Polemik um Herz-Jesu-Feuer - Solidarität mit Urhebern
Dienstag, 23. Juni 2009
Sven_Knoll_200_02.JPGAls niederträchtigen Versuch der Kriminalisierung, welcher von einer völligen Unkenntnis der Geschichte zeugt, bezeichnet der Landtagsabgeordnete der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, die Polemik, welche rund um die flammenden Schriften in der Herz-Jesu-Nacht entbrannt ist.
Im ganzen Land wurden neben den traditionellen Gipfelfeuern auch Abbildungen des Tiroler Adlers entfacht, sowie mit Flammenlettern „Ein Tirol“, „Tirol“ und „Freiheit“ in die Felsen geschrieben.

 

Bei diesen Abbildungen und Schriften handelt es sich um ein lobenswertes und aufrechtes Bekenntnis zur Tiroler Heimat, das nun von einigen Politikern dazu missbraucht wird, um gegen Süd-Tirol und seine Tiroler Identität Stimmung zu machen. Allein die parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Biancofiore, in der sie gar ein Verbot des Herz-Jesu-Festes fordert, zeugt von dieser Aversion gegen alles Tirolerische. Frau Biancofiore sei aber daran erinnert, dass es nicht einmal den Faschisten gelungen ist, die Feuer in der Herz-Jesu-Nacht zu unterbinden.

Das Herz-Jesu-Fest ist keine Folkloreveranstaltung, sondern hat einen politischen Hintergrund, der auf dem Wunsch nach Freiheit und Landeseinheit beruht. Nicht umsonst hat man 1796 das Land gerade deswegen dem Herzen-Jesu geweiht, damit es nicht fremdbestimmt wird.

Wenn dieses Gelöbnis alljährlich erneuert und besonders im heurigen Gedenkjahr mit der Bitte um Freiheit für Süd-Tirol verknüpft wird, so ist dies eine der schönsten Formen der Heimatverbundenheit, welche durch diese Flammenschriften sichtbar zum Ausdruck gebracht wird.

Es darf nicht soweit kommen, dass sich die Bevölkerung ihrer Tiroler Identität schämen muss und das Bekenntnis zur Landeseinheit gar als Provokation abgestempelt wird.

Tiroler sind wir und Tiroler bleiben wir.

Der Wunsch nach Gerechtigkeit und Wiedervereinigung ist kein Verbrechen, sondern vielmehr die legitime Forderung eines Volkes, das gegen seinen Willen geteilt wurde.

„Ich selbst habe an der Entzündung einer dieser Schriften teilgenommen und kann daher bestätigen, dass es sich hierbei um ein friedvolles und beeindruckendes Bekenntnis der Jugend zur gemeinsamen Heimat Tirol handelt. In monatelanger Vorbereitung haben diese jungen Menschen ihre Freizeit geopfert und voller Begeisterung auf den Herz-Jesu-Sonntag hingearbeitet. Andachtsvoll und im festen Glauben an eine bessere und freie Zukunft wurde schließlich das Herz-Jesu-Gelöbnis erneuert, die Feuer entzündet und damit ein leuchtendes Beispiel des Tiroler Selbstbewusstseins einer neuen Generation abgegeben.“

Den Urhebern all dieser beeindruckenden Bergfeuer kann man daher nur für ihren Einsatz danken und ihnen die volle Solidarität und Wertschätzung zusichern.

L.-Abg. Sven Knoll

ein_tirol_schrift_brixen_2009_800.jpg

 


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Kommentare (13)
1. 25-06-2009 21:52
 
Will die Biancofore Herz-Jesu-Feuern verbieten? 
 
"Laestern uns die Feinde auch, 
Treue ist Tiroler Brauch!"
 
fabivS
2. 25-06-2009 11:09
 
@ PA
Wenn sie mit der militärischer "Besatzung" in West-Europa die Organisation der NATO meinen, dann hat sich dieses Bündnissystem mangels Sinngebung langsam überlebt und ist zu einem Anachronismus geworden. Vor allem aber auch deswegen, weil in derartigen hierarchisch-militärischen Strukturen keine demokratische Transparenz herrscht. Europa der EU wird dennoch in allen Zeiten eine eigene Verteidigung brauchen und auch haben. Es ist dazu eine unbestrittene Tatsache, dass die Geschichte der EU bis jetzt die einer politischen und wirtschaftlichen sowie friedensstiftenden Union von demokratischen Staaten war und ein Friedensprojekt für die Zukunft für ganz Europa weiter ist. Auf eine eigene Verteidigung hat bis heute kein System der Welt und eigentlich in der ganzen Geschichte verzichten können. Nicht einmal vor 1959 das Land Tibet, das sich in seiner pazifistisch-religiöser Haltung bekanntlich zum Schluss auch aus diesem Grund gegen China nicht behaupten konnte. Die Gefahr von Atomwaffen für den Weltfrieden geht heute nicht von Europa aus, sondern in erster Linie von fanatischen Regimen, die ebenfalls solche Waffen besitzen. Man stelle sich vor, das fanatisch-theokratische Regime in Teheran könnte einmal die internationale Umwelt mit so einer Waffe erpressen, oder ein Land mit einer unberechenbaren Regierung wie Pakistan, Nord-Korea, usw.  
 
Ob sich das Land Süd-Tirol jemals von der Umklammerung Italiens lösen wird, das liegt in erster Linie an der konsequenten Politik der Landesregierung in Bozen und nicht so sehr an Italien selbst. Diese Politik der Landesregierung in Bozen war und ist nicht dem Selbstbestimmungprinzip verpflichtet, sondern eher auf Gedeih und Verderb der Fortführung des gegenwärtigen Geldumverteilung-Systems, bis sich eventuell nach Bekundungen der SVP irgendwann eine bessere internationale Lage dafür ergibt. Zur Sicherheit gibt es ja noch die Selbstbestimmung im Parteiprogramm der SVP. 
 
Neuerlich kann man auf der Seite der SVP zum Themenbeitrag "Die südtiroler Bombenjahre - wie es damals war" folgenden Satz lesen: Es wurde aufgezeigt, dass das Südtirol-Modell des 21. Jahrhunderts in vielen Bereichen der Politik ein Vorbildcharakter hat. Wenn man damit die demokratiepolitisch unterentwickelte sog. Dritte Welt meint, dann kann das durchaus stimmen. Das trifft aber ganz bestimmt nicht für Europa zu. Mit Ausnahme des Baskenlandes vielleicht, wo man auf eine friedlichere Konfliktlösung verweisen könnte. Würden sich solche Länder wie Montengro, Kosovo, Abchasien, Süd-Ossetien, Nagornyi Karabach im Kaukasus solche Ratschläge aus Bolzano beherzigen, (wie man noch wissen müsste, man hat damals vor allem Kosovo 2007 Südtirol-Autonomiemodell von der EU und Serbien angeboten), dann waren manche Länder heute nicht frei von der Fremdbestimmung, de facto selbstbestimmt oder wiedervereint.  
 
Was sollen dann nach Meinung der SVP die verbliebenen Autonomien in der alten EU von Südtirol also lernen? Mit dieser Haltung wäre die ehemalige Dänische Autonomie Grönland nicht am vergangenen Wochenende offiziell selbständig geworden, die Färöer würden nicht wieder intensiv die Frage der eigenen Selbstbestimmung erörtern und sicher niemals darüber wie in der Vergangenheit abstimmen, in Schottland oder Wales würde es keine weiteren Debatten und Schritte in Richtung der Ausübung der Selbstbestimmung geben können, ebenso in Katalonien oder Flandern. Wenn die AP Bozen ein Beispiel in Fragen der Autonomie sein möchte, dann in Europa für demokratiepolitisch hoch entwickelte Länder ganz sicher nicht. Nur was politische Anpassung und Opportunismus gegenüber dem Staat der Fremdbestimmung betrifft sowie Verschieben der Durchsetzung der Beantwortung der Selbstbestimmungfrage auf den St. Nimmerleinstag, da ist sicher die AP Bozen international in Europa aufgefallen. Aus diesem Grund gibt es auch keine Fortschritte auf dem Wege der Klärung der Selbstbestimmungfrage in Südtirol im Vergleich zu anderen Autonomie der alten EU. Die Initiative dazu geht einzig und allein nur von deutschsprachigen Oppositionsparteien der AP Bozen aus. Dass die SVP wohl das nicht einmal selbst merkt, dass sie heute in dieser demokratiepolitisch moderner Zeit in keinster Weise den Vorbildcharakter des Autonomiemodells aus Südtirol marktschreierisch glaubwürdig anpreisen kann, ohne sich der Lächerlichkeit preiszugeben, hat vielleicht mit dem politischen Autismus dieser Partei zu tun, aber das ist eine andere Geschichte. Warum das so ist, das müsste aber an Politik in Südtirol interessierten Menschen gut bekannt sein. 
 
Ich persönlich vertrete nur die Haltung und bescheidene Hoffnung, dass die Bürger süd-tiroler und damit alt-österreichischer Herkunft alle Menschenrechte der zivilisierten Welt haben, die Beantwortung oder Klärung der eigenen Selbstbestimmungfrage von diesem heutigen Staat friedlich und demokratisch auf einem legistischen Weg zu fordern. So z.B. wie das der Cossiga-Gesetzesentwurf zu Selbstbestimmung der AP Bozen im Senat in Rom von 2006 oder 2008 vorsieht, also nach einem Referendum, dessen Ausgang Italien aber auch die Politik der Autonomie voll zu respektieren haben, sollte es einmal Wirklichkeit werden. Unter heutigen Staatsmachtvoraussetzungen ist wahrscheinlich nur diese Möglichkeit rechtlich wage möglich.  
 
Wo dann die Zukunft des Landes in so einem Fall liegen würde, ob wie gehabt in Italien, in einem wiedervereinten Bundesland Tirol in Österreich oder als ein neues zehntes Bundesland Südtirol des Vaterlandes, das obliegt einzig und allein dem Volk des Landes Tirol südlich des Brenners und seiner legitimen politischen Vertretung, d.h. dem Bozner Landtag, der Landesregierung und den politischen Parteien, die den Mehrheitswillen in dieser Frage zu respektieren haben. Die Freistaatlösung lehne ich persönlich ab, da sie von allen Alternativen die wirkliche praktische Durchsetzung des Selbstbestimmungrechtes am meisten erschwert oder gar verunmöglicht.  
 
Für mich persönlich bleibt eines klar, so lange die deutschsprachigen und ladinischen Süd-Tiroler an ihrem Tirolertum und Bekenntnis als Österreichische Minderheit in Italien festhalten werden, wird es unwillkürlich merkbare Fortschritte auf dem Wege der Erlangung der uneingeschränkten Handlungsfreiheit in der Selbstbestimmungfrage mit der Zeit geben. Die moderne Definition der Österreichischen Nation (z.B. Quelle Wikipedia in allen Sprachen) umfasst auch die Süd-Tiroler der AP Bozen. Diese Nation ist eine (wie auch jede andere von unzähligen der breiten Welt) Willensnation, die sich heute nach dem ethnischen Prinzip definiert. Es war und es ist nicht immer so, dass eine bestimmte unverwechselbare Nation nur auf ein Land mit abgesteckten Staatsgrenzen reduziert werden konnte. Die Definition der Südtiroler Schützen der Süd-Tiroler Volksgruppe als Tiroler, Österreicher und Angehörige der Deutschen Kulturnation hat eine klare Antwort auf diese komplizierte Frage der ethnischen Herkunft der meisten Bürger der AP Bozen bereits gefunden. Diese Position vertreten auch offiziell auch die meisten politischen Parteien der Süd-Tiroler. Die Forderung nach demokratischer Beantwortung der in der ganzen Geschichte seit 1918 immer wieder erhobener Selbstbestimmungfrage in Süd-Tirol hängt damit sehr eng zusammen. Nur so kann man vor der Welt und vor Europa argumentieren, warum man als eine immer noch 3/4 starke ethnische Mehrheit in der eigenen seit Menschengedenken angestammten Heimat, heute in der AP Bozen, die Beantwortung der Selbstbestimmungfrage für das Land Südtirol von Italien, vor der EU und vor der Welt fordern will. Aus der Geschichte wissen wir, dass derartige Fragen unzählige male positiv im Sinne der Fragesteller beantwortet worden sind. Hoffen wir es, dass dies auch einmal für das Land Tirol südlich des Brenners vielleicht als Folge der Klärung von ähnlichen Fragen von anderen Autonomien der alten EU in den nächsten Jahren auch für diese nach bevor offene Selbstbestimmungfrage des deutschsprachigen Landes Tirol südlich des Brenners zutrifft.
 
Markus Anton
3. 25-06-2009 08:27
 
@ PA
Komplimente an die Urheber dieser tollen Aktion. Zum Glück gibt es noch genügend Patrioten in diesem Land, welche sich nicht mit der aktuellen Situation zufrieden geben und ihre Meinung öffentlich Kund tun. Ebenso ein großes Lob an Sven Knoll, der sich für die Jugendlichen einsetzt, welche beim Rock Festival vom Recht des Gebrauchs ihrer deutschen Muttersprache abgehalten wurden. Diese Arroganz der italienischsprachigen Carabinieri muss aufhören und der "Italianitá" in diesem Lande Einhalt geboten werden!!
 
Franz
4. 24-06-2009 21:04
 
@ PA
@ Markus Anton 
 
Die EU ist keine "freie Völkergemeinschaft", sondern seit dem 2. Weltkrieg militärisch besetztes Gebiet. Soll ich dir aufzählen, wo in der "EU" überall die Atombomben lagern, die uns im Ernstfall so "beschützen" werden, dass nichts mehr von uns übrig bleibt? (Einige davon sind gar nicht so weit von Südtirol entfernt). Und heute ist die "EU" dabei, mit der geplanten "Verfassung" des Lissabon-Vertrages eine zentralistische Diktatur zu werden, in der Völker und Regionen keine Bedeutung mehr besitzen. In der internationale Konzerne das Sagen haben. In der die Bürger wie in der seinerzeitigen Sowjetunion überwacht und kontrolliert werden. Und in der die militärischen Grundlagen eines neuen globalen Imperialismus geschaffen werden. 
 
Ich unterstelle den Kosovaren gar nichts, ich weise nur auf Tatsachen hin. Soll ich dir erzählen, wer Hashim Thaci, der "Premierminister" des "polikriminellen Multifunktionsraumes Kosovo" in Wirklichkeit ist? Ich hoffe nicht, dass die wirtschaftlichen Grundlagen Südtirols sich jemals an denen des Kosovo orientieren werden! 
 
Wenn Südtirol sich aus der kolonialen Umklammerung Italiens lösen soll, dann kann dies keinesfalls auf der Grundlage von inhaltsleerem Gewäsch geschehen. Die Freiheit Südtirols ist ein Produkt dessen, was die deutschen Südtiroler unter Freiheit verstehen: Ist es das Geld des Tourismus oder die Kultur unseres Volkes? Ist es Parteiengezeter und kurzfristige Partikularinteressen oder das Völker-Recht auf einen einheitlichen integralen Kulturraum? Stellen wir allen Südtirolern diese Frage! 
 
Ja, ich bin für die Wiederangliederung Südtirols an Österreich, weil Südtirol und das mit diesem Land verbundene Volk ein unzertrennbarer Bestandteil des Kultur- und Sprachraumes ist, dem auch Österreich angehört - aber nicht Italien. Ich schätze Italien, seine Menschen und seine großartige kulturelle Tradition - aber es darf uns Südtiroler nicht zu Italienern machen! Und wir können nur dann Südtiroler bleiben, wenn wir uns auf die ureigensten Werte unseres Volkes zurückbesinnen!
 
PA
5. 24-06-2009 20:30
 
Antiösterreichische Tendenzen …
… müssen aufhören! Vielen Dank deshalb für die kollektive Manifestation des Freiheitsgedankens und -wunsches beim Herz-Jesu-Fest! Es geht wirklich nicht an, dass jetzt wieder laufend antiösterreichische oder gegen Tirol gerichtete Stimmung gemacht wird! Das sollen sich ein Frattini, eine Biancofiori oder wie sie alle mitsamt ihren Mitläufern heißen, gefälligst hinter die Ohren schreiben! Sie verwehren sich mit Recht gegen antiitalienische Strömungen, selbst wo es sie gar nicht gibt. Nun sollen sie endlich vor der eigenen Türe kehren, unsere Rechte achten und ihre Schmuddelkampagnen unterlassen. Das Selbstbestimmungsrecht ist völkerrechtlich anerkannt und berechtigt nicht zur Aufhetzung gegen die Österreicher im Lande, die trotz allem oder gerade deshalb Gott sei Dank auch auf sehr viele italienischsprachige Freunde zählen können!
 
HE
6. 24-06-2009 20:19
 
Antiösterreichische Tendenzen …
Biancofiore soll bleiben wo sie herkommt: von den Müllbergen in Neapel und uns in Freiden lassen. Keine Ahnung von unserer Geschichte und nichts als Unfreiden und Hass schüren.... 
sie soll sich für die Probleme ihres Wahlkreises einsetzen und entgültig von unserer Heimat die Hand lassen.  
Tiroler waren, sind und bleiben wir!!! 
Und schon gar kein ital. Politiker wird uns umerziehen können!!
 
stefan
7. 24-06-2009 16:07
 
Antiösterreichische Tendenzen …
Mann müsste sich als Vorbild und als Beispiel, Grönland nehmen!!!
 
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8. 24-06-2009 12:02
 
Völkergemeinschaft
Ich habe in meinem letzten Beitrag nicht behauptet, dass die Geschichte der Selbstbestimmung Kosovos eine Vorbildfunktion für die Selbstbestimmungbewegung Süd-Tirols haben könnte, sondern ich habe lediglich auf die unmissverständliche Tatsache verwiesen, dass in heutigen Zeiten die freie Völkergemeinschaft vor allem der EU anders auf die massivsten Menschenrechtsverletzungen reagiert, so z.B. wie im Kosovo zwischen 1998-2008, als es noch vor Jahrzehnten der Fall war, z.B. in Südtirol in den 60er Jahren. 
 
Den Menschen in Kosovo pauschal zu unterstellen, dazu nach all dem was sie an Traumatisierung verursacht durch ihre vergangene Staatsmacht erlebt haben, sie wären jetzt ein Land von Schmugglern, Kriminellen, Drogen- und Menschenhändlern, das ist schon ein sehr starkes Stück und grenzt an Rassismus. Wer dazu behauptet ein Anhänger der Selbstbestimmung der eigenen süd-tiroler Heimat zu sein, der hat kompromisslos das Recht anderer Völker und Minderheiten im Prinzip zu respektieren. Was die Rolle der NATO und der EU bei der Durchsetzung des Selbstbestimmungrechtes für das Land Kosovo betrifft, so kann man aus der Sicht eines Demokraten nur sehr froh darüber sein, das die so lange faschistisch-nationalistische Repression in einem Apartheid System gegen die Kosovaren im eigenen Land endlich durch die Entschlusskraft der freien Welt auf diese bekannte Art und Weise im Jahre 1999 beendet wurde. Man kann wie so oft in der Geschichte verschiedener Meinung über die Rolle der USA in der Geschichte sein, in diesem Fall haben sie die richtige Seite der Durchsetzung der Menschenrechte für eine sehr bedrängte Minderheit gewählt. Und genau das wollte ich in meinem letzten Beitrag aufzeigen, wer sich an elementaren Rechten einer schutzbefohlenen Volksgruppe dermaßen vergreift, die sich bekanntlich nicht freiwillig einen Staat aussucht, der hat den eigenen Herrschaftsanspruch über diese Minderheit verwirkt. Heute sind derartige Übergriffe einer Staatsmacht gegen eine Minderheit wie in Kosovo vor 1999 oder wie in Süd-Tirol in den 60er Jahren nicht mehr möglich.  
 
Diese Möglichkeit einer italienischen "Sonderbehandlung" der AP Bozen, wie wir sie aus der Geschichte kennen, wird immer wieder von manchen Politikern als Gegenargument in der Debatte um das Zustandekommen einer couragierten Politik der Selbstbestimmung benutzt. Ein Abbau der Autonomie und eine Wiederholung der blutigen Ereignisse aus der Geschichte des Freiheitskampfes gegen die Scheinautonomie wie vor 40 Jahren wird es in diesem Land Süd-Tirol kaum ein zweites mal geben können, so lange es die EU gibt und so lange der Kampf um diese Selbstbestimmung restlos demokratisch legitimiert, legistisch und friedlich stattfinden wird. Das wissen auch die Gegner der Selbstbestimmung ganz genau und deswegen basteln sie immer wieder an Bedrohungszenarien, um die Debatte zu Selbstbestimmung in eine Sackgasse münden zu lassen. Unter dem Stichwort der Bedrohung des ethnischen Klima im Land oder unter der Parole die Schützen oder das Selbstbestimmunglager ist ein Hort der Ewiggestrigen kann man noch so viel an unsachlicher Argumentation gegen die Protagonisten der Selbstbestimmung vorbringen. Wie man sieht, sogar mit einem durchslagenden Erfolg. Kaum haben einige Politiker in Italien sich kritisch zu diesem Thema geäußert, schon hat vor allem die das Land regierende SVP ihre sehr blasse Gesinnung in der Frage der Selbstbestimmung vorläufig ad acta gelegt. Die Passivität der Edelweisspartei in dieser Frage ist den Verwaltern der Italianità des Alto Adige natürlich eine sehr willkommene Hilfe.  
 
Dennoch, in unserer Zeit werden wahrscheinlich mehrere offene Fragen der Selbstbestimmung von manchen Autonomien in der alten EU zufriedenstellend friedlich und demokratisch gelöst werden können. Es erhebt sich nur noch die Frage, wo bleibt dann das Land Süd-Tirol mit seinem historisch begründeten Wunsch nach Ausübung der Selbstbestimmung oder zumindest Klärung dieser Frage?  
 
Wenn man diese heutige dafür so günstige Zeit untätig politisch verschläft, wie das gegenwärtig die SVP tut, bekommt man nicht so bald eine zweite Chance dafür von der Geschichte wieder. Nach meiner Einschätzung besteht europapolitisch in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine reale Möglichkeit der Beantwortung der Selbstbestimmungfrage auch für Süd-Tirol, aber nur dann wenn der politische Platzhirsch die SVP aus dem Mittagsschläfchen endlich aufwacht und sich für diese Forderung kompromisslos gemeinsam mit der deutschsprachigen Opposition einsetzen will. 
 
Die gewaltsame Geschichte Kosovos kann natürlich kein Vorbild für die Selbstbestimmung der Süd-Tiroler sein. Vielmehr ist das eher das Beispiel des Landes Montenegro anstrebenswert. Nach zehn Jahren propagandistisch-politischer Vorbereitung konnte dort ein Referendum mit Zustimmung der EU-Gremien abgehalten werden, mit dem Resultat, dass heute Montenegro ein eigenes Land geworden ist. dieses Land ist so ähnlich wie das Land Tirol südlich des Brenners als Folge des Ersten Weltkrieges nach 1918 bis 2006 unter einer Fremdherrschaft gewesen. Auch die Selbstbestimmung Sloweniens ist in dieser Hinsicht interessant.  
 
Die Selbstbestimmung der Zukunft in der AP Bozen wird sich aber höchstwahrscheinlich nur in einem größeren europäischen Konzept der Klärung ähnlicher Fragen abspielen können, vorausgesetzt natürlich, die frei gewählte und damit legitime politische Führung der deutschsprachigen und ladinischen Süd-Tiroler in der Landesregierung der AP Bozen meldet sich in diesem Zusammenhang wahrnehmbar zu Wort, und zwar so, dass dieser Wunsch überall in der EU gehört, verstanden, respektiert und politisch umgesetzt wird. Daher müsste man sich schon jetzt dafür für alle Menschen in diesem Land wahrnehmbar politisch einsetzen, damit man in Zukunft die moralische Berechtigung hat, diesen Wunsch womöglich gemeinsam mit Schottland, Wales, Flandern, Katalonien usw. vor Gremmien der EU zu bringen.
 
Markus Anton
9. 24-06-2009 10:30
 
Kosovo ist sicher kein Vorbild!
Soviel i mi erinnern kann, isch er gar koa Tiroler, der Markus A., also a koa Südtiroler. Er soll lei viel da umanand gewes’n sein.
 
Jörg Egger
10. 23-06-2009 23:58
 
Kosovo ist sicher kein Vorbild!
@ Markus Anton schrieb: "... Kosovo und man müsste sich noch erinnern können, wie die freie Völkergemeinschaft auf derartige nationalistisch-faschistische Menschenrechtsverletzungen seinerzeit reagiert hat. Seit einem Jahr ist Kosovo endlich frei von jeder Art der Fremdbestimmung und darf einen eigenen Weg gehen." 
 
Das ist völliger Unsinn. Ich hoffe, es gibt nicht viele Südtiroler, die sich am Dreh- und Angelplatz des europäischen Drogen- und Menschenhandels Kosovo ein Beispiel nehmen wollen! Es war keine "freie Völkergemeinschaft", die einen Krieg gegen Jugoslawien geführt hat, sondern die imperialistischen USA und ihre NATO-Söldner, die sich mit dem Kosovo einen weiteren strategischen Brückenkopf in ihrem weltumspannenden Netz an US-Militärbasen geschaffen haben. Und Kosovo ist nicht "seit einem Jahr endlich frei von jeder Art der Fremdbestimmung", sondern die diversen kosovarisch-albanischen Mafiabanden hängen jetzt am Gängelband von CIA und US-Militär. DAS ist "ihr eigener Weg"! Weißt du auch, welche Ethnien im Menschenhandel und in der Prostitution in ganz Italien tonangebend sind? Richtig ... 
 
Als Südtiroler, dessen Ziel die Loslösung Südtirols von Italien ist, sollte man sich schon der realen politischen Verhältnisse bewusst sein, wenn man über den eigenen Tellerrand hinwegblickt. Das Schicksal unserer Heimat Südtirol ist zu wichtig, um es mit Naivität zu verspielen!
 
PA
11. 23-06-2009 16:41
 
Des Landes Leben
Laß die Fackel brennen, halt sie hoch! 
 
Sollten wir denn müde werden, 
 
wenn der Schmerz des Risses noch 
 
den Wagen sehnt mit Feuerpferden? 
 
 
 
Heimat ist erst wieder, wenn sie eins! 
 
Heute schlägt die rechte Stunde, 
 
denn es spricht: „Das Land ist meins“, 
 
der seine Allmacht bringt zur Kunde. 
 
 
 
Keiner kann ihm trotzen, Stolz verblüht 
 
in der Glut der Sommerhitze. 
 
Wer zum Dienst sich frei bemüht, 
 
wird sich und seinem Land erst nütze. 
 
 
 
Throne läßt er stürzen, fällt den Baum, 
 
so er morsch und ohne Leben. 
 
Wassers Kraft, nicht Traumes Schaum — 
 
mag ER, was wir ersehen, geben! 
 
 
 
H. Jörg Egger
 
H. Jörg Egger
12. 23-06-2009 16:19
 
Des Landes Leben
Klare Worte! Bravo Sven! Versteh ausserdem net, wieso eine parlamentarierin, die für neapel zuständig ist, sich in insre angelegenheiten einimischt
 
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13. 23-06-2009 16:07
 
Tirol-Bergfeuer
Die in Süd-Tirol aus Italien zugereiste, im Polittorismus und Politzirkus zwischen Abruzzen und Bozen sehr geübte Politikerin "Weisse Blume" lässt bei allen ihren parlamentarischen Anfragen die Tatsache ausser Acht, dass wir heute in Tirol auch in seinem südlichen Teil im demokratischen Zeitalter leben und nicht mehr in der Duce-Zeit oder in der Zeit der Scheinautonomie vor 1972. Dazu liegt das Land Süd-Tirol in Mitteleuropa und nicht im Kurdinstan in der Türkei, wo die demokratische Kontrolle der EU nur schwer möglich ist, und wo es auch bis noch vor wenigen Jahren ähnliche politische Eskapaden der Faschisten und Nationalisten gegen eine in ihrer Heimat seit Menschengedenken angesiedelte Volksgruppe gegeben hat, wie wir das noch sehr gut auch aus der eigenen Geschichte von Süd-Tirol bis in die späten 60er Jahre kennen.  
 
Italien entfernt sich dazu in heutiger Zeit im Zeitalter der italienischen Mediokratie immer mehr von einer ausgeglichenen demokratischen Staatsordnung, wie man sie in modernen Demokratien in West-Europa kennt, aber es ist noch ein Land der Europäischen Union, wo es wie für alle Länder der Union auch für den Stiefelstaat die gleichen allgemeinen demokratiepolitischen Vorschriften gibt. Man kann sich leicht ausdenken oder vorstellen, was diese sonderbare Politikerin der "Furza Italia" in Hinblick auf ihre ideologische Herkunft, den Menschen süd-tiroler Herkunft in ihrem eigenen Land an "Behandlung" angedeihen lassen würde, wenn sie und ihresgleichen nur die uneingeschränkte Macht dazu hätten. Das Land Süd-Tirol ist bis heute ein Refugium für italienische Nationalisten und Duce-Nostalgiker, wie selten anderswo in Italien und sie fühlen sich anscheinend in Altklo Adige sehr wohl. 
 
So eine nationalistisch-politische Verblendung einer bereits gescheiterten Machtelite gegen eine ethnische Minderheit (bzw. in den Grenzen der Autonomie eine überwiegende Mehrheit) kennt man auch zur Genüge aus Europa der letzten zehn Jahren aus dem Land Kosovo und man müsste sich noch erinnern können, wie die freie Völkergemeinschaft auf derartige nationalistisch-faschistische Menschenrechtsverletzungen seinerzeit reagiert hat. Seit einem Jahr ist Kosovo endlich frei von jeder Art der Fremdbestimmung und darf einen eigenen Weg gehen. So ähnlich sind die Menschen auch in Süd-Tirol in den 60er Jahren von der heutigen Staatsmacht des Alto Adige "behandelt worden", als Tausende Tiroler Freiheitskämpfer im Zeitalter der Scheinautonomie für die Selbstbestimmung des Landes sich damals aufgeopfert haben und für diese Aktivitäten auf brutalste Art und Weise gefoltert worden sind. Man sollte gerade jetzt in diesem Andreas Hofer Jahr 2009 und gerade um Herz-Jesu Fest erinnern. Damals ist Italien als vermeintliche Demokratie von der Schutzmacht der Süd-Tiroler Österreich vor die UNO als beschuldigte Partei gebracht worden und wegen anhaltender schwerer Menschenrechtsverletzungen gegen Zivilisten auch verurteilt worden, und dazu von der Vollversammlung dieser Weltorganisation angehalten worden, die Regeln der zivilisierten Welt in Süd-Tirol doch einzuhalten. Niemand von den für die Übergriffe Verantwortlichen ist damals in Italien für diese bekannten und sehr gut dokumentierten Menschenrechtverletzungen sonder Zahl in diesem Staat bestraft worden, alle Beschuldigten sind entweder freigesprochen oder nach der Urteilsverkündung sofort begnadigt worden. Die Drahtzieher dieser auch in Italien ungesetzlichen Maßnahmen sind für ihre Heldentaten auf dem Felde der Italianità belohnt und in die höchsten Ämter des Staates befördert worden. Daher darf man sich nicht wundern, dass manche Politiker immer noch in diesem Land glauben, wir brauchen uns nicht um die Gesetze des eigenen Staates zu kümmern, wenn dies dem übergeordneten Interesse der Italianità dienen sollte, bzw. von den internationalen Konventionen ganz zu schweigen, wenn es um Drohungen oder um Hetze gegen Süd-Tiroler Volksgruppe geht. Und wenn schon, bei Bedarf wird es für die regierende La Casta neue Anlaßgesetze geben, so wie man es wollen würde.  
 
Auch die das Land regierende SVP lässt sich wie immer politisch sehr leicht einschüchtern und reagiert nicht dementsprechend und unmittelbar auf verbale Entgleisunggen von italienischen Nationalisten und Postfaschisten/inen. So wird der bereits vorhandene große Abstand zwischen den heute existierenden modernen politischen Standards der entwickelten Autonomien in der EU und der AP Bozen ohne höhere Not mit Zutun der SVP selbst immer größer, weil die SVP solche Entwicklungen zulässt oder hinnimmt, bzw. keinen politischen Widerstand leistet. Es ist eine Tatsache, dass sich die Süd-Tiroler gestern wie heute in diesem europäischen Schlußlichtland Italien wie vor Jahr und Tag den permanenten Stillstand in den Fragen des Ausbaus der Autonomie und in der Selbstbestimmungfrage selbst bezahlen dürfen. Nicht nur das, das Land fällt in allen relevanten Statistiken der zivilisatorischen Entwicklung in den letzten Jahren zurück. Die Landesregierung hat heute keine tragenden Zukunftkonzepte, außer der Verteidigung und der Verwaltung des noch vorhandenen eigenen Steuergeldes auf dem Wege des Steuerausgleichs aus Bozen nach Rom und zurück nach Bozen. Wer aber Wohlstand über die Freiheit stellt, wird früher oder später beides verlieren und das Land Süd-Tirol ist bereits heute auf dem besten Wege dorthin. Es könnte schon sein, dass der mögliche politische Weg der Selbstbestimmung das Land für neue große politische Herausforderungen stellen würde, aber so eine klare Politik der Selbstbestimmung würde wahrscheinlich als Gegengewicht zu den permanenten Versuchen der Relativierung dieser bescheidenen Autonomie der Landespolitik dienen können. Dazu darf man es noch so oft wiederholen: wir leben heute alle in verschiedenen Staaten in EINER Europäischen Union, für die es nur ein Gesetzes- und Regelwerk für alle Länder gibt. Man würde meinen, das gehört zu den Aufgaben der Landespolitik, sich dafür einzusetzen, dass die heute geltenden demokratiepolitischen Standards sich auch endlich einmal bei italienischen Nationalisten herumsprechen und wenn nicht, dafür gibt es alle möglichen Institutionen der EU, die die Einhaltung des Regelwerkes überwachen und sanktionieren. Dem ist aber nicht so. Die Relikte des Duce-Faschismus werden immer noch geduldet, in der Frage der Flur- und Ortsnamen tut sich so gut wie gar nichts, Rom überweist immer weniger Geld der Süd-Tiroler zurück, usw.  
 
Heute hat man leider das Gefühl, dieser Staat und seine Politiker nehmen die Einhaltung der Menschenrechte sehr salopp, so ähnlich wie manche Regierungen in manchen Ländern am Rande Europas. Das sieht man ganz deutlich am Beispiel der sonderbaren "Behandlung" z.B. der Zuwanderer, wo der Mob ohne Konsequenzen über Recht und Unrecht sehr oft entscheidet. Die Menschenrechte werden immer mehr relativiert in diesem Staat und die offizielle Politik der AP Bozen scheint naiv zu glauben, diese Entwicklung würde einmal vor Süd-Tirol natürlich Halt machen. Wenn heute sogar das Anzünden eines Bergfeuers am Tiroler Herz-Jesu Fest fast wie ein "Verbrechen" gegen Italianità von manchen Nationalisten und Innen verfolgt wird, dann sollte man sich lieber zum Wohle des eigenen Landes keine Illusionen mehr über die heutige demokratische Reife und Verfassung in der La Casta machen.
 
Markus Anton

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