Beschlussantrag für den Dreier- Landtag Europaregion Tirol
Freitag, 24. Juli 2009

Mit der Gründung der Europaregion Tirol wurde die konkrete Hoffnung verknüpft, dass das Unrecht der Teilung Tirols überwunden werden könnte, und Tirol wieder zu einer neuen Einheit finden würde.
Obgleich durch europäische Rahmenbedingungen wie dem Schengen- Abkommen und der Einführung des Euro die Unrechtsgrenze im Herzen Tirols durchlässiger geworden ist, kann dies dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tirol politisch, juridisch und verwaltungstechnisch noch immer geteilt ist.

Leider muss ebenfalls festgestellt werden, dass sich Europa in den letzten Jahren von der ursprünglichen Idee eines Europa der Völker und Regionen entfernt hat und sich stattdessen zu einem Europa der starken Nationalstaaten mit gemeinsamer Wirtschaftsstruktur verlagert hat.
Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den Eigenständigkeits- und Einheitsbestrebungen vieler Völker ohne Staat und geteilter Völker in Europa und erschwert somit deren freie Entwicklung.


Mit der Einführung des Dreier-Landtages wurde eine gemeinsame politische Institution geschaffen, deren konkretes Ziel es ist, die politischen Rahmenbedingungen für eine Annäherung und Zusammenarbeit der Tiroler Landesteile zu schaffen.

Leider hat auch dies nicht die erwarteten Früchte getragen. Zwar wurden seit  der Gründung eine ganze Reihe von gemeinsamen Beschlüssen gefasst, viele davon wurden aber entweder gar nicht oder nur im Geiste einer gut nachbarschaftlichen Beziehung umgesetzt, bei der letztlich aber doch wieder jeder der Tiroler Landesteile seinen eigenen und somit getrennten Weg geht.
Tirol hätte bereits heute viele Möglichkeiten, seine Gemeinsamkeiten zu pflegen und auszubauen, versteht diese aber nicht ausreichend zu nützen, sodass allzu oft der Eindruck entsteht, dass die Europaregion Tirol und die viel beschworene Landeseinheit lediglich leere Gebilde sind.


Der Dreier-Landtag hat bisher nicht viel dazu beigetragen, eine echte Europaregion zu schaffen. Er kommt nur alle paar Jahre für einen Tag zusammen und ist so unmöglich in der Lage, eine wirkliche Zusammenführung und Zusammenarbeit der Tiroler Landesteile voranzutreiben. Die bittere Realität ist, dass einander selbst die Landtagsabgeordneten der Tiroler Landesteile nicht einmal kennen.

Es bedarf daher neuer Perspektiven für die zukünftige Entwicklung Tirols, sowie geeigneter Strukturen, die die Umsetzung derselben ermöglichen, damit die Europaregion Tirol endlich mit Leben gefüllt wird.
 

Dies vorausgeschickt,
beschließt der Dreier-Landtag:

•    Die Einführung eines Tiroler-Zukunftstisches, bei dem die Klubsprecher aller in den Landtagen vertretenen Parteien und Bewegungen in regelmäßigen Abständen zusammentreffen. Gemeinsam sollen diese über die zukünftige politische, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklung Tirols beraten, sowie konkrete Maßnahmen für eine Zusammenarbeit ausarbeiten.

•    Die Landesregierungen der drei Tiroler Landesteile werden beauftragt, einen Maßnahmenkatalog zu erstellen, durch den die Europaregion Tirol mit Leben erfüllt wird. Durch die Bildung gemeinsamer Institutionen,  politischer und juridischer Körperschaften, soll neben der kulturellen und politischen, auch die verwaltungstechnische und rechtswirksame Einheit Tirols in der Europaregion Tirol  angestrebt werden.


L.-Abg. Sven Knoll            

L.-Abg. Dr. Eva Klotz

SÜD-TIROLER FREIHEIT
Freies Bündnis für Tirol


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Kommentare (3)
1. 11-12-2009 11:47
 
Waschtl an Herr Mairhofer
Waschtl's Kommentar läßt erkennen, dass er sich nicht die kleinste Mühe gemacht hat, das Tirol-Adria-Projekt zu verstehen.
IP: 79.48.231.171
 
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2. 29-09-2009 19:43
 
@Herr Mairhofer
Da scheint mir der BBT doch die bessere Lösung. Ein Zug ist nicht weniger umweltfeundlich als ein Schiff und sollte es nochmal einen Sommer wie 2003 geben, wo nur noch ein Rinnsal die Etsch runterrinnt, kommt der gesamte Warentransport über die Alpen möglicherweise für Wochen zum Erliegen, wie auch bei Unwettern, Hochwasser oder bei Eiseskälte. Wegen dieser Gründe musste meines Wissens die Schifffahrt sogar auf der Donau des öfteren eingestellt werden; bei den Mengen die heute tagtäglich über den Brenner transportiert werden, sind das zu viele Risiken. Nette Idee aber meiner Meinung nach nicht realisierbar...
IP: 82.105.158.212
 
Waschtl
3. 21-09-2009 17:52
 
Tirol-Adria-Projekt
„Für Tirol, weniger Worte mehr Taten“ lautete ein Spruchband beim Umzug in Innsbruck! In diesem Sinne weise ich auf das Tirol-Adria-Projekt hin, das vom gemeinsamen Landtag aufgegriffen werden sollte. 
 
Ohne Räder und mit Wasserkraft durch die Alpen ist das Konzept des Tirol-Adria-Projektes. Europa sollte nicht einen Basistunnel für eine weitere Bahnlinie, sondern den AlpenKanalTunnel verwirklichen! 
Das Tirol-Adria-Projekt ist ein sehr innovatives Vorhaben, das zeigt: 
 
a) wie die Wasserkraft der Alpen zur Bewältigung des Güterverkehrs auf der Brennerachse beitragen könnte;  
 
b) wie Passau an der Donau zum Wasserstraßenkreuz Europas würde; 
 
c) wie Tirol von einer Wasserstraße durchzogen und dabei die Alpen unterquert würden; 
 
d) und schließlich wie durch den Verbindung Donau-Oder-Ostsee ein Korridor von der Ostsee zur Adria hergestellt würde! 
mfg
IP: 79.48.231.171
 

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