Rede von Dr. Eva Klotz vor dem Andreas-Hofer-Denkmal am Bergisel
Samstag, 20. Juni 2009
foto_klotz.jpgDu kannst vor dem davon laufen, was hinter dir her ist, aber vor dem, was in dir ist, kannst du auf Dauer nicht davonlaufen, denn das holt dich ein! Geschichte hat nämlich einen langen Atem! Was hier am Bergisel geschehen ist, lässt sich nur verstehen, wenn man weiß, was in unseren Tiroler Vätern war. Ihr Selbstverständnis macht sie nicht besser oder schlechter als andere Völker, aber zweifelsohne anders! Die Geschichte dieses Landes hat auch seine Einwohner geprägt und ihr Selbstbewusstsein gestärkt:

Bereits 1293 spielt die Volksvertretung in Tirol eine Rolle; Meinhard II von Tirol- Görz erlässt die Gerichtsordnung für die Grafschaft Bozen, in der das ganze Volk vertreten ist, auch Bürger und Bauern.
 
1342 erlässt der Wittelsbacher Ludwig, 2. Gemahl von Margarethe Maultasch den „Großen Freiheitsbrief“. Darin bestätigt er die alten, seit Meinhard II geltenden Rechte: „Alle, edel und unedel, rich und arme“ haben Mitspracherecht bei Gesetzgebung, in Steuer- Angelegenheiten und bei der Regierung. Man kann diesen also als den 1. Tiroler Landtag bezeichnen!
 
Herzog Leopold IV von Österreich erlässt dann 1404 für Tirol die Ordnung zur Regelung der Rechte des Bauernstandes. Grundherr und Bauer sind damit vor dem landesfürstlichen Gericht gleichgestellt.
 
Herzog Friedl mit der leeren Tasche 1406 bis 1439 schließlich beruft einen Landtag ein, in dem Bürger und Bauern neben Adel und Geistlichkeit die Geschicke des Landes beraten und entscheiden. Kein Landesangehöriger darf seinem ordentlichen Richter entzogen und ohne Spruch desselben verurteilt oder bestraft werden. Dem Landesfürsten wird es verwehrt, in eine Gerichtsverhandlung einzugreifen.
 
Das führt zu einem tiefen Gemeinschaftsgefühl und erklärt, wieso jeder, auch der ärmste Taglöhner, in späteren Kampfhandlungen in Tirol Verantwortung übernimmt: Die Landesverteidigung ist nicht Sache des Adels, sondern Sache des gesamten Volkes. Das Zusammengehörigkeitsgefühl orientiert sich am Interesse des gesamten Landes, nicht an dem eines einzigen Standes. Die Bedrohung durch den Feind gilt allen, dem ganzen Land, nicht nur dem Landesfürsten oder dem Adel!
 
Nur aus dieser Entwicklung heraus und aus der Tatsache, dass das Schießen, zuerst mit dem Bogen, dann mit Feuerwaffen, also das Schützenwesen, in Tirol seit alter Zeit Volkssport war, ist das Landlibell von 1511 zu verstehen:
Ohne Zustimmung der Landstände darf von Tirol aus kein Krieg geführt werden. Alle Tiroler vom 18. bis zum 60. Lebensjahr werden aber zur Verteidigung des Landes verpflichtet, dürfen aber nicht zum Kriegsdienst außerhalb des Landes herangezogen werden. Unter Maria Theresia in der Zeit des sog. aufgeklärten Absolutismus wurden die Tiroler Landesfreiheiten nicht mehr bestätigt, wohl aber blieb das Landlibell aufrecht. So bewährten sich die Tiroler Schützen in vielen Auseinandersetzungen mit den bayrischen Nachbarn in den Erbfolgkriegen, dann in den Jahren 1797 und 1809 vor allem mit den napoleonischen Invasoren, aber auch gegen die Freischärler Garibaldis ein halbes Jahrhundert später. Gegen diese Letzteren verteidigten Tiroler Standschützen die Südgrenze Tirols, nämlich in Welschtirol.
 
Aber hier am Bergisel stehen wir auf geschichtlich besonders bedeutendem Boden: drei Schlachten haben hier stattgefunden zwischen den Angehörigen der bestgerüsteten Armee jener Zeit und den Tiroler Landesverteidigern, unterstützt durch Truppen des regulären österreichischen Militärs.
 
Nachdem Andreas Hofer Anfang April 1809 bei Sterzing in ersten größeren Gefechten mit seinen Schützen gegen bayrische Einheiten siegreich gewesen war, besetzten Landstürmer die Anhöhen rings um Innsbruck. Am 12. April fiel hier am Bergisel nach hartem Kampf die Entscheidung: Die Bayern kapitulierten und räumten die Stadt. Auch im Pustertal und im Süden hatte sich der Großteil Tirols aus eigener Kraft befreit. In den vorangegangenen Jahren schien nur ein enges Zusammenwirken mit dem kaiserlichen Militär sinnvoll, nun aber waren die Tiroler Schützen zu selbständigem Handeln übergegangen.
 
Die Bayern nahmen ihre Niederlage nicht hin. Verstärkt durch französische Truppen unter Marschall Lefevre gelang ihnen die neuerliche Besetzung Innsbrucks. Dank der alten Wehrverfassung war der Widerstand der Tiroler aber noch nicht gebrochen: Wehraufgebote aus dem Süden kamen zu Hilfe, und Andreas Hofer, der sich im Süden mehrfach bewährt hatte, wurde von seinen Leuten mit dem Ober- Kommando betraut. Die Tiroler Wehraufgebote und die wenigen im Land verbliebenen österreichischen Truppen stellten sich Ende Mai hier am Bergisel auf. Den linken Flügel befehligte der Kapuzinerpater Joachim Haspinger, den rechten Josef Speckbacher. In diesem Kampf gab es zwar keine klare Entscheidung, aber die Bayern und Franzosen hatten die Höhen nicht einnehmen können und sahen sich angesichts der kampfeslustigen Stimmung der Tiroler zum fluchtartigen Abzug durch das Unterinntal genötigt. Damit war die Entscheidung zugunsten der Tiroler Landesverteidiger gefallen!
 
Sie konnten sich ihrer Freiheit nicht lange erfreuen, denn Österreich war von Napoleon im Juli 1809 bei Wagram vernichtend geschlagen worden und verzichtete auf Tirol. Hofer und die Masse der Landesverteidiger entschieden sich für den Widerstand gegen den neuerdings zu erwartenden Feind. Nach dem Willen Napoleons sollte es diesmal eine vollständige Niederlage der Tiroler sein, weshalb seine Truppen von allen Seiten gleichzeitig einfielen. Ende Juli stand Marschall Lefevre zwar wieder in Innsbruck, aber in der „Sachsenklemme“ im Eisacktal, bei der Lienzer Klause, an der Pontlatzer Brücke im Oberinntal, bei Reutte, südlich von Trient und bei Cortina bestanden die Tiroler siegreich die Gefechte, so dass der Oberkommandant Hofer am 13. August die Wehraufgebote zur neuerlichen Befreiungsschlacht hier am Bergisel zusammenziehen konnte. Der erbitterte Kampf endete unter dem Eindruck der Erschöpfung und des Munitionsmangels. Wie im Mai fiel die Entscheidung endgültig nach dem Abzug Lefevres und der Bayern, Andreas Hofer übernahm die Verwaltungsgeschäfte als Stellvertreter des Kaisers.
 
Das Aufgebot der Schützen hier am Bergisel hatte also die Landeshauptstadt dreimal aus den Händen der Eindringlinge befreit, aber das weitere Schicksal Tirols wurde fernab von Tirol besiegelt, und zwar infolge der erneuten Niederlage Österreichs und seinen Friedensschluss mit Napoleon im Oktober 1809 zu Schönbrunn.
 
Napoleon schickte nun eine Truppenstärke von 50.000 Mann gegen die Tiroler, die in Unkenntnis der wahren Geschehnisse und in ihrem Selbstbewusstsein durch ihre bisherigen Erfolge gestärkt, den wieder eindringenden Feind bekämpfen wollten. Diese teils französischen, teils bayrischen Kontingente unter der Führung französischer Generäle nahmen Tirol von Norden und Süden her in die Zange. Trotz eines Amnestieerlasses für die Teilnahme an den vorhergehenden Kämpfen, der am 25. Oktober in Innsbruck erlassen wurde, kam es am 1. November zu einer letzten und verlustreichen Bergisel- Schlacht, die mit einer Niederlage der arg dezimierten und ausgezehrten Tiroler endete.
 
Von den engsten Freunden schlecht beraten und persönlich unschlüssig, gab Andreas Hofer die Sache noch nicht endgültig auf, und so zogen sich die letzten Widerstandskämpfe mit örtlichen Erfolgen bis in den Dezember hinein. Schließlich musste Hofer flüchten, sein Versteck auf einer Alm im Passeier wurde verraten, und am 20. Februar 1810 wurde er nach einem Scheinprozess in Mantua hingerichtet.
 
So endete die Erhebung Tirols gegen Fremdherrschaft nach großen Verlusten mit der Erschießung des Anführers und etlicher seiner tapfersten Mitstreiter für den Augenblick erfolglos. Der Eindruck, den das Tiroler Volk auf das damalige Europa, vor allem auf England und Deutschland, hinterließ, war aber von weit reichenden Folgen. Es ist durch seinen Kampf zum Symbol des Widerstandes und des Freiheitswillens geworden, wurde zum Vorbild im Kampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft in Europa. Ohne die Tiroler Erhebung von 1809 wäre es wahrscheinlich nicht bereits 1813 zum Ende der Fremdherrschaft in ganz Europa gekommen.
 
1809 hat das Volk geprägt, nicht nur beeindruckt. Und wir wollen nicht in der Vergangenheit verweilen, sondern unser Verhalten in der Gegenwart messen am Freiheitswillen und der Opferbereitschaft unserer Vorfahren. Jede Zeit hat ihre Mittel, jede Zeit hat ihren Stil; und heute haben wir alle friedlichen und demokratischen Mittel, um für Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten. Aber ohne Idealismus und Nächstenliebe können die Herausforderungen der Zukunft nicht gemeistert werden.
 
Angesichts der vielen Versuche in Vergangenheit und Gegenwart, das Verhalten unserer Vorfahren, der Schützen, Andreas Hofers, in den Schmutz zu ziehen, dürfen wir in Anbetracht seines Lebens und vor allem seines Sterbens allen Schmutzfinken getrost zurufen: Ach, wie schießt ihr schlecht!
 
Eva Klotz

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Kommentare (14)
1. 02-07-2009 20:58
 
Drei Finger
Ja drei Finger können viel bedeuten. 
Ob es nun der Treuschwur sein soll. Oder der Kühnengruß, bei dem die ÖVP auch keinen Spaß versteht: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/362698/index.do 
 
oder ob es sich um eine Sprachübergreifende Grußgeste handelt: 
 
http://www.stol.it/Artikel/Politik/Sicherheitspaket-abgesegnet-Buergerstreifen-sind-legal 
 
Jedenfalls ich werde sicher nicht meinen Arm strecken und drei Finger spreizen um meine Verbundenheit zu meiner Heimat zu bekunden. - Ich möchte ja nicht missverstanden werden.
 
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2. 24-06-2009 10:55
 
Medien
Er war wohl nit dabei, der Gorgias. Isch er eppa a einigfall’n auf die Medienmasch’n? Da weard a Armhaltung aufgebauscht und der Kernpunkt beim Kommers, die Anliegen der Südtiroler und überhaupt aller heimatverbundenen Tiroler totg’schwieg’n. Willscht es wirklich wiss’n? „Heil Tirol“ isch g’ruafn word’n beim Abschluß! Aber manche hob’n eppas gegen a Heil, a geg’n ’s christliche Heil. Sie wölln oan nix Guats wünsch’n, lei alm eppas Schlecht’s.
 
Jörg Egger
3. 22-06-2009 21:11
 
@E.
Die Seite unzensuriert.at wird, wie jeder im Impressum nachlesen kann von Dr. Martin Graf selbst betrieben. Es wird behauptet die Tiroler Tageszeitung verwechselt den Trueschwur mit dem Hitler-Gruß. Was aber nicht stimmt. 
 
Auch wenn man bei einer Vergrößerung des Bilder zwar erkennen kann, daß es bei diesem älteren Herren nicht um den Hitler-Gruß handelt, kann die Tiroler Tageszeitung zwischen den Trueschwur und den Hitler-Gruß sehr wohl unterscheiden, wie es in diesem Absatz zu entnehmen ist: 
 
Zu der Szene kam es, als das \"Südtiroler\"-Lied zum Abschluss des Festaktes gespielt wurde. Mancher der Teilnehmer zeigte den Treueschwur - andere sollen eben den gestreckten rechten Arm samt ausgestreckter Hand gezeigt haben. Auch \"Heil!\"-Rufe sollen vereinzelt während der Graf-Rede gefallen sein. 
 
Daß Herr Graf, wie viele andere Politiker auch, Medien beschimpft von denen er sich schlechte Presse erwartet, lässt mich eher kalt.
 
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4. 22-06-2009 20:30
 
T.Tageszeitung
Graf: „Tiroler Tageszeitung beleidigt alle heimatbewussten Tiroler“ 
Utl.: Medienpropaganda gegen waffenstudentische Verbindungen erreicht neuen Tiefpunkt 
 
 
Die Medienpropaganda gegen heimattreue Bürger nimmt auch nach dem waffenstudentischen Kommers anlässlich 200 Jahre Tiroler Freiheitskampf kein Ende. Die „Tiroler Tageszeitung“ versucht nun, einem der Teilnehmer, der seine Treue zu Südtirol mit erhobenen Schwurfingern Ausdruck verlieh, einen Hitlergruß anzudichten. Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf, selbst Festredner bei dem Kommers, übte heftige Kritik an dieser Art der Berichterstattung. „Entweder bei der Tiroler Tageszeitung sitzen lauter historisch völlig ahnungslose Journalisten, oder sie schreiben bewusst die Unwahrheit, um die Hetze gegen waffenstudentische Korporationen auf die Spitze zu treiben“. 
 
Ein in dem Blatt veröffentlichtes Foto zeigt einige Kommersteilnehmer beim Singen des Südtiroler Trutzliedes, dessen dritte Strophe lautet: „Erhebt nun eure Hände zum Schwure hoch und hehr, wir führen es zu Ende und rasten nimmermehr, bis auf den Bergen wieder der Freiheit Sonne glüht - und wir Tiroler wieder im freien deutschen Süd!“ Traditionsgemäß haben dazu einige Besucher die Schwurhand gehoben. „Diesen Menschen einen Hitlergruß unterjubeln zu wollen, ist wohl die größtmögliche Beleidigung für sie“, so Graf. Hitler sei es gewesen, der durch sein Abkommen mit Mussolini den Verbleib Südtirols bei Italien und damit die Teilung Tirols besiegelt habe. 
 
Wie eine auf www.unzensuriert.at veröffentlichte Vergrößerung des Fotos in der Tiroler Tageszeitung belegt, hat auch der von dem Blatt der Wiederbetätigung bezichtigte Mann eindeutig nur die beiden Schwurfinger ausgestreckt.
 
E.
5. 22-06-2009 20:16
 
T.Tageszeitung
Frau Dr. Klotz,  
was halten Sie denn davon, dass laut der Tiroler Tageszeitung , nach dem Innsbrucker Festkommers die Staatanwaltschaft Ermittlungen wegen Wiederbetätigung einleitet? 
Schauen Sie sich bitte das Bild an wo ein junger Burschenschafter den Arm hebt, ähnlich wie die auf diesen Seiten beanstandete Ministerin Michela Brambilla. Interessant ist auch der Kommentar unter dem Bild. 
 
Würde mich ehrlich interessieren was sie dazu denken.
 
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6. 22-06-2009 19:44
 
sowas
und solch eine veranstaltung in der heutigen zeit auf unserem geheiligtem boden - da kann man nur noch kopfschütteln
 
cb
7. 22-06-2009 19:20
 
Antwort für Wolfgang
Lieber Wolfgang, diese "Behauptung" stelle nicht ich auf; sie ist nachzulesen im Geschichtsteil des Tiroler Jungbürgerbuches Seite 357! Diesen Beitrag geschrieben hat Meinrad Pizzinini, welcher als bester Kenner der Andreas- Hofer- Zeit in Tirol gilt. Von ihm stammt übrigens ein tolles Buch über Andreas Hofer, welches heuer in überarbeiteter Form neu aufgelegt worden ist. Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen, wie ich sie auch habe! Besten Gruß von Eva Klotz
 
eva klotz
8. 22-06-2009 15:51
 
Danke
daß man auf eurer Seite nicht wissen darf, welche Weltansicht die lieben Burschenschaftler vertreten.
 
Freigeist
9. 22-06-2009 14:19
 
Grundübel in Tirol
Das Grundübel in Tirol ist heute, dass die Politiker in Nord und Süd über alles reden, aber nur an sich selber denken. 
Die ÖVP klammert in Innsbruck und SVP in klammert in Bozen.
 
ff
10. 22-06-2009 10:36
 
Behauptung
Dass anderswo in der Welt am Hindukusch in Afghanistan nach der Invasion aus dem Jahre 1979 der russischen bis an die Zähne bewaffneten Militärmacht in diesem Bergland einige "Fanatiker und Ziegenhirten" diese Supermacht besiegt und ihren späteren Zusammenbruch in einer Kettenreaktion von Ost-Berlin bis Sofia beschleunigt haben ist ebenso so eine "wage Behauptung" wie auch die, dass die Tiroler mit ihrem Freiheitskampf damals vor 200 Jahren auch wesentlich zum Fall des Unbesiegbarkeitsnimbus Napoleons und seiner Verbündeten wesentlich beigetragen haben. Ebenso so eine wage Behauptung ist die, dass die Autonomie-Paketlösungen für Südtirol zwischen 1972-92 auch so gekommen wären, ohne den Kampf der Freiheitskämpfer der 50er und 60er Jahre, und zwar nur einfach so, weil dieser Staat schon immer so sehr Alto Adige als italienische Provinz liebte. Frei nach Bruno Kreisky: Lernen Sie Geschichte!
 
Markus Anton
11. 21-06-2009 22:30
 
Eine gewagte Behauptung!
Das der Tiroler Volksaufstand den Zumsammenbruch der napoleonischen Fremdherrschaft beschleunigt bzw. unmittelbar beeinflusst hat, ist schon eine sehr gewagte Behauptung.
 
Wolfgang
12. 21-06-2009 17:46
 
Bergisel
Wenn sie sich nit von ihre Väter und Mütter im Tirolerland entfremdet hättn, dann würdn sie a weiterhin Tiroler sein. Dös isch dös Grundübel, daß sie ihre Eltern nit ehr’n und Gott scho gar nit. Sie warn scho Tiroler, aber sie verleignen’s damit, und so kimmts, daß Tiroler geg’n Tiroler red’n, gegeneinand, und dös isch zum Rearn. Ohne Einmüatigkeit geht’s nit, und um die war’s notwendig z‘ betn; nit daß mir alle gleich denk’n sölln, aber daß mir nit gegeneinander red’n und ins nit einander oimachn. Mit so was schänd’n mir lei insere Väter und Mütter, die in dem Land g’schuftet und g’schwitzt, bliatet und g’litt’n und die inser Gegeneinand ganz sicher nit g’wöllt hab’n.
 
H. Jörg Egger
13. 21-06-2009 15:35
 
Bergisel
Hartmut hat föllig recht was er da schreibt. Halbherzig ist der wirkliche Ausdruck. In Vorarlberg gibt es etliche Vorarlberger mit Südtiroler Wurzeln und Familien in Südtirol, die meinen, das sei eine Utopie, was da ein paar Südtiroler wollten. Die Wirklichkeit sähe anders aus. Die Jungend aber auch viele Familien im Gro des Volkes Südtirols wären stolze Italiener denn Italienisch zu sein sei heute modern und in Wahrheit ginge es den Betrieben und der Wirtschaft durch die Autonomie besser denn je, zu Nordtirol kein Vergleich etc. Auch zogen schon etliche "Südtiroler" meine Thematik des "Ein Tirol" derart ins lächerliche und Utopie dass mir fast speie übel wurde, wie weit sich ehemalige "Brüder" gegenseitig in Emigrationsländern aber auch in Südtirol selbst entfernt und entfremdet haben.
 
14. 21-06-2009 07:15
 
Die GeschichteTirols und die deutsche Te
Mit größter Aufmerksamkeit verfolge ich die derzeitigen - meiner Ansicht nach halbherzigen - Bestrebungen der Südtiroler für völlige Selbstverwaltung.Ich selbst leiste zum Thema auch einen Beitrag auf meiner Homepage. Der Blick in die Geschichte des Landes Tirol zeigt, dass Tirol schon immer bei anderen Staaten Begehrlichkeiten erweckte. Der Hinweis auf friedlich demokratische Mittel im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit ist zweifellos richtig. Aber wird dieser Kampf auch nachdrücklich geführt? Bei uns in der DDR hat das damals mit den Friedensgebeten begonnen. Kirchlicher Freiraum wurde genutzt. Auch begaben sich eine große Anzahl Leute auf öffentliche Plätze und drehten wortlos ihre Runden. Das machte unseren Herren Angst. Aber auch wir in Deutschland müssen unseren Beitrag leisten. Dieser jedoch bleibt bisher aus. Das Thema Tirol wird in den Medien totgeschwiegen. Von unserem Rathaus in Stadtroda/Thüringen weht jährlich für einige Tage die Tibet-Fahne. Die Süd-Tirol-Fahne wurde noch nie gehisst. Man will ja schließlich unbehelligt von italienischen Behörden wieder seinen jährlichen Urlaub in Süd-Tirol verbringen.
 
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