20 Jahre Mauerfall: Plakataktion - Unrechtsgrenzen halten nicht!
Sonntag, 8. November 2009
plakat_unrechtsgrenzen_halten_nicht.jpgIm Rahmen der Kundgebung am Brenner wurde auch die neue Plakataktion der SÜD-TIROLER FREIHEIT vorgestellt, welche in den kommenden Wochen in allen Gemeinden in Süd-Tirol zu sehen sein wird. Auf den Plakaten ist ein Photo vom Fall der Berliner Mauer abgebildet, mit der Aufschrift: „SO SIEHT FREIHEIT AUS – UNRECHTSGRENZEN HALTEN NICHT“.

Mit dieser Plakataktion soll die Bevölkerung daran erinnert werden, dass in der Politik alles möglich ist, wenn das Volk nur will. Eine Zukunft Süd-Tirols ohne Italien ist nämlich nicht weniger realistisch, als der Fall der Berliner Mauer, oder die Wiedervereinigung Deutschlands.

Gleichzeitig wird damit aber auch eine unmissverständliche Botschaft an den italienischen Staat gerichtet, der kein Anrecht auf Süd-Tirol hat. Italien wird Süd-Tirol nicht ewig die Freiheit vorenthalten können, denn früher oder später kommt auch für Tirol die große Stunde. Die Geschichte zeigt es nur zu deutlich: Unrechtsgrenzen halten nicht!

L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT

plakat_unrechtsgrenzen_halten_nicht.jpg


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Kommentare (11)
1. 22-11-2009 15:33
 
Was für ein albernes Plakat!
Die Brennergrenze mit der Berliner Mauer zu vergleichen, ist armselig und lächerlich. Euerm Ziel, eine nur noch theoretisch bestehende Grenze abzuschaffen, leistet Ihr damit einen Bärendienst. Denn ernstnehmen kann man Euch mit so einem Plakat nun wirklich nicht. Über so viel Ignoranz kann man eigentlich nur den Kopf schütteln.
 
Daniel
2. 12-11-2009 20:15
 
nur maulen ist zu wenig
Lieber Michael! 
 
Nur maulen und motzen ist zu wenig. Komm das nächste Jahr selber auf den Brenner. Es werden immer mehr. Jeder kann zu Positivem beitragen.
 
armin
3. 11-11-2009 12:12
 
Vergleich mit DDR
Man kann nur bedingt die Situation in der ehemaligen DDR mit der in der Autonomen Provinz Bozen vergleichen. Dennoch beide Länder sind, bzw. waren Kriegsbeute-Länder eines Weltkrieges, wo man der betroffenen Bevölkerung das Recht auf eine demokratisch legitimierte Selbstbestimmung verweigerte, bzw. weiterhin verweigert, auch wenn Südtirol eine Autonomie im Laufe der Zeit erhalten hat, die diesen Namen gerade noch verdient, und die man sich erst unter bürgerkriegsähnlichen Umständen in den 50r und 60er Jahren von diesem heutigen Staat erst erkämpfen musste.  
 
Die Ex-DDR hatte auch zum Glück eine reale Schutzmacht im Vaterland der Deutschen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Südtiroler verfügen hingegen seit dem Pariser Vertrag von 1946 auch über eigene international anerkannte Schutzmacht im Vaterland Österreich. Ohne die Rolle der offiziellen Politik in der BRD in der internationalen und in der deutsch-deutschen Politik quer durch die Geschichte seit der Deutschen Teilung nach dem zweiten Weltkrieg bis 1990 würde es niemals zur Wiedervereinigung kommen und die DDR würde es wahrscheinlich heute noch in der oder anderen Form geben. Dieses seltsame Wort deutsch-deutsche Beziehungen ist aus Not seinerzeit erwachsen und gehört bereits der Geschichte an. Das Recht auf die eigene Selbstbestimmung haben die Bürger der Musterautonomie des Sozialismus im Herbst 1989 selbst in die Hand bei Massendemonstrationen genommen, die spätere Deutsche Einheit war nur die logische Konsequenz dieser friedlichen Massenerhebung der Bürger.  
 
Wenn man über die DDR heute schreibt und die Lage dort mit der in Süd-Tirol vergleichen will, sollte man bei historischen Fakten bleiben. Die wirkliche reale Macht in der DDR haben nicht die Ost-Deutschen Kommunisten, sondern die Russen mit ihrer Streitmacht in der Ost-Besatzungszone gehabt. Das war die bittere Konsequenz des Krieges, der 1939 vom Deutschen Boden ausgegangen ist, mit allen dazu gehörenden Folgen für die direkt davon betroffenen Menschen über Generationen in der EX-DDR aber auch im Westen Deutschlands. Die Ost-Deutschen hat es dabei schlimm erwischt, genauso wie auch Südtirol als Beuteland des Ersten Weltkrieges.  
 
Beim Aufstand der Arbeiter in der Ost-Zone am 17. Juni 1953 hat so z.B. die Rote Armee der Sowjetunion den Kriegszustand ausgerufen und auf die demonstrierenden Arbeiter schissen lassen. Die Folge davon, bis zu 60 dokumentierte Todesfälle. An der innerdeutschen Grenze und an der Berliner Mauer sind mit Sicherheit mehrere hundert Menschen bei der Flucht gestorben und Tausende sind schwer verletzt worden. Diese Tatsache ist schlimm genug, und diese hat auch das damalige DDR-Regime zu verantworten. Man darf aber nicht vergessen, dass dieses politische System des Sozialismus ohne die Panzer der russischen Roten Armee in der Ost-Zone kaum mehrere Wochen überlebt hätte. Es waren also nicht die Deutschen, die sich das aus freien Stücken ausgesucht haben. Es waren auch nicht die Deutschen, die den Tod von sicher bis um ein tausend Menschen in der Geschichte der fremdbestimmten DDR zwischen 1949-90 in Kauf genommen haben, als sie auf die vor diesem System flüchtenden geschossen haben, sondern in erster Linie die Macht der Fremdbestimmung in Moskau. Es waren sicher oft genug ideologisch verblendete Menschen, die dem eigenen Volk das elementarste Recht auf die eigene demokratisch-politische Selbstbestimmung verweigert haben. Wo hätten sie es auch in Deutschland lernen können, in der Zeit vor 1945 sicherlich nicht, und die Weimarer Republik war auch kein leuchtendes Beispiel der Demokratie. Es war einzig und allein die einmalige Erfolgsgeschichte der westlich orientierten Bundesrepublik Deutschland, die den Menschen im Osten im Allgemeinen Orientierung und Halt nach 1945 bis 1990 gegeben hat. Die Fremdbestimmung konnte in der DDR nur so überwunden werden und die Deutschen leben bereits seit einer Generation in einem wiedervereinten Vaterland. 
 
Das andere Kriegsbeuteland, die Autonome Provinz Bozen hingegen befindet sich auf dem besten Wege das Ziel der eigenen ethnischen Selbstbestimmung mit der Zeit aus dem Blickfeld zu verlieren. Die Selbstbestimmung wird auch hier einmal zur Gänze politisch durchsetzbar sein, aber nur dann, wenn die Süd-Tiroler geschlossen in den eigenen politischen Parteien der 3/4 ethnischen Mehrheit des Landes es kompromisslos ohne Unterlass anstreben werden wollen. Ein Zeitfenster dafür wurde von der Geschichte um 1990 aufgetan und es bleibt vielleicht für Süd-Tirol noch in den nächsten 5-10 Jahren offen. Nach diesem Zeitpunkt wird das südliche deutschsprachige Tirol bei der Forderung nach der Klärung der eigenen Selbstbestimmungfrage nur auf die Gnade der späteren Geschichte wohl angewiesen sein. Italien braucht sich also heute nur zurückzulehnen und zuwarten, bis diese Frage einmal obsolet geworden ist. Die nicht vorhandene politische Linie der Selbstbestimmung bei der größten Partei des Landes bei der SVP bestärkt die italienische Politik in dieser Haltung. Dass es auch anders gehen kann, das zeigen andere real existierende Autonomien in den Ländern der alten EU, die konsequent die eigene Selbstbestimmung politisch Zug um Zug anstreben. dazu manche zum ersten Mal in ihrer Geschichte überhaupt, oder nach mehreren hundert Jahren wieder, und ohne eigene Schutzmacht.  
 
Das Land Süd-Tirol ist ethnisch, sprachlich und kulturell nicht Italien und wie die EX-DDR ein Beuteland eines Weltkrieges. Dort wie hier war die Führung nicht gewillt, die Frage der Selbstbestimmung dem jeweiligen Staat der Fremdbestimmung zu stellen. Dort in einem Land unter einem totalitären Regime, hier in einer Demokratie. Erst dann, als das Volk selbst massenhaft diese Forderung in unzähligen Demonstrationen erhoben hat, erst dann hat es ein Umdenken in der Politik gegeben. Aus diesem Grund ist Deutschland bereits seit einer Generation ein wiedervereintes Land. Dem Land Südtirol eröffnet hingegen einzig und allein nur die allgemeine Europäische Politik der EU die Perspektive einer Landeseinheit in Tirol. Bleibt es nur zu hoffen, dass wenigstens diese Möglichkeit von der Politik in Bozen auch wahrgenommen wird, aber nicht einmal dessen kann man sich sicher sein. Die Seite der Fremdbestimmung kann sicher Euroregio Tirol auch als ein Instrument des Hinhaltens und der Verzögerung der Klärung der Frage der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler benutzen. Ein jedes nach Selbstbestimmung und ethnischer Einheit strebendes Volk müsste sich immer wieder die Frage stellen, wieviel ihm diese Freiheit in Einheit wert sein kann. Die Deutschen in Ost und West haben diese Antwort 1989/90 bereits gefunden. Die Tiroler in Nord-Ost-Süd-Tirol, und damit die Österreicher und Alt-Österreicher in der Autonomen Provinz Bozen noch nicht. Die nächsten Jahre werden wohl darüber entscheiden, ab auch das Land Tirol in seinem deutschsprachigen und ladinischen Teil zu seiner Landeseinheit in absehbarer Zeit einmal zurückfinden wird.
 
Markus Anton
4. 10-11-2009 22:49
 
130 Menschen
Warum sind 130 Menschen wenig? 
 
Welchen Sinn hätte es denn für die Leute gehabt, auf den Brenner zu kommen? Die Leute sind klüger, als dass sie sinnlos herumfahren. 
 
In der DDR ist die Freiheitsbewegung auch sehr langsam gewachsen und dann erst plötzlich angeschwollen. 
 
Wenn 150 überzeugte am Brenner waren, ist das ein guter Kern. Dieser kann langsam und beständig weiterwachsen. 
 
Dann kann es sein, dass ein Ereignis wie ein Funke die Dinge in Lauf setzt. 
 
In der DDR starben über Jahrzehnte hinweg tausende Menschen. Der Umbruch letztlich war friedlich. Aber davor waren Jahrzehnte Gewalt. Und wieviele starben in Südtirol in den letzten Jahrzehnten? 10? Und die Unterdrückung ist hier nicht so offensichtlich, jedenfalls nicht offensichtlich genug.
 
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5. 10-11-2009 11:04
 
Armutszeugins
S.g. Michael! 
 
150 Menschen sind nicht viel - das mag sein. Andererseits darf man nicht aus den Augen verlieren, dass es unzählige Menschen gibt, welche die Meinung der S-T-Freiheit zumindest grundsätzlich teilen. 
 
Woher kommen denn die ganzen Mandate im Landtag, nicht nur der S-TF, der UfS, der Freiheitlichen, vielleicht auch einiger SVP-ler... . 
 
Wichtig ist es Zeichen zu setzen - dazu braucht es nicht ganze Massen und außerdem haben sich an Großdemos in der Vergangenheit unzählige Menschen beteiligt. Es werden die Oppositionsparteien sein, welche geschlossen ein Umdenken bewirken werden. 
 
Vor diesem Hintergrund werden die von Ihnen genannten Politiker, deren Namen ich es nicht einmal der Mühe wert finde zu schreiben bzw. zu erwähnen, nicht so viel zu lachen haben. 
 
Ps.: Demokratie lebt von Vielfalt und dem Recht etwas zu tun oder nicht zu tun. Manche gehen auf eine Veranstaltung, mache nicht, Hauptsache aber möglichst viele Menschen gehen zur Wahl. 
 
Grüße aus IBK
 
homunculus
6. 10-11-2009 09:53
 
gar nur 130Teilnehmer
Michael hat recht, ich hab sogar was von nur 130 Teilnehmern gelesen. Da kommen bei jeder Bürgerversammlung in jedem Dorf mehr Menschen zusammen. 130Leute aus dem ganzen alten Tirol, es soll jeder selbst bewerten, ob das ein Erfolg ist oder nicht...
 
Waschtl
7. 10-11-2009 08:38
 
Armutszeugnis
Unrechtsgrenzen werden sehr wohl halten, solange gerade einmal 150 Hanseln zu einer so wichtigen Kundgebung wie der am Sonntag mobilisiert werden können. 
 
Da werden sich der Durnbosco, der Seppi und der Urzi schön ins Fäustchen gelacht haben. 
 
Alles wäre heute möglich, wenn sich die breite Südtiroler Mehrheit endlich geschlossen erheben würde. 
 
Aber diese Mehrheit scheint sich eben mit dem Status quo abgefunden zu haben. Wie sonst ist es möglich, dass Siegesdenkmal, erfundene Ortsnamen, Blumenkränze für Tolomei und all die täglichen Tritte und Bevormundungen keinerlei ernstzunehmende Beteiligung auslösen!  
 
150 Teilnehmer am Brenner! Welch ein Armutszeugnis. Ich sehe schwarz bzw. grün-weiss-rot für Südtirol.
 
Michael
8. 09-11-2009 23:05
 
DDR und Süd-Tirol
Die Demonstranten in der DDR forderten unter anderem: 
"Eine Partei kann ihren Führungsanspruch nicht durch ein Gesetz verordnen." 
 
Wie sieht es in Süd-Tirol aus? Die SVP hat zwar kein Gesetz verordnet, aber in Süd-Tirol ist es noch schlimmer. Die SVP braucht nicht einmal ein Gesetz. Sie hat ihre Medienmaschinerie, mit der sie das Volk manipuliert.
 
STiroler
9. 09-11-2009 21:13
 
Freiheit
Am historischen 20. Jahrestag des Mauerfalls habe ich an euch gedacht. Auf meinem Balkon habe ich neben einer schwarz-rot-goldenen Flagge auch eine SÜD-TIROL IST NICHT ITALIEN! Fahne gehißt. 
 
Alle Macht geht vom Volk aus! 
 
Gruß aus Deutschland
 
Vollblutpiefke
10. 09-11-2009 19:39
 
Freiheit
Am Tag des Falls der Mauer quer durch Deutschland erhebe ich mein Glas auf den Fall der unrechtmäßigen Grenze quer durch Tirol!  
 
Herzliche Grüße aus Deutschland 
Markus
 
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11. 09-11-2009 13:08
 
So sieht Freiheit aus?
So sieht Freiheit anderswo in einem anderen Kriegsbeute-Land aus, wie auf diesem Bild, wo die nach Freiheit strebenden Menschen gerade die Berliner Mauer überwinden. 
 
Wie sieht aber die Freiheit in der noch so Autonomen Provinz Bozen gerade um den 09. November aus? 
 
Darauf hat man gestern am Sonntag eine klare Antwort bekommen. In Bozen vor dem Finanzgebäude, mit dem Relief des Duce Mussolini in Glanz und Gloria, hat das Italienische Militär eine Leistungschau in dieser Kolonie wie vor Jahr und Tag abgehalten, als ob sich in Europa an Freiheit- und Demokratieverständnis seit 1989 gar nicht geändert hätte.  
 
Wenn man gerade jetzt diese Vorgangsweise unter dem Relief des Duce im klassischen Sinn einer Kolonialmacht als sichtbare Beleidigung und Demütigung der Bürger wählt, dann vermittelt man den Eingeborenen damit auch eine klare Botschaft, in was für einem Land sie in Wirklichkeit leben. So feiert Italien den Fall der Berliner Mauer in Süd-Tirol, dazu sage und schreibe im Jahre 2009!
 
Markus Anton

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