Gemeinderatswahlen in Meran: Vorbereitungstreffen der SÜD-TIROLER FREIHEIT
Montag, 10. August 2009
Reinhild_Campidell_Wahl_08.jpgZu einem ersten Vorbereitungstreffen für die Gemeindewahlen im Mai 2010 in Meran hat sich vor kurzem die Meraner Ortsgruppe der SÜD-TIROLER FREIHEIT getroffen. Dabei wurden erste Vorbereitungen für eine Kandidatur angegangen und verschiedene Formen der Kandidatur durchdiskutiert.

Laut Meraner Gemeinderätin Reinhild Campidell ist es Ziel der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, bei der kommenden Gemeinderatswahl in Meran zu kandidieren. Ob als eigenständige Liste und eigenem Bürgermeister-Kandidaten oder mit einem gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten mehrerer Listen, will man sich im Moment nicht festlegen, so Reinhild Campidell.

Vielmehr ist die Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT davon überzeugt, dass es auch in Zukunft eine deutschsprachige Oppositionspartei im Meraner Gemeinderat braucht, die die volkstumspolitischen Interessen vertritt.

Durch die mögliche Reduzierung der Anzahl der Gemeinderatsmitglieder von 40 auf 25 Mitglieder würden die BürgerInnen zusätzlich von der aktiven Mitbeteiligung an der Politik ausgeschlossen, so die Meinung der anwesenden bei der Ortsversammlung in Meran. Deshalb spricht sich die SÜD-TIROLER FREIHEIT gegen eine Reduzierung der Anzahl der Gemeinderatsmitglieder aus.

In den nächsten Wochen wird sich die Ortsgruppe Meran weiter mit den Gemeinderatswahlen beschäftigen und sich auf Kandidatensuche begeben, damit die Kandidatenliste möglichst viele Sparten der Bevölkerung abgedeckt, so Reinhild Campidell.

Reinhild Campidell
Meraner Gemeinderätin der SÜD-TIROLER FREIHEIT

 


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Kommentare (1)
1. 10-08-2009 12:37
 
Süd-Tirol am Scheideweg
Die nächsten Gemeinderatswahlen werden unter anderem über den weiteren Verlauf des demokratischen und friedlichen Kampfes um die Selbstbestimmung der Süd-Tiroler entscheiden. 
 
Ein Forumteilnehmer hat sich soeben in einem Kommentar zu den Übergriffen der Carabinieri darüber beklagt, dass das Land gerade in der Gegend um Bozen immer weniger an Süd-Tirol erinnert und immer mehr zu Alto Adige wird. Abgesehen davon, dass gerade in Bozen die deutschsprachigen Süd-Tiroler sich in einer klaren Minderheitenposition befinden und daher sehr angepasst in ihrer unmittelbaren Umgebung zu leben versuchen, ist es doch eine unbestreitbare Tatsache, dass der gegenwärtige Staat es mit seiner Politik der Fremdbestimmung bis jetzt blendend verstanden hat, die Menschen in den Fragen ihrer ethnischen Herkunft zu verunsichern und zu entzweien. Die meisten Süd-Tiroler sehen sich heute immer noch als Tiroler aber scheinen zu vergessen, dass eine mögliche Landeseinheit niemals über den Weg der Eigenstaatlichkeit der AP Bozen zu erreichen sein wird.  
 
Die Landeseinheit, wenn überhaupt, ist unter den heute und auch noch morgen herrschenden Paradigmen der Politik nur in einem Bundesland Tirol des Vaterlandes möglich. Eine andere Möglichkeit gibt es in dieser Frage nicht. 
 
Aus diesem Grund ist soeben die nächste Wahl von 2010 so wichtig. Die SVP wird vielleicht aus ihrem Mittagschlaf erst dann erwachen, wenn die Opposition diese Wahl klar gewinnen wird. 
 
Wohin sich kulturell und ethnisch das Land Süd-Tirol in Zukunft entwickeln wird, kann man heute nur mutmaßen. Es ist sicher ein Glück für Süd-Tirol, dass dieses Land ein Teil des deutschsprachigen Landes Tirol bis heute geblieben ist. Ohne die identitätstiftende Tirolklammer wäre es um die Tirolità des Alto Adige heute anders bestellt. Die emsigen Helfer des Potemkinschen Konstruktes der Italianità des Alto Adige haben seit Ettore Tolomei ganze Arbeit gemacht und ganz sicher ihre Ziele von vorgestern nicht aufgegeben. Dieses Land sollte nämlich nach dieser Auffassung nach der Politik der Assimillierung, der Italianisierung, der Entnationalisierung, der Vertreibung, der Majorisierung und zum Schluß der Altoatesinisierung irgendwann als nur Alto Adige und nicht mehr als Sudtirolo und sicher nur als eine stinknormale Provinz dieses heutigen Staates enden.  
 
Dass es so anderswo einem Land mit deutschsprachiger Kultur ergehen kann, davon kann man sich heute eindringlich überzeugen, wenn man nach Elsass reisen will. Die deutsche Dialektsprache wird dort noch vielleicht nur noch am Land verstanden und auch gesprochen.  
 
Wer jemand im Internet eine Reise nach Elsass unternehmen will, dem kann man Beiträge aus YUO TUBE zu diesem Land empfehlen. Geben Sie ein Stichwort wie: "musique folklorique alsasienne", oder "musik d´Alsace", bzw. nur "la Alsace", der frühere erste Landesnamen Elsass verschwindet immer mehr aus dem Sprachgebrauch der betroffenen Menschen immer mehr. Dabei waren die Franzosen dort immerhin sehr großzügig und haben gemieden, die Flur- und Ortsnamen wie in Süd-Tirol nach nationalistischen Kriterien zu ändern, aber Frankreich hat ja bekanntlich keine Erfahrung mit dem Faschismus gemacht wie Italien und in Elsass gibt es daher gestern wie heute kein Jurasic-Park dieser Ideologie wie gerade in der AP Bozen in Italien. 
 
Ein anderes Beispiel der kulturellen und ethnischen Entwicklung einer Autonomie in Frankreich findet man gerade in Saarland. Dieses Land ist 1957 zu Deutschland nach einer Volksabstimmung zurückgekehrt, in der sich 67% der Bürger für den Staatswechsel ausgesprochen haben. In dieser Abstimmung ist es auch darum gegangen, ob man weitreichende Autonomie als Autonome Region Frankreichs akzeptieren wollte, die 2/3 Mehrheit der Saarländer hat das jedoch damals klar abgelehnt. Auch da kann man auf Yuo Tube zum Theman Saarland einiges an interessanten Beiträgen finden.  
 
Dieses Beispiel der Respektierung des Volkswillen aus Europa der EU hat natürlich damals in Österreich in Hinblick auf Süd-Tirol sehr großes Interesse in der Politik geweckt. Zu den Feierlichkeiten nach der gewonnen Abstimmung sind zu den europäischen Institutionen die wichtigsten Politiker aus Österreich angereist, darunter solche Staatsmänner wie Julius Raab, Adolf Schärf, Leopold Figl oder Bruno Kreisky, also die erste Garnitur aus allen politischen Lagern der Republik. man wollte wahrscheinlich schon damals so eine Volksabstimmung auch in Südtirol, leider vergebens. Italien reagierte damals auf diese Entwicklung mit der Politik der noch agressiveren ethnischen Majorisierung des Landes, was in den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in den 50er und 60er Jahren mündete, wie wir sie aus unserer Zeit aus dem Land Kosovo kennen.  
 
Das was Frankreich bereits vor mehr als 50 Jahren einem fremdbestimmten kleinen Land im eigenen Staatsgebiet erlaubt hat, nämlich Abhaltung einer unbehinderten Volksabstimmung und Rückkehr zum alten Vaterland, darauf wartet die AP Bozen bis heute in diesem heuteigen Staat noch vergebens. Der sichbare Jahr für Jahr fortschreitende wirtschaftliche und politische Niedergang des Stiefelstaates wird aber die Forderung nach Abhaltung einer Selbstbestimmungabstimmung auch in Süd-Tirol immer lauter werden lassen. 
 
Davor wird auch die größte Partei des Landes die SVP auf die Dauer die Augen nicht verschließen können. Erst wenn der politische Druck aus dem Land selbst groß genug sein wird, erst dann wird auch die SVP eine klare Selbstbestimmung Linie fahren wollen. Der Landeshauptmann von Sudtirol argumentierte unlängst in einem TV-Interview des ORF aus Österreich, er würde bei dieser theoretischen Abstimmung für Österreich stimmen, er ginge davon aus, dass das Vaterland die Südtiroler nehmen wollte aber Italien würde wahrscheinlich die AP Bozen nicht so bald gehen lassen. Zugegeben, daran müsste man noch hart arbeiten, dass dies sich einmal ändert. Dazu regiert Italien heute ein Mann, der einen ausgesprochenen Geschäftsinn hat, mit Berlusconi wird man jede Zeit ins Geschäft auch in dieser Frage kommen können, es kommt nur auf den Preis an.  
 
Heute befindet sich das Land Südtirol verglichen mit diesen zwei oben angegebenen Beispielen aus Elsass und aus Saarland eher auf dem Wege der Seezession, wenn ein Landeshauptmann im Fernsehen öffentlich zugibt, er würde in einer Volksabstimmung zu Selbstbestimmung gegen Italien stimmen.  
 
Vor nicht langer Zeit hat man in Deutschland ein Jubiläum des 50. Jahrestages der Rückkehr des Saarlandes zu Deutschland gefeiert, heuer feiert man bereits den 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung. 
 
In der Frage der Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol in seinem deutschsprachigen und ladinischen Teil gab es auch Fortschritte, aber die sind nur der politischen Arbeit der Opposition des Landes zu verdanken. Die Regierungparteien sehen keinen Bedarf so bald ihre alten Positionen in dieser Frage zu ändern. Sie sollen sich dann nicht wundern, wenn das Land Süd-Tirol mit der Zeit, wenn man in Jahrzehnten denkt, seine tiroler Identität größtenteils verliert und in erster Linie zu Alto Adige wird. In so einem Fall wird für jede Volksabstimmung zu Selbstbestimmung zu spät sein, das müsste allen klar sein. Wenn eine reale Chance auf Wiedervereinigung und Selbstbestimmung in Süd-Tirol jemals in der Geschichte bestanden hat, dann gibt es sie am ehesten in unserer Zeit, wo sich Italien als Staat der Fremdbestimmung nicht so leicht über ein Resultat einer gewonnenen Selbstbestimmung Abstimmung hinwegsetzen kann.  
 
Die Selbstbestimmung Süd-Tirols ist heute endlich vage politisch möglich geworden. Sie würde wohl lange Zeit in Anspruch nehmen und wäre erst dann möglich, wenn die Südtiroler zuerst geschlossen wissen würden, was man in dieser Frage für das eigene Land erreichen will. Die Selbstbestimmung Süd-Tirols kann nur in Landeseint in einem Bundesland Tirol münden. Von der Notwendigkeit dieses Schrittes müsste man, abgesehen von der eigenen Bevölkerung, die eigene Schutzmacht und die internationalen Gremien überzeugen. Italien als heutiger Staat kann so eine Entwicklung zulassen oder auch hintertreiben. Europa der EU besteht heute nicht nur aus dem Stiefelstaat. Der Mehrheitswille der Staaten wird auch in dieser Frage immer mehr politisch ausschlaggebend. Mit der Unterstützung auch aus diesen Ländern, die selbst über Generationen von der Fremdbestimmung betroffen waren, könnte man sicher einiges an Fortschritten in dieser Frage erreichen. 
 
Ein Gegenargument des LH von Südtirol Luis Durnwalder gegen eine baldige Volksabstimmung zu dieser Frage wird die Tatsache immer wieder von ihm erwähnt, dass es heute den Menschen in diesem Land gut gehe und sie daher keine Veränderung des politischen Status quo des Landes momentan wünschten. Die meinungsumfragen sagen auch hier etwas anderes, die große Mehrheit spricht sich jede Zeit für die Selbstbestimmung aus. 
 
Den Saarländern ist es nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich bis 1957 auch verglichen zu Deutschland viel besser gegangen, sie haben sich dennoch zu 67% für die Rückkehr zu ihrem eigenen sprachlichen, ethnischen und kulturellen Vaterland entschieden.  
 
Seit damals ist sehr viel Zeit vergangen, heute kann man daher die zwei Wege einer vergleichbaren Ethnie in Elsass und in Saarland auch auf Yuo Tube gut studieren.  
 
Allen interessierten Menschen ist das zu empfehlen. Anhand dieses Anschauungsmaterials kann man sich ausmalen, wo das Land Südtirol in 10 oder 20 Jahren sein wird, wenn man nicht spätestens jetzt mit der Selbstbestimmung der AP Bozen auf allen Ebenen der Landespolitik der AP Bozen beginnen will.
 
Markus Anton

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