Toponomatik: SVP schickt sich zu größter Kulturschande an!
Dienstag, 25. September 2007

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Die Landtagsabgeordnete der Bewegung "SÜD TIROLER FREIHEIT", Dr. Eva Klotz, fordert die Mitglieder und Funktionäre der SVP auf, zu bedenken, ob sie den Toponomastik- Gesetzentwurf, wie er von der SVP- Landtagsfraktion jetzt dem Landtag vorgelegt werden soll, verantworten können. Nicht nur die Einbringer des Gesetzentwurfes tragen  nämlich Verantwortung, wenn der größte Teil der faschistisch belasteten italienisch klingenden Fantasienamen ganz offiziell zum allgemeinen Kulturgut erklärt wird.

 

Praktisch bedeutete dies, dass die Fälschung unserer Siedlungsgeschichte damit nicht mehr als Unrecht und Kulturverbrechen zu gelten hat, sondern als Recht und Wahrheit. Damit hätte Tolomei sein Ziel erreicht: man wird sich an die Falschnamen gewöhnen und sie sogar in das eigene "Kulturgepäck" übernehmen.

Namen sind in vielen Fällen die einzigen noch erhaltenen Quellen und Zeugnisse früherer Siedlungsvölker in unserem Raum. Niemals sind Namen übersetzt oder willkürlich am Schreibtisch verändert, sondern lediglich der eigenen Phonetik angepasst worden. Beispiele existieren in Südtirol zuhauf: Mals, Völs, Prösels, Tschengls… Ändert man Namen willkürlich, so zerstört man die wichtigsten Kulturzeugnisse. Deshalb ist und bleibt das Tolomeische Fälschungswerk ein Kulturverbrechen und geistige Denkmalschändung.

Die SVP schickt sich jetzt an, dieses Kulturverbrechen in eine Wohltat und Kulturtat umzuwandeln. Kein anderes Volk in Europa würde so etwas tun und hat so etwas getan! Es ist eine Schande!

Lt. Abg. Dr. Eva Klotz
24. 9. 07


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Kommentare (4)
1. 26-09-2007 16:20
 
@matteo
viel faschistisch italienisches sollte aber schon weggewischt werden.das unrecht und fälschlich erklärte italiensch-südtirol sollte doch endlich verschinden. 
wir werden sehn. 
ja zur beseitigung aller faschistischen relikte und errinnerungen.
IP: 87.0.15.164
 
lena maria Spechtenhauser
2. 26-09-2007 13:09
 
Ortsnamengebung
Die aktuelle Debatte zur Toponomastik scheint alle Seiten, links wie rechts, deutsch wie italienisch, zu empören und stellt alle Seiten nicht zufrieden. 
Unter den italienischsprachigen südtiroler gibt es schon viele, die befürchten, die SVP würde jetzt alles wegwischen, was auf italienisch geschrieben ist, und würde sich nicht an die Abmachungen des Autonomiestatutes halten. 
Ich denke, die SVP versucht, nochmal Muskeln zu zeigen, um nicht allzu viele Stimmen bei der nächsten Wahl zu verlieren, und versucht somit, den ethnischen Konflikt wieder zu entfachen, um die Sprachgruppen zu polarisieren. 
Die SVP braucht eine unzufriedene italienische Sprachgruppe, die rechts wählt, um die Autonomie für sich alleine zu behalten, ohne daß die anderen daran teilnehmen können. 
Dies wird aber die SVP in einer Sackgasse führen.
IP: 141.2.191.28
 
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3. 25-09-2007 19:20
 
Ein widerwärtiges Verhalten der SVP !!
Wie kann sich diese Partei "Südtiroler Volkspartei" nennen , wenn sie dieses Land und seine Kultur so verrät . 
Wahrscheinlich weil SVP doch eher als "S"üdtiroler "V"errats "P"olitiker umschrieben werden sollte . Ich wünsche Eva Klotz und der Südtiroler Freiheit viel Kraft um dieses Schandtat abzuwenden .
IP: 80.121.103.118
 
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4. 25-09-2007 15:59
 
Südirol und nicht Alto Adige!
Ich bin der Meinung die Landespolitik hat wohl den einzig möglichen Weg gewählt, der jetzt in dieser Frage der Reform der Ortsnamen als möglich erscheint, bzw. konsensfähig ist. So eine grosse Reform braucht viel Zeit, bis alle sich an die Neuerungen langsam gewöhnen würden. Ich bin den italienischen Mitbürgern schon dankbar, wenn sie immer öfter staat Alto Adige Sudtirolo auch untereinander sagen. Dieser Name "Alto Adige" ist bestenfalls für einen Namen einer Zeitung geeignet, aber nicht als seinerzeit erfundene Bezeichnung für Südtirol. Die gravierendsten tolomeischen Fälschungen gehören so bald als möglich abgeschafft, z.B. "Vetta d´Italia" als Name für einen Berggipfel im Ahrntal. Mit solchen Namen verbinden in Südtirol und in Italien die noch vorhandenen nationalistischen politischen Dinosaurier und Fossile des Duce-Faschismus den Machtanspruch von Italien in diesem Raum. Zuerst sollte man daher die ärgsten noch existierenden Fälle der tolomeischen Fälschungen zu entfernen beginnen. In einer Gemeinde, wo es so gut wie keine Italiener gibt, braucht man auch ihre italienischen Ortsnamen nicht. Man sollte daher eine klare z.B. 10% Sprachgrenze definieren, ab der die Zweisprachigkeit verpflichtend wäre. Anderswo in Südtirol kann man es der italienischen Sprachgruppe selbst überlassen, wie sie im eigenen Sprachgebrauch mit dieser Frage umgehen. Wichtig ist nur, was gerade auf der Landesebene in Bozen bei der Reform der Ortsnamen geschenen wird. Ausserdem habe ich langsam den Eindruch, den Italienern ausserhalb von Südtirol ist es ziemlich egal, was die Tiroler in Südtirol in ihren Bergen für Ort- und Flurnamen und Bezeichnungen beschliessen oder verwenden. Sie kommen in Massen nach Südtirol als Touristen, weil dieses land vor allem scheinbar sprachlich und kulturell nicht Italien ist und auch aus diesem Grund sollte man darauf achten, dass diese Frage der neuen Ortsnamengebung mit entsprechender politischer Sorgfalt behandelt wird, wenn man schon in Südtirol vom Fremdenverkehr so viel profitiert.
IP: 195.3.113.169
 
Markus A.

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