NEIN zu SVP Toponomastiklösung: SVP verbreitet Unwahrheiten
Dienstag, 25. September 2007

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Eine entschiedene Absage erteilt der Landesjugendsprecher der SÜDTIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, dem heute vorgestellten Toponomastikvorschlag der SVP. Es entspricht nicht der Wahrheit und ist eine gezielte Falschinformation der Bevölkerung, dass die Ortsnamengebung in die Zuständigkeit der Region fallen würde, und daher alle Namen die in öffentlichen Dokumenten der Region geführt werden, als gegeben zu betrachten seien.

 

· Im Sonderstatut der Region Trentino-Süd-Tirol, welches mittels Verfassungsgesetz vom 26. Feber 1948 verankert wurde, wird in Art. 11 Punkt 3 ganz klar definiert, dass die Zuständigkeit der Ortsnamengebung in die Kompetenz der Provinz fällt.

· Das Verfassungsurteil vom 18. März 1964 bestätigt dies, in welchem das Regionalgesetz Nr. 22 vom 16. August 1963, mit dem die Fraktion Schmieden bei Sexten den italienischen Namen „Ferrara" bekommen hat, als verfassungswidrig bezeichnet, da die Zuständigkeit der Ortsnamengebung nicht bei der Region, sondern bei der Provinz liegt.

· Auch im neuen Autonomiestatut ist die Ortsnamengebung unter Punkt 2 als primäre Zuständigkeit des Landes Süd-Tirol festgeschrieben.

Es ist verantwortungslos, dass die SVP diese Tatsachen ignoriert und der Bevölkerung falsche Informationen vorlegt, so Sven Knoll.

Auch der Toponomastikvorschlag selbst ist unüberlegt und stümperhaft da sich die Daseinsberechtigung eines Namens nicht aufgrund einer vagen statistischen Umfrage festlegen lässt, bei der kein Unterschied zwischen historisch gewachsen und am Schreibtisch erfundenen Namen gemacht wird.

Dieser Vorschlag der SVP ist daher inakzeptabel und würde auch einer gerichtlichen Anfechtung nicht standhalten, da er jeglicher Wissenschaftlichkeit entbehrt und die Tourismuswerbung zudem seit Jahrzehnten die italienischen Falschnamen verwendet und deren Gebrauch somit nachgewiesen werden kann.

Anstatt den Süd-Tirolern einen solchen Unsinn aufzutischen, sollte die SVP lieber Rückgrat beweisen und die faschistischen Namensdekrete von 1923, 1940 und 1942 abschaffen.

Damit wären die faschistischen Falschnamen mit einem Streich allesamt abgeschafft und der Landtag könnte dann in einem zweiten Schritt, für jene Gemeinden und Orte italienische Bezeichnungen einführen, wo diese historisch gewachsen und somit gerechtfertigt sind.

Sven Knoll
Landesjugendsprecher der
SÜD-TIROLER FREIHEIT
und Gemeinderat in Schenna


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Kommentare (2)
1. 26-09-2007 22:29
 
Typisch SVP
Es ist einfach nur typisch. Lange hat man von der SVP in dieser Richung nicht viel gehört, aber kaum sind die nächsten Wahlen schon nicht mehr so weit weg, versucht man mit Themen, die den Bürgern anscheinend sehr wichtig sind, die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ist schon komisch, dass man anscheinend weiß, was die Bevölkerung interessiert und bewegt und es ist noch komischer, dass man dann in der letzten Zeit dagegen so gut wie nichts unternommen hat. 
Ich finde, dass dieses Vorgehen eine billige und stümperhafte Propaganda ist, um SVP-Mitläufer mit irgendwelchen Versprechungen bei Laune zu halten und möglichst viele neue Wähler erhaschen zu können. 
 
Ok, wir reden hier von Politik, es ist schließlich leider zum Großteil so, einem Honig ums Maul zu schmieren - wer wirbt schließlich nicht um sein Produkt, ohne mit den erdenklichsten Versprechungen um sich zu schmeißen... 
 
Aber ich bin es wirklich leid, dass einem in diesem Land in solchen Sachen ständig was vorgegaukelt wird - und das von einer Partei, die eigentlich für die Bürger, in unserem Fall die Südtiroler, nur das Beste tun sollte. 
 
Grüße 
Kurt
IP: 88.61.44.32
 
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2. 26-09-2007 21:25
 
SVP zerstört verantwortungslos unsere Ku
Italienische Ortsnamen sind zum Zwecke der ethnischen Säuberung und zur Auslöschung unserer Tiroler Kultur erfunden worden. 
Opfert die SVP nun die jahrzehntelang verteidigte deutsche Kultur wegen paar italienischer Wählerstimmen?
IP: 89.62.36.19
 
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