Alcide De Gasperi/Seligsprechung: Ein Hohn auf unsere religiösen Gefühle!
Sonntag, 28. Juni 2009
de_gasperi.jpgDie durch ein Interview von Giulio Andreotti im Deutschlandfunk am 12. Juni 2009 wiederaufgekommene italienische Absicht, den ehemaligen DC-Politiker Alcide De Gasperi seligzusprechen, ist ein Hohn auf die religiösen Gefühle der Süd-Tiroler, so Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT!

De  Gasperi war jenes Schlitzohr, der als italienischer Außenminister den damaligen Außenminister Gruber über den Tisch zog und mit ihm den „Pariser Vertrag“ unterzeichnete, jene Verzichtserklärung Österreichs, von dem Andreotti Jahrzehnte später (siehe  Dolomiten, 21.8.2006) sagen wird:  „'Ohne die Unterzeichnung des Pariser Vertrages wäre Südtirol von den Alliierten an Österreich zurückgereicht worden.’ Diese Feststellung machte am vergangenen Samstag der Senator auf Lebenszeit und frühere mehrfache italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti in Trient: ‚Alcide De Gasperi ist es mit dem Gruber – De Gasperi-Abkommen brillianterweise gelungen, Südtirol unter italienischer Kontrolle zu behalten’, so Andreotti …. Die Briten hätten Druck gemacht, Südtirol wieder an Österreich zurückzugeben. ‚In ihren Augen war Österreich das erste Opfer Hitlers’“.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT teilt dieses eine mal die Meinung von Silvius Magnago, der am 18.12.1989 zur Seligsprechung von Alcide De Gasperi sagte:
„Silvius Magnago, ehemaliger Obmann der Südtiroler Volkspartei, reagierte mit Spott auf die vom Erzbischof von Trient vorgeschlagene Seligsprechung eines berühmten italienischen Politikers, des Christdemokraten Alcide De Gasperi. "Ein guter Politiker und gleichzeitig ein Heiliger zu sein", höhnte der Südtiroler über den 1954 Verstorbenen, "ist schlechterdings unmöglich." Weiter wusste der Volksparteiler: "Die Politik ist ein so schmutziges Geschäft, daß selbst anständige Leute sich dabei die Hände schmutzig machen." Eine Seligsprechung des Italieners sei nicht einmal "im Scherz denkbar". De Gasperis "Sünde" nach Ansicht Magnagos: Der frühere italienische Ministerpräsident hatte nach dem Krieg Südtirol mit Trient zu einer Provinz zwangsvereinigt und damit die deutschsprachigen Südtiroler zur Minderheit abgestuft.“

Gerade in der heutigen Zeit, wo italienische Politikerinnen wieder die Hand zum faschistischen Gruß erheben, der Staatschef von Italien wegen Korruption, Dirnen und Verführung Minderjähriger verdächtigt wird, so Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT, sollte die katholische Kirche keine Politiker in den Seligenstand erheben. In ihrem eigenen Interesse!

Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

de_gasperi.jpg


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Kommentare (11)
1. 06-07-2009 17:13
 
Sant' Alcide
Herr Staffler, 
Ich muss mich entschuldigen, da, wie Sie es korrekterweise erähnen, Franco und Salazar in meiner Aufzählung fehlten. 
Ja, die beinahe komplette Ausrottung des baskischen Klerus ist bis heute ein verschwiegenes Kapitel spanischer Geschichte: Die Hälfte der baskischen Priester wurden exekutiert, die andere Hälfte entweder inhaftiert oder verbannt. Die Exekutionen wurden meistens von den islamischen Söldner des Tercio ausgeführt, die spanische Fremdlegion. 
Darüber schweigt die Kirche noch heute, sowie über die Tatsache, daß Papst Pius XII keinen einzigen der Angriffe Nazi-Deutschlands oder des faschistischen Italien jemals verurteilt hat. 
Ein Beispiel dafür wird vom damaligen belgischen Botschafter in Rom berichtet, als Pacelli im September 1939 die Vertreter der polnischen Gemeinde Roms empfing und nur Worte des Trostes spendete, aber dafür den Angriff der neuheidnischen Nazis auf das katholische Polen nicht mal ansatzweise verurteilt hatte. 
Alcide De Gasperi war während der faschistischen Diktatur und während des Krieges bis zur Befreiung Roms am 6.6.1944 im Vatikan versteckt, wo er als Bibliothekar arbeitete. 
Wie es mit anderen späteren führenden Politiker der Democrazia Cristiana geschah, erteilte der Vatikan Schutz und nach dem Krieg bekam die Kirche den Gefallen zurück, indem das Konkordat, das von Mussolini und Kardinal Gasparri 1929 unterzeichnet wurde, in Kraft blieb und der Einfluß der Kirche in der italienischen Innenpolitik wuchs, da es das erste Mal in der Geschichte Italiens war, daß eine katholische Partei die Geschicke des Landes führte.
 
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2. 06-07-2009 11:54
 
Sant'Alcide
Dass sich die Kirche "wunderbar" mit Hitler verstand, ist wohl nur mit starken Einschränkungen zu akzeptieren. Ein Diktator, der die volle Gunst der Kirche genoß, war hingegen Spaniens Franco, der in der Aufstellung des Herrn Corvaja fehlt. Die Kirche verweist zwar immer auf die vielen Geistlichen, die im spanischen Bürgerkrieg von den Roten getötet wurden, sie verschweigt aber, dass die Kirche den Putsch gegen die rechtmäßig gewählte Regierung unterstützt hat, was die Verbrechen an den politisch aktiven Geistlichen zwar nicht entschuldigt, aber zumindest erklärt. Verschwiegen wird auch, dass die Franchisten ihrerseits zahlreiche baskische Geistliche ermordet habe, die zu ihrem Volk hielten. Und noch mehr verschwiegen wird, dass es vor allem Geistliche waren, die nach dem Krieg die Hinrichtung (=Ermordung) zahlreicher Republikaner betrieben. 
Für Herrn Egger: Die Person, die nach den Verhandlungen in Paris dem zurückgekehrten Außenminister Gruber eine "Watschn" gab, war eine Frau.
 
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3. 05-07-2009 18:56
 
Sant' Alcide De Gasperi
Herr Staffler hat vollkommen recht! De gasperi war ein typischer Antisemit der Doppelmonarchie (was Tolomei übrigens auch war), aber ihn als "Menschenrechtsverletzer" zu bezeichnen. halte ich für übertrieben. 
Was die Heiligsprechung betrifft, sowas halte ich für lächerlich wie den Heiligenkult im allgemeinen, nichts anderes als Heidentum in Discountversion. 
Mich würde es nicht überraschen, wenn Ratzinger tatsächlich De Gasperi heilig sprechen würde, schließlich hat ja die Kirche auch sich wunderbar mit Mussolini, Hitler, Tiso, Petain, Pavelic, Peron, Stroessner, und Pinochet verstanden und im Zweiten Weltkrieg eindeutig für die Achsenmächte Stellung bezogen.
 
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4. 03-07-2009 21:40
 
@ h
Schau mal nach wie viele Menschen der "heilige" Volker auf dem Gewissen hat. Die Kirche ist voller solcher Beispiele. Glaubst du dem Ratzinger kommt es auf den De Gasperi an?
 
Freigeist
5. 03-07-2009 21:26
 
Freigeist
Eben doch nur ein Kleingeist!
 
Brennessel
6. 03-07-2009 10:39
 
Hass
Dass Alcide Degadsperi die Süd-Tiroler gehasst hat, mag manche unberührt lassen. Diesen Hass gibt es ja auch heute noch zur Genüge, ohne dass sich die meisten Leute recht darüber aufregen. Im Gegenteil: Für einem gewissen Herrn Steger sind die Tiroler-Hasser nette Leute, mit denen man zusammenarbeiten soll. Weniger bekannt, aber um so peinlicher ist jedoch, dass Degasperi auch ein großer Judenhasser war. Während seiner Studienzeit in Wien hat er in den einschlägigen Kreisen verkehrt und dort auch Vorträge über die "bösen" Juden gehalten. Zudem war er ein glühender Verehrer des "heiligen" Simmerle von Trient. Der Papst wäre also gut beraten, wenn er dieses neuerliche Fettnäpfchen auslassen und Degasperi noch ein wenig im Fegefeuer lassen würde. Ob jemand von uns aus der Kirche austreten wird (sofern er ihr angehört), sobald Degasperi zur Ehre der Altäre aufsteigt, dass ist Privatsache eines jeden Einzelnen. Bei uns wird nicht nach Religionszugehörigkeit, Ideologie, Sprache oder Hautfarbe gefragt, sondern nur nach der Entschlossenheit, Süd-Tirol von diesem Staat zu befreien.
 
7. 03-07-2009 06:56
 
Hass
Lieber Freigeist, soll man deiner Meinung nach Menschenrechtsverletzer selig sprechen??? Nein und da hilft auch keine Ironie!
 
h
8. 02-07-2009 15:57
 
Austritt
Werdet ihr alle brav aus der Kirche austreten, wenn der alte selig gesprochen wird? Warum nicht eine eigene Kirche gründen, die Kirche der heiligen Südtiroler Freiheit? *Ironie aus*
 
Freigeist
9. 30-06-2009 16:21
 
Südtirol gegen Istrien
De Gasperi schämte sich nicht, die Rückgabe Südtirols an Osterreich mit dem Verzicht Italiens auf Istrien zu bezahlen. So entstand eine doppelte Unrechtsgrenze. Von wegen Heiligsprechung! 
Es ist mir immer noch schleierhaft, wieso die Stadt Wiesbaden dem Schlitzohr aus Trient eine Strasse gewidmet hat. Hessische Gesamtschule halt.
 
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10. 29-06-2009 20:39
 
Süd-Tirol Rückgabe
'Ohne die Unterzeichnung des Pariser Vertrages wäre Südtirol von den Alliierten an Österreich zurückgereicht worden.’  
 
Daraus kann man schließen, dass der Pariser Vertrag das zweite Diktat für Südtirol war. 
Weiters kann man sagen, dass die heutige Autonomie nur ein besseres Pariser Diktat, weil Süd-Tirol eigentlich an Österreich hätte zurück gegeben werden müssen.
 
ff
11. 29-06-2009 11:10
 
Wen?
Dem Gruber soll nach seim Verschachern vom Etsch– und Eisackland in Innsbruck oana auf offener Straß’n a Tachtl obag’haut hob’n. Vielleicht sollt die römisch-katholische Kirch’n den Unbekannt’n ausforsch’n und den statt den Degaschperi selig sprech’n — der hatt’s wohl mehr verdiant.
 
Jörg Egger

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