Kurzinformation zu den studentischen Korporationen
Samstag, 20. Juni 2009
Die burschenschaftliche Bewegung hat ihre Ursprünge Anfang des 19. Jahrhunderts, als große Teile Deutschlands sich dem napoleonischen Reich angeschlossen hatten. Das Ziel der burschenschaftlichen Bewegung war zunächst die Befreiung vom napoleonischen Joch und eine Einigung der deutschen Länder.

Vorbild für die burschenschaftliche Bewegung war aber andererseits die französische Revolution mit ihrer Forderung nach Bürger- und Freiheitsrechten und der Befreiung der Bürger vom absolutistischen Herrschaftssystem. Wesentliches Ziel war die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz sowie die Freiheit jedes einzelnen und der Presse insbesondere die Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit.

Mit Wiedererstarken absolutistischer Systeme (Vormärz) wurde die burschenschaftliche Bewegung von der Obrigkeit vehement verfolgt, zahlreiche Exponenten mussten auswandern oder wurden eingesperrt. In Zusammenhang mit der burschenschaftlichen Bewegung steht auch die Turnbewegung, die von Friedrich Ludwig Jahn zur gleichen Zeit gegründet worden ist.
 
Die Revolution 1848 wurde wesentlich von Burschenschaftern und Korporationsstudenten getragen. Die damals durchgesetzte Befreiung der Bauern wurde maßgeblich vom Burschenschafter Hans Kudlich erreicht.
 
In der Zeit bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs erlebte das Korporationsstudententum seine Hochblüte, zumal auch Reichskanzler Bismarck Mitglied in einem akademischen Corps war.
 
In dieser Zeit entwickeln sich aus der burschenschaftlichen Bewegung auch ein Verständnis und der Einsatz für damals herrschende soziale Ungerechtigkeiten. Die Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiter veranlasste für zahlreiche Korporationsstudenten, sich intensiv für die Anliegen der Arbeiter einzusetzen. Herausragende Begründer dieser sozialistischen Bewegung waren Korporationsstudenten, Karl Marx war Landsmannschafter, Victor Adler und Ferdinand Lassalle Burschenschafter.
 
Insgesamt finden sich in den Reihen der Korporationsstudenten die verschiedensten Persönlichkeiten der verschiedensten Richtungen. So war auch Theodor Herzl, der Begründer der Idee eines einheitlichen freien Staates für die Juden, Mitglied der akademischen Burschenschaft Albia in Wien.
 
Im ersten und im zweiten Weltkrieg war ein Großteil der Korporationen an der Front. Im Nationalsozialismus wurden die Korporationen aufgelöst, da diese pluralistische und demokratische Organisation nicht ins das autoritäre Regime passte. Auch unter den Attentätern des 27. Juli 1944 fanden sich Mitglieder von Korporationsstudenten.
 
Es kann nicht geleugnet werden, dass auch eine Reihe von Korporationsstudenten sich vor allem in der illegalen Zeit dem Nationalsozialismus angeschlossen hatte, von dem man sich die Befreiung des deutschen Volkes aus den Fesseln der Verträge von Versailles und St. Germain sowie den Kampf für soziale Gerechtigkeit erwartete. Dieser Illusion sind aber nicht nur Studenten und fertige Akademiker aller Richtungen einschließlich der katholischen Studentenverbindungen anheim gefallen, sondern auch prominente Sozialdemokraten wie der der ehemalige Staatskanzler Dr. Karl Renner, der 1938 sogar in einem Zeitungsinterview dazu aufrief, bei der Volksabstimmung für den nationalsozialistischen Anschluss an das Deutsche Reich zu stimmen.
 
Der Verrat Hitlers an Südtirol und die den Südtirolern aufgezwungene Option hat vielen die Augen geöffnet, aber da war es schon zu spät, der Weg führte rasch in den Krieg. Ab nun war jede Kritik am Staat und seiner Führung Hochverrat und wurde mit Gefängnis, KZ oder sogar der Todesstrafe belegt.
 
Die Landeseinheit Tirols war den Korporationsstudenten seit der unerfreulichen Teilung nach dem ersten Weltkrieg stets ein Anliegen gewesen. Auch im Freiheitskampf der 60er Jahre versuchten zahlreiche Korporationsstudenten, mit persönlichem Einsatz ihren Beitrag zu leisten.
 
Heute sind die Burschenschaften und übrigen Korporationen nach wie vor den liberalen Traditionen der urburschenschaftlichen Bewegung verpflichtet. Die Korporationen sind heute noch intern demokratisch organisiert und setzen sich für Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit, aber auch für die Rechte der deutschen Volksgruppen wie insbesondere für die Landeseinheit Tirols ein.
 
An der Landesuniversität Innsbruck gibt es derzeit nachfolgende aktive Korporationen: Corps Athesia, Burschenschaft Brixia, Corps Gothia, Universitätssängerschaft Skalden, Burschenschaft Suevia, akademischer Turnverein Innsbruck, Landsmannschaft Tirol.


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Kommentare (4)
1. 24-06-2009 22:14
 
bitte bei den Fakten bleiben
die SF sollte vielleicht weniger die Märchen der Burschenschaften selbst übernehmen:  
 
http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2002_05/burschen.html 
 
der bayrische Innenminister ist sicher kein Linksextremist: 
 
http://www.doew.at/projekte/rechts/chronik/2001_06/burschen.html 
 
 
 
http://www.doew.at/projekte/rechts/chronik/2001_02/olymp.html 
 
Im übrigen sind die Neonazi-Größen regelmäßig zu Gast bei den Burschenschaften, nicht zuletzt aufgrund ideologischer Wahlverwandtschaften 
 
http://www.doew.at/projekte/rechts/chronik/1999_06/mahler.html 
 
Der Kampf für die Meinungsfreiheit beschränkt sich im Wesentlichen auf den Kampf gegen das Verbotsgesetz.
 
Nick
2. 24-06-2009 21:40
 
Radikal?
Also politisch radikal, dös sein für mi Leit, dö auf der Straß’n Stoana umannandschmeiß’n, um an Schad‘n z‘ mach‘n, die Wänd vollschmier’n, z. B. mit „Antifa“ und solchanes Zeig, und dö alles verbiet‘n wölln, was nit nach ihrer Meinung isch. Söllene Sochn hat die Polizei nit von die Burschenschaft’n erwartet, sondern von die link’n Demonschtrant’n. Denen war nit z’traun, und ruhig abgelaf’n isch es nur, weil so viel Polizei da war. Mir hearn alleweil wieder von links her: rechtsradikal! rechtsradikal! Von „rechts“ isch gor nimmer die Red, weil de Schreier alle so weit links sein, daß ihnen die Mitt’n scho „rechtsradikal“ vorkummt. Also sein sie linksradikal.
 
Jörg Egger
3. 24-06-2009 13:31
 
...
ich frag mich noch immer weshalb mein kommentar nicht veröffentlicht wurde, deshalb versuch ichs nochmal: 
 
die deutschen burschenschaften können auf keinen fall als opfer des nationalsozialismus und deshalb als "gut" dargestellt werden. die nsdap hat sie verboten, da sie diese jugendorganisation nicht benötigte, die burschenschafter wurden zu KEINEM zeitpunkt verfolgt, sondern in anderen organisationen integriert. weiters gilt zu sagen, dass von ihrer seite gern werbung für die ideen des 3. reichs gemacht wurden, so beteiligten sich die burschenschaften auch aktiv an den bücherverbrennungen.. 
 
ich sage es also nochmal: diese organsation soll sich schämen vor 2 monaten eine organisation gegen den faschismus organisiert zu haben, wo sie jetzt selbst ihre chefin zum treffen von eindeutig rechtsradikalen schickt. die an die antifaschisten gerichteten abschlussworte von frau klotz ("ach wie schießt ihr schlecht") erscheinen wie eine farce..
 
johann d
4. 24-06-2009 05:00
 
Burschenschaft
Versuch, als Frau in eine Burschenschaft aufgenommen zu werden - keine Chance, du gehörst am Herd und sollst viele Kinder kriegen. Versuch als Arbeiter in eine Burschenschaft aufgenommen zu werden - keine Chance, du bist nicht gut genug. Versuch, als Ausländer in eine Burschenschaft aufgenommen zu werden - keine Chance, egal ob du ein \"guter\" oder \"böser\" Ausländer bist. Dafür aber haben gewisse Burschenschaften wenig Probleme mit rechtsextremen Gestalten. Und sowas sollen eure Freunde sein? Prost Mahlzeit!
 
Freigeist

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