Rechtsradikalismus: Land unterstützt Kunstmesse, bei der „Nazi-Gartenzwerge“ verkauft werden
Montag, 20. Juli 2009
hitler_gartenzwerg_002.jpgAls unverständlich und unverantwortlich bezeichnet der Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, die finanzielle Unterstützung des Landes und der Stadt Bozen für die im Mai abgehaltene Kunstmesse „kunStart 09“ in Bozen, bei der neben diversen Kunstobjekten auch die Nazi-Gartenzwerge des deutschen „ Künstlers“ Ottmar Hörl ausgestellt wurden, die ihren rechten Arm zum Hitlergruß erheben. Die deutsche Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

 

Angesichts der Tatsache, dass der jüngste Bericht über aufkommende rechtsradikale Gruppierungen in Süd-Tirol zu großer Besorgnis geführt hat, muss dem Land und der Stadt Bozen der Vorwurf gemacht werden, ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen zu sein.

Nach der Frosch-Affäre des letzten Jahres, ist dies nun schon der zweite Fall, bei dem das zuständige Landesamt offensichtlich völlig konzept- und gedankenlos vorgeht und damit die gesamte Kunstszene in Verruf bringt.

Man muss sich daher die berechtigte Frage stellen, für welchen Unsinn das Land im Namen der Kunst Steuergelder verschwendet.

Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll fordert Aufklärung vom Land, wie es zur Unterstützung eines solchen „Kunstwerkes“ kommen konnte und wird diesen Vorfall im Rahmen einer Anfrage im Landtag zur Sprache bringen.

Auch wenn es wohl keine Absicht war, mit diesen Ausstellungsexponaten das rechtsradikale Gedankengut zu fördern, so ist das Vorgehen allemal fahrlässig, da davon ausgegangen werden muss, dass ein Großteil der Messebesucher diese Objekte nicht richtig einzuordnen vermag.

Gänzlich unverantwortlich ist es jedoch, wenn diese Nazi-Gartenzwerge auch noch zum Vorzugspreis von 40 Euro (in Deutschland kosteten sie 50 Euro) am Eingang der Messe verkauft werden.

In den letzten Wochen wurde von einzelnen Politikern und Institutionen auf äußerst schäbige Art und Weise versucht, Tirol-Patriotismus mit Nationalsozialismus gleichzusetzen und somit Traditionsverbände wie den Schützenbund in den Dreck zu ziehen.

Es bleibt daher abzuwarten, ob diese Kreise nun mit derselben Inbrunst gegen das unverantwortliche Vorgehen des Landes und den Verkauf dieser Nazidevotionalien protestieren.


Für die SÜD-TIROLER FREIHEIT steht indes fest, dass sich das Selbstbestimmungsanliegen und der Kampf gegen die faschistischen Relikte nur dann glaubhaft vertreten lassen, wenn mit derselben Konsequenz auch das nationalsozialistische Gedankengut verurteilt wird. Es ist daher notwendig, auch gegen die Ausstellung und finanzielle Förderung dieser „Nazi-Gartenzwerge“ mit Vehemenz zu protestieren und zu intervenieren.

L.-Abg. Sven Knoll
SÜD-TIROLER FREIHEIT

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Kommentare (9)
1. 29-07-2009 09:48
 
Kunstkenner
die Diskussion von GeorgeW und Vollblutpiefke erinnert mich ein bisschen an meine Zeit im Kindergarten... aber naja. 
 
Jedenfalls, wie so oft in der Kunst/Satire/Kommödie ist es schwer zu unterscheiden ob eine Aussage erst oder ironisch gemeint war. Denn unter dem Deckmantel der Kunst kann man so ziemlich alles illegale machen und anschliessend dann von Kunst sprechen. Und wer diese Kunst nicht verstehe, wäre einfach zu blöd dazu. Diese ignorante Einstellung mag ich nicht. 
 
Zum konkreten Beispiel des Gartenzwerges: das obere Bild der hunderten Gartenzwerge mit erhobener Hand sind FÜR MICH PERSÖNLICH zweifelsfrei satire und ironie: die Kombination von einem Heer von harmlosen Gartenzwerg mit dem gefährlichen Hitlergruss ist interessant, provokativ, mahnend. Aber dennoch sollte jedem klar sein, dass diese Art von Kunst auch leicht fehlinterpretiert werden kann und somit nicht von Steuergeldern bezahlt werden sollte. Denn der Staat bzw. das Lans sollte nur Kunst fördern, die in keinster Weise als verletzend interpretiert werden kann. 
 
Anders sehe ich den Verkauf eines einzelnen Gartenzwerges. Bei einem einzelnen Zwerg sehe ich die Satire und die Kunst nicht mehr. Wenn ich den Zwerg kaufe und mir in den Garten stelle, dann kann ich doch wirklich nicht von Kunst sprechen. Und da ist die Diskussion egal ob den Zwerg nur "bildungsferne" schichten kaufen könnten bzw. würden oder nicht. Ich kann mich nicht erinnern, dass man ein Studium absolviert haben muss um in ein Museum zu kommen. Davon abgesehen, dass Bildung nicht zwangsläufig was mit der politischen Meinung zu tun hat. 
 
 
 
Und auch beim vielzitiertem Frosch ist der schmale Grad zwischen Kunst und Beleidigung überschritten worden. Damit meine ich nicht mal das Kunstwerk an sich, denn das Kunstwerk ist Satire. Aber die Installation eines solchen Kreuzes hoch oben auf der Wand wo ein richtiges Kreuz hängen sollte, hat nichts mehr mit Kunst zu tun. Damit haben die Museumsbetreuber gezeigt, dass sie selbst das Kunstwerk nicht verstanden haben.  
 
 
Oft erinnert mich die Kunst auch an "des Kaisers neue Kleider". Alle doch so guten Kunstkenner sprechen davon wie schön denn der Frosch oder der Gartenzwerg ist. Exzellent vom Künstler in Szene gesetzt und eine sehr gute Idee und Umsetzung. Wer sich von solchen Kunstwerken angegriffen fühlt, ist einfach zu dumm für Kunst und versteht sie nicht. 
Dennoch gibt es einige wenige die sich trauen zu sagen, dass sie dir Kunst nicht verstehen und gerne erklärt bekommen möchte. Die Kunstkenner sagen aber nur "ich könnte es dir ja erklären, du würdest es aber doch nicht verstehen...". 
 
Ob die Kunstkenner das Werk dann wirklich verstanden haben oder nicht kann sich ja jeder selbst denken... 
 
 
PS: wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.
 
hp
2. 28-07-2009 21:20
 
@ GeorgeW.
1.Welche falsche Interpretationen meint er?  
Die MEISTEN Befürworter rechtsradikalem bzw. nationalsozialistischem Gedankengutes verstehen nicht die Aussage des “Nazi-Gartenzwerg“. Dafür sind die viel zu doof! In meinem letzten Kommentar habe ich mich diesbezüglich bereits geäußert. Meine Stellungnahme: "Diese Weitschicht haben aber nicht alle Menschen. Besonders bei orientierungslosen Kindern- und Jugendlichen, aber auch Angehörigen sogenannter “bildungsferner Schichten“, KÖNNTE ein “ Nazi-Gartenzwerg“ falsche Interpretationen wecken." Erst aufmerksam lesen, dann denken und danach sich schriftlich äußern! 
 
2. Da möge er auch antworten, warum die Angehörigen bildungsferner Schichten ausgerechnet die Kunstmesse besuchen würden?  
Das Angehörige bildungsferner Schichten in der Regel Kunstmessen nicht besuchen, ist auch mir bestens bewußt. Nichtsdestotrotz KÖNNTEN sich solche Kreise über das Internet, über Verwandte, Freunde, Bekannte usw. inspirieren lassen. Kinder und Jugendliche verfügen vielfach schon in frühen Jahren über ausgezeichnete EDV-Kenntnisse! 
 
2. P.S. Außerdem möge er auf seine Rechtschreibung achten! In dieser Hinsicht muss ich dir ausnahmsweise Recht geben. Tippfehler sind menschlich und passieren jedem User! Mit Sicherheit auch dir! 
 
3. P.S. ER SOLL UNS NICHT DUZEN! Wir sind hier nicht bei einem Vorstellungsgespräch, sondern in einem offenem Forum. 
 
4. P.S. Er möge uns auch verraten, wer nonamegeht1 bzw. Doppelbürger ist, bzw. warum er uns damit anredet? 
nonamegeht1 bzw. Doppelbürger, du weißt SEHR WOHL, was ich damit besagen will! :-)
 
Vollblutpiefke
3. 28-07-2009 14:59
 
Aufgabe nicht erfüllt! Durchgefallen! Na
Werter Vollblutpiefke, 
 
Wir danken ihm für seine teilw. Zustimmung, allerdings hat er seine Aufgabe nicht gemeistert! 
 
Er möge aber die folgenden Fragen beantworten:  
1.Welche falsche Interpretationen meint er? 
2. Da möge er auch antworten, warum die Angehörigen bildungsferner Schichten ausgerechnet die Kunstmesse besuchen würden? 
Findet er das nicht widersprüchlich? 
 
Wie bereits im letzten Kommentar angedeutet, kann es sein, dass hier krampfhaft einen Skandal konstruiert werden sollte (ein Frosch 2.0 so zu sagen!)?  
In letzter Zeit gab es nichts zu jammern und Medienpräsenz mitten im Sommerloch ist Goldwert! (Geschweige denn ein Skandälchen!) 
 
P.S. Er möge sich seine Piefke- Arroganz sparen, so dermaßen vorbildlich sind die Bundesdeutschen nun auch wieder nicht. Er hat aber auch recht, Italien hat diesbezüglich (v.A. in Südtirol)viel nachzuholen! 
Jedoch, in der Bundesrepublik gibt es nach wie vor Schulen, die nach Nazi-Größen genannt wurden, rechtsextreme Parteien sind in mehreren Landtagen vertreten, Orte in den neuen Bundesländern als NoGo-Zonen für Ausländer und und und! 
 
2.P.S. Außerdem möge er auf seine Rechtschreibung achten! 
 
3.P.S. ER SOLL UNS NICHT DUZEN! 
Wir werden wenn schon geIhrzt! 
 
4.P.S. Er möge uns auch verraten, wer nonamegeht1bzw.doppelburger ist, bzw. warum er uns damit anredet?
 
GeorgeW.
4. 28-07-2009 08:30
 
@ GeorgeW.
Mein werter GeorgeW., nonamegeht1 bzw. Doppelbürger, oder wie du dich auch immer gerne nennen magst? 
 
Das ein “ Nazi-Gartenzwerg“ ein sogenanntes “Kunstwerk“ ist, das nationalsozialistisches Gedankengut ins Lächerliche zieht, stimme ich dem User Gorgias und dir zu. Diese Weitschicht haben aber nicht alle Menschen. Besonders bei orientierungslosen Kindern- und Jugendlichen, aber auch Angerhörigen sogenannter “bildungsferner Schichten“, KÖNNTE ein “ Nazi-Gartenzwerg“ falsche Interpretationen wecken. 
 
Wie du weißt, leben wir in Zeiten steigender relativer Armut, verschärft durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise. Unter solchen Rahmenbedingungen, haben rechtsradikale Rattenfänger ein besonders leichtes Spiel. Meines Erachtens, sollten ALLE nur erdenklichen Anstrengungen unternommen werden, um dieses zu unterbinden. 
 
Thema Geschichtsbewältigung: 
Wir Piefkes bzw. Bundesdeutsche, sind eine Nation, die sich zu seiner Geschichte von Schuld, Scharm und Schande offen bekennt. Immense Entschädigungszahlungen, Förderung und Aufrechterhaltung von NS-Gedenkstätten, Holocaust-Mahnmal im Berliner Regierungsviertel usw. 
 
IM GEGESATZ ZU ITALINEN: 
 
Faschistische Denkmäler, faschistische Toponomastik in Süd-Tirol, faschistische Konsumartikel, ranghohe Politiker, die sich mit dem Römischen Gruß in der Öffentlichkeit präsentieren usw.
 
Vollblutpiefke
5. 27-07-2009 16:11
 
@ GeorgeW.
Mein Kommentar von gestern Abend wurde nicht veröffentlicht... 
Darum poste ich ihn nochmals in einer entschärften Version! 
 
1. Der Kommentar von Gorgias bringt es auf dem Punkt, dem ist wohl nichts hinzuzufügen; Der Zwerg personifiziert die Lächerlichkeit der Herrenrasse! 
Der Herr Knoll hat da wohl etwas nicht verstanden, ansonsten sind seine Aussagen nur folgendermaßen zu erklären: 
Entweder braucht Ihr aufgrund des Sommerlochs dringend Medienpräsenz. 
Oder: Nach den Angriffen (Nazikeule!) einzelner Politiker seid Ihr derart überreizt, dass so bald dass etwas auch nur entfernt nach Nazi aussieht, bei Euch automatisch einen Ablehnungsreflex ausgelöst wird! 
Wie wäre es damit: Zuerst überlegen und erst dann reden! Ansonsten muß man sich (berechtigterweise!)fragen, ob in Südtirol die Politiker nur Kunstbanausen sind? (Siehe Frosch!) 
 
An Herrn Vollblutpiefke: 
er möge den Kommentar von Gorgias lesen und dazu überlegen inwiefern er dazu fähig sei, so eine brillante Analyse abzuliefern um seine Behauptung (Inhaltlich und rhetorisch? Wie bitte?) zu untermauern! 
P.S. Er möge dies keineswegs als südtiroler Arroganz betrachten... (Wie wir Alle wissen, sind die Bundesdeutschen-Gemüter wohl etwas empfindlich!)
 
GeorgeW.
6. 25-07-2009 19:35
 
Lustiges Künstlervölkchen ?
Viele der sog. Künstler sind einfach bescheuert, man denke nur an den Kippenberger-Frosch, nur wird dieser Quatsch von der öffentlichen Hand auch noch honoriert.
 
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7. 24-07-2009 20:18
 
Lustiges Künstlervölkchen ?
Quote:
Die deutsche Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

 
 
Es gab auch Probleme mit durchgestrichenen Hackenkreuzen oder mit zetrümmerten Hackenkreuzen mit einer Faust oder mit einem Männchen das ein Hackenkreuz in einen Papierkorb wirft. 
 
Der Arier ist, laut nazionalsozialistischen Ideal von hochgewachsener athletischer Statur. Durch einen Gartenzweg, ein typisches deutsches Sysmbol, wird dieses Bild kontakarriert. 
 
 
Quote:
Auch wenn es wohl keine Absicht war, mit diesen Ausstellungsexponaten das rechtsradikale Gedankengut zu fördern, so ist das Vorgehen allemal fahrlässig, da davon ausgegangen werden muss, dass ein Großteil der Messebesucher diese Objekte nicht richtig einzuordnen vermag. 

 
 
Woher wollen Sie daß wissen? Wieso ein Großteil?  
 
Quote:
Es bleibt daher abzuwarten, ob diese Kreise nun mit derselben Inbrunst gegen das unverantwortliche Vorgehen des Landes und den Verkauf dieser Nazidevotionalien protestieren.

 
 
Daß Sie dieses Werk als Nazidevotionalie bezeichnen zeigt auf, daß Sie anscheinend selbst noch nicht das Kunstwerk verstanden haben. 
 
Falls jemand wirklich, mit nationalsozialistischer Gesinnung dieses als solches verwenden möchte, würde er sich selbst ins lächerliche ziehen. 
 
Quote:
Für die SÜD-TIROLER FREIHEIT steht indes fest, dass sich das Selbstbestimmungsanliegen und der Kampf gegen die faschistischen Relikte nur dann glaubhaft vertreten lassen, wenn mit derselben Konsequenz auch das nationalsozialistische Gedankengut verurteilt wird.

 
 
Wenn Sie nationalsozialisitsches Gedankengut verurteilen, wieso protestieren Sie gegen ein Kunstwerk das nationalsozialistisches Gedankengut ins Lächerliche zieht?
 
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8. 21-07-2009 21:09
 
Gartenzwerg statt Tiroler Verdienstmedai
Vieleicht sollte man doch einige dieser Nazi-Faschogartenzwerge erstehen und eine jährliche Preisverleihung abhalten, so eine Art Oskar oder Bambi für Faschismusverteidiger in Süd Tirol. 
Nazi-Faschogartenzwerge in Gold Silber und Bronze. 
Einen besonders Großen könnte man am Brenner aufstellen um unsere Touristen zu begrüßen. 
Passend auch als zusätzliche Dekoration für Abessinienwastel. 
 
 
Es lebe die Freiheit!
 
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9. 20-07-2009 12:50
 
@ Sven Knoll
Sehr geehrter Herr Knoll, 
 
ausgezeichneter Artikel über die „Nazi-Gartenzwerge“. Inhaltlich und rhetorisch absolut perfekt. Vielen Dank!
 
Vollblutpiefke

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