Verlorener Patriotismus
Dienstag, 11. August 2009
landesfestumzug_1984.jpgWenn man die seit Monaten andauernden Diskussionen zum sogenannten "Landesfestumzug" im September betrachtet, kann sich jeder aufrechte Patriot eigentlich nur noch angewidert abwenden. Was waren denn die Vorgänge von 1809, deren wir heuer gedenken? - nichts anderes, als eine politische und natürlich auch militärische Angelegenheit. 200 Jahre später sollen aber politische Zusammenhänge und politische Standpunkte vom Gedenkjahr und dem Umzug ferngehalten werden. Die Vorstellungen Platters, Palfraders, Khols usw. laufen also auf eine harmlose Folklore-Veranstaltung hinaus, mit dem Ziel der Selbstbeweihräucherung und ohne bei irgendwem anzuecken. Das kann es doch nicht sein!

Ein Bravo deshalb dem mutigen Landeskommandanten der Süd-Tiroler Schützen, Paul Bacher, und seinen Mitstreitern, die noch aufrechte Gesinnung zeigen. In Süd-Tirol sind die Schützen noch das, was sie sein sollen: Bewahrer der Heimat mit politischem (nicht parteipolitischem!!!) Charakter. Anders in Nord-Tirol: hierzulande scheinen sich verantwortliche Schützen-Offiziere, teils in erheblichem Widerspruch zu den Schützen im Land, nur mehr als Vorfeldorganisation des Trachtenverbandes zu sehen - der oft abfällig verwendete Begriff "Sommer-Maschgerer" bekommt damit durchaus einen gewissen Wahrheitsgehalt.

In diesem Zusammenhang sind auch die Inhalte zu sehen: Wer der Süd-Tiroler Bevölkerung das Recht auf Selbstbestimmung abspricht und die Vertreter der Landeseinheit als "Ewiggestrige" abtut, kann sich nicht mehr Patriot nennen, sondern ist nur mehr als Bückling vor einem künstlich geschürten Zeitgeist zu bezeichnen!

Mag. David Nagiller, Innsbruck


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Kommentare (7)
1. 15-08-2009 20:25
 
Da hier häufiger auf die DDR verwiesen wird als Beispiel dafür, daß man die Hoffnung auf Freiheit nie aufgeben dürfe:  
 
das Ende der DDR begann mit einer Kirche. Die Nikolai-Kirche in Leipzig. Von hier ausgehend versammelten sich jeden Montag mutige Leipziger Bürger, gingen durch ihre Stadt und skandierten:  
 
"Wir sind das Volk" 
 
Dies war der Anfang vom Ende der DDR.  
 
Da die DDR keinen Schießbefehl gegen ihre Bürger einsetzen wollte, oder konnte, so wurde es zu einer Frage der Zeit, wann diese Demonstrationen das ganze Volk ergreifen würden 
 
Natürlich ist die DDR in keiner Weise vergleichbar mit Südtirol.  
 
Aber man kann eben nicht nur lernen, daß sogar eine DDR irgendwann fiel, man muß auch zur Kenntnis nehmen, daß der Funke zur Freiheit nicht von der politischen Führung herbeigeführt wird.  
 
Der Impuls dazu muß aus dem Volke kommen.  
 
EEkat
 
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2. 15-08-2009 09:20
 
Dem Hl. Land Tirol 1918 die Treue!
Frage mal umgekehrt. Seit 90 Jahren hagelt es tausende Proteste, werden Dornenkronen getragen, wurden Masten gesprengt, tausende Transparente hoch gehalten, hunderte Protestzüge veranstaltet, tausende Ansprachen gehalten, bleibt sich nur die Frage für was???? Der nächte Umzug etc. etc. etc. folgt am Fuße und ist dann aber auch schon wieder für Jahrzehnte vorbei und die Moral von der Geschicht, wenns zur Beruhigung beiträgt, weiter so die nächsten 90 Jahre!!!!! 
Nägel mit Köpfen machen nur drei, nämlich Eva Klotz, Sven Knoll und ihre Truppe! Sie fordern klare Handlung und klare Schritte, hier und jetzt. Ob sie wirklich gehört werden und die Macht der Italis und EUroppis diese ernst nehmen, bleibt zu bezweifeln, im Sinne, nach 90 Jahren ist die Zeit noch nicht reif! Wenn jeder Südtiroler aufstünde am 20. Septimir und an den Brenner marschieren und fahren würde, natürlich friedlich aber doch, dann wäre eine Einheit da als geballte Kraft und die Herren Politiers hätten keine Zeit mehr, die nächsten 90 Jahre damit zu verbringen, ob und wie und wann man sollte, könnte, oder nicht usw. Und gnade einem Uniformierten der die Waffe erhebt, der säche in ein Wespennest!!!!! Oft hört man dass Italiener auch ein Recht hätten, da mitzureden. Eigendlich nicht!! Fakt ist, dass man dem Deutschen Volke Südtirols die Heimat und die Freiheit weggenommen hat und somit sie in der Entscheidung heute legitimierte Nachkommen der damals verbockten Demokratiefreiheitsberaubung bis heute wären!Nach 90 Jahren reden wir dann mit den Italienern auch. Jeder Tiroler auch der Häuptling der Pharaonen...äh Tiroler singt stolz die Tiroler Hymmne, und die Staatshymmne der Logenbrüder. Ich selbstverständlich auch, sogar mit Salut! Wir haben einen Stolz auf unsern Habsburgadlerkopf der Deutschen Nation, auch mit Bauern und Arbeiterstandessichel und Hammerzeichen ala Sozi und Logen einer längst vergangenen DDR und Komunismus, aber wir sind Stolz. Es sollte sich jeder Österreicher mal vorstellen, man näme uns die Identität unseres Staates, andere Zeichen, fremde Ferdern ...äh Fahnen, fremde Hymmne und dazu müsste man sogar hääääbt Acht! stehen, wie anodomini wo man damals in Zivildienermanier obwohl es noch keine gab, dem Adolf die Treue schwören musste, bis in den Tod! Genau so fühlen sich die Südtiroler!!! Sag mir einer ob das Freiheit sei, wenn man gezwungen wird, vor dem Feindesfetzen einer Italienerfahne zu hoffieren, sich jeden Tag bitte Verlogenheiten an Gebäuden ansehen zu müssen in ewiger beschneidung Seelischer Heimat und Patriotenehre und sich Schikanen gefallen lassen muss, nach Aussen natürlich nie oder selten sichtbar, schikaniert wird und den Aufforderungen feindlicher Uniformträger Folge leisten muss, ja dem viele Südtiroler innerlich aus dem Bauch heraus ins Gesicht s....könnten, dies aber nicht tun, im Gegensatz diverser südlich Hemispherierten Mitbewohner. Ein Kohl kann froh sein die Kurfe gekratzt zu haben und vor allem als Pensionist den man nicht mehr all zu ernst nimmt. Die tausend Wenn und Aber bringen Südtirol nicht weiter, aber Hundetrtausende Einheitliche Südtiroler, vom Kind bis zu den Alten, könnten was bewirken.
 
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3. 12-08-2009 16:48
 
Jubiläum - Ewig gestrig
Den Innsbrucker Umzug ohne politischen Hintergrund zu veranstalten ist sinnlos, zumal die Ereignisse um 1809 rein politischer Natur waren.  
Zudem soll das Verbindende der Landesteile in den Vordergrund gebracht, eine angestrebte Verbindung aber unterbunden werden.  
Von "ewig Gestrigen" wird abwertend gesprochen, obwohl der Grund des Umzuges die Erinnerung an ein "gestriges" Ereignis ist. 
Ich werde den Umzug boykottieren und mich nicht als Schaufensterpuppe in Tracht beklatschen lassen!
 
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4. 12-08-2009 14:18
 
Jubiläum - Ewig gestrig
Da bricht schmerzvoll ein seit langem in Gang befindlicher Prozeß der Erkenntnis zutage, den die einen unterdrücken wollen, indem sie Transparente mit bestimmten Inhalten verbannen, den Umzug wohl am liebsten zu einer reinen Folklore umdeuten, um diesen womöglich am Ende an Touristen verticken zu können.  
 
Den anderen steht die Erkenntnis bevor, daß man letzten Endes alleine dasteht mit seinem Freiheitsdrang, den man niemandem aufbürden sollte und kann, so nahestehend man diese auch vermutet.  
 
Der Begriff, der Wert der Freiheit hat immer eine  
starke, individuelle Komponente. Die vor allem jene nicht verspüren können, denen Freiheit nicht voranthalten wird. 
 
Da muss die Verarbeitung von Enttäuschungen beginnen, damit der Blick wieder klar werden kann. 
 
Ich glaube, solch eine Läuterung dürfte der Erringung der Freiheit Südtirols wirklich sehr dienlich sein. 
 
EEkat
 
5. 12-08-2009 09:01
 
Jubiläum - Ewig gestrig
Ich finde es gut das Bacher sich wegen dem "Hitler-Vergleich" nicht entschuldigt. Zwar sollte Bacher wissen, dass bis jetzt jeder Vergleich mit Situationen aus der faschistischen Zeit in Empörung endet, aber der Vergleich ist treffend, auch damals wurde über dem Volk im Land hinweg entschieden. Zwei Politiker haben festgelegt wo die natürliche Grenze zu liegen hat. Damals war es Hitler und Mussolini, heute sind es Platter und Durnwalder, die es glauben bestimmen zu können wo Tirol endet und Italien beginnt. Auch dieses mal wird das Volk nicht gefragt! Jetzt droht Durnwalder die Schützentracht an den Nagel zu hängen. Gut so! Denn was gibt es Widersprüchlicheres als Durnwalder im Schützengewand!
 
Peter K.
6. 11-08-2009 22:08
 
Was Durnwalder darf, sollten Schützen au
Wenn der Landeshauptmann, der höchste bzw. "der" Vertreter des Landes, im Rundfunk sagen kann, dass er für ein Los von Italien stimmen würde, sollten das Bevölkerungsgruppen des Landes, zB die Schützen, auch sehr wohl können.
 
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7. 11-08-2009 22:00
 
Zeitgeist
„… Bückling vor einem künstlich geschürten Zeitgeist zu bezeichnen" 
 
Dieser Zeitgeist zeigt sich in den „Vier Freiheiten“ der EU samt EWR: Freier Geldverkehr, freier Warenverkehr, freier Personenverkehr, freier Dienstleistungsverkehr. So eine (plattgeistige) Freiheitsdogmatik ist mit einem Großteil der Programms der STF unvereinbar.
 
Jörg

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