Gewehrpatrone im Landtag: Explosion einer Granate im Vinschgau zeigt die große Gefahr von Munition
Donnerstag, 2. Juli 2009
kaliber_7.62-nato.jpgGestern Abend explodierte in Taufers im Münstertal (Vinschgau) eine Granate, die ein Mann bei einer Wanderung gefunden und mit nach Hause genommen hatte. Der Mann musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Dass nun ausgerechnet zwei Tage,nachdem der Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, durch das Vorzeigen einer in Prags gefundenen Militär-Gewehrkugel im Landtag für Aufsehen gesorgt hatte, ein derart schwerer Unfall passiert, zeigt, wie groß die Gefahr ist, die von zurückgelassener Munition ausgeht und wie notwendig es daher war, das öffentliche Interesse auf diesen Missstand zu lenken.

In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Beschwerden und Landtagsinitiativen wegen zurückgelassener Munition gegeben. Allein, es hat sich nie etwas geändert.
Es ist nicht akzeptabel, dass man immer so lange abwartet, bis etwas schlimmes geschieht und Menschen zu Schaden kommen.

Sowohl von den Relikten des 1. Weltkrieges, als auch von zurückgelassener Munition nach Militärübungen, gehen große Gefahren für die Bevölkerung aus, insbesondere dann, wenn sie in die Hände von Unbedachten, oder gar Kinder gelangen.

Das plakative Vorzeigen der Gewehrkugel im Landtag, mit der das Zurücklassen scharfer Munition nach Militärübungen beanstandet wurde, war, wie sich durch die Explosion der Granate im Vinschgau nun gezeigt hat, absolut notwendig.

„Ich bin mir bewusst, dass das Vorzeigen einer Gewehrkugel im Landtag ein sehr unkonventioneller Schritt war. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass wir als Politiker eine Verantwortung für unsere Bevölkerung tragen und nicht tatenlos dabei zusehen können, wenn diese durch zurückgelassene Munition gefährdet wird. Wenn durch den damit entstandenen Wirbel die Bevölkerung nun für die Gefahren scharfer Munition sensibilisiert werden konnte und auch das Militär, aufgrund des öffentlichen Interesses, zukünftig sorgsamer mit scharfer Munition umgeht, bin ich bereit, die volle Verantwortung für den Eklat im Landtag zu übernehmen, auch wenn dies strafrechtliche Folgen nach sich zieht“.



L.-Abg. Sven Knoll

Bild einer Patrone desselben Kalibers 7.62-Nato, wie sie in Prags gefunden wurde:

kaliber_7.62-nato.jpg


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Kommentare (16)
1. 05-07-2009 09:29
 
Aufschneiden
In der Zeitung stand, der Typ habe versucht, die Granate aufzuschneiden. Sagt mal, wie bescheuert muß man denn sein, um eine Granate aus dem 1. Weltkrieg aufschneiden zu wollen??? Ist da gar kein Hausverstand mehr???
 
Freigeist
2. 04-07-2009 19:19
 
Patrone in Landtag?????????????
Ich glaub es einfach nicht, dass ein L.Abg. wie es Herr Knoll ist, wirklich eine echte Patrone-NATO- Munition in den Landtag mitgenommen hat. Es war sicher keine "Echte". Abgesehen davon, wenn Dumme mit solch Materialien, wie z.B. die gefundene, nach Hause mitgenommene, daran herumhantieren und in diesem Fall die Granate explodierte, wie es in Taufers passiert ist, dann sollte derjenige für seinen bewußten Fehler die Konsequenzen tragen. Ich weiß nicht, ob der L.Abg. Sven Knoll so etwas wie eine "Meldepflicht" von Kriegsmunition bei ihrer Auffindung kennt und ebenso, dass man mit dieser nicht so einfach in der Gegend herumlaufen und sie sogar zu Versammlungen mitnehmen darf. Aber ich halte für niemanden meine Hand ins Feuer. Es fehlt den jungen Leuten von Heute halt die Militärpflichtzeit; danach waren die meisten halt Männer ggg aber auch nicht alle ;-))) So nebenbei: "In den Landtag hätte der Lantagsabgeordnete Sven Knoll als besten Beweis das Auffindungsprotokoll der Sicherheitsbehörde vorlegen können. Wer bezeugt denn nun die öffentlich-zugängliche Örtlichkeit (??) in welcher die Patrone vermeintlich von irgendjemanden (???) gefunden wurde, welcher nun Angst haben muß eine Anzeige zu kassieren ?"
 
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3. 03-07-2009 21:18
 
Patrone in Landtag?????????????
Vor 23 Jahren habe ich meinen Militärdienst bei der Artilerie abgeleistet. Unter anderem haben wir im Sarntal Mänöver mit scharfer Munition gemacht. Swohl unsere Blindgänger als auch die der Alpini musste wir dann suchen. Ich schätze dass noch einiges in dieser Gegend liegen wird.(Wäre damals bei der Suche durch meinen Leichtsinn fast draufgegangen.)
 
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4. 03-07-2009 13:51
 
Patrone in Landtag?????????????
Was ist dabei, eine Gewehrkugel im Landtag vorzuzeigen?
 
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5. 03-07-2009 12:40
 
warum ich zweifle
1. laut Wikipedia ist diese Patrone: "Die Patrone 7,62 mm x 51 NATO ist eine Gewehrpatrone mit großer Verbreitung im Militär- und Jagdbereich. Beim Sportschießen wird die Patrone, aufgrund ihrer durchschnittlichen Eigenpräzision, zunehmend von anderen Patronen verdrängt. In den durch die NATO beeinflussten Streitkräften wurde sie für die Verwendung in Sturmgewehren durch die kleinkalibrige 5,56 x 45 mm NATO abgelöst und wird meist nur noch in Maschinengewehren genutzt. Auch hier geht die Tendenz hin zu leichten Maschinenwaffen wie der M249 SAW oder dem MG4, mittelschwere MG wie FN MAG, M60 oder MG3 im Kaliber 7,62 x 51 mm findet nur noch auf Zugebene als Unterstützungswaffe Anwendung. 
 
Die Patrone ist auch als 7,62 x 51 mm CETME/NATO und .308 Winchester bekannt." 
 
http://de.wikipedia.org/wiki/7,62_x_51_mm_NATO 
 
 
-> Das bedeutet, auch jäger und Sportschützen können diese Patrone haben, beim militär wurde sie laut diesem Artikel und einem Artikel in der Dolomiten verdrängt. 
 
2. Meinen Informationen nach werden die Patronen bei Militärübungen gezählt und dann wieder abgegeben... man darf also weder eine Patrone "mitgehen lassen" oder liegenlassen. 
 
3. Ich weiß nicht wie das beim italienischen Besatzerheer in Süd-Tirol ist, aber in Österreich werden auf Truppenübungsgeländen nur Übungsmunitionen abgeschossen. Man schießt also nicht scharf. Diese Patronen bestehen teilweise aus plastik und sind blau. Bild: http://www.egun.de/market/item.php?id=2328968&PHPSESSID=138c
 
Mirko
6. 03-07-2009 11:41
 
warum ich zweifle
@ Waschtlnull 
 
Wenigstens gibt es einen mutigen Abgeordneten der auch mal eine Anzeige in Kauf nimmt und nicht der Machtgier der SVP Folge leistet, dessen Landesräte einzige Arbeit darin besteht, sich mit sinnlosen Bauten selbst ein Denkmal zu setzen und die Taschen zu füllen.
 
Franz
7. 03-07-2009 10:09
 
@mirko
Wieso soll es logischer sein wenn die Patrone abgefeuert wurde? Gerade die noch scharfen Patronen die verloren gingen ober liegengelassen wurden sind gefährlich weil sie später noch explodieren können. Eine abgefeuerte Kugel ist nicht gefärlicher alls ein anderes spitzes Stück Metall
 
Tobias
8. 03-07-2009 07:29
 
Leit bleibmo realistisch
@Mirko 
Eine Verschwörung? Lächerlich... Die Aktionen zeugen eher von jugendlichen Übermut erzeugt durch vermeintlichen Rückenwind. 
@Günther 
Durch was glauben Sie, hätte man den jahrelangen Sammler abbringen können weiter zu sammeln? Wo es doch eh schon verboten ist und er das sicher wusste! Die Leute vor sich selbst schützen ist eine schwierige Sache... 
Noch eine Frage: Wie viele solcher Unfälle sind eigentlich in den letzten Jahren passiert mit Leute die nicht gezielt nach Waffen suchen? 
@ko 
Die SVP ist eine Sammelpartei und somit alle Meinungen vertreten. Wenn Steger die Meinung hat, man sollte in Bozen mit dem PDL zusammenarbeiten, so ist das sein gutes Recht. Auf den ersten Blick scheint es ja logisch, schließlich ist der PDL ja die stimmenstärkste ital. Partei. Die deutsche Opposition beruft sich ja auch ständig darauf. Entschieden wird letzendlich aber im Parteiausschuss und ich nehme mal an, man wird sich dagegen entscheiden. Ich persönlich habe auch keine Freude mit Biancofiore & Co...
 
Waschtl
9. 02-07-2009 21:30
 
Leit bleibmo realistisch
Der Steger könnte zB., wie übrigens auch seine SVP Mitstreiter, für uns Südtiroler Partei ergreifen als für die Zuwanderer; siehe zb. den "Zündelbrief" oder die Zusammenarbeit mit dem PDL. Aber das ist natürlich nicht recht rentabel...
 
ko
10. 02-07-2009 21:22
 
Leit bleibmo realistisch
wenn das Zeug so gefährlich ist, wie Knoll behauptet, nimmt man es nicht in den Landtag mit.
 
Nick
11. 02-07-2009 20:32
 
Leit bleibmo realistisch
@Waschtl 
"Herrn Steger den schwarzen Peter zuzuschieben ist nicht Ordnung, oder was meinen Sie hätte Herr Steger für den verunglückten Sammler tun können?"....etwa sich an Sven Knoll ein Beispiel nehmen und die Sache in die Hand nehmen bevor so etwas überhaupt passieren konnte!???
 
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12. 02-07-2009 18:19
 
...
langsam mach ich mir große sorgen, dass jemand den sven versucht voll in den Dreck zu ziehen. lieber Sven, pass in Zukunft bitte mehr auf von wen du angestiftet wirst, zu provozieren...  
übrigens scheint die Patrone gar nicht abgefeuert worden zu sein. es würde mir logischer vorkommen wenn die patrone schon abgefeuert wäre... da hat dich jemand reingelegt!
 
Mirko
13. 02-07-2009 17:58
 
@Franz
Nur daß die angeprangerten Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten bisher haltlos waren und nichts als Streit gebracht haben. 
Ja bravo, an den Dauergast bei der Staatsanwaltschaft...
 
Waschtl
14. 02-07-2009 16:41
 
@Franz
Zum Glück gibt es noch Menschen wie Sven Knoll im Landtag, die den Mut haben Missstände aufzuzeigen und nicht als willenlose Ja-Sager der SVP fungieren, wie die Meisten der Abgeordneten. Offensichtlich wollte Landesrat Laimer ein Beweisstück für die Behauptungen Knolls in Händen halten und dies hat er prompt geliefert bekommen. Natürlich hätte man die Patrone auch auf einem Foto vorweisen können, aber die Umstände ließen es nicht anders zu. Herr Knoll ist ein Mann der Tat und er hat den Mut kräftig Staub aufzuwirbeln in diesem Land, was natürlch so manchen Politiker ein Dorn im Auge ist. Lassen Sie sich nicht unterkriegen und kämpfen Sie weiterhin für die Rechte der Südtiroler und prangern Sie Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten an!! Bravo!
 
Franz
15. 02-07-2009 14:21
 
@Franz
"Es ist nicht akzeptabel, dass man immer so lange abwartet, bis etwas schlimmes geschieht und Menschen zu Schaden kommen." 
So leid es mir für diesen Herrn tut, aber als langjähriger Sammler von Kriegsrelikten wusste er genau was er da hat und daran rumzusägen spricht nicht gerade von Intelligenz. Eines muss ich Knoll recht geben, es liegen noch massenhaft Kriegsrelikte (1.Weltkrieg) vom ital. und österreichischem Militär rum, die eigentlich vom Militär entsorgt werden müssten. Aber jeder der an den ehemaligen Kriegsfronten (col di lana, Ortler usw.) unterwegs ist, weiß, dass er auf solche Relikte treffen kann, allerdings nur mehr im unwegsamen Gelände und wenn ich z.B. mit Detektoren gezielt danach suche, was ebenfalls, wie gesehen, noch vielfach praktiziert und eigentlich verboten ist (nicht das Suchen, sondern das Mitnehmen). 
@h 
Herrn Steger den schwarzen Peter zuzuschieben ist nicht Ordnung, oder was meinen Sie hätte Herr Steger für den verunglückten Sammler tun können?
 
Waschtl
16. 02-07-2009 12:11
 
@Franz
Danke Sven für deinen Einsatz! 
 
Jetzt kann der Herr Steger diesen Mann der die Granate gefunden hat auch noch anzeigen anstatt endlich Schritte in die richtige (einzige) Richtung einzuleiten.
 
h

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