| Neuauflage von faschistischen Straßennamen in Kaltern: Dilettantismus in altoatesinischer Reinkultur |
| Dienstag, 17. November 2009 | ||||||
Laut der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT entbehren die meisten „Übersetzungen“ der Straßennamen von Kaltern jeder historischen und wissenschaftlichen Grundlage, sind faschistisch belastet und somit Ausdruck von Sprachimperialismus.Man ging sogar soweit, posttolomeische Begriffe, die mittlerweile außer Gebrauch gekommen sind, auszugraben, wie z. B. via Trucci Vecchia für den Alten Trutschweg, so der Sprachwissenschaftler und ehemalige Landestoponomast Cristian Kollmann von der SÜD-TIROLER FREIHEIT. Zudem absurd sei diese „Übersetzung“, weil das Adjektiv an der falschen Stelle steht. Für das Italienische sei höchstens die Bezeichnung „vecchia via Trutsch“ vertretbar. Zu diesem Ergebnis sei man vor sieben Jahren mehrheitlich in der „Kommission für die Bezeichnung von öffentlichen Straßen und Plätzen“ gekommen.
Nicht weniger beschämend findet Kollmann via Pozzo für die Pfusser
Straße. Hier gehe man nach dem Prinzip vor, tolomeisch-faschistische
bzw. pseudoitalienische Ortsnamen auch noch auf Straßennamen zu
übertragen. Dabei stehe der Begriff „Pozzo“ nicht einmal in der
gesetzlich maßgeblichen 3. Auflage des „Prontuario dei nomi locali
dell'Alto Adige“ von 1935, sondern in der 2. Auflage von 1929. Diese
sei aber nie gesetzlich verbindlich gewesen. Der amtlich „italienische“
Name für Pfuss müsste, so Kollmann, laut der 3. Auflage wenn schon
„Fosso“ lauten. Dass sowohl „Pozzo“ als auch „Fosso“ bloße tolomeische
Konstruktionen sind, habe er in folgendem Aufsatz nachgewiesen: Der
Name Pfuss und sein sprachgeschichtliches und politisches Umfeld. (In:
Der Schlern 77/2003, Heft 10, S. 30–46).
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