehen handelt gerade jetzt die heutige Regierung in Rom in dieser Frage nicht anders als eine klassische Kolonialmacht, dazu mit einem demokratiepolitisch und geistig vorgestrigen Verständnis der Menschenrechte ausgestattet, wie man das auch aus einem anderen Beuteland eines Weltkrieges vor dem Fall der Berliner Mauer 1989, oder aus dem Ostblock, bzw. aus der Sowjetzeit im Baltikum vor 1990 gut gekannt hat. Es ist traurig genug, dass die SVP auf diesen römischen Schmee einfach reinfällt. Das ist eine Drohkulisse, mehr nicht. Wir leben heute in Europa der EU sogar im Rahmen des neuen Lissabonvertrages. Die Absicherung der Rechte der Autonomie garantiert heute in erster Linie nicht nur Italien mit seinem Wohlwollen der La Casta in Rom, sondern auch Brüssel und die UNO. Italien wurde schon einmal wegen Südtirol von dieser Weltorganisation als vermeintliche westliche Demokratie zur Einhaltung der Menschenrechte angehalten. Die Abstimmung der Vollversammlung ist bekanntlich vor fast 50 Jahren zugunsten der Süd-Tiroler und Kläger Österreich ausgefallen.  
 
Würde Italien heute oder morgen diese bis jetzt bescheiden gebliebene und lückenhafte Autonomie der Provinz Bozen (im Vergleich zu anderen in Europa real existierenden Autonomien) abbauen oder abschaffen wollen, dann würde sich dieser Staat in die gleiche Lage bringen, wo z.B. Serbien einmal schon war, vor der Selbstbestimmung im Kosovo, dazu noch als ein Land der EU, d.h. man würde selbst auf der italienischen Seite noch schneller der Selbstbestimmung in Südtirol auf die Sprünge helfen. In diesem Land wo die Zitronen und vieles andere noch blühen, z.B. Duce-Nostalgie unter dem staatlichen Denkmalschutz, ist vieles möglich, aber der Gedanke, dass Italien die Rechte der Autonomie abschaffen könnte, auch wenn es wollte, ist relativ absurd. Das geht heute in diesem neuen Europa der EU ganz einfach nicht. Darüber wachen alle internationalen Gremien sowie Institutionen der EU und ohne Mitgliedschaft in der EU gibt es Italien als Staat wohl nicht lange. Diese supranationale Gemeinschaft der europäischen Staaten ist heute keine reine Wirtschaftunion, sondern eine echte politische Union bereits geworden. Das scheinen die Politiker in Rom klar vergessen zu wollen, wenn es um Rechte der Süd-Tiroler auf eigene Selbstbestimmung geht.  
 
Die Autonomie ist erst dann bedroht, wenn sie weiterhin Zug um Zug anderswo relativiert wird, im zunehmend mangelhaften Finanzausgleich oder in einer gravierenden neuen Veränderung der ethnischen Zusammensetzung, wenn die dritte ethnische Gruppe der Zuwanderer einmal eine relevante Größe in diesem Land mit allen dazu gehörenden politischen Rechten einmal erreicht. Erst dann wird Italien womöglich gar nichts gegen Abhaltung einer Volksabstimmung zu Selbstbestimmung in Süd-Tirol haben, also dann, wenn man sich sicher sein wird, dass diese für Rom zu gewinnen sein wird. Heute ist das eindeutig nicht der Fall.  
 
Die verfassungrechtlichen Schritte, die Österreich jetzt in seiner Südtirol Politik gewählt hat, Schutzmachtfunktion direkt in der Verfassung festzuschreiben und die Möglichkeit des Erwerbs der Staatsbürgerschaft des Vaterlandes für Alt-Österreicher und ihre Nachkommen in Südtirol, wird ganz sicher die bisherige Politik um Südtirol in beiden Staaten revolutionieren, wenn vor allem die ÖVP sich von diesem Kurs nicht abbringen lässt. Mit beiden diesen Schritten sei auch die SVP und die Spitze dieser Partei klar einverstanden gewesen, wie es kolportiert wird. Daher war das jetzt wohl eine von Italien von der Landesregierung in Bozen bestellte Distanzierung, in Wirklichkeit aber eher eine Nebelgranate, die gestern der LH im Bozner Landtag bei seiner Budgetrede geworfen hat, mehr wahrscheinlich nicht. Es steht aber schon bekanntlich in der Bibel, man kann nicht zwei Herren dienen, da man einen lieben und den zweiten hassen wird. Es würde sicher schon reichen, wenn die SVP sich für das langfristige Interesse des Südtiroler Volkes entscheiden würde, und dieses liegt weiterhin in der Beantwortung der Selbstbestimmungfrage, so wie das auch andere Autonomien in den Staaten der alten EU dem Land Südtirol friedlich und demokratisch glaubwürdig klar vorzeigen. Die Antwort auf die Frage, ob Italien im Verständnis der modernen Demokratie ein Land der Arabischen Liga oder der Europäischen Union ist, müsste auch der SVP bekannt sein, oder ist auch das im Stiefelstaat, wie so vieles dehnbar und daher relativ? Im Parteiprogramm der SVP steht das politische Ziel der Selbstbestimmung ganz oben, man darf also erwartet, dass diese Partei gemäß ihrer Satzung politisch in der Selbstbestimmungfrage im Rahmen des heute und morgen Möglichen handelt. Manchmal hat man leider den Eindruck, diese Partei möchte um jeden Preis ein Schlußlich der politischen Entwicklung der modernen EU in Fragen der Autonomie und Selbstbestimmung darstellen. In diesem Punkt hat sie vieles verinnerlicht, was diesem heutigen Staat der Autonomen Provinz Bozen gemein ist. Die Frage der Selbstbestimmung kann Italien nur die Landesregierung in Bozen stellen, macht sie das nicht, dann vergibt sie eine einmalige geschichtliche Chance für das Land. So lange sie das selbst auch nicht macht, ist das eher nur Schattenboxen, wenn man mögliche Horrorszenarien für den Fall malen will, also viel Lärm ohne Not um Nichts. In einer Demokratie wird es der Opposition wohl noch erlaubt sein, über den Tellerrand der Autonomie zu Fragen der Selbstbestimmung nachzudenken. Dass dieser Weg anders als der bisherige eher autistische Weg der Landesregierung ist, das muss Edelweiß auch verkraften können.
 
Markus Anton
31. 12-12-2009 09:56
 
Der junge Durnwalder ...
... würde sich für diesen alten Durnwalder schämen!
 
HE
32. 11-12-2009 22:22
 
@ Sven Knoll
.....Die berechtigten Zukunftsängste der Bevölkerung, welche sich im wachsenden Wunsch nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung widerspiegeln, daher als unverständlich und gar gefährlich hinzustellen.....  
 
....Das Festhalten an starren Autonomie-Strukturen, ohne neue Zukunftsperspektiven für Süd-Tirol auszuarbeiten, lähmt die Entwicklung des Landes.... 
 
Nach meiner Erkenntnis wurde die SVP am 8. Mai 1945 gegründet, um die deutsche- und ladinische Bevölkerung in Form einer Sammelpartei politisch zu vertreten. Im Laufe der Jahrzehnte - intensiviert durch die unangefochtene Monopolstellung - degenerierte und verfettete diese Partei zu einem Sammelbecken macht- und karrieresüchtiger Zweckopportunisten. 
 
Postengeschacher, Macht, Geld und die Durchsetzung eigener Vorteile und Privilegien scheinen den Exponenten dieser Partei wichtiger und erstrebenswerter zu sein als zukunftsweisende Visionen zu verwirklichen. 
 
Sollte es zu einer Wiedervereinigung Tirols kommen bzw. Süd-Tirol als 10. Bundesland an Österreich angegliedert werden, würde das Wählerpotential der SVP wohl weitgehend von den österreichichschen Volksparteien ÖVP und SPÖ aufgesogen werden. Ich will nicht ausschließen, dass es die SVP noch geben könnte, diese würde aber nur noch eine unwesentliche Rolle spielen. Dieser Tatsache sind sich auch Kolonialgouverneur und Provinzpatriarch Durnwalder und seine ihm hörige Karrieristenriege bestens bewußt. 
 
Während meines letzten Aufenthalt in Süd-Tirol ist mir aufgefallen, das diesbezüglich große Unwissenheit/Unkenntnis innerhalb der Süd-Tiroler Bevölkerung vorherrscht. Sachliche- und systematische Aufklärung ist angebracht, und würde die STF in ihren Zielen ungemein stärken.
 
Vollblutpiefke
33. 11-12-2009 20:39
 
Non siete mai contenti ........
Il presidente Austriaco Fischer ed il Presidente Provinciale Durnwalder sono stati chiari: i confini rimangono dove sono, il popolo sudtirolese non è più oppresso come sotto il Fascismo o sotto il periodo degli attentati. Tutti vivono in pace e prosperità in Europa, quindi perchè scaldarsi tanto per far inutilmente casino? E' vero che vi è la crisi economica ma, l' Alto Adige - Suedtirol non è stato colpito così duramente dalla crisi. E poi con l' Autonomia questa Provincia può definirsi una piccola isola felice grazie anche a dei validi politici come Durnwalder che cercano di accontentare un poco tutti.  
Voialtri chissà pèrchè non siete invece mai contenti. A pensare alla Vostra continua e fissa idea sull' Autodeterminazione mi torna alla mente un vecchio discorso dell' Consigliere Provinciale Roland Atz su capre che brucano l' erba e ...................
 
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34. 11-12-2009 16:45
 
Non siete mai contenti ........
Das Bild trifft den Nagel genau auf den Kopf! : 
http://oernen2020.blogspot.com/2009/12/die-sudtiroler-volkspartei-ihr.html
 
andre
35. 11-12-2009 16:29
 
Selbstbestimmungsbefürworter vor!
Es ist absolut schleierhaft – hat ihm Rom was vesprochen oder ihn total eingeschüchtert? -, warum LH Durnwalder ausgerechnet als der LH in die Geschichte eingehen will, der die Selbstbestimmung für die österreichischen Südtiroler endgültig vermasselt hat. Wenn die SVP aber so weiter macht wie sie es momentan tut, wird das der Fall sein und Durni kann sich mit dem berühmten Gorbi-Zitat „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ trösten. Davon haben wir aber alle nichts! Deshalb, weiter so, liebe STF! Informiert ihr die von den Volksparteien so oft für dumm verkaufte Bevölkerung und überzeugt die zaudernden Entscheidungsträger! Auch Wien und Innsbruck sind gefordert, damit die Landeseinheit bald kommt! Jedenfalls sind die Selbstbestimmungsbefürworter unter den Politikern unsere Hoffnung! Auf die anderen können wir gern verzichten.
 
HE

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