Mordfall Carabinieri Tiralongo- Bereits 1966 Fakten schriftlich bekannt!
Mittwoch, 9. September 2009

roland_lang_09.jpgBereits 1966 schrieb Dr. Norbert Burger in seinem Buch  „Südtirol wohin?“  (erschienen 1966 im Druffel Verlag), so Roland Lang vom Südtiroler Heimatbund,  auf Seite 183 zum Mordfall Tiralongo wörtlich:
„Wenige Wochen nach der Urteilsverkündung im ersten Mailänder Prozeß wurde Südtirol von einer „Schreckensnachricht“ aufgewühlt. Am 4. September 1964 fiel der 25jährige italienische Carabinieri Vittorio Tiralongo in Mühlwald im Pustertal einem aus dem Hinterhalt abgefeuerten Schuss zum Opfer. Die italienischen Behörden nahmen sofort 600 Verhaftungen unter der deutschen Bevölkerung vor, in der italienischen Kammer fand eine Trauersitzung statt und in Bozen wurde die Gedenkfeier für den Getöteten mit Hassproklamationen gegen die Männer des Südtiroler Widerstandes unterstrichen.
 

Da gerade damals ein neuer Besprechungstermin mit Österreich in Genf vorbereitet war, wurde die Tatsache, dass die italienische Regierung trotz Tiralongos Tod zur Teilnahme bereit war, als eine „Akt der Vernunft und Generosität“ gefeiert. Der österreichische Außenminister Dr. Kreisky ließ in einer Rundfunkansprache am 5. September wissen, dass er die „ruchlose Tat der Terroristen“ schärftstens verurteile; er kündigte eine österreichische Sondergesetzgebung gegen sie an.
Als diese Erklärung über die Ätherwellen verbreitet wurde, befand sich der Mörder des Carabinieri Tiralongo bereits im italienischen Gewahrsam: Es war ein Sizilianer, der den Carabinieri umbrachte, weil dieser seiner Schwester zu nahe getreten war und sie dann nicht heiraten wollte! In kleinen Notizen war das in den  Zeitungen zu lesen; niemand widerrief das Pathos. Aus Österreich vernahm man kein Wort des Protestes gegen die stattgehabte neuerliche Verhaftungs- und Folterwelle. Der tote Tiralongo hatte seine Pflicht getan …“.

Der Südtiroler Heimatbund fordert endlich Gerechtigkeit für Siegfried Steger, Josef Forer, Heinrich Oberleiter und posthum für Heinrich Oberlechner! Was mehrere Leute zu diesem Mord sagten und aussagten, wurde bisher von den Behörden ignoriert. Es ist erfreulich, so Obmannstellvertreter Lang, dass nun mit Herrn Bruno Budroni auch ein ehemaliger Carabinieri die Unschuld der Pustra- Buam bestätigt.
Wie soll man einem Staat vertrauen, der den Mord an einem jungen Menschen ausnutzt, um politische Ziele zu erreichen und um missliebige Südtiroler lebenslänglich ins Zuchthaus zu stecken, so der Südtiroler Heimatbund.

Roland Lang
Obmannstellvertreter des Südtiroler Heimatbundes


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Kommentare (6)
1. 11-09-2009 20:32
 
Sehr gut den Fall heraus erkannt und geschrieben! Der Mann (Lang) ist politisch begabt. 
mfg 
rp
 
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2. 10-09-2009 09:14
 
@Marco: welche grausamen Verbrechen habe die Pusterer denn noch begangen, die ein "Lebenslänglich" rechtfertigen? 
 
Die Geschichte muss wohl neu geschrieben werden...
 
Markus
3. 09-09-2009 18:15
 
Lösung: Los von Italien
Marco, dein heiliger italienischer Terrorstaat ist nicht immer im Recht. 
Italien hat Süd-Tirol widerrechtlich annektiert und versuchte es zu zwangsitalienisieren. 
Zuerst vor der eigenen Tür kehren. 
 
Diesem Staat kann man nicht vertrauen. Er wird uns bis in alle Ewigkeit italienisieren wollen, durch Zwang oder schleichend. 
 
Die einzige Lösung dafür ist das Los von Italien.
 
STiroler
4. 09-09-2009 16:55
 
Lösung: Los von Italien
an Marco: wen sollen die Pusterer denn noch ermordet haben, um diese jahrelange Strafe zu rechtfertigen? 
 
Italien hatte einen Vorwand gesucht um hart gegen die Südtiroler vorzugehen. Tiralongo war das erste "Opfer" das dazu wie gerufen kam. 
 
Jetzt im Nachhinein stellt sich heraus, dass Tiralongo von einem sizilianischen Carabiniere ermordert wurde, und dieser dafür in aller Stille bereits verhaftet wurde... Man wusste also von Anfang an, wer der wahre Mörder war! 
 
Der ganze "Auslöser" war also eine reine "montatura" von Carabinieri Geheimdiensten etc. 
 
Ich frage mich, ob auch die nachfolgenden 20 Opfer gar nicht aufs Konto der Freiheitskämpfer gehen. 
 
Auch all die anderen Fällen sollen aufgeklärt werden.
 
Markus
5. 09-09-2009 16:53
 
Lösung: Los von Italien
es tut der sache nichts gutes, leute wie norbert burger in die diskussion miteinzubinden. auf welche art und weise auch immer.... 
wie soll da distanzierung zu rechtsextremem, deutschnationalem gedankengut noch glaubwürdig sein?
 
guglhans
6. 09-09-2009 11:10
 
Netter versuch..
Tja mein Lieber Herr Lang, leider sind die ehrenwerten Herren aber wegen anderem auch angklagt worden, daher aendert sich nichts and dem aktuellen Zustand.
 
Marco

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